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Bamberg Vorausschau 2013/14 

(c) Peter Eberts

 

 

 

 

Konzert Bamberg Joseph-Keilberth-Saal

Bamberger Symponiker  -  Bayerische Staatsphilharmonie

ML Osmo Vänskä, Martin Fröst, Klarinette

Kalevi Aho: Klarinettenkonzert,    Carl Nielsen: Symphonie Nr. 4

 

Exzessiver perkussiver Schlagabtausch

Seine Popularitätskurve steigt in der Tat unentwegt. Im kommenden Mai soll ihm die hohe Ehre des prestigeträchtigen „Léonie Sonning Music Prize“ zu teil werden. Es ist schon so: Martin Fröst zählt zu den profiliertesten Klarinettisten, der seine Visitenkarte auf den wichtigsten Podien der Musikwelt präsentiert. Als Gast der Bayerischen Staatsphilharmonie war seine fabelhafte Virtuosität an zwei Abenden in der Konzerthalle Bamberg zu bewundern. 

 

Kalevi Aho

(Foto: Maarit Kytöharju/Fimic)

 

Was der aus dem südfinnischen Forssa mit Standort in der Hauptstadt Helsinki stammende Komponist Kalevi Aho seinem halbstündigen fünfsätzigen ohne Pause zu spielenden Klarinettenkonzert an satztechnischem Raffinement, an virtuosen Gemeinheiten und rhythmischen Vertracktheiten mit auf dem Weg gab, macht Martin Fröst zu einer atemnehmenden Präsentation. Dieses Werk gilt nicht nur als eine Bereicherung der Klarinetten-Literatur, sondern auch als ein Bravourstück des zeitgenössischen Komponierhandwerks. Fröst beauftragte nach Auszeichnung mit dem renommierten „Borletti-Buitoni Preis“ den Finnen Kalevi Aho (65), ihm ein Konzert zu schreiben, das auf die technischen Eigenheiten des Instruments, die Emotionalität und Virtuosität auf verstärkende Weise zugeschnitten sein sollte. Und mit welcher Souveränität versteht Fröst die ganze Palette instrumentaler Möglichkeiten auszubreiten: den turbulenten Speed auf der Achterbahn der Figuren in der technisch vertrackten Kadenz, den jähen Wechsel vom höchsten bis zu den tiefsten Registern – eine dynamische Flexibilität und Schattierungen zwischen warmtönender Klanggebung und Staccato-Eleganz. Auch von der Fülle an elegischen Schönheiten darf geschwärmt werden, etwa im klanglich leuchtenden Mittelteil des ersten Satzes und der voller Geheimnisse steckenden Atmosphäre des letzten Satzes, der nach Sequenzen von gebrochenen Klängen ruhevoll ausklingt. 

 

Martin Fröst

(Foto:  Mats Böcker)

 

Was Fröst zwischen piano und mezzoforte aus seinem Rohr zaubert - auch jazzige Episoden - wie er ein hochschäumendes Forte ebenso wie geheimnisvolle Tremoli auf eine Riesen-Atemlänge nimmt, verdient uneingeschränkte Bewunderung. Der Dirigent des Abends, der Finne Osmo Vänskä, erweist sich als ein inspirierender Dialogpartner. Die glänzend vorbereiteten Staatsphilharmoniker meistern souverän die rhythmisch diffizilen rhythmischen Hürden, während die ganze Fraktion der Bläser auf die Vorlagen der Soloklarinette situationsgewandt weiterführend ihre  Kommentare formulieren. Das Publikum war begeistert, geriet noch mehr aus dem Häuschen als Martin Fröst als Zugabe mit dem begleitenden Orchester mit umwerfender Musikalität Klezmer Klänge zauberte.  

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass musikalische Arroganz nordische Musik, sofern es nicht gerade die von den Majors bevorzugten „Best of…“  des Mainstreams sind (Finlandia, Valse triste, Peer Gynt) mehr oder weniger in die Außenbezirke der Musikgeschichte verbannt.  Christoph von Donanyi hat das einmal so ausgedrückt: „Sibelius dürfte seiner Meinung nach nicht einmal fünf Prozent der Konzerthörer in Deutschland kennen“. Mag sein, dass er etwas übertrieben hat, doch im Tenor liegt er wohl auf der richtigen Welle. Keinesfalls besser als dem Säulenheiligen Jean Sibelius ergeht es dem immerhin bedeutendsten dänischen Komponisten Carl Nielsen, der fürwahr nicht zu den Rennern der Konzertsäle gehört. Seine Musiksprache wirkt aggressiver, weniger kontemplativ als die des Finnen Sibelius. Sie nimmt harte Konfrontationen in Kauf, scheut keinesfalls entlegenere Tonarten, auch nicht abrupt hereinbrechende dynamische Kontraste. So wird unter der Stabführung von Osmo Vänskä seine vierte Sinfonie op. 29 („Unauslöschliche) in der geschärften Diktion und staunenswerten Modernität zu einem leidenschaftlichen Plädoyer. Nicht zuletzt reflektiert die von rhythmischen Widerhaken durchsetzte Lesart in den blechgepanzert dissonanten Abschnitten bewundernswert gesteuerte Steigerungen. Vänskä lotst mit bannendem Dirigat in eine Klangwelt, in der der Aufbruch zur Moderne bereits heftig wetterleuchtet. 

 Eine Art von nordischer Brahms-Welt entfaltet sich in den vier ineinander übergehenden Sätzen. Dass auch der Kirchenmusiker Nielsen zu Wort kommt, wird in weit ausholenden kirchentonalen melodischen Bögen und chorisch auftrumpfenden Instrumentengruppen hörbar. Furios geht es zum Schluss zu: zuerst im notenreichen Fugato, dann mit beträchtlicher Entfaltung der sinfonischen Energien durch Blechgeschmettere. Dann schlägt die große Stunde der zwei Pauker, die in einem riesigen perkussiven Schlagabtausch den Titel von Nielsens vierter Sinfonie „Det Uudslukkelige“ („das Unauslöschliche“) auf das Nachhaltigste geradezu hymnisch explodieren lassen. Die Welt ist zwar bedroht, aber „unauslöschlich“. Elementar sei der Wille zum Leben. 

Langanhaltender Beifall für eine expressiv ausgelotete Interpretation, die Bayerns Staatsphilharmoniker mit perfekt ausbalanciertem Klangbild adeln.

Egon Bezold/16.2.14

 

 

 

 

Sonderkonzert der Bamberger Symphoniker

Lahav Shani, J.S.Bach und Gustav Mahlers Erste

 

Glutvoller Mahler

Ein Ereignis

 

Groß war die Vorfreude auf die beiden Konzerte, gewaltig der Andrang nach Karten. Viele wollten ihn erleben, den Pultlöwen Gustavo Dudamel, die 1981 in Venezuela geborene musikalische Urbegabung. Für die Vitalität seines Musizierens und seiner Gestaltungskunst wurde ihm die Siegespalme beim ersten Gustav Mahler Wettbewerb zuerkannt.

 

Foto: Yossi Zwecker

 

Leider machte  höhere Gewalt den Konzertplanern einen Strich durch die Rechnung: Gustavo Dudamel konnte krankheitshalber seine beiden Termine bei den Bamberger Symphonikern nicht wahrnehmen. Zu gerne wäre er an die Stätte zurückgekehrt, von der er aus 2004 seine atemberaubende Karriere ihren Lauf nahm. Fabelhaft wie er hat sich im heiß umkämpften Dirigiergeschäft positioniert hat. Er trat im Herbst 2009 das Amt des Music Directors beim Los Angeles Orchestra in direkter Nachfolge von Esa-Pekka Salonen an. Steil stieg er auf die Karriereleiter nach oben, fuchtelte als wegkundiger Lotse vor Orchestern der Welt wie den Philharmonikern aus Berlin und Wien. Er präsentierte seine Visitenkarte bei den Salzburger Festspielen, dirigierte im Vatikan vor Papst Bededikt XVI. und wagte den Vergleich mit der legendären Richard Strauss Koryphäe Herbert von Karajan. Eine Dudamel CD mit Schlachtrössern von Richard Strauss erschien mit den Berliner Philharmonikern bei der Deutschen Grammophon, dem Hauslabel Karajans. 

 Pech für die Bamberger Symphoniker. Doch in arger zeitlicher Not sprang kurzentschlossen ein weiterer  erster als Sieger des vierten Mahler-Wettbewerbs 2012 in die Bresche - der 24jährige der Israeli Lahav Shani begeisterte in der Konzerthalle Bamberg.  Dem mag bewusst sein, was Einspringer-Konzerte an karrierefördernden Wirkungen für die weitere künstlerische Entfaltung bedeuten können. Reicht interpretatorische Qualität zu frühem Ruhm? Da vermögen Impulse von außen durchaus die bekannten Kettenreaktionen des Aufsehens auslösen. Immerhin finden sich in der künstlerischen Vita von Lahav Shani markante Wegmarken, wenn man bedenkt, dass er auf diversen musikalischen Hochzeiten tanzt. Er gibt bei Orchestern sein Stelldichein, pflegt das Kontrabasspiel, dirigiert das Israel Philharmonic Orchestra, tritt als Solopianist aufs Podium, und er freut sich natürlich über die Einladungen des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und der Kammerphilharmonie Bremen . Hut ab vor diesem musikalischen Allrounder, der Zubin Mehta und Daniel Barenboim zu den Mentoren zählen darf, denen die Förderung des musikalischen Nachwuchses ja schon immer am Herzen liegt. 

Knapp bemessen war die Probezeit. Da greift man natürlich gerne auf Bekanntes aus dem Repertoire des Dirigenten zurück, zumal die Programmfolge genau dem von ihm dirigierten Saisoneröffnungskonzert des Israel Symphony Orchestra entspricht. So taucht der vehement zupackende Shani als Solist Johann Sebastian Bachs d-Moll Konzert BWV 1052 in einen romantisierenden Tonfall und gönnt sich agogische Freiheiten, wenn Figurenläufe aufgelockert und durch Beschleunigen wieder egalisiert werden. Das Adagio gerät zu einer recht gefühlsbeladenen mit Ritardando gedehnter Rhetorik, was sich freilich von historisierender Aufführungspraxis weit entfernt. 

Nach der Pause beglückte die Zuhörer Gustav Mahlers erste Sinfonie. Schon der Beginn lässt aufhorchen. Statt ein undefinierbares Flimmern vorzuführen, erhalten die Ereignisse klare Konturen, werden in den polyphonen Strukturen verdeutlicht. In der Bloßlegung der kompositorischen Linien geraten die Symphoniker in Wallung. Sie stemmen sich in den Ländler, katapultieren feuerwerksartige Phrasen heraus und musizieren den „Frère-Jacques-Trauermarsch in zwielichtigen Farben. Große Leuchtkraft verrät der dritte Satz. Kammermusikalisch aufgelichtete Stellen wie die Lied-Episode „Auf der Straße stand ein Lindenbaum“ klingen in aller Zartheit wie aus einer anderen Welt. Es fasziniert schon, wie der Israeli den Nebenstimmen Leben einhaucht, dabei geschmackvoll Handküsse zur U-Musik verteilt und stets die Proportionen mustergültig wahrt. Dieser prächtig klingende Mahler reibt sich an Ecken und Kanten, schmiert sich an einer zwielichtigen Klangaura. Nur verständlich, wenn Shanis Mahler – darin gleicht die Lesart auch der Zubin Mehtas – auch im wienerisch-böhmischen Tonfall spricht und der Trauermarsch sich auf süßlichem Parkett bewegt. Shani ist ein durch und durch cool berechnender Stratege, der heikle Tempoübergänge nuanciert und abgefeimt zu präsentieren vermag. Übertriebenes Espressivo unterbleibt. Trotz stabiler schlüssiger Tempi werden im dritten Satz Abschnitte immer wieder beschleunigt, dann wieder abgebremst, was das Satzgefüge kontrastreich erscheinen lässt.   Dass der Dirigent die Ironie hinter dem vorgespielten Ernst ebenso wie die tragische Note im Heiteren hörbar macht, berechtigt zu großen Hoffnungen.  

 

Foto: Peter Eberts

 

 

 

Die fabelhaft disponierten Bamberger Symphoniker glänzen in puncto Reaktionsvermögen und Präzision. Die Blechbläser, das Prunkstück des Teams, sind auch im kräftigsten Fortissimo im Finalschluss noch zu einer wohl gerundeten Klanggebung fähig. Zum Schluss jubelt das Publikum über den elegant den Taktstock führenden Dirigenten und die grandiose Spielkultur des Orchesters.

Egon Bezold 21.11.13   

 

 

 

 

 

Konzert Bamberger Symphoniker

Messiaen u.a.

13.3.2013

Das springt unmittelbar ab

Wenn das Orchestergastpiel der Bamberger Symphoniker abseits der Pfade des routinierten Konzertbetriebes läuft, dann kommt das dem Geschmack der nach Abwechslung dürstenden Besucher sehr entgegen. Im Theater Fürth stand am Pult Lothar Zagrosek, zu dessen Handschrift die Dramaturgie des selten Gespielten und wenig Bekannten  gehört. Schon der Beginn des Konzertes lässt aufhorchen: die von Harold Byrns eingerichtete Suite zur visionären Gulag-Oper „Aus einem Totenhaus“ von Leos Janácek springt einen unmittelbar an: Totenhaus-Klänge wie aus einem musikalischen Steinbruch, eckig in der knappen sprechmelodischen Motivik, widerborstig, blockhaft und geräuschhaften Affekten wie Fußketten der Häftlinge.  

Auf emotionsträchtiger Welle geht es weiter mit angstvollen Gefühlen. Vom Leid afroamerikanischer Sklaven kündet das einsätzige Trompetenkonzert von Bernd Alois Zimmermann „Nobody knows the trouble I see“, das unter dem Eindruck des in den l950er Jahren noch verbreiteten Rassismus steht und scheinbar disparate Musikstile bündelt. Startrompeter Hákan Hardenberger bläst auf einer „Amerikanischen“ Trompete lupenrein alle Passagen einer dicht geflochtenen Partitur, die in freier Form Episoden von afrikanisch-amerikanischen Spirituals, freejazzige Gesten und strawinskyhaft Neoklassisches mit Elementen der Kunstmusik bündelt. Was da physisch vom Solisten abverlangt wird, enorme expressive Energien, angetrieben durch das groß besetzte Orchester, wird durch Hardenbergers hell timbrierte Blaskünste suggestiv zur Wirkung gebracht.

Anschließend weckt Olivier Messiaen, der katholische Mystiker, in „Couleurs de la cité céleste“ (Farben der himmlischen Stadt) apokalyptische Farbvisionen des Johannes in Jerusalem. In einer kleingliedrig statisch geprägten Mosaikform werden religiöse Botschaften anschaulich in Klänge gesetzt und von Klaviersoli des Messiaen-Experten Roger Muraro getragen. Die Sendboten Gottes, die Gesänge der Vögel, spielen dabei eine tragende Rolle.

Ihre klanglichen Qualitäten kann das Orchester schlussendlich effektvoll in einem Wunderwerk unter Beweis stellen: in Claude Debussys spanischen Imaginationen „Images“. Es bereitet Hörvergnügen, wie sich in der Sektion „Ibéria“ die Effekte eines glitzernden Orchesterkolorits entfalten.

Egon Bezold

 

 

Bamberger Symphoniker in der Konzerthalle Bamberg

DIE GÖTTERDÄMMERUNG (konzertant)

mit Jonathan Nott

4. Februar 2013 

Welch befreiendes Gefühl, einmal unbelastet von allem Regiegetöse Richard Wagners Ring musikalisch pur (konzertant) zu erleben. Ob old fashionend gestylt, modernistisch intellektuell aufgezogen, mit ironischem Pfeffer bestreut, wild Kapriolen schlagend oder die Tetralogie gar zertrümmert erscheinen zu lassen: für eine konzertant auf das Podium gestellt Version gilt exklusiv die Devise „prima la musica“. Und hier lenkt nichts von der Musik ab. Wer dem Ruf der konzertanten Aufführungen folgte, die tageweise in einzelnen Aufzügen oder einmal zusammenhängend auf der Marathonstrecke am Sonntag in der Konzerthalle in Bamberg zu erleben war, konnte sich ganz auf musikalische Trouvaillen konzentrieren. Die ereigneten sich in vielfältigen instrumentalen Verwinkelungen, in leitmotivischen Verknüpfungen und Orchestrierungseffekten – staunenswert transparent. Wie oft werden Details bei szenischen Aufführungen, bei Druck und Dauer-Emphase, von massigen Klängen übertönt. Seit drei Jahren berichtet Jonathan Nott am Pult der glänzend präparierten Bamberger Symphoniker und handverlesenen auf den Wagner-Gesang geeichten Solisten vom Spiel und Kampf um die Macht in der Tetralogie – einer Story reich an Intrigen - bei konzertanter Aufführung bleibt jegliche Sozio- und Ökokritik außer Ansatz, geschweige denn Versuche von Um- oder Neudeutungen. Alleine die Substanz der Partitur soll ans Licht gebracht werden. Und reichhaltig fällt auch die musikalische Ernte in Jonathan Notts Version aus. Wagner made in Bambergs Konzerthalle: Wie nähert sich der Brite Jonathan Nott diesem ehrgeizigen Tetralogie-Projekt? Da erscheint über weite Strecken alles wohl getan, atmet viel atmosphärischen Reiz. „Semi-stage-Movements“ lassen die knappen Räumlichkeiten in Anbetracht großdimensionierter Orchesterbesetzung auf der Konzertbühne leider nicht zu. Anstelle eines sinnstiftenden Inszenierungsprofils können die Protagonisten nur mit gemessenem Schreiten, sparsamen Gesten und Blicken optisch einiges von dem vermitteln, was sie an Beklemmungen und Konflikten musikalisch differenziert in ihren dramatischen Disputen zu kommunizieren verstehen.Die Ring-Musik von Jonathan Nott gibt sich erfreulich anti-teutonisch. Sie ist im Grunde genommen Furtwängler-fern. Mit schlüssigen Tempi trifft Nott den Nerv der Musik und inszeniert eine mitreißende „Götterdämmerungs-Sinfonie“ im schlanken, transparenten hellen Klangtimbre, das die Symphoniker (Bayerische Staatsphilharmonie) mit glühender Intensität ausleuchten. Respekt, wie es dem Symphoniker-Chef gelingt, meditative Stimmungen herauszufiltern, auch Pausen zu setzen und den Pianissimi nachzuhören, wenn sich Brünnhilde und ihre Schwester „Auf dem Walkürefelsen“ begegnen. Dass schwere Brecher selten im Blech dröhnend zusammenschlagen, verrät den metierkundigen Klangregisseur, der nur im zweiten Aufzug bei Hagens gewaltigen Rufen nach den „Gibichsmannen“ – der von Eberhard Friedrich einstudierte Rundfunkchor Berlin gruppierte sich hinter dem Orchester – die dynamische Schraube großzügig bis zum Anschlag aufdreht und so einen recht dicken Orchesterzwirn flicht. Letztendlich überzeugen aber Bläser mit viel Kern im Ton, und von der Fraktion der Holzbläser hört man fein austarierte Valeurs. Prunkstücke sind spannungsgeladene orchestrale Schilderungen wie „Siegfrieds Rheinfahrt“ im Vorspiel oder im dritten Aufzug ein martialisch tönender Trauermarsch. Der sinfonisch geprägte Wagner von Nott klingt geschmeidig ausgeformt, so dass auch komplizierte Kontrapunkte in prägnanten Konturen erscheinen.

Und wie wird auf dieser Stehparty an der Rampe gesungen? Durchwegs auf respektgebietendem Niveau. So gestaltete Petra Lang die Rolle der Brünnhilde mit viel Intimität, feinen stimmlichen Nuancen und leuchtkräftigen Höhen. Souverän gab sie die bewegenden Verzweiflungsausbrüche. Sie durfte in der Tat die Siegespalme nach Hause tragen. Atemstark, stimmlich gepflegt, erscheint der Götterdämmerungs-Siegfried von Christian Voigt. Er meisterte auch die Strapazen in höheren Regionen.

In der Rolle der Waltraute, der Schwester Brünnhildes, hinterließ Elisabeth Kulman mit dramatischer Verve einen taufrischen Eindruck. Dem neurotischen Schwächling Gunther, dem ja durchaus sympathische Züge abzugewinnen sind, gab Michael Nagy prägnantes Profil. Gut disponiert identifizierte sich Jutta Maria Böhnert mit der Rolle der Gutrune. Hinterhältig trieb es der Hagen von Alexei Tanovitski – eine stimmkräftige Erscheinung, nur ereignete sich der Abstieg in die Tiefen mit allerhand knödeligen Beigaben. Mit der Textverständlichkeit war es da gar nicht gut bestellt. Trefflich einstudiert hinterließen die Chöre einen glänzenden Eindruck.

Fazit: Kantige, dynamisch trefflich austarierte Aktionen wurden von den Zuhörern begeistert applaudiert. Die Vorzüge von Jonathan Notts Interpretation waren weiträumig disponierte Steigerungen und durchwegs flexible Zurücknahmen nach den Eruptionen. Die vokale Bilanz konnte sich wirklich hören lassen.

Egon Bezold

 

 

Bamberger Symphoniker

Schostakowitsch 12.

22.09.2012

Die lärmende Zwölfte & der unwiderstehliche Charme von Sol Gabetta

Die bohrend intensiv ausgelotete vierte Sinfonie mit Jonathan Nott, ein aufwühlendes, angst- und schmerzerfülltes  Seelendrama, grub sich tief ins Gedächtnis ein. Jetzt ließen Bambergs Symphoniker, die Bayerische Staatsphilharmonie, zu Beginn der Saison 2012/2013 Dmitri Schostako-witsch erneut mit einem heroisch musikalischen Denkmal zu Wort kommen: der zwölften Sinfonie (Das Jahr l917) op.112. Mstislav Rostropovich hat es schon richtig gesehen: „Schostakowitsch…hat eine Lenin gewidmete Symphonie geschrieben…Schade, dass sein Genie damit so viel Zeit vergeudete“. Hier sind weniger die „modernen“ Doppelbödigkeiten und die Ambivalenzen eines neuen sich in den späten l970er Jahren  durchsetzende Bild vom Komponisten gefragt, sondern in der musikalischen Rhetorik eine eher  plakative Schwarzweißmalerei - die Huldigung an den sozialistischen Realismus, die Betonung des Affirmativen. Das Werk wurde l960/61 komponiert und am 1. Oktober 1961 aus Anlass des 22. Parteitages der KPdSU aus der Taufe gehoben. Am Pult stand damals Jewgeni Mrawinski. In Bamberg dirigierte der polnische Dirigent Krzysztof Urbanski (30), der elegant sein Stöckchen schwingt und sich als Chefdirigent in Indianapolis und Trondheim  einen glänzenden Ruf erwarb. Sein Engagement bei hoch- karätigen Orchestern kann sich sehen lassen. Wie er in der zwölften Schostakowitsch Sinfonie Ausdrucksgegensätze markant zuspitzte und darauf bedacht war, auch nach Zwischen- und Untertönen in diesem die Ohren folternden Werk zu fahnden, macht Eindruck. Da offenbart sich das ausgeprägte Gespür für große Spannungsbögen, signalisiert einen körper-haft-plastischen Klang bis hin zum Anschlag. Eine atemversetzende Schöpfung ist das Werk sicherlich nicht, vor allem nicht, wenn Fortissimi (Beckenschläge!) ungebremst ihre martialische Schärfe entfalten. Die Schwächen des Werkes liegen auf der Hand: recht banal klingen die melodischen Einfälle, und ein plakativer Zug wälzt sich durch das Geschehen als drehe sich eine glamourös aufgezogene Maschinerie permanent im Leerlauf. Was eher linienkonform klingt, dem Komponisten auch den Vorwurf eines „Parteikomponisten“ vor allem vom westlichen in der Rhetorik des Kalten Krieges befangenen Publikum einbrachte, ließ Urbanski in den exponierten Stellen pur durch die Konzerthalle brausen. Bernstein hätte das nicht expressiver ausgeformt, vielleicht noch mit einigen athletischen Hochsprüngen angereichert.  Im ersten Satz, im „revolutio- nären Petersburg“, schießt die Staatsphilharmonie aus allen Rohren. Dabei wird vorausgegangenes thematisches Material nicht enden wollend breit gewalzt. Ob man will oder nicht: viel fehlte nicht, um die Niederungen in „Aurora“ in den knatternden Entladungen (der Name des Kanonenschiffs, das die ersten revolutionären Schüsse abfeuerte) und in den finalen auf- dringlich jubelnden Triumph „The Dawn of Humanity“ zu einem bomba-stisch hohl klingenden filmmusikalischen Schinken vorkommen zu lassen. Ohne Pausen geht es vorbei an  quälend sich hinziehende  Rezitative bis hin zum bombastisch-optimistisch getönten  Finale.  Expressiv feiert das Werk den Sieg des sozialistischen Realismus. Schostakowitsch diente musikalisch dem Vaterland. Den musikalischen Hintersinn erfährt man denn schon eher im Finale der Fünften, ganz zu schweigen von der depressiven fünfzehnten Sinfonie. Dass Urbanski das pathetische Rubato stellenweise an die Kandare zu nehmen sucht, ehrt den nervig gespannt lotsenden Dirigenten. Das mag auch seiner rückhaltlosen Identifikation mit dem bekenntnishaften Werk geschuldet sein. Die exzellent aufspielenden strahlkräftigen Blechbläser und die punktgenau zuschlagende Perkussion arbeiten auf Hochdruck. Man staunt immer wieder, welche Könner doch an den Pulten der Holzbläser brillieren – der erste Fagottist ist fürwahr ein bläserischer Hochkaräter. Geschmackvoll und wohlgezügelt spielen die hohen Streicher und die nach amerikanischer Orchester Aufstellung nach vorne gerückten Celli die weit ausholenden Bögen. Keine Frage: Schostako-witsch zählt zu den großen Symphonikern des vergangenen Jahrhunderts, wenn gleich das lärmig hohl klingende Dokument zu seinen schwächeren sinfonischen Kreationen zählt. Das Publikum zollte dem sinfonischen Brocken großen Beifall.

Der Senkrechtstart war exorbitant: Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau, Natalia-Gutman-Preis, ARD-Wettbewerbssieg, Auszeichnung beim renom-mierten Lucerne Festival mit dem „Crédit Suisse Young Artist Award“. Dann wurden 2007 und 2009 zwei Echopreise abgeräumt. Ihre zweite CD mit Vivaldi-Konzerten, erschienen im September 2007, hielt sich sogar über ein halbes Jahr in den deutschen Klassik-Charts. Die Rede ist von der argenti-nischen Cellistin Sol Gabetta, die sich längst auf den vorderen Plätzen in der „Premiere League“ der Cellisten-Garde etablierte. Im Saisoneröffnungs-konzert in der Konzerthalle Bamberg war sie vor der Pause zu erleben. Wie die Cellistin mit traumwandlerischen Sicherheit und lockerem, völlig ent- spannt wirkenden Ton das Gemüt der Zuhörer entzückte, d verdient großes Lob. Zu erleben war sie mit einer cellistischen Goldmine, mit dem anspruchsvollen, introvertiert melancholischen, von sehnsüchtigen Grund-stimmungen geprägten Cellokonzert e-Moll op. 85 des britischen „Staatsmusikers“ Edward Elgar. Wie lustvoll mit reich schattiertem Ton und akkurat artikulierten Passagen bis hinauf in höchste Lagen werden doch die Spielräume ausgelotet, der Schlagabtausch im Scherzo mit prächtig leicht gängiger Bogenbehandlung inszeniert. Empfindsam, geschmackvoll, ohne aufdringliche Herzensergießung in den verdämmernden Stellen im Pianis- simo, formt die Gabetta den dritten Satz, das ausdrucksvolle berührende Adagio, das eine Vorahnung des depressiven Lebensabends des Kompo- nisten reflektiert. In Bambergs Symphonikern findet sie mit Krzysztof Urbanski einen hellhörigen Begleiter. Vom Beifall überschüttet ließ Sol Gabetta mit dem begleitenden Symphoniker in der Zugabe den melodischen mit Folklore getränkten Wohlklang nochmals hochleben.

Egon Bezold

 

Bamberger Symphoniker

22.09.2012

Schostakowitsch 4.

Was für ein Monster ist doch diese vierte Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch: Vollendet im Mai l936 zu einer Zeit, als der sozialistische Realis- mus den Kulturschaffenden das abverlangte, was der Staatsraison, dem Diktator Stalin, dienlich war. Wer dem staatlich verordneten Optimismus widersprach, musste im Zeichen stalinistischer Säuberungsaktionen um sein Leben bangen. Wie schwer die ideologischen Repressalien auf Schostakowitsch lasteten, spiegelt eindringlich der Kosmos seiner fünfzehn Sinfonien.

Die Vierte signalisiert genau das Gegenteil von dem was die Politik der Sowjetunion der 30er Jahre forderte. Anstatt einfach, fasslich, leicht verständlich zu komponieren, machte Schostakowitsch aus seinem den Mahlerschen Einfluss keinesfalls leugnenden Werk einen doppelbödigen mit deftigen „Querschlägen“ durchwirkten sinfonischen Brocken, der den Zuhörern das Durchhören nicht leicht macht. Unaufhörlich jagen sich die Turbulenzen. Hier einen logischen Aufbau zu erkennen - einfach ist das wahrlich nicht, zumal der Komponist in kunterbunter Collage, oft bizarr und gespenstisch belichtet, mit laut plärrenden Marschmusiken und ironisch verbrämten Tanzeinlagen seine wahren Absichten wie hinter einer Maske verbirgt. Um dem Schicksal seiner Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ zu entgehen, blieb die vierte Sinfonie zunächst in der Versenkung. Erst zu Zeiten des späteren Tauwetters in der Ära Chruschtschow (1961) wagte Kyrill Kondraschin die Uraufführung – für Schostakowitsch bedeutete das einen Triumph.

Vor begeistert applaudierendem Publikum war das Werk in der Konzerthalle Bamberg zu erleben. Jonathan Nott ist ein risikobewusster, die Strukturen hellhörig durchleuchtender Pultlenker mit dem sechsten Sinn für die enormen Spannungs-momente dieser unter die Haut gehenden sinfonischen Bekenntnisse, die sich dynamisch in extremen Lautstärken mitteilen. Empfindlichen Ohren wird hier eine Menge zugemutet, letztlich auch jenen Musikern, die entgegen der EU Verordnung Ohrenstöpsel im Gepäck lassen. Präzise in den Einsätzen, drahtig im Rhythmischen, lotst Jonathan Nott die Bamberger Symphoniker durch den üppig besetzten schicksalsträchtigen Diskurs. Wie eindrucksvoll teilen sich doch die Potenziale dieses fabelhaft geschlossenen Klangkörpers mit - der erwärmende in den einzelnen instrumentalen Registern farbreiche Ton, die einheitlich phrasierenden  Holzbläser und das klangrund intonierende, selten schmetternd hervor- stechende Blech . Die Interpretation besitzt hohen Rang, ganz besonders im ausladenden Finalsatz, der in knappen einundzwanzig Minuten über einem grotesk sich anhörenden Trauermarsch, einem voll Sarkasmus steckenden Walzer mit anschließendem Galopp und nicht enden wollenden Akkorden im Zusammenbruch endet.

Eigentlich sollte Frank Peter Zimmermann vor der Konzertpause in das Horrorszenarium von Arnold Schoenbergs gefürchtetem Violinkonzert eintauchen. Daraus wurde leider nichts. Wurde der Boden zu heiß? Kaum zu glauben, wer bedenkt, über welch eminente geigerische Qualitäten Zimmermann gebietet. So war ersatzweise das aus barocken Modellen in die Klangsprache des 20. Jahrhunderts überführte Violinkonzert von Igor Strawinsky zu hören. Zimmermann verblüfft hier durch prägnante Artiku-lation und schlafwandlerische Sicherheit im Spagat der Intervalle. Mit Nob- lesse adelt der Geiger die kantablen barock verzierten Abschnitte in den beiden Mittelsätzen. Sein rhythmischer Biss sorgt dafür, dass in  Monologen nichts spröde klingt. Das leichtfüßige Spiel des Orchesters leuchtet in lichter Klangfarbenskala. BR-Klassik sendet einen Mitschnitt am 27. Juni um 19.03 Uhr.

Was bringt die kommende Spielzeit in Bamberg? Die Symphoniker beenden Ende Januar und Anfang Februar ihren Ringzyklus mit Richard Wagners „Götterdämmerung“ (Brünnhilde Petra Lang). Werke von Mozart und Beethoven spielen eine wichtige Rolle im Programm. Ein Schwerpunkt bleibt auch das Schaffen Gustav Mahlers, und Igor Strawinskys „Sacre du printemps“ wird auf den Tag genau einhundert Jahre nach der Uraufführung in Bamberg zu hören sein.  Mit Oper konzertant, Mozarts „Così fan tutte“, geht es bereits im Juli während der Biennale weiter. Im Juni 2013 kommt es zu einer Wiederauflage des Gustav-Mahler-Dirigentenwettbewerbs. Als Bamberger Erstaufführung wird der 85-jährige Ehrendirigent Herbert Blomstedt Carl Nielsens Symphonie Nr. 5 dirigieren und das Orchester in der 13. Japan-Tournee begleiten. Die weit gereisten Kulturbotschafter Bayerns machen auch Station in Spanien und Österreich und erscheinen zu Gastspielen in der Region u.a. in Schweinfurt, Erlangen, Bayreuth, Fürth, leider nur einmal in Nürnberg. Als Artist-in-residence fungiert die Bratscherin Tabea Zimmermann solistisch und im kammermusikalischen Zusammenspiel.

Egon Bezold

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