DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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 Die Welt hat eine neue Lulu

 

 

 

ALEXANDRA SAMOUILIDOU

OF: Liebe Frau Samouilidou, Sie sind zur Zeit am Theater Gießen als Lulu in Alban Bergs gleichnamiger Oper zu erleben. Wie kam dieses Engagement zustande?

S: Ich habe im April letzten Jahres von Dieter Senft, dem Operndirektor des Theaters Gießen, eine Anfrage wegen der Lulu bekommen. Im Mai und wieder im August sang ich dann für die Rolle vor und bin daraufhin engagiert worden. 

OF: Wie ist es für Sie, die Lulu zu singen?

S: Es stellt eine große Herausforderung für mich dar,  macht mich gleichzeitig aber auch glücklich. Es ist sehr spannend, in diese Rolle zu schlüpfen. Und es bereitet mir viel Spaß, diese Musik zu singen.

OF: Worin liegen für Sie die Schwierigkeiten der Partie?

S: Zuerst einmal in ihrer Länge. Ich muss meine Kräfte immer gut einteilen, um als Lulu über die Runden zu kommen. Ansonsten liegt die Rolle mir aber ausgezeichnet in der Kehle, weswegen ich sie auch so gerne singe. Eine weitere Schwierigkeit der Lulu besteht darin, dass man ständig zwischen Singen und Sprechgesang zu wechseln hat. Ich habe lange trainieren müssen, bis ich das einigermaßen beherrscht habe. Aber jetzt bereitet es mir keine Schwierigkeiten mehr.

OF: Ihr Sopran scheint wie geschaffen für die Lulu. Welche Aspekte machen diese komplexe Rolle für Sie so ausgesprochen geeignet?

S: Die Lulu geht sehr hoch. Und das ist sehr angenehm für mich. Zudem gibt es oft große Intervalle, die mir ebenfalls gut liegen. Ich will damit nicht sagen, dass ich Expertin für diese gewaltigen Sprünge bin, aber meine Stimme bewältigt sie ohne Probleme. Auch wegen der Beweglichkeit, die man für die Lulu mitbringen muss, ist die Partie ausgesprochen gut für mich.

OF: Wie lange haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet? War es schwierig, sie einzustudieren?

S: Ich habe cirka sechs Monate gebraucht, um die Lulu zu lernen. Im ersten Akt tat ich mich dabei noch etwas schwer, weswegen ich zunächst auch nur langsam vorankam. Ab dem zweiten Akt hatte ich nicht mehr so viele Schwierigkeiten. Da hatte ich mich an die Musik, die von sich ständig wiederholenden Leitmotiven geprägt ist, schon gewöhnt und sie auch besser verstanden. Sobald ich dieses Gespür für Bergs doch sehr spezielle musikalische Sprache entwickelt hatte, fiel mir das Studium der Lulu viel leichter.

OF: Wie gingen Sie beim Lernen der Lulu vor?

S: Als ich die Zusage für die Lulu bekam, hatte ich gerade zwei andere Projekte am Laufen und war nicht fähig, in dieser Zeit noch irgendeine andere Musik zu lernen. Deshalb habe ich mich zuerst nur mit dem Text beschäftigt. Dies aber in sehr intensiver Art und Weise. Um mir den genauen Wortlaut einzuprägen, habe ich jeden Abend nur laut gelesen und rhythmisch gesprochen, bis ich den Text sicher drauf hatte. Dann fing ich mit der Musik an und habe die Noten gelernt. Erst als ich sicher war, wie jeder Satz musikalisch zu klingen hat, bin ich zur Korrepetitorin gegangen.

OF: In Gießen wurde erstmals die von Eberhard Kloke jüngst geschaffene Neufassung von Bergs Oper für Soli und Kammerorchester gespielt. Kloke hat die Zahl der Musiker von ungefähr neunzig auf cirka dreißig (ohne Bühnenmusik) reduziert, woraus eine große Transparenz und Klarheit der Orchesterstimmen resultierte. Wie stehen Sie zu seiner Bearbeitung? Finden Sie, dass sie gelungen ist?

S: Ich finde Klokes Version ungemein schön. Sie hat unglaublich hohe Qualitäten, um die sie andere Fassungen des Stücks beneiden können. Sie ist sehr spannend und ausgesprochen schauspielerisch angelegt. Bei der „Lulu“ handelt es sich ja aber auch um eine Schauspieloper. Diesen Charakter betont Kloke ganz stark. Und genau darin liegt für mich das Reizvolle an seiner Bearbeitung. Dass er den Orchesterapparat so stark reduziert hat, stört mich nicht. Die Musik hat trotzdem noch genug Dramatik.

OF: Klokes Fassung ist ausgesprochen kammermusikalischer Natur und auch sehr sängerfreundlich. In Gießen ließ es Herbert Gietzen am Pult aber auch an der nötigen Dramatik - Sie erwähnten diesen Punkt bereits - nicht fehlen. Er unternahm mit den Musikern eine eindrucksvolle Gratwanderung zwischen lyrischer Empfindsamkeit und eruptiven Ausbrüchen, wobei er Expressivität und Ausdrucksintensität ganz groß schrieb. Wie war für Sie die Zusammenarbeit mit diesem großartigen Dirigenten?

S: Wunderbar! Herr Gietzen liegt mir sehr am Herzen. Er war von Anfang an sehr freundlich zu mir und hat mir die Sicherheit gegeben, die ich beim Singen brauche. Er sagte damals: „Wir fangen das zusammen an, wir machen diese Reise zusammen und es wird o. k. werden. Nur die Ruhe.“ Selbstverständlich waren wir zu Beginn alle ein wenig aufgeregt, aber das hat sich schnell gelegt. Wir haben musikalisch sehr gut zusammengearbeitet und auch früh genug vor den szenischen Proben damit angefangen. Er hat alle Tempi mit uns abgesprochen und war immer darauf bedacht, zwischen dem, was wir Sänger benötigen, und dem, was das Stück erfordert, einen Kompromiss zu finden. Und das ist ihm auch hervorragend gelungen. Er war bei jeder Probe dabei und hat uns dann bei den Aufführungen immer einfühlsam begleitet.

OF: Etwas älteren Datums ist Klokes Neufassung des dritten „Lulu“-Aktes. Sie hatte bereits im Jahre 2010 in Stefan Herheims genialer Kopenhagener Produktion des Werkes, die in dieser Saison auch in Dresden zu sehen war, ihre gefeierte Premiere. Damit schuf Kloke einen interessanten Gegenentwurf zu der bekannten, im Jahre 1979 in Paris aus der Taufe gehobenen Version von Friedrich Cerha. Ist Ihnen diese bekannt? Wenn ja, welche bevorzugen Sie : die von Kloke oder die von Cerha?

S: Die Cerha-Fassung kenne ich nur von CD-Aufnahmen her. Sie ist wahnsinnig schön. Da drängt sich einem unwillkürlich der Eindruck einer großen Oper auf. Die Bearbeitung Klokes hingegen ist inzwischen zu einem Teil von mir geworden, da ich sie schon oft gesungen habe. Sie kommt mir auch aufregender vor als die Bearbeitung Cerhas. Im Gegensatz zu dieser spielt Kloke wirklich mit uns. Im dritten Akt kippt das Stück. Auf einmal geht es nicht mehr lustig zu. Die Farce des ersten und des zweiten Aktes weicht unvermittelt einer bitteren Ernsthaftigkeit. Alles Groteske ist gänzlich verschwunden. Das Akkordeon, das die Dialoge begleitet, intensiviert diesen Bruch sogar noch. Deshalb kommt diesen gesprochenen Passagen, wie beispielsweise die Erpressung oder Lulus Szene mit dem Marquis, auch so enorme Bedeutung zu. Diese Brüche hat Kloke sehr gut herausgearbeitet. Ich würde mir wünschen, seine Fassung einmal auf CD zu hören, denn ich weiß nicht wirklich, wie sie klingt.

OF: Hätten Sie die Lulu auch schon angenommen, wenn im Orchestergraben die originale Besetzung von 90 Instrumentalisten gesessen hätte?

S: Vor einem Jahr, als ich das Angebot für die Lulu bekam, noch nicht. Damals dachte ich mir, dass eine „Lulu“-Bearbeitung mit einem kleineren Orchesterapparat für mein Debüt in dieser Rolle viel besser geeignet wäre als die Originalfassung. Aber inzwischen habe ich durch meine zahlreichen Auftritte als Lulu viel dazugelernt und auch mehr Mut bekommen. Sofern die Proportionen meiner Stimme zu dem des Orchesters und des jeweiligen Opernhauses passen, würde ich es unter Umständen einmal mit der ursprünglichen Besetzung versuchen.

OF: Sich gegenüber einem riesigen Klangkörper zu behaupten, ist immer auch eine Frage der Technik. Vollen und runden Stimmen fällt es leichter, sich gegenüber einem großen Orchester durchzusetzen, als dünnen und kopfigen, wie man sie gerade bei der Lulu meistens antrifft. Ihr Sopran fällt indes eindeutig in die erste Kategorie. Sie singen im Gegensatz zu vielen anderen Lulu-Interpretinnen wunderbar im Körper und verfügen auch über ein schönes appoggiare la voce. Ihr Gesangsstil ist ausgesprochen italienischer Natur, was Sie manch anderer - auch berühmteren - Sängerin der Lulu weit überlegen macht. Sowohl Stefan Herheim in Kopenhagen und Dresden als auch Calixto Bieito in Basel standen rein stimmlich nicht so gute Lulus zur Verfügung. Wer hat Ihnen diese vorbildliche Gesangstechnik vermittelt? Wo haben Sie studiert?

S: Ich hatte schon in Griechenland mit dem Gesang angefangen und ein Studium abgeschlossen. Aber erst seitdem ich in Deutschland bin und bei Prof. Claudia Eder an der Musikhochschule Mainz studiere, kann ich sagen, dass ich richtig verstanden habe, worum es beim Singen geht. Sie hat mir alles beigebracht, was man für den Beruf einer Sängerin braucht. Und ich bleibe immer noch dran und lerne weiter. Ich bemerkte schon früh, dass ich über eine leicht ansprechende Höhe verfüge. Frau Eder aber machte mir die Wichtigkeit auch der Mittellage und der Tiefe bewusst. Sie lehrte mich im Körper zu singen und - was genauso wichtig ist - richtig zu artikulieren, dabei aber den Körper locker bzw. in der richtigen Spannung und Beweglichkeit zu halten. Die Stimme ist ein Teil des Körpers, deswegen muss man auch mit ihm singen. Er gehört einfach zum Gesangsapparat mit dazu. Wenn die Stimme gut im Körper sitzt, d. h. die richtige Spannung aufweist, kommen die Spitzentöne ganz von selbst, und man kann auch sonst wunderbare Sachen mit ihr machen ohne erst groß darüber nachzudenken.  

OF: Welchen Stellenwert nimmt für Sie eine gute Technik ein?

S: Sie ist das A und das O für jedes fundierte Singen und gibt mir die Möglichkeit, den Abend mit großer Leichtigkeit durchzustehen. Wenn man über eine solide Technik verfügt, muss man gar nicht erst überlegen, ob das, was man tut, gut für die Stimme ist. Sie hilft einem auch, sich auf der Bühne besser zu bewegen und seinen tiefsten Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Auf diese Weise können alle Facetten gesanglichen Könnens auf den unterschiedlichsten Ebenen aufblühen.

OF: Sie bezeichnen sich selbst als lyrischen Koloratursopran. Die Lulu zählt zu diesem Fach, aber auch Partien wie Olympia, Zerbinetta und die Königin der Nacht, die Sie bereits einstudiert, bisher aber noch nirgendwo gesungen haben. Nun ist Ihr warmer und gefühlvoller Sopran - ich erwähnte das bereits - ausgesprochen italienischer Natur und würde bei Verdi oder Puccini sicher ebenfalls ausgezeichnet zur Geltung kommen. Ich persönlich könnte Sie mir sehr gut als Gilda, Traviata, Mimi oder Liu vorstellen. In einigen Jahren würde ich mir von Ihnen eine Desdemona und eine Butterfly wünschen. Könnten Sie sich vorstellen, eines Tages in dieses Fach zu gehen?

S: Es gibt immer die richtige Zeit für die richtige Rolle. Unabhängig von einem bestimmten Fach möchte ich einfach nur singen - und zwar alles; auch Männerpartien, weil die Musik einfach so wunderbar ist. Dass das nicht geht, versteht sich von selbst. Deswegen haben wir ja auch die Fächereinteilung, damit sich jeder Sänger anhand derjenigen Rollen entwickeln kann, die in einem bestimmten Stadium seiner Entwicklung zu ihm passen. Man braucht aber Zeit, um in Kopf und Stimme zu reifen und dann eines schönen Tages auf einmal zu bemerken, dass man nun für eine bestimmte Partie bereit ist. Es ist, wie ich eben schon sagte, immer eine Frage der Zeit, wann man sich an eine bestimme Rolle wagt. Ich könnte mir schon sehr gut vorstellen, eine Gilda oder eine Traviata zu singen. Ich bereite das in meinen Gedanken schon vor. Man kann aber nicht gleichzeitig alles singen. Wenn ich eine Lulu mache, habe ich nicht die Kraft, daneben noch etwas anderes zu singen. Das geht auch gar nicht. Man muss immer aufpassen, was und wieviel man singt und wohin man mit seiner Stimme will.

OF: Worin bestehen Ihrer Ansicht nach konkret die Vorzüge des italienischen Gesangsstils?

S: Er eröffnet einem die Möglichkeit für die verschiedensten musikalischen Stilrichtungen. Man kann mit ihm Barockmusik und Belcanto genauso gut singen wie Verdi, Puccini, romantische Partien oder sogar Kunstlieder. Für mich gibt es keine andere Technik als die italienische. Mit ihr kann man einfach alles singen. Sie ist die beste!

OF: Sie singen nicht nur hervorragend, sondern spielen auch phantastisch. Als Lulu stellen Sie nachhaltig unter Beweis, dass Sie über eine ausgeprägte schauspielerische Ader verfügen. Es ist nicht nur eine Freude, Ihnen in dieser Rolle zuzuhören, sondern auch zuzusehen. Wie ist es für Sie, die Lulu nur zu spielen?

S: Meine Mutter hat einmal gesagt, dass ich als Kind eine sehr gute Lügnerin gewesen bin. Einmal konnte ich z. B. alle davon überzeugen, dass ich schwerkrank sei, so dass ich nicht zur Schule zu gehen brauchte. Wenn ich ein Ziel habe, arbeite ich so lange, bis ich es erreiche. Es macht mir wahnsinnigen Spaß, auf der Bühne anders zu sein als im wirklichen Leben. Eine Partie wie die Lulu, die man strenggenommen gar nicht richtig verstehen kann, muss ich aber so empfinden, dass ich sie auch spielen kann. Ich wusste zuerst gar nicht, wie ich mit dieser Figur, die eigentlich nur sie selbst ist, umgehen sollte. Schließlich fand ich aber durch die Musik und die phantastische Regie von Thomas Oliver Niehaus doch einen Weg, mich ihr anzunähern. Ich habe aber dennoch das Gefühl, dass mein Rollenportrait noch nicht ganz ausgereift ist. Daran muss ich noch arbeiten. Jede Aufführung bringt mich meinem Ziel aber etwas näher. Die Impulse, die ich bei den einzelnen Vorstellungen von meinen Kollegen bekomme, helfen mir dabei. Ich stelle mit meinen Gedanken die Fragen und sie geben mir die Antworten durch ihr Agieren. Dieses Zusammenspiel, die Musik und der Regisseur haben mich dazu gebracht, die Lulu so zu gestalten, wie sie sich dem Zuschauer erschließt.

OF: Sie hatten das Glück, Ihre erste Lulu mit einem so versierten Regisseur wie Thomas Oliver Niehaus erarbeiten zu dürfen, der sein Handwerk wahrlich trefflich versteht. Hatten Sie bei der ersten Probe bereits eine konkrete Vorstellung von der Lulu oder musste Niehaus Sie erst allmählich an diese Rolle heranführen?

S: Die Hauptfrage für uns alle war, wer Lulu überhaupt ist. Sie wurde indes nie beantwortet. Am ersten Probentag hatten wir das Konzeptionsgespräch, bei dem Herr Niehaus viel darüber erzählte, was er sich vorgestellt hatte. Dabei ist er in erster Linie auf die ständigen Veränderungen der Lulu eingegangen und erklärte uns ihre Vielschichtigkeit, die er in der Inszenierung dann durch ständige Kleiderwechsel deutlich machte. Ich war mit allem, was er sagte, total einverstanden. Die Musik war mir bereits vertraut, denn ich hatte die Partie ja schon einstudiert und mir auch eine Idee für die Darstellung zurechtgelegt. Wir haben die Lulu letztlich aber zusammen entwickelt. Beide brachten wir Vorschläge in die Probenarbeit mit ein, was sich als sehr fruchtbar erwies, da sich unsere Auffassungen über die Rolle stets auf derselben Wellenlänge trafen.

OF: Inwieweit hat Thomas Oliver Niehaus Ihr Verständnis von der Lulu geprägt?

S: Thomas hat es geschafft, dass zwischen mir als Person und meiner Partie stets eine große Spannung besteht. Ihm kam es darauf an, dass ich immer mehr geben, mich gleichzeitig aber auch distanzieren sollte, weil weniger in diesem Sinne mehr ist. Er sprach ausgeflossen flüssig und theatralisch. Seine Hinweise und Regieanweisungen formulierte er immer sehr lebendig, so dass ich das, was er mir erklärte, buchstäblich vor mir sehen konnte.

OF: Wie hat Herr Niehaus die Lulu aufgefasst?

S: Thomas räumte mir viele Spielräume ein. Er gab mir die Freiheit, mich so zu bewegen, wie ich wollte. Ich fühlte mich dabei wie eine Schablone bzw. wie diese Pappkameraden, die überall auf der Bühne herumstanden. Ich habe mich bei der Arbeit stark auf die anderen Sänger konzentriert. Ich kannte meine Kollegen damals noch nicht und habe sie erst während der Proben kennengelernt. Sie gaben mir oft gleichsam mit einem Pinselstrich einen neuen Impuls, wie ich die Lulu spielen sollte. Ich habe ihnen aufmerksam zugehört und auch zugesehen, was sie in ihren Rollen machten. Auf diese Weise ist meine Lulu immer weiter gewachsen. Der Grundgedanke von Thomas war folgender: Er wollte, dass alle Männer und Frauen ein eigenes Bild von Lulu haben. Er sah sie gleichsam als Projektion der sexuellen Begierden und Wünsche der sie umgebenden Personen.

OF: In welcher Beziehung steht Lulu zu den Männern um sie herum? Welchen Einfluss üben diese auf sie aus?

S: Jeder versucht, sie so zu sehen, wie er will und sie dahin zu führen, wo er sie haben möchte. Andererseits sind sich die Männer nicht im Klaren darüber, dass sie dieses kleine menschliche Kunstwerk damit zum Monster machen. Lulu nimmt alles mit, sie bekommt jede Information. Nacheinander wird sie Nelli, Eva und Mignon, ist dabei aber immer nur Lulu. Dieses Ungeheuer benutzt seine Mitmenschen kaltblütig, nur um dann schließlich alles hinzuschmeißen und selber kaputtzumachen. Die Männer beeinflussen Lulu in dem Sinne, dass sie sie zu einer Marionette degradieren, aber am Ende ergreift sie deren Fäden. Sie treibt es kunterbunt mit jedem. Die größte Rolle spielt in ihrem Leben aber Dr. Schön. Ihn liebt sie sehr.

OF: Ist Lulu Täterin oder Opfer?

S: Sie spielt gerne und mag es, wenn die Leute ihr zusehen und zuhören. Ob diese Menschen vor ihr stehen oder versteckt sind, ist egal. Sie wird dadurch viel lebendiger. Es ist wie eine Sucht und entwickelt sich auch so. Ich würde nicht sagen, dass sie ein Opfer ist. Sie hätte schon die Möglichkeit, ihrem Leben eine andere Richtung zu geben. Aber sie geht das Risiko ein und ist demzufolge vielleicht ihr eigenes Opfer. In unserer Inszenierung sucht sie sich selber aus, wie sie sterben möchte und bezahlt ihren Mörder. Deswegen kann man sie schwerlich als Opfer bezeichnen. Darüber, ob sie eine Täterin ist, kann man diskutieren. Am Tod ihrer Männer ist sie aber unschuldig. Der Medizinalrat Dr. Goll stirbt an einem Herzinfarkt, der Maler begeht Selbstmord und Dr. Schön will sie nicht absichtlich töten. Das ist in diesem turbulenten Moment, in dem sie eine Waffe ergriffen hat, mit der sie sich nicht auskennt, einfach passiert. Und was Alwa geschieht, kann man ihr ebenfalls nicht anlasten. Der einzige Punkt, in dem sie schuldig zu sprechen ist, ist der, dass sie Dr. Schöns Frau vergiftet hat. Hier kann man sagen, dass sie zur Täterin geworden ist und wohl auch noch zu viel mehr fähig ist. Das wird dann auch im Paris-Bild offensichtlich, als sie Shigolch zum Mord an dem Athleten anstiftet. Im dritten Akt sieht aber alles anders aus, hier hat sich das Bild von Lulu gänzlich gewandelt. Alles bricht zusammen. Deshalb glaube ich, dass sie noch viel mehr kriminelle Energie in sich hat.

OF: Inwieweit erfüllt Lulu in Herrn Niehaus’ Deutung die Wesensmerkmale einer Femme fatale?

S: Das ist eine Frage des Spiels, in dem sie verschiedene Rollen übernimmt. Klar ist sie gefährlich. Und ohne Zweifel ist es mit Gefahr verbunden, Teil ihres Kreises zu sein. Von diesem Standpunkt aus ist sie sicher eine Femme fatale. Die nächste Haltestelle heißt bei ihr Tod, weswegen man aufpassen sollte. Sie will ihre Mitmenschen - ich sagte das bereits - zwar nicht gezielt umbringen, aber zugrunde richten. So will sie die Ehe von Dr. Schön zerstört sehen. In dieser Hinsicht ist sie ebenfalls eine ausgemachte Femme fatale.

OF: Gibt es darüber hinaus auch noch andere Aspekte, die ihre Handlungen vielleicht in einem etwas milderen Licht erscheinen lassen?

S: Ja, einen: Lulu ist nach wie vor eine Frau, die die Liebe sucht. Im ersten und zweiten Akt wird deutlich, dass sie auch selbst liebt. Sie ist ein Mensch, der die Liebe, die er gibt, auch zurückbekommen möchte. Das macht sie für mich sehr real, was bei allen anderen Aspekten nicht unbedingt zutrifft. Sie sehnt sich nach Liebe und kann ohne sie nicht weiterleben. Das führt auch letztlich zu ihrem Tod.

OF: Niehaus ließ sich bei seiner Interpretation der Oper stark vom Gedankengut Ludwig Feuerbachs beeinflussen. Ist Ihnen dieser Philosoph ein Begriff? Hat der Regisseur Ihnen Feuerbach in irgendeiner Weise nahe gebracht?

S: Diese Projektionen waren in unserer Produktion v. a. menschlicher Natur. Wir Menschen reagieren oft so, ohne es zu merken. Wir projizieren unsere unerfüllten Wünsche, Träume oder Ängste auf unsere Mitmenschen. Die Männer der Handlung sind von Lulu besessen und projizieren ihre Obsessionen, ob sexueller Natur oder nicht, auf dieses weibliche Wesen und kreieren damit eine Gestalt, die genauso ist, wie sie sich diese Frau vorstellen. Ein gutes Beispiel dafür findet sich im zweiten Akt kurz vor dem Mord an Dr. Schön. Er sagt „Nieder, Mörderin!“ Er nennt sie Mörderin, worauf sie ihn erschießt. Jeder der Beteiligten gibt ab und zu so ein Stichwort. Es ist Teil dieses ganzen Spiels. Auf jeden Fall versuchen die Männer, ihre negativen Eigenschaften durch dieses Projektionsbild loszuwerden. Dass Lulu sich dann aber zur Wehr setzt und zunehmend eigenständig wird, damit haben sie nicht gerechnet. Und ab diesem Zeitpunkt wird sie erst gefährlich.

OF: Herr Niehaus’ Konzept ist sehr abstrakter Natur. Wäre Ihnen ein etwas gegenständlicherer Ansatz lieber gewesen?

S: Nein. Oliver hat mir, wie gesagt, freigestellt, so zu sein, wie ich wollte, und das hat sich sehr positiv auf das Endergebnis ausgewirkt. Auf diese Weise ist schon sehr vieles deutlich geworden, was mich sehr gefreut hat. Indes gibt es ein Endergebnis eigentlich gar nicht, denn die Geschichte geht weiter. Oliver hat uns sein Konzept erklärt und ich hatte keine Schwierigkeiten damit, es in die Praxis umzusetzen. Es ist immer gut, wenn man dasselbe denkt wie der Regisseur. Und dafür, dass meine und Olivers Gedanken immer übereingestimmt haben, bin ich ausgesprochen dankbar.

OF: Welchen Inszenierungsstil bevorzugen Sie: den modernen oder den konventionellen?

S: Ich bin noch nie in einer konventionellen Produktion aufgetreten. Man muss eine Oper, die vor vielen Jahren komponiert worden ist, mit heutigen Augen sehen. Wir sind ja schließlich moderne Menschen, wir haben moderne Stimmen und im Theater moderne Technik. Warum also nicht auch moderne Produktionen? Was Lulu betrifft: Diese Figur kann ich mir überhaupt nur modern vorstellen, weil ihre Geschichte so aktuell ist und auch die von der Musik vermittelten Gefühle so zeitgemäß sind, dass eine altbackene Deutung ihr in keinster Weise mehr gerecht würde. Es kann vorkommen, dass ich auch einmal als Zuschauerin in die Oper gehe. Dann freue ich mich schon über eine traditionelle Inszenierung mit den entsprechenden schönen Kostümen. Wenn ich dagegen selbst an einem Bühnenwerk beteiligt bin, muss die Regie in erster Linie stimmig sein. Ich muss wissen, warum das oder das genau so sein muss, wie es der Regisseur von mir haben möchte. Wenn das zutrifft, stört es mich nicht, wenn seine Sicht modern oder sogar sehr modern ist. Dann bin ich immer voll dabei.

OF: So gut Thomas Oliver Niehaus’ Inszenierung der „Lulu“ auch geworden ist, in Bezug auf die Titelfigur war sie ziemlich harmloser Natur. Er hat Lulu in den verschiedensten Kleidern gezeigt, nur nicht im Eva-Kostüm, was bei dieser Partie heutzutage fast eine Selbstverständlichkeit darstellt. Heute wird von einer Lulu-Sängerin erwartet, dass sie sich nicht geniert, gänzlich unbekleidet auf die Bühne zu gehen. Bieito und Herheim haben das von Ihren Lulus verlangt und sahen sich keinerlei Widerstand ihrer Darstellerinnen ausgesetzt. Wie ist es mit Ihnen: Hätten Sie Probleme damit, nackt zu singen? 

S: Ich weiß nicht. Diese Frage ist theoretischer Natur, deshalb kann ich sie nicht konkret beantworten. Ich habe mir vor drei bis vier Jahren auch noch überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, ob ich jemals die Lulu singen würde und wie furchtbar das wäre. Und dann kam letztes Jahr plötzlich diese Anfrage aus Gießen. Da habe ich mit der Zusage nicht einmal zwei Sekunden gewartet, obwohl ich zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht wusste, wie die Produktion aussehen wird. In diesem Stück weiß man aber schon im Voraus, dass es nicht unbedingt „alltäglich“ sein wird und dass die Lulu sehr verführerisch aussehen soll. Was aber die Nacktheit betrifft: Da muss ich mir erst einmal Gedanken machen. Ich habe einen Hintergrund als Tänzerin. Damals hatte ich schon ein anderes Gefühl für meinen Körper als Ausdrucksmittel, viel stärker als heute. Da ist Nacktheit nicht so dramatisch. Das ist aber lange her. Heute denke ich als Frau, dass es nicht selbstverständlich ist, dass ich das Eva-Kostüm anziehen soll. Abgesehen davon betrachte ich diesen Punkt auch vom Standpunkt einer Sängerin aus, die es nicht so gerne hat, ihren Gesangsapparat zu zeigen. Auf jeden Fall ist es eine Frage der Regie, wie wichtig die Nacktheit für die Inszenierung und die Rolle ist. Ich versuche sehr offen damit umzugehen, aber mit dieser Frage bin ich bisher noch nicht konfrontiert worden. Ich war bei den Lulu-Proben schon bereit für extreme Sachen. Sie sind dann aber nicht gekommen, worüber ich ehrlich gesagt auch erleichtert war. In diesem Zusammenhang dürfen wir auch nicht vergessen, dass es eine Kunst ist, auf der Bühne zu stehen. Da sind wir nicht wir selber und sollten unsere Ängste und Hemmungen nicht auf die Rollen projizieren, die wir zu verkörpern haben. Aus diesem Grunde wäre es nicht angebracht, sich zurückzuziehen, wenn der Regisseur von einem Nacktheit verlangt. Nur sollte er mich von der Notwendigkeit, mich gänzlich auszuziehen, überzeugen können.

OF: Ihre Bereitschaft, krasse Regieanweisungen auszuführen, ist also auch von der Persönlichkeit des jeweiligen Regisseurs sowie von dem Vertrauen abhängig, das Sie ihm entgegenbringen?

S: Absolut. Deswegen bin ich auch der Ansicht, dass man ein Konzept erst verstehen muss, bevor man eine Entscheidung trifft, ob man zu einem Wunsch von Seiten der Regie nein sagt. Der Regisseur sollte mir, wie gesagt, ganz genau erklären können, warum das, was er von mir verlangt, genauso zu sein hat, wie er es will. Ich muss den Sinn einer Regieanweisung verstehen, um sie aus mir selbst heraus umsetzen zu können. Wenn sie für mich als Darstellerin einen Sinn ergibt, dann habe ich mit ihr kein Problem, denn sie ist Teil der Geschichte, die wir erzählen wollen.

OF: Welche Eigenschaften machen für Sie den idealen Regisseur aus? Verfügt Thomas Oliver Niehaus über diese?

S: Er sollte die Musik sehr gut verstehen. Wenn ich einem Regisseur gegenüberstehe, kenne ich mich mit der Musik aus und er mit der Szene. Diese Punkte gilt es zusammenzubringen. Und das ist mir mit Thomas in hohem Grade gelungen. Er verfügt über alle Eigenschaften, die ich von einem idealen Regisseur erwarte. Er kommt vom Schauspiel her und war auf seine Art phantastisch. Er wollte nur, dass wir verstehen, um was es in der „Lulu“ geht, was wir zu tun und zu sagen haben, da ja der Text des Werkes ebenfalls so unglaublich stark und intensiv ist. Er verlangte von uns keine großen Bewegungen, die körperliche Probleme mit sich bringen. Wenn wir Sänger uns so bewegen müssen, dass es der Stimme schadet und uns beim Singen behindert, versteht der Regisseur sein Handwerk nicht. Thomas dagegen beherrscht sein Metier ausgezeichnet. Er hat uns nie überfordert, was ich sehr zu schätzen wusste. Ihm kam es immer lediglich darauf an, dass wir locker bleiben und nicht mehr machen, als was wir zu tun imstande sind. Er wollte auch nicht, dass wir uns blamieren und hat auch mal Sachen geändert, wenn sich diese aus irgendeinem Grund als unpassend erwiesen haben. Darüber hinaus hat er sehr gut an den Figuren gearbeitet und ihre Hintergedanken und den Subtext trefflich an die Oberfläche gebracht. Bei ihm war immer alles ganz klar und logisch.

OF: Glauben Sie, dass Sie sich als Lulu noch weiterentwickeln werden, wenn Sie die Gelegenheit erhalten, die Rolle unter etwas berüchtigteren Regisseuren in ungewöhnlichen und auch krasseren Inszenierungen als der Gießener zu verkörpern? Haben Sie schon konkrete Angebote für eine weitere Lulu?

S: Letztere Frage lässt sich mit einem Nein beantworten. Ich arbeite ständig an meinem Körper, um mich fit zu halten und bin stets dabei, wenn es gilt, auf der Bühne auch extravagante Sachen auszuprobieren. Selbstverständlich kann es vorkommen, dass ich einmal etwas nicht machen kann, prinzipiell bin ich aber bereit, alles auszuprobieren. Mein Verständnis von meinem Beruf besteht nicht darin, einfach nur dazustehen und zu singen. Ich will auf der Bühne auch andere Welten entdecken. Und das gilt für die Lulu in verstärktem Maße. Ich hoffe, dass sich mir in Zukunft noch viele Möglichkeiten bieten werden, mich mit dieser faszinierenden Figur auseinanderzusetzen. Ich bin für jeden Vorschlag eines Regisseurs offen und schlage auch selber zeitweilig krassere Sachen vor. Manchmal passen diese, manchmal nicht. Nur die Fähigkeit zum Singen darf mir dabei nicht genommen werden. Und den Dirigenten würde ich ab und zu auch gerne sehen.

OF: Liebe Frau Samouilidou, wir bedanken uns vielmals für das Interview.

S: Auch Ihnen ganz herzlichen Dank dafür.

 

Das Interview führte Ludwig Steinbach am 17.07.2012

Redaktion: Peter Bilsing

 

Bildernachweis:

Alle Produktionsbilder: LULU - Stadttheater Gießen

Privatphotos: Alex neustadt

 

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