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Produktion der opera Trionfo                           http://www.operatrionfo.nl/

OWEN WINGRAVE

Premiere am 11.01.2013 in der Haarlem Stadsschouwburg

Gesehene Aufführung: 02.02.13 in der Arnhem Stadsschouwburg

Das Opernleben in den Niederlanden wird von Amsterdam dominiert, daneben gibt es noch die „Opera Zuid“ in Maastricht und die „Nationale Reisopera“ in Enschede, die aber gerade kaputtgespart wird. Die freie Gruppe „Opera Trionfo“ mit Sitz in Hemsteede wurde zwar schon 1998 gegründet, bringt aber pro Saison nur eine Produktion heraus, meistens selten gespielte Werke in Kammermusikversionen, und wird deshalb nicht so stark wahrgenommen. Anlässlich des 100. Geburtstags von Benjamin Britten zeigt „Opera Trionfo“ jetzt dessen als Fernsehoper entstandenen „Owen Wingrave“ als niederländische Erstaufführung.

Dass zum Britten-Jahr ausgerechnet dieses selten gespielte Werk auf eine Tournee über 10 niederländische Bühnen geschickt wird, ist sehr löblich, ist „Owen Wingrave“ doch nur selten zu erleben. Wahrscheinlich sehen viele Theater die vielen filmischen Schnitte und Simultanszenen als Hindernis für eine Inszenierung an. Die reibungslosen Szenenwechsel werden in dieser Produktion durch das Einheitsbühnenbild von Gary McCann garantiert: Ein grauer Saal mit leeren Bilderrahmen steht für das alte Familienanwesen der Wingraves.  

Nach einer Novelle von Henry James wird hier Owen Wingraves Auflehnung gegen die militärische Tradition seiner Familie erzählt. Die Titelfigur quittiert den Militärdienst, wird dafür von seiner Familie gedemütigt und enterbt. Zur Wiederherstellung seiner Ehre fordert die Verlobte Kate, dass Owen in einem verfluchten Raum des Wingrave-Spukschlosses Paramore eine Nacht verbringen soll. Eine Mutprobe, die tödlich ausgeht.

In Floris Vissers Inszenierung sind die lebenden Mitglieder der Familie Wingrave gefährlicher als die Gespenster des Hauses: Als bedrohliche Gestalten, die in dunklen Farben gekleidet sind, geistern die Wingraves durch ihr Anwesen. Die Spukerscheinungen setzen sich davon mit ihren roten Kostümen ab, wirken aber nur wie harmlose Relikte einer vergangenen Zeit. Floris Visser und sein Ausstatter Gary McCann belassen die Oper in der viktorianischen Ära, was angesichts der enthaltenen Gespenstergeschichte plausibel ist. 

Mit Ed Spanjaard steht ein echter Britten-Kenner am Pult des 15-köpfigen Kammerorchesters „Nieuw Ensemble“. Spanjaard war bei der szenischen Uraufführung im Jahr 1973 in Covent Garden Korrepetitor und hatte so Gelegenheit, Britten und seine musikalische Welt aus nächster Nähe zu erleben. Die zentralen musikalischen Themen dieser Oper arbeitet er plastisch heraus und zeichnet die Atmosphäre von Angst und Bedrohung, die Brittens Partitur durchwebt, treffend nach.

Aus dem internationalen Sängerensemble ragen drei Solisten besonders heraus: Der kanadische Bariton Karel Ludvik singt die Titelfigur mit dunkel gefärbter Stimme als grüblerischen Eigenbrötler. Seinen Freund Lechmere gestaltet der niederländische Tenor Mark Omvlee als naiv-begeisterten Jüngling. Als Militär-Professor Spencer Coyle verströmt der russisch-amerikanische Bariton Vitali Rozynko herrische Autorität.

Opernfreunden aus dem Rheinland, die auf der Suche nach selten gespielten Meisterwerken sind, wird eine Reise zu der Aufführung in Heerlen (direkt hinter Aachen) am 17. Februar wärmstens ans Herz gelegt. Ansonsten empfiehlt es sich, die Aktivitäten von „Opera Trionfo“ im Auge zu behalten: Die nächste Opernrarität kommt bestimmt.

Rudolf Hermes                                                  Fotograaf: Jurjen Stekelenburg

 

 

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