DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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Bad Ischl zeigt, daß die Operette lebt. DER OPERNFREUND berichtet ausführlich, denn wir lieben die Operette.

 

 

Operette und das Wagnis mit dem Musical

Prof. Dr. Lakner wagt sich mit Erfolg an „Hallo, Dolly“ und an die Räubermär von „Gasparone“

(besuchte Aufführung „Gasparone“ am 27.07.2013

besuchte Aufführung „Hallo, Dolly“ am 28.07.2013)

Ich gebe zu, dass ich mir diesmal lange überlegt habe nach Bad Ischl zu fahren. Nachdem das Mekka der Operette in Mörbisch bereits zum Musical schwenkt, auch die Sommeroperette Coburg langsam Musicalfestival heißen müsste, hat nun auch Prof. Dr. Michael Lakner die operettenhafte Jungfräulichkeit von Bad Ischl verloren. Erstmals steht ein Musical auf dem Programm der Lehár-Festivals und nicht genug damit, will man nächstes Jahr mit „Gigi“ und im übernächsten Jahr mit „My Fair Lady“ zwei weitere Musicals anbieten. Ich gebe gerne zu, dass ich die Operette liebe, dass ich in den Klängen schwelge und die herrlichen Melodien im Ohr nach einer Vorstellung mit nach Haus nehme. Nun denn, „Hallo, Dolly“, wie sie in Bad Ischl genannt wird, ist ein klassisches Musical – immerhin etwas. Dennoch fuhr ich mit gemischten Gefühlen, denn meine letzte Bastion der Operettenseligkeit begann zu bröckeln. Gut, ich weiß, dass sowohl die deutschen als auch die österreichischen Fernsehsender praktisch keine Operetten mehr zeigen (wie soll da unter den jüngeren die Liebe für diese Musikform aufflammen – und wo bleibt der Aufschrei und die Welle der Anrufe bei den Sendern wo die Operette bleibt und warum sie so vernachlässigt wird), ich weiß ebenso, dass dadurch die Beziehung zu einer der schönsten Musikgattungen immer mehr nachlässt, weil man sie einfach nicht mehr kennt. Aber gerade deshalb habe ich ja Bad Ischl, Mörbisch usw. geschätzt, weil sie die traditionelle Operette hoch und in Ehren gehalten haben. Nun gut, ich muss auch einsehen, dass man nur dann weiter spielen kann, wenn auch die Besucherzahlen und damit die Einnahmen einigermaßen stimmen. Nun gut, lassen wir uns also auf das Wagnis“ ein. Doch vor dem Musical erst eine wunderschöne, leider viel zu selten gespielte Operette, den „Gasparone“ von Carl Millöcker.

Es ist verwunderlich, warum eine Operette mit so vielen Ohrwürmern auf den Spielplänen so stiefmütterlich behandelt wurde. Umso erfreulicher, dass Regisseurin Dolores Schmidinger die Räubermär zu neuem Leben erweckt. Gut, ein bisschen modernisiert hat sie schon. Aus den sizilianischen Banditen von 1820 wurde eine Bande Mafiosi aus der Prohibitionszeit um 1930 herum. Mir hat es, obwohl ich immer ein Verfechter des Originalen bin, trotzdem gut gefallen. Auch etliche zusätzliche Witze und Schenkelklopfer hat Frau Schmidinger eingebaut, aber sie hat für mich nicht überzogen. Man unterhält sich köstlich und das soll es doch sein, was Operette bietet und bieten soll. Manches ist vielleicht etwas überzogen – aber immer unterhaltend. Man amüsiert sich in den zwei Stunden köstlich und was will man eigentlich mehr. Die Kostüme von Katrin Rölle und die Ausstattung von Katharina Sautner gefallen und tragen zur allgemeinen positiven Stimmung bei. Das Franz Lehár Orchester wurde von Marius Burkert straff geleitet. Er verstand es die nicht immer einfache Musik von Millöcker aufblühen zu lassen und die Feinheiten herauszuarbeiten. Dabei war er stets ein kongenialer Begleiter seiner Sänger, er führte sie behutsam und nahm das Orchester zurück, wenn es notwendig war. Er umschmeichelte die Sänger und überdeckte sie nicht. Der Chor war von Georg Smola vorzüglich eingestellt und agierte perfekt. Dies alles ließ den Solisten den notwendigen Platz zur Entfaltung. Und beginnen wir mit einem „Urgestein“ von Bad Ischl, bei der man den Eindruck hat, sie wird von Jahr zu Jahr besser. Miriam Portmann brillierte im wahrsten Sinne des Wortes als Gräfin Charlotta und überzeugte, wie auch schon die Jahre zuvor, sowohl von der stimmlichen Präsenz als auch von der darstellerischen Seite. Eine ausgezeichnete Leistung, bei sich Thomas Zisterer als Graf Erminio Saluzzo ein klein bisschen schwer tat. Sein weicher, warmer Bariton passt gut in die Rolle (fast hätte man sich die „Dunkelroten Rosen“ gewünscht, die in dieser Inszenierung jedoch verständlich nicht erklingen), ist einschmeichelnd, verlässt aber einige Male die gesangliche Linie. Insgesamt gesehen joch eine vorzügliche Leistung. Und hier muss man nun einfach Gerhard Ernst als Bürgermeister Nasoni nennen, der aus dieser Partie ein Paradestück macht. Schauspielerisch exzellent, alle Feinheiten der Rolle auskostend, kann er auch gesanglich voll überzeugen Mit dieser Darstellung wird er neben Miriam Portmann zum Liebling der Zuschauer und erntet stürmischen Beifall. Roman Martin gab seinen schüchternen Sohn Sindulfo mit viel Einsatz. Klasse auch das Pärchen Thomas Malik als feiner Buffo-Tenor und Melanie Schneider mit zartem aber sehr gefälligem Sopran als Wirt Benozzo und dessen Frau Sora. Zu erwähnen ist auch noch, die mit einer voluminösen, samtenen Altstimme die Zenobia gibt. Den Zuschauern hat es gefallen, langanhaltender Beifall für eine Operette, die zu Unrecht so selten auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gekommen ist.

Am Sonntagmittag – vor der Aufführung von „Hallo, Dolly“ - gab mir Prof. Dr. Michael Lakner ein interessantes Interview, welches ich an anderer Stelle abdrucke, und in welchem er sein Verhältnis zum Musical beleuchtet.

Doch nun zum ersten Musical in Bad Ischl, „Hallo, Dolly“. Und ich möchte es gleich vorwegnehmen. Es war ein rauschender Erfolg. Die Zuschauer gingen mit wie selten, die gesamte Aufführung war wie aus einem Guss und die einschmeichelnden Lieder und Arien, zum Teil von exzellenten Sängern dargeboten, taten ein Übriges zum Erfolg. Doch nun erst einmal der Reihe nach.

Dr. Lakner ist mit „Hallo, Dolly“ ein großes Wagnis eingegangen. Er wollte zum einen ein jüngeres Publikum an Bad Ischl binden, welches dann – so seine Überzeugung – auch an der „guten, alten“ Operette Spaß finden könnte und er wollte dadurch die hohen Besucherzahlen bei den Publikumsrennern der letzten Jahre halten. Und dann wollte er Musicalklassiker auf die Bühnen stellen, also solche, in denen brillante Musik als Wurmfortsatz der Operette angesehen werden kann.

Das Wagnis, welches er einging, ist voll aufgegangen. Selten sah man solch abwechslungsreiche, bunte Bilder auf einer Bühne, die plötzlich viel größer wirkte, als sie in Wirklichkeit ist. Eine bunte, mitunter auch etwas schrille, aber immer eindrucksvolle und abwechslungsreiche Revue wurde uns hier geboten, die nach der Pause noch einmal ordentlich Fahrt aufnahm. Die eigentlich einfache Geschichte der Heiratsvermittlerin Dolly, die sich schließlich ihren Ehegesponst selbst angelt, wird mit tollen Kräften auf die Bühne gebracht. Und dies ist einer der Pluspunkte dieser Aufführung. Es agieren exzellente Sänger, Schauspieler und Tänzer, die alle zusammen einen bunten Bilderbogen von Fröhlichkeit überspringen lassen. Leonard Prinsloo bringt das Stück als Regisseur und Choreograph auf die Bühne, überwältigend, präzise, vielen humorvollen Anspielungen und alles bis in Detail ausgeplant. Die Choreographie Prinsloos kommt in den Balletszenen zum Ausdruck, die man selten so brillant, ja fast broadwaymäßig erlebt hat. Dazu passen die farbenfrohen Kostüme von Monika Biegler und der präzis einstudierte Chor des Lehár Festivals durch Georg Smola. Hier greift ein Rädchen in das andere und vereint alles zu einem großen Ganzen, zu einem Feuerwerk aus Musik, Tanz und Freunde. Die Darsteller fügen sich nahtlos in dieses Konzept ein. Mit Ann Mandrella in der Titelpartie der Dolly hat man zwar eine sehr jugendliche, aber bis in die Fingerspitzen glühende Dolly gefunden. Gesanglich lässt sie keine Wünsche offen, darstellerisch beeindruckend und dazu hinreißend schön. Von ihr wird man – vor allem in der Musicalszene – mit Sicherheit noch viel hören. Ihr zur Seite Kammersänger Kurt Schreibmayer als Heiratskandidat Horace Vandergelder. Er, der bereits eine lange erfolgreiche Karriere hinter sich hat, überzeugt durch blendendes Auftreten, darstellerische bis in die letzten Feinheiten ausgeklügeltes Siel und auch noch mit einem exzellenten Tenor. Ein Sängerdarsteller par excellence, der auch gesangliche Meriten setzt. Boris Pfeifer und Benjamin Plautz als Vandergelders Angestellte Cornelius Hackl und Barnaby Tucker sind ein ideales Gespann, ein Tandem, bei dem beide gleich schnell in die Pedale treten. Nicht nur im Duett mit ihren beiden Damen, ausgezeichnet auch hier Caroline Vasicek als Irene Molloy und Iva Mihanovic als ihre Angestellte, brillieren sie, nein auch in den leisen Tönen. Jan C.J. Liefhold als Ambrose Kemper und Mandy Garbrecht als Erestina Money vervollständigen das ausgezeichnete Ensemble. Michael Zehetner dirigiert das Franz Lehár Orchester und er macht dies ausgezeichnet. Sicher, präzise und auf den Punkt ist das Orchester ein kongenialer Begleiter der Sängerdarsteller. Das Publikum zeigt am Schluss mit den Füssen, was sie von dem Experiment Musical hält. Tosender, nicht endend wollender Applaus beschließt einen rundum gelungenen Abend. Man kann die Aufführung als einen Glücksfall für Bad Ischl bezeichnen, muss sich aber darüber im Klaren sein, das dies nur klappt, wenn man ausgezeichnete Kräfte zur Verfügung hat und wenn das Potential des Musicals sich dazu eignet. Ich bin heute schon gespannt auf die „Gigi“ im nächsten Jahr, wenn diese neben dem unverwüstlichen „Der Graf von Luxemburg“ gezeigt wird. Hoffen wir, dass das gute Händchen des Intendanten auch dann einen rauschenden Erfolg beschert. Zu wünschen wäre es Bad Ischl und auch in diesem Jahr kann ich wieder konsternieren, dass sich der Besuch wieder gelohnt hat.

Manfred Drescher                                    Fotos von : www.fotohofer.at

 

Operettenseligkeit in Bad Ischl

geht mit Professor Dr. Michael Lakner weiter

Lehár Festival in Bad Ischl mit Franz Lehár und Carl Zeller

Im letzten Jahr war das 50jährige Bestehen der Festspiele und man war gespannt, wie es weitergeht. Einen großen Schritt zur Kontinuität ging Intendant Dr. Michael Lakner selbst. Anfang Mai gab er bei einer Pressekonferenz bekannt, dass er sich entschlossen habe, seinen Vertrag bis 2019 zu verlängern. Dieser Schritt ist sicher ein Zeichen hin zur weiteren Konsolidierung der Festspiele, die in den letzten Jahren einen riesengroßen Schritt nach vorne gemacht haben. Zu einem nicht unerheblichen Teil war dies der Verdienst des seit 2004 in Bad Ischl agierenden Intendanten. Wer ihn einmal „in Action“ erlebt hat weiß, wie viel Herzblut, Einsatzbereitschaft, weit über die Schmerzgrenze hinaus und vor allem Gespür für das Publikum, aber auch für die Akteure auf der Bühne sich in seiner Person vereinen. Ohne Dr. Lakner wären das Lehár Festival Bad Ischl mit Sicherheit „nur die Hälfte wert“.

Zwei Neuentdeckungen des Intendanten gaben im „Vogelhändler“ ihr Bad Ischl Debüt. Einmal die junge Österreicherin Eva-Maria Kumpfmüller als Kurfürstin Marie und zum Anderen der aus China stammende Keja Xiong als Stanislaus. Frau Kumpfmüller hatte 2010 in Dr. Lakners Klasse beim Wiener Musik Seminar studiert und beim Dichler-Wettbewerb danach den ersten Preis gewonnen und Herr Xiong hatte in Passau, der Festspielstadt den von Dr.- Lakner gestifteten Sonderpreis des Lehár Festival Bad Ischl gewonnen. Eine besondere Auszeichnung wurde auch Dr. Michael Lakner selbst zuteil, er bekam den Professorentitel von Landeshauptmann Dr. Pühringer verliehen, „Professor Dr. Michael Lakner hat als Spiritus Rector, als Generalverantwortlicher und Manager das Lehár Festival Bad Ischl nachhaltig geprägt und zu einem Aushängeschild des Musiklandes Oberösterreich gemacht“, so Pühringer. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen, außer auch von uns einen ganz herzlichen Glückwunsch.

„Zigeunerliebe“ war, nach Paganini im letzten Jahr, erneut ein Prunkstück der Operettenaufführungen in Bad Ischl. Das Publikum war restlos begeistert, der leider etwas unbekannte – und dies völlig zu Unrecht – Lehár ging unter die Haut. Der große Lebenstraum des Komponisten, eine „große Oper“ zu schreiben, war mit „Zigeunerliebe“ schon sehr nahe an der Verwirklichung. Man hat es mit dieser Operette schon etwas schwer, man braucht zwei Spitzentenöre, zwei sehr gute Soprane und dazu noch ein tolles Buffo-Paar und daneben noch ein paar weitere ausgezeichnete Mitwirkende. Dies zu besetzen ist schon schwer genug – vielleicht steht die „Zigeunerliebe“ deshalb so selten auf dem Spielplan. Ja, und dann ist noch die Inszenierung, die zwischen Realität und Traumerzählung hin und her springen muss. Keine leichte Aufgabe, der sich hier Leonard Prinsloo gestellt hat. Er geht davon aus, dass Zorika, die Tochter des Gutsbesitzers Peter Dragotin durch dieses Traumspiel und dem Hin und Her gerissen sein zwischen Realität und Fiktion und dem sich letztendlich nicht entscheiden können zwischen Jozsi, dem Spielmann und Jonel Bolescu, dem Gutsbesitzer den Verstand verliert und in der Irrenanstalt landet. So beginnt in einer kurzen Sequenz die Operette in dieser Nervenheilanstalt und endet, ebenfalls in einer kurzen Sequenz, in derselben. Ich persönlich war nicht so sehr von dieser Deutung überzeugt, vor allem, da es aus meiner Sicht nicht konsequent durchgehalten werden konnte, dem Publikum aber gefiel es und Gott sei Dank waren diese Szenen auch nicht so lange, dass sie zu störend gewirkt hätten.

Daneben wurde aber prächtig musiziert und vor allem hervorragend gesungen. Diese „Zigeunerliebe“ ging unter die Haut und dies lag auch am ausgezeichnet aufgelegten Franz-Lehár Orchester unter Marius Burkert. Das opernhaft aufspielende Orchester war ein Ohrenschmaus und nahm sich bei den Sängern Gott sei Dank etwas zurück, obwohl dies bei der Mehrzahl der Solisten gar nicht notwendig gewesen wäre. Hier sei an erster Stelle einmal Miriam Portmann als Zorika genannt. Sie, eine Ikone der Bad Ischler Operette, hatte einen ganz tollen Tag. Sie stand im Mittelpunkt des Geschehens, überstrahlte mühelos das Orchester, klar, eindrucksvoll geführt, beherrschte sie ihren leuchtenden und eindrucksvollen Sopran auf das Beste, sie wurde zu recht mit Beifall überschüttet. Ihre beiden „Liebhaber“ agierten ebenfalls prächtig. Jevgenij Taruntsov versprühte als Józsi der Spielmann tenorale Laune. Höhensicher, kraftvoll, aber auch zu feiner Phrasierung fähig, stellte er einen ganz hervorragenden Zigeuner auf die Bühne, der auch schauspielerisch überzeugen konnte. Seinen Gegenpart stellte Matjaz Stopinsek als Jonel dar. Er besitzt einen sehr schönen weichen und wandlungsfähigen lyrischen Tenor, den er entsprechend eindrucksvoll zum Leuchten brachte. Zwischen diesen beiden Paradetenören entscheiden zu müssen, könnte allein schon zum Wahnsinn führen. Thomas Malik, als Sohn des Bürgermeisters der Dritte im Terzett der Tenöre konnte als der Buffo vom Dienst (nachdem es nach Willy Hoffmann ja keinen Bundesbuffo mehr zu geben scheint) voll überzeugen und seinen Gegenpart spielte und sang ganz reizend mit hübscher, zarter aber dennoch durchschlagskräftigem Sopran Verena Barth-Jurca als Jolan, Dragotins Nichte, deren Kinderschar etwas überzogen wirkte. Christa Ratzenböck ergänzte als Ilona mit ihrem schönen Mezzo die Riege der Gesangsdarsteller. Als Dragotin Dragotin konnte Thomaz Kovacic seinem Gaul etwas Zucker geben, überzog aber nicht und ließ das Publikum auch zum erlösenden Lachen kommen. Gerhard Balluch war als Irrenarzt bzw. als Zorikas Amme jederzeit präsent, wenn auch nicht immer ganz textverständlich. Die Dialoge hätte man insgesamt ein kleines bisschen beschneiden können, insgesamt jedoch blieb eine musikalisch in jedem Bereich überzeugende Operette, die eine Renaissance auf den Operettenbühnen verdient hätte. Nicht unerwähnt lassen sollte man auch den ausgezeichneten Geiger Marco Radonic, der mit der Violine die entsprechenden Parts von Józsi, dem Spielmann glänzend übernahm. Ein Abend der Laune machte und auch wieder einmal ein Aushängeschild für die leider immer weiter vernachlässigte Operette darstellte. Vielleicht gibt es von dieser Aufführung auch bald eine CD-Einspielung, dies wäre sehr zu empfehlen.

„Der Vogelhändler“ ist Aufführung einer bekannten und vielgespielten Operette, die ich am nächsten Tag sehen und hören konnte. Und wieder ist es erstaunlich, wie viel man aus so einem alten „Thetergaul“ herausholen kann. Die Melodien und die Operette selbst hat man schon so oft gehört, aber in Bad Ischl gelingt es wieder einmal, dass sie frisch, unverbraucht, einfach schön erklingt. Ein eindeutiger Pluspunkt der Aufführung war die spritzige, pfiffige und präzise orchestrale Leitung durch Oliver Ostermann, der aus dem Franz Lehár Orchester erstaunliches herausholen konnte. Bei Ostermann spürte man einfach, dass er für und mit der Musik lebt und dies auch seinen Musikern entsprechend vermitteln kann. Flott, rasend, ja drängend und gleichzeitig fein und filigran bei der Unterstützung der Sänger. Eine orchestrale Leistung vom Feinsten. Ja und dann kam dazu, dass man in Bad Ischl (siehe hier das eingangs angesprochene Händchen des Intendanten) immer wieder hervorragende Singschauspieler verpflichten kann. Theresa Grabner war als komödiantisch ausgezeichnete, blitzsauber spielende und singende Briefchristel eine wahre Entdeckung des Abends. Glockenrein, perlend und dazu liebreizend anzusehen stellte sie eine fast ideale Briefchristel auf die Bretter der Bad Ischler Operettenbühne. Ihr beinahe ebenbürtig der Adam von Sebastian Reinthaller, der eine solide Leistung brachte. Sein durchschlagskräftiger Tenor konnte zwar überzeugen, wenn mir auch ein bisschen die Strahlkraft und die frühere Höhensicherheit fehlte. Rupert Bergmann stellte einen kongenialen Baron Weps auf die Bretter, er konnte sowohl stimmlich, als auch darstellerisch in allen Bereichen voll überzeugen. Eine ganz tollte Leistung. Ja – und dann kam der Knackpunkt – dacht man jedenfalls. Die beiden Intendantenneuentdeckungen, Eva-Maria Kumpfmüller als Kurfürstin Marie und Keija Xiong als Neffe Stanislaus, waren beide als indisponiert angekündigt worden. Bei der überzeugenden Eva-Maria Kumpfmüller, war davon überhaupt nichts zu spüren, sie gab eine ganz bezaubernde Kurfürstin, von der Stimme her mit schönem weichen, durchschlagskräftigen leuchtenden Sopran, aber auch von ihrer Erscheinung und ihrem sehr guten Bühnenspiel. Von ihr wird man mit Sicherheit in der Zukunft noch einiges hören und erwarten können. Dem jungen Tenor Kejia Xiong war leider seine Heiserkeit anzuhören. Zu (verständlicherweise) vorsichtig und zurückhaltend, praktisch mit gebremstem Schaum, stand er seine Partie jedoch dennoch überzeugend durch. Schade, ich hätte ihn gerne im Vollbesitz seiner stimmlichen Kräfte erlebt, ich glaube, dass auch er in der Zukunft noch aufhorchen lassen wird. Gabriele Schuchter war eine vorzügliche Adelaide, vor allem spielerisch gestaltete sie eine ganz vorzügliche Baronin und auch gesanglich konnte man nichts an ihr aussetzen. Über das bekannte „Professoren-Duo“ möchte ich nicht viel Worte verlieren, einfach, weil es mir überhaupt nicht gefiel. Man kann das bekannte Prodekan-Lied gerne um eine aktualisierte Strophe, meinetwegen auch zwei verlängern, aber das gesamte Duo zu einer Art „Rating Agentur Parodie“ zu machen, war für mich persönlich völlig fehl am Platz. Dieses störte meinen sonst fast einhellig positiven Eindruck des Abends ein kleines bisschen. Aber scheinbar war ich da einer der wenigen, denn die überwältigende Mehrheit des Publikums klatschte begeistert, am liebsten natürlich im Takt mit, leider eine weitere Unsitte. Die sonstigen sogenannten Modernisierungen des Stückes passten recht gut und fügten sich in den Rahmen der Operette nahtlos ein. Insgesamt eine überzeugende Leistung, die den Ruf Bad Ischls als weiteres Mekka der Operette (neben Mörbisch, welches nach dem Weggang von Harald Serafin sicher einige Probleme bekommen wird) noch weiter voran bringen wird. Jedenfalls freue ich mich bereits heute auf die leider nur selten aufgeführte Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker im nächsten Jahr und werde mir auch, wenn auch etwas schwereren Herzens „Helle Dolly“ ansehen und anhören. Der Besuch von Bad Ischl jedenfalls hat sich auch in diesem Jahr wieder gelohnt.

Da die Kritik des verehrten Martin Freitag (der vermutlich am gleichen Tag wie ich in der Aufführung war – denn 2 Absagen wegen Indisposition der gleichen Sänger dürfte unüblich sein) sehr umfassend war, hier als Alternative – statt des obigen Textes – einen etwas gekürzten Text (etwa 10 Zeilen gekürzt), der geringere Doppelmeinungen wiedergibt – weil wir uns in vielem einige sind)

„Der Vogelhändler“ wurde am nächsten Tag besucht. Einen umfassenden Bericht hierzu hat mein verehrter Kollege Martin Freitag geschrieben, so dass mir nur einige zusätzliche persönliche Anmerkungen gestattet sind. Eindeutiger Pluspunkt der Aufführung war die spritzige, pfiffige und präzise orchestrale Leitung durch Oliver Ostermann, der aus dem Franz Lehár Orchester erstaunliches herausholen konnte. Dann kam dazu, dass man in Bad Ischl (siehe hier das eingangs angesprochene Händchen des Intendanten) immer wieder hervorragende Singschauspieler verpflichten kann. Theresa Grabner war eine komödiantisch blitzsauber spielende und singende Briefchristel, eine wahre Entdeckung des Abends. Beinahe ebenbürtig der Adam von Sebastian Reinthaller, der eine solide Leistung brachte. Sein durchschlagskräftiger Tenor konnte überzeugen, wenn mir auch ein bisschen die Strahlkraft und die frühere Höhensicherheit fehlte. Rupert Bergmann stellte einen kongenialen Baron Weps auf die Bretter. Dann kam der Knackpunkt – dachte man jedenfalls. Die beiden Intendantenneuentdeckungen, Eva-Maria Kumpfmüller als Kurfürstin Marie und Keija Xiong als Neffe Stanislaus, waren beide als indisponiert angekündigt worden. Bei der überzeugenden Eva-Maria Kumpfmüller, war davon überhaupt nichts zu spüren, sie gab eine ganz bezaubernde Kurfürstin, von der Stimme her mit schönem weichen, durchschlagskräftigen leuchtenden Sopran, aber auch von ihrer Erscheinung und ihrem sehr guten Bühnenspiel. Dem jungen Tenor Kejia Xiong war leider seine Heiserkeit anzuhören. Zu (verständlicherweise) vorsichtig und zurückhaltend, praktisch mit gebremstem Schaum, stand er seine Partie jedoch dennoch überzeugend durch. Schade, ich hätte ihn gerne im Vollbesitz seiner stimmlichen Kräfte erlebt, ich glaube, dass er in Zukunft noch aufhorchen lassen wird. Gabriele Schuchter gestaltete darstellerisch eine vorzügliche Baronin, die auch gesanglich überzeugen konnte. Über das bekannte „Professoren-Duo“ möchte ich nicht viele Worte verlieren, einfach, weil es mir überhaupt nicht gefiel. Man kann das bekannte Prodekan-Lied gerne um eine aktualisierte Strophe, meinetwegen auch zwei verlängern, aber das gesamte Duo zu einer Art „Rating Agentur Parodie“ zu machen, war für mich persönlich fehl am Platz. Dieses störte meinen sonst fast einhellig positiven Eindruck des Abends ein kleines bisschen. Aber scheinbar war ich da einer der wenigen, denn die überwältigende Mehrheit des Publikums klatschte begeistert, am liebsten natürlich im Takt mit, leider eine weitere Unsitte. Die sonstigen sogenannten Modernisierungen des Stückes passten recht gut und fügten sich in den Rahmen der Operette nahtlos ein. Insgesamt eine überzeugende Leistung, die den Ruf Bad Ischls als weiteres Mekka der Operette (neben Mörbisch, welches nach dem Weggang von Harald Serafin sicher einige Probleme bekommen wird) noch weiter voran bringen wird. Jedenfalls freue ich mich bereits heute auf die leider nur selten aufgeführte Operette „Gasparone“ von Carl Millöcker im nächsten Jahr und werde mir auch, wenn auch etwas schwereren Herzens „Helle Dolly“ ansehen und anhören. Der Besuch Bad Ischls jedenfalls hat sich auch in diesem Jahr wieder gelohnt.

Manfred Drescher

(besuchte Aufführung „Zigeunerliebe“ am 28.07.2012

besuchte Aufführung „Der Vogelhändler“ am 29.07.2012)

Bilder Copyright: www.fotohofer.de

 

 

ZIGEUNERLIEBE

 

Premiere am 21.07.12, besuchte Aufführung am 28.07.12

Musikalische Kostbarkeiten a la Magyar

Die diesjährige Rarität betrifft Franz Lehàrs unterschätzte "Zigeunerliebe", mag die äußere Handlung etwas merkwürdig anmuten, so kann man ohne Umstände behaupten, es sei eine von Lehàrs besten musikalischen Werken, durchaus auf der Höhe mit der "lustigen Witwe" oder des "Grafen von Luxemburg" etwa. Doch zunächst zur Handlung: am Tag ihrer Verlobung mit dem soliden Jonel läuft die Gutsbesitzertochter Zorika an das Ufer der Czerna und begegnet dem geigespielenden Zigeuner Jòszi, hin-und hergerissen zwischen braver Ehe und wilder Liebesleidenschaft trinkt sie mystisches Czernawasser und erlebt in einem Traum ihre Flucht aus der Gesellschaft und ihre letztlich unglückliche Liebe zu den ungebundenen Künstler, die reife attraktive Ilona von Köröshàza ist ihre Gegenspielerin. Aus dem Schlaf erwacht entscheidet sie sich aus dem Traumerleben für den braven Jonel. Das klingt etwas banal, bietet bei näherem Hinsehen jedoch eine hervorragende Folie für die Liebesdinge des Lebens, denen fast jeder Mensch ausgesetzt wird. Die ungarische Faktur bildet zwar die Farbe des Werkes, kann jedoch auch als bloße (musikalische) Kulisse genommen werden, wie Ischler Regie-Urgestein Leonard Prinsloo es in seinem modernen Regieansatz nutzt; es ist durchaus mutig die Rahmenhandlung in einer psychatrischen Anstalt zu geben, doch die Figuren, allen voran Zorika, erhalten dadurch eine sehr menschliche Glaubwürdigkeit. Doch was nach modern verquastem Ansatz klingt, wird durch gekonntes Handwerk aufgefangen, denn Prinsloo weiß trotzdem das Genre Operette auf unterhaltsame Weise zu bedienen. Katharina Sauters Bühnenbild läßt durch wunderschöne optische Überblendungen und eine hinreißende Beleuchtung, die Grenzen zwischen realem Raum und romantischer Traumwelt verschwimmen, die Kostüme Monika Bieglers zitieren nur in wenigen Ansätzen das "Ungarland", sondern unterstreichen die Charaktere, die Gesellschaft bekommt durch skurrile Parodien ,die an Filme erinneren (Clockwerk Orange) ihr Fett weg.

Musikalisch ist die Aufführung einfach grandios, denn Marius Burkert zeigt die jedes Jahr steigende Qualität des Franz-Lehàr-Orchesters, in der anspruchvollen Partitur mit ihren ausgefeilten Orchesterfarben, wie er genau um die schwierigen Tempi der Operette weiß und die Anschlüsse nahtlos zwischen Dialog und Musik bringt, da bleibt kein Wunsch offen. Für die schwierige Partie der Zorika ist Miriam Portmann genau die Richtige, zu Beginn muß sie gegen ein Orchestergewitter fast Wagnerscher Dimensionen singen, quasi Lehàrs "Walkürenritt", doch die glühende Leidenschaft der bedrohten Liebenden gelingt ihr ebenso gut, wie die weitaus schwingenden, lyrischen Bögen des Wazergebets, vielleicht die ergreifendste Eingebung des Komponisten. Neu in Ischl ist Jevgenij Taruntsov, der die tenorale Hauptpartie des Joszi (von drei Tenorrollen) mit gut geführtem, leichtem Heldentenor mit dem nötigen Glanz versieht, die anspruchsvollen Aufgaben, vom leidenschaftlichen "Ich bin ein Zigeunerkind" über den lyrischen Schmelz der Liebesgesänge bis zu den knalligen Höhenausbrüchen gelingen hervorragend, dazu ist er noch ein echter Hingucker mit großem Spieltalent, den Violin part spielt mit szenischem Auftritt, Marko Radonic mit brilliantem, wie gefühlvollem Geigenspiel . Matjaz Stopinsek hat mit der zahmeren Partie des Jonel die schwierige Aufgabe, Paroli zu bieten und singt sich durch die zarteren Töne bis er zum Finale geschickt die eine nötige Stelle für den nötigen, stimmlichen Ausbruch zu nutzen weiß, auch ein gelungenes Rollenportrait. Der dritte, ist der Buffotenor Thomas Malik, der als Kajetan mit der feinen Verena Barth-Jurca als Jolan, durchaus kritisch, das heitere Element in die eher dramatische Handlung bringt. Tomasz Kovacic als Bassbuffo spielt einen herrlich grotesken Papa von Zorika, was ihm trotz seines jungen Alters, ausgezeichnet gelingt. Cassandra McConnell hat die schwierige Aufgabe die wichtige Figur der Ilona zu singen, denn die Partie verlangt solide Mezzotiefe und hat gleichzietig einige haarige Ausbrüche in die Höhe (Hör ich Cymbalklänge), braucht große Ausstrahlung, ungarischen Paprika, wie eine komödiantische Ironie, die die Figur nicht allzu unsympathisch werden läßt, die Sängern meistert die Anforderungen ebenfalls bravourös. Die Nebenrollen sind, wie im "Vogelhändler" mit passenden Solisten des wie immer, so auch hier, ausgezeichneten Chores besetzt.

Trotz des wunderschönen "Vogelhändlers", war die "Zigeunerliebe" für mich das eigentliche Hauptwerk der Saison 2012, einerseits als echte Wiederentdeckung, andererseits auch durch das spannende, szenische Konzept, dem leider die älteren Operettenbesucher nicht alle folgen wollten, doch die Musik hielt dann doch alle bis zum Schluss in ihrem Bann. Es wäre schön, dies seltene Werke öfters auf den Spielplänen zu finden, denn ich könnte mit durchaus auch noch andere szenische, unkonventionelle Möglichkeiten vorstellen, doch auch eine romantische Wiedergabe hätte durchaus seine großen, musikalischen Reize. In Ischl spielte man übrigens die operettenhafte Version, es soll noch eine viel opernähnliche, durchkomponierte Fassung geben....wäre das nicht ein Anreiz.

Martin Freitag

 

Die Besprechungen von Aufführungen früherer Festivals befinden sich (ohne Bilder) unten auf de Seite Bad Ischl des ARCHIVs

 

DER OPERNFREUND  | DerOpernfreund@aol.com