DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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Mitreißender „Attila“

(halbszenisch)

An Perfektion werden sie sicherlich von den hoch subventionierten Staatstheatern übertroffen, an Enthusiasmus der Ausführenden und an Begeisterung des Publikums sicherlich nicht: die „berliner operngruppe“, die seit 2010 alljährlich eine selten gespielte Oper mit einem Ensemble aus Sängerstars, Musikstudenten, Laien und professionellen Musikern im Berliner Radialsystem V aufführt. So erscheint es mehr als angemessen, dass ihr Leiter und Dirigent Felix Krieger am 17.5. die Trophäe „Ausgewählter Ort 2012“ innerhalb des Wettbewerbs „365 Orte im Land der Ideen“ entgegen-nehmen durfte.   

Nach Verdis „Oberto“ und Donizettis „Maria di Rohan“ in den Jahren 2010 und 2011 stand nun Verdis „Attila“ auf dem Programm, wieder wie im vergangenen Jahr von Francesco Ellero D’Artegna, der sich von Anfang an für das Projekt engagiert hat, halbszenisch eingerichtet. Der italienische Baß, der in diesem Sommer auch als Ramfis in Verona zu hören sein wird, sang zudem die Titelpartie und führte mit großem darstellerischem wie vokalem Aplomb mitten aus dem Publikum heraus den wilden Hunnenkönig ein, finster blickend, zwar härter und grober klingend als erinnerlich, aber mit dem Wissen um Verdi-Gesang und zu machtvoller Attacke fähig. Seinen Gegenspieler Ezio sang der bereits im Vorjahr umjubelte Bariton Robert Hyman mit wieder umwerfendem Einsatz einer metallischen und höhen- sicheren Stimme, die er auch mühelos zurücknehmen konnte. Beider Duett mit  „avrai tu l’universo, resti l’Italia a me“ wurde zum ersten vieler Höhepunkte des Abends. Nicht zu überhören ist bei dem Tenor Mario Malagnini der Einsatz als Otello. Als Foresto konnte er auf eine attraktive Optik, erstklassige Diktion, das Timbre einer Verdi-Stimme und gut „sitzende“ Spitzentöne bauen. In Jeans und Top wie im Abendkleid mit einem beachtlichen Dekolleté prunkend, hatte Elena Lo Forte auch vokale Meriten zu bieten. Die vielseitige Sängerin, die bereits auch die Venus sang, hat einen bestens für den jungen Verdi geeigneten, strapazierfähigen, metallisch klingenden Sopran, den sie zu ausgesprochen dynamischem Singen einsetzte.  Zuverlässig sekundierte Paul O’Neill als Uldino.

Der angesichts des üppig besetzten Orchesters quantitativ bescheidene Chor leistete durch besondere Einsatzfreudigkeit unter David Cavelius Beacht-liches. Nicht nur der spiritus rector des gesamten Unternehmens, sondern auch sein Dirigent ist Felix Krieger, der aus dem vorwiegend mit jungen Musikern besetzen Orchester einen mitreißenden Verdisound und –drive herausholte, gleichermaßen im fahlen Klang zu Beginn wie in der dunklen Melancholie oder dem heldischen Aufbegehren- und stets aufmerksam gegenüber den Sängern.

Auf die nächste Oper im nächsten Jahr darf man gespannt sein.

18.05.2012                                  Ingrid Wanja  

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