DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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“New York, New York – A Hell Of A Town!”

ON THE TOWN

Premiere am 1.2.14

Glänzender Musical-Abend am MiR

New York 1944. Drei junge Matrosen, Gabey, Chip und Ozzie, wollen auf ihrem 24-stündigen Landgang New York in vollen Zügen auskosten, bevor sie in den Krieg ziehen müssen. Alle Planungen werden über Bord geworfen, als Gabey sich in das Antlitz der amtierenden „Miss U-Bahn“, Ivy Smith, verliebt. Die drei Freunde beschließen getrennt von einander die Angebetete ausfindig zu machen. Auf dem Weg trifft Chip auf die resolute Taxifahrerin Hildy, die ihn kurzerhand in ihre Wohnung mitnimmt, während Ozzie im Naturkundemuseum unfreiwillig die Gefühle der Anthropologin Claire durcheinander wirbelt. Dem verträumten Gabey gelingt es schließlich selbst „Miss U-Bahn“ ausfindig zu machen, doch obwohl sich diese von seinen Avancen beeindruckt zeigt, erscheint sie nicht zum verabredeten Treffen. Erneut machen sich die Freunde auf die Suche…

Im Dezember 1944 wird "On The Town", das erste Musical des fabelhaften
Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein, im Adelphi Theatre in New
York uraufgeführt. Basierend auf dem im selben Jahr aufgeführten Ballett
"Fancy Free", zu dem Bernstein ebenfalls die Musik komponiert hatte, war
mit Texten von Betty Comden und Adolph Green eine abendfüllende Musical
Comedy entstanden, die auf deutschen Bühnen bis heute jedoch leider noch
relativ unbekannt ist, während die sensationelle Verfilmung 1949 von
Stanley Donen und Gene Kelly mit Gene Kelly als Gabey, Frank Sinatra as
Chip, Jules Munshin als Ozzie, Ann Miller als Claire Huddesen, Betty
Garrett als Brunhilde "Hildy" Esterhazy und Vera-Ellen als Ivy Smith
noch immer ein Bonbon für Kenner und Freunde des US-Musicalfilms ist.

Mit der Inszenierung Carsten Kirchmeiers bringt nun das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, unter der musikalischen Leitung Rasmus Baumanns, das New-York-Fieber mit Leichtigkeit, Witz und Charme auf die Bühne.

Auf letzterer entsteht durch Jürgen Kirner ein multifunktionales und vielseitiges, aber gleichzeitig schlichtes New York. Einfache Kisten von unterschiedlichen Höhen und Breiten spiegeln die Stadt, die niemals schläft, wider. Und ebenso leicht wie das Musical selbst, entstehen aus den Kisten innerhalb von Sekunden eine U-Bahn, ein Museum, eine Wohnung, ein Taxi, ein Ballettsaal, ein Club, eine Dachterrasse… Hier reichen kleine Details wie Plakate oder Bäumchen aus, um von einem Standort zum nächsten zu springen. Und jedes Mal fragt sich der Zuschauer mit Spannung, was sich wohl in, hinter oder auf der nächsten Kiste befindet. Mit dem Bühnenbild und –Aufbau, der nahezu nahtlose Übergänge ermöglicht, wird fließend und locker gespielt. Auch die Möglichkeit der Drehbühne wird gerne benutzt und immer passend eingesetzt. Da versteht jemand sein Handwerk!

Musikalisch ist das Musical ein absoluter Genuss! Ein Ohrwurm jagt den nächsten. Die klassisch-jazzige und fröhliche Musik Bernsteins, wunderbar gespielt von der Philharmonie Westfalen, lädt zum Mitwippen ein.

Die Besetzung der drei Matrosen mit Piotr Prochera als der verträumte Gabey, Michael Dahmen als der aufgeweckte Chip und E. Mark Murphy als der selbstbewusste Ozzie gelingt wunderbar. Die Drei gehen in ihren Rollen auf und harmonieren sowohl untereinander, als auch mit ihren jeweiligen Partnerinnen. Judith Jakob brilliert mit starker Stimme als resolute Hildy und Dorin Rahardja als hin- und her gerissene Claire. Einzig Julia Schukowski als Ivy Smith geht neben diesen beiden auffälligen Charakteren etwas unter, was vermutlich ihrer kleineren und zurückhaltenden Rolle mit wenig Gesang zuzuschreiben ist. In ihren vielen Tanz- und Sprechparts macht sie jedoch eine gute Figur.

Auch Joachim Gabriel Maaß als verständnisvoller Richter Pitkin, Claires Verlobtem, und die Künstler des Jungen Ensembles Vasilios Manis und Betty Garcés spielen ihre Rollen gekonnt.

Kirchmeier versteht, wie er bei jeder Szene aus dem Vollen schöpfen kann, und so verwandelt sich schließlich jede Szene zu einem kleinen Spektakel. Mal geht es hoch her, mal wird es ruhig und melancholisch. Nichts ist zu viel, nichts ist zu wenig und somit kann der Zuschauer dem Werk mit Leichtigkeit und Spannung folgen.

Dabei gelingt die Zusammenarbeit mit dem Ballett im Revier perfekt! Mit tollen Choreografien von Ballettdirektorin Bridget Breiner kann das Ballett-Ensemble glänzen. Gerade die Mischung aus Sängern, Chor und Ballett, die hier zeigen, wie harmonisch sie zusammen funktionieren, gibt der Inszenierung Schwung und Abwechselung.

Auch die Kostüme, unter der Leitung von Renée Listerdal, tragen einen großen Teil zum stimmigen Gesamtwerk bei. Dabei kommen für knapp 60 Künstler über 200 Kostüme zum Einsatz. Maßgeschneidert und individuell fügen sich diese in das Bühnenbild des New Yorks der 40er Jahre. Im bunten Rummel auf Coney Island wissen die Augen bei wunderbar schräger Kostümvielfalt gar nicht, wohin sie zuerst blicken sollen; in Gabeys Traum wiederum verzaubern Schlichtheit und Eleganz.

Die Inszenierung am MiR bietet einen Musical-Abend voller Witz, Einfallsreichtum und Leichtigkeit, untermalt von der erquicklichen, beflügelnden Musik Bernsteins. Die 2 ½ Stunden vergehen wie im Flug, und während man das Theater schon längst verlassen hat, summt einem doch immer noch mindestens eines der grandiosen Stücke im Hinterkopf herum. Das macht Lust auf mehr!

Arabella Lavinia Bilsing 2.2.14

Dank an Thilo Beu für die schönen Bilder

 

 

DON QUICHOTTE

Besuchte Vorstellung am 12.12.13                      (Premiere am 07.12.13)

Die letzte Station

Jules Massenets letzte Oper "Don Quichotte" scheint eine echte Renaissance zu erleben, so gelangte sie jetzt in Elisabeth Stöpplers Regie an das MiR nach Gelsenkirchen. Hatte die Wuppertaler Oper das Werk letzte Saison noch als phantastisches Märchen erleben lassen, so geht man "auf Schalke" einen wesentlich schwierigeren Weg. Als letzte Oper Massenets verlegt Stöppler die Geschichte in die letzten Stunden eines alten Musikers; Piero Vinciguerras verschachteltes Bühnenbild stellt akribisch detailgetreu das Innere einer Wohnung nach, Frank Lichtenbergs Kostüme verloten die Siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts, wenige Details erinnern an Frankreich. In diesem Haus lebt der alte Starcellist Quichotte, ein etwas skurriler Zeitgenosse in legerer Alltagsbekleidung, umsorgt von seiner Haushälterin Dulcinee, in die er sich natürlich ein verliebt hat. Sancho Pansa steht im als jüngerer Musikerfreund zur Seite. Schon zu Hispanismen der Musik fällt der grandiose Chor des Musiktheaters in kindlichen Schulkostümen gleich den Erinnerungen des alten Mannes in das Haus ein, angedeutet wird eine Familienidylle mit vier Geschwistern (Dorin Rahardja, Anke Sieloff, Michael Dahmen und William Saetre stellen das mit großer, musikalischer Sicherheit und szenischer Präsenz dar, eigentlich sind die vier Rollen Verehrer Dulcinees, was trotzdem gut aufgeht). Der Kampf mit den Windmühlen wird zur hoffnungslosen Auseinandersetzung mit dem Tod; der Vater stirbt, die Mutter altert (Monika Hüttche und Jürgen Zach stellen das mit ergreifender Intensität dar). Die Episode mit den Räubern wird zur Trauerfeier, der zu beschaffende Schmuck zu Symbol der Liebe. Don Quichotte versucht einen letzten Liebesanspruch zu bestreiten und wird von der schönen Dulcinee im roten Flamencokleid seiner Fantasie abgelehnt, der Rest ist Sterben, so unschön man das Heute zu Hause erleben kann. Stöppler setzt diese Deutung ungemein gelungen um ,eine Regisseurin, die ihr Handwerk ausgezeichnet beherrscht. Trotzdem gibt es auch immer wieder Details, die sich mir nicht wirklich erschliessen, wie die Hippiemädchen im dritten Akt und die Film- und Geschichtsikonen des vierten, was immerhin schon beim Zusehen und Raten auch noch zusätzliches Vergnügen schafft. Wenn man sich auf den Regieansatz einläßt erlebt man einen spannenden Theaterabend, doch selbst wenn nicht, so wird der fünfte Akt in seiner schlichten Stringenz des Sterbens jeden Zuschauer berühren.

Musikalisch gefällt mir die Oper in seiner etwas eklektischen Kompositionart zwischen Spanien, Tingeltangel, Chanson, Ernst, Pathos, Weihespiel und realistischem Duktus immer besser, je öfter ich sie erleben. Valtteri Rauhalammi gelingt es die verschiedenen Enden der Interpretationsmöglichkeiten zu einem gelungenen Ganzen zu amalgieren, zumal sich , trotz der enormen szenischen Beanspruchung der Darsteller, eine absolute Sicherheit zwischen Spiel und Gesang bietet, was bei Massenet in seiner wechselhaften Art, mit den feinen Valeurs in Ausdruck und Tempo, sowieso nicht leicht ist. Die Neue Philharmonie Westfalen klingt erstklassig und spielt bombensicher.

Doch was wäre der Abend ohne die Darsteller der drei Hauptpartien: Krzysztof Borysiewicz spielt die Titelpartie einfach zum Niederknien, einen etwas knarzigen Charakter mit so viel Liebe über die Rampe zu bringen, bravo! Gesanglich erinnert sein Französisch etwas an Nikolai Ghiaurov, die heiklen Höhen sind für fast jeden Bass nicht leicht, doch gibt es eigentlich nicht viel zu mäkeln. Dong-Won Seo debutiert diesen Abend als Sancho Pansa und spielt den jovialen Freund ausgezeichnet, wie sein runder Basbariton das Ohr erfreut. Almuth Herbsts Mezzosopran muß leider mit leichten Höhentrübungen arbeiten und klingt manchmal etwas dramatischer als nötig, doch trifft sie insgesamt den leichten Ton, den diese Partie braucht. Darstellerisch wunderbar wandlungsfähig zwischen der realen Haushälterin, hier ist die Regie der eigentlichen Schankmagd Cervantes` näher als die Massenetsche Version der melancholischen Kurtisane, und der spanischen Fantasie-Femme-Fatale.

Man hätte das vielen unbekannte Stück sicherlich publikumsfreundlicher auf die Bühne bringen können, doch dann würde man auch einen spannenden Theaterabend vermissen. Der unbekannte Massenet ist viele Ansätze wert. Für Opernfreunde, die mit dem französischen Melos erneut Blut auf Massenet geleckt haben, sei darauf hingewiesen, das in NRW diese Saison eine echte Schwemme dieses Komponisten erwartet wird: der Quichotte kommt noch in Hagen, in Essen läuft bereits "Werther", in Düsseldorf kommt auch noch einer. Krefeld/Mönchengladbach nimmt sich der wohl bekanntesten Oper "Manon" an und Bonn wird sein Glück sogar mit "Thais" versuchen. Eine schöne Gelegenheit einen zu Unrecht unbekannten Komponisten näher kennenzulernen.

Martin Freitag 15.12.13                           Bilder: MIR

 

 

DON QUICHOTTE               (Jules Massenet).

Besuchte Zweitaufführung am 12. Dezember    (Premiere am 7. Dezember)

Es ist wohl Zufall, dass im Raum Nordrhein-Westfalen Massenets „Don Quichotte“ binnen kurzer Zeit gleich dreimal auf die Bühne kommt/kam: in der letzten Spielzeit in Wuppertal, demnächst in Hagen und jetzt am Musiktheater im Revier Gelsenkirchen. Gewinn kann man in dieser Ballung zunächst einmal darin sehen, dass auf den durchaus nicht allseits geschätzten, mitunter sogar belächelten Komponisten („ne Masse net von Massenet“) wieder einmal nachdrücklich hingewiesen wird. Von ausreichender Präsentation auf Bühne (und im Konzertsaal) ist nämlich kaum zu sprechen, wobei nur am Rande anzumerken wäre, dass die „Manon“ mittlerweile von „Werther“ (kürzlich in Essen) überflügelt scheint. Auf eine neue „Esclarmonde“ wird man nach Dessau aber wohl wieder einige Jahrzehnte warten müssen.

 Alle Quichotte-Veroperungen (von Telemann über Paisiello – heute fast immer in der Henze-Fassung – bis hin zu Kienzl, Halffter und Zender, aber auch das Musical „Mann von La Manch und die Tondichtung von Strauss) greifen selbstredend auf den Roman von Cervantes zurück. Massenet geht allerdings einen Umweg über die Schauspiel-Adaption von Jacques de Lorrain. Die gewichtigste hier vorgenommene Änderung ist, dass Dulcinées Schönheit vom Titelhelden nicht lediglich imaginiert wird, sondern eine reale ist. Damit wird Quichottes Leidenschaft für die kokette Kokotte zu einem handfesten Johannistrieb.

 In Gelsenkirchen variiert Regisseurin ELISABETH STÖPPLER (vor Ort besonders mit Britten-Opern erfolgreich gewesen) diese Gegebenheit mit weiteren Akzentuierungen. Quichotte ist bei ihr kein traumverlorener Ritter, schon gar nicht aus dem 17.jahrhundert, sondern ein einsiedlerischer Zeitgenosse, welcher sich in seine mit Büchern vollgestopfte Wohnung (virtuos verschachtelte Bühne: PIERO VINCIGUERRA) mehr oder weniger eingemauert hat und hier, versonnen Cello spielend, seinen Erinnerungen nachhängt. In Sonderheit die Familie von einst (Vater, Mutter, 4 Geschwister) hält seine Gedanken gefangen. Diese Figuren verwandeln sich während anderer visionärer Erzählepisoden (u.a. die mit den Windmühlen) zu hallizunatorischen Personen. Quichottes Geist kreist ebenso wie das mehrstöckige Haus, welches wie eine abgeschottete Burg wirkt. Betreut wird der Alte von einer Zugehfrau, für die er eine stille, aber heiße Leidenschaft empfindet. Ob diese Frau lediglich in seinen Träumen zu Dulcinée wird oder nicht bereits im Alltagsleben, kann durchaus offen bleiben. Dulcinées Liebe sucht er sich durch die Rückeroberung eines geraubten Schmuckstückes zu erkaufen. Aber diese femme de liberté vermag seine Gefühle nicht zu erwidern. Daran zerbricht Quichotte; sein Leben, dessen ritterliche Geschehnisse in Gelsenkirchen lediglich Metaphern für existenzielle Vorgänge sind, hat seinen Sinn verloren.

 Der 5. Akt ist nur noch ein langsames Sterben. Und da gewinnt sich Massenets zuvor etwas spröde und rhetorisch anmutende Musik eine emotionale Verdichtung, die regelrecht betroffen macht. Diese Wirkung verstärkt die Inszenierung verstärkt, welche hier ganz still wird und auf der Bühne nur noch das Sterbelager Quichottes zeigt – eine versinnbildlichende Reduktion.

 Mit diesem Bild hätte die Aufführung im Grunde beginnen können, um dann mit der Opernhandlung in ein Leben zurückzublenden, in welchem Quichotte wohl von Anfang an nicht mit beiden Beinen auf der Erde stand. 40 Jahre nach Massenet sollte Arthur Miller übrigens in „Tod eines Handlungsreisenden“ mit Willy Loman eine Figur auf die Bühne bringen, welche der Welt gleichfalls abhanden kommt. „Ein Handlungsreisender muss träumen, das gehört zu seinem Beruf.“ Quichotte träumt freilich, weil es zu seinem Wesen gehört.

 Elisabeth Stöppler formt die eigentlich recht äußerlichen Chorszenen zu Erinnerungsbildern des Titelhelden um. Einige besitzen eher intimen Charakter, andere bersten geradezu alptraumhaft. Dass in diesem Rückblick auf ein Leben auf schwankendem Boden nicht nur Personen auftreten, welche Quichotte persönlich nahe stehen (Familie), sondern auch Figuren der Geschichte wie der fahnenschwenkende Che Guevara, Einstein, Hitler, Dali, Mutter Teresa oder auch Elvis Presley, ergibt eine leichte inszenatorische Hypertrophie, doch besitzt diese interpretatorisch weit schweifende Fantasie etwas äußerst Bezwingendes. Der Tod Quichottes geht ohne Sentimentalität vonstatten, dennoch oder gerade deswegen ergreifend.

 Auch dank des Protagonisten KRZYSZTOF BORYSIEWICZ. Seine Eignung für Buffopartien demonstrierte er vor kurzem mit dem Mustafa in Rossinis „L’Italiana in Algeria“. Jetzt überzeugt er als Ritter von der traurigen Gestalt sowohl darstellerisch mit einem reichen gestischen und mimischen Ausdrucksvokabular. Seine grundsätzlich mächtige Stimme kann auch leicht schütter wirken, was der Figur alles Auftrumpfende nimmt. Sancho Pansa, der bei seinem Freund mit dem Fahrrad vorfährt, findet in DONG-WON SEO einen rustikalen, vokal vollsaftigen Widerpart (in der Premiere war es Joachim Gabriel Maaß). Die Dulcinée gibt ALMUTH HERBST in jeder Hinsicht mit Grandezza. Angemessen besetzt sind die Comprimario-Partien (DORIN RAHARDJA, ANKE SIELOFF, WILLIAM SAETRE), wobei die Bühnenpräsenz von MICHAEL DAHMEN besonders beeindruckt. Der junge Bariton ist über das Junge Ensemble des MiR ins Ensemble aufgestiegen und erfreut hier mit einem äußerst vielseitigen Repertoire. Exzellent der Chor (CHRISTIAN JEUB), welcher von der Regisseurin ausgesprochen individuell geführt wird. Die NEUE PHILHARMONIE WESTFALEN spielt unter dem jungen finnischen Dirigenten VALTTERI RAUHALAMMI überaus klangsensibel.

 Zwei Vorstellungen des „Don Quichotte“ im nächsten Jahr laufen übrigens als „Hör.Oper“. Für blinde oder sehbehinderte Opernfreunde werden diese Aufführungen mit live gelesener Audiodeskription ergänzt. Ein Service, der besonderen Respekt verdient.

Christoph Zimmermann 9.12.13

Bilder siehe oben

 

 

SCHWANENSEE - Das BALLETTWUNDER von Gelsenkirchen

ergreifend choreographiert von Bridget Breiner

Premiere 9.11.13

Traumhaft getanzt von der "Primaballerina Assoluta" Kusha Alexi

Die Schweizerin Kusha Alexi ist sicherlich eine der größten und besten Tänzerinnen unserer Zeit. Monte Carlo, Zürich, Hamburg, München u.v.a. sowie diverse Preise zieren ihren bisherigen erfolgreichen Tanztheater-Lebenslauf, der geprägt wurde von Welt-Choreografen wie z.B. Spoerli, Neumeier, Cranko, Balanchine oder van Manen. Sie gehört zu den Spitzentänzerinnen, die mit ihrer superben perfekten Technik, beeindruckender Subtilität, frappierender Musikalität und herzergreifendem Darstellungsvermögen die Herzen begeisterter Ballettomanen allerorten nicht nur zu Jubel-Orkanen bewegt, sondern auch zu Tränen rührt. Justement wieder bewiesen am "kleinen" Musiktheater im Revier mit der vielleicht minimalsten Compagnie Deutschlands - gerade einmal 14 Tänzer. Herausgekommen ist ein derart fantastischer Ballettabend, dass er den ganz großen Häusern in Deutschland mehr als zur Ehre gereichen würde; eine grandiose zeitgemäße aber doch immer Tschaikowskys Handlungsballett sehr ernst nehmende Choreografie - kein moderner sinnloser Mumpitz wie die schreckliche Thoss-Produktion vor Jahren am Aalto.

Es erscheint geradezu unglaublich und geriert an ein Ballettwunder dass man mit einer derart reduzierten Compagnie Tschaikowskys "Schwanensee" überzeugend inszenieren kann. Die großartige Bridget Breiner (Seit 2012 Ballett-Chefin am MiR) hat es mit dieser bezaubernden Arbeit geschafft. Sie inszeniert ein bisschen an das Rusalka-Märchen angelehnt: Das zauberhafte sensible und fast zerbrechliche Naturwesen verliebt sich in den Prinzen, der die nun Entwurzelte aber missverständlich enttäuscht, worauf sie wieder in ihr Revier zurückkehrt - dort aber jeden Bodenkontakt mittlerweile verloren hat und stirbt. Und wie Kusha Alexi dieses Finale hochkünstlerisch und dennoch zutiefst menschlich gestaltet, gehört zum Ergreifendsten was man geradezu tränenforcierend, ohne kitschig zu wirken, je auf einer Tanztheaterbühne erlebt hat. Bravo! Brava!

Was auf den ersten Blick manche Zuschauer irritierte, war handlungsdramaturgisch absolut genial eingesetzt, nämlich drei zauberhafte Romanzen von Peter I. Tschaikowsky; einfühlsam gesungen von Noriko Ogawa-Yatake und feinfühlig begleitet am Klavier von Salvador Caro. Es sind drei wohlausgesuchte und passend genial platzierte Stellen, wo die Liebenden quasi aus dem Handlungsrahmen heraustreten und sich ganz menschlich näher kommen; innige Momente an denen die geballte Sinfonik des allseits großen Orchester die Intimität des Augeblicks zerstören würde.

Wenn ich aus dem bewundernswürdigen Ensemble noch zwei Solisten besonders lobe, dann Ordep Rodriguez Chacon (Prinz), ein Tänzer mit bewundernswerter Sprungkraft und Aidan Gibson (Verlobte) mit bravierenden Spitzentanz. Insgesamt aber tanzten alle mit wirklich sagenhaftem Engagement, Bewegungsfreude und wunderschöner Musikalität - wobei ich hier auch noch einmal auf die Inszenierung eingehen möchte, die wirklich jede musikalische Note in tänzerischen Momenten reflektierte; eine schon fast atemberaubende Choreografie. Die subtilen Bühnenbild-Elemente und die überzeugenden Kostüme steuerte Jean-Marc Puissant bei. Forciert und mit flotten Tempi dirigierte Heiko Mathias Förster die Neue Philharmonie Westfalen - der wunderbare Tanzbühnenzauber lenkte allerdings von manchem Grobschlächtigkeiten im Orchestergraben ab.

Was für ein ergreifender Tanztheaterabend! Was für ein tolles Ensemble! 20 Minuten zurecht vom begeisterten Premieren-Publikum gefeierte Standing Ovations.

Auch, aber nicht nur, wegen der Weltklasse-Ballerina ist diese geradezu steinerweichend wunderschöne Produktion, für Ballettfreunde jedweden Alters, jegliche noch so weite Anreise wert. Hallo Rheinoperfreunde: Hier gibt es wirklich noch tolles Handlungsballett ;-).

Peter Bilsing / 10.11.13                                         Bilder: Costin Radu

 

 

 

DIE ITALIENERIN IN ALGIER

Premiere am 28.09.13

Rettung nach der Pause

Mit dem manchmal sehr eigenwilligen Humor von Rossinis Opere Buffe lassen sich inszenatorisch manchmal schön abstruse Ansätze finden. Wenn sich am MiR in Gelsenkirchen nach der dynamisch sehr fein gespielten Ouvertüre zur "Italienerin in Algier" öffnet, finden wir uns nicht im Orient wieder, sondern sehen einen abgestürzten Urlauberjet mitten im Urwald, Teile davon mittels Bambuselementen häuslich hergerichtet für das Leben im Dschungel. Rifail Adjarpasic hat das Bühnenbild für die Koprodktion mit der Opera Lorraine in Metz sehr aufwendig und opulent gestaltet.David Hermann (Regiemitarbeit Karin Maria Piening) erzählt von den Wilden im Urwald, die den "abgestürzten" Lindoro gefangen halten, seiner tapferen Isabella und deren Begleiter Taddeo, dem frauennärrischen Häuptling Mustafa und dessen eingeschüchterten Gemahlinnen in dieser optisch effektvollen Vorlage, Bettina Walthers Kostüme liebäugelt dabei mit der "naiven" Kunst südlicher Tropen. Doch ach, warum bewegen sich die Gestalten auf der Bühne teilweise wie in Trance, man hat das Gefühl, sie wissen eigentlich gar nicht, was sie da machen, weder an Anellis recht brauchbarem Libretto, noch an der witzigen Musik Rossinis wird sich wirklich orientiert. Die Wilden dürfen so tumb sein, bis es peinlich wirkt, die Ideen hangeln sich recht armselig vom Eingeborenenwitz zur Kannibalenzote; lustig ist das nicht. Nach der Pause fängt sich die Inszenierung dann unerwarteterweise doch noch zu einer sinnvollen Aktion, sogar recht hübschen Einfällen zwischen Exotik und Urlaubstourismus; Isabella kann nicht nur ihren Lindoro und ein ganzes Schock Italiener retten, sondern auch die Regie einen netten Abend, uff!

Valtteri Rauhalammi ist am Pult der aufmerksam aufspielenden Neuen Philharmonie Westfalen Sachverwalter von Rossinis trockenem Brio und hält Orchester und Sänger mit kleinen Ausbrüchen immer gut zusammen, etwas mehr buffoneske Pointierung könnte sich in den Folgevorstellungen noch einfinden. Carola Guber ist eine üppig sinnliche Isabella, mit viel Sexappeal schwingt sie die Hüften und läßt ihren Mezzsopran durch die Koloraturen Rossinis kollern, die Höhe könnte manchmal etwas charmanter in der Rundung des Tones klingen. Krzysztof Borysiewiszs Mustafa agiert viel über Körpereinsatz und Gesichtsausdruck, was über die nicht immer gelungene Beweglichkeit seines Bassbaritons und die etwas gepressten Höhen ablenkt. Dong-Won Seo vom Ensemble zeigt als Haly, wie gediegen Rossini gesungen werden kann, neben seinem wohltönendem Bass bringt er als Stammesschamane auch eine enorme Bühnenpräsenz mit. Hongjae Lim singt sich mit sicherem Ton durch die hohe Tessitur des Lindoro, die Übergänge sind noch nicht perfekt und ganz zu Beginn setzt er noch unnötig Druck auf die Stimme, doch man merkt, daß hier ein großes Talent liegt. Piotr Prochera zeigt als Taddeo enormen Körpereinsatz und gefällt mit leichtem Bariton in dieser Buffopartie. Alfia Kamalova als Elvira mit schönen Sopranspitzen und Anke Sielaff als Zulma mit angenehmen Mezzo und toller Spielastik setzen dem Ensemble noch ein paar Glanzpunkte auf. Der Herrenchor unter Christian Jeub darf zwar unter den großen Masken weniger von seinem sonstigen Furor auf der Bühne zeigen, doch ist musikalisch großartig.

Der Premierenapplaus ist ohne Widerspruch für das Regieteam ein sehr freundlicher für alle Beteiligten.

Martin Freitag                                                    Bilder: MiR

 

 

 

CABARET

Besuchte Vorstellung am 22.09.13 (Premiere am 15.09.13)

Lebendiges Geschichtsbuch

Das Musical "Cabaret" von Kander/Masteroff/Ebb gehört sicherlich zu den Geniestreichen dieses Genres, durch Bob Fosses geniale Verfilmung mit (unter anderen) Liza Minnelli hat sie sich fest in unser aller Erinnerung gebrannt. Im MiR in Gelsenkirchen findet jetzt eine großartige Aufführungsserie in Sandra Wissmanns Regie statt, die es wunderbar schafft, sowohl unsere hohen Erwartungen zu erfüllen, als auch irgendwie anders zu sein.


Schon wenn man das Foyer des Kleinen Hauses, denn hier findet das Musical statt, betritt, macht sich die Atmosphäre des Kit-Kat-Klubs der Dreissiger Jahre in Berlin breit. Das Kassenhäuschen, das Garderobenpersonal, alle sind schon kostümiert; Tanzmusik dieser Zeit untermalt das Entrèe. Wenn man den Zuschauerraum betritt ist man im Kabarett angekommen, die Hälfte des Publikums darf sich an kleinen Tischen plazieren (,durch eine Vorbestellung im Internet kann man sogar schon im Vorhinein Getränke und Speisen ordern ! ), Salzstangen und eine Flasche Gänsewein finden sich am Platz. Die Akteure mischen sich schon unter die Zuschauer, man kann sogar mit ihnen reden.

Die Frage, ob die Schauplätze von Fräulein Schneiders Pension und Herrn Schultzes Obstladen, irgendwie eingeflogen werden, stellt sich gar nicht, denn wenige Requisiten, ansonsten Imagination und Spiel, ersetzen die Kulissen. Mit Isherwoods Romantitel "Ich bin eine Kamera" beginnt das Stück, überhaupt gilt der Versuch weniger Broadway, mehr Isherwood auf die Bretter zu bringen. Alen Hodzovic als Alter Ego-Schriftsteller Clifford Bradshaw bringt nicht nur eine angenehm jungenhafte Erscheinung mit, sondern singt auch prima. Judith Jacob ist Sally Bowles, irgendwie der Minnelli ähnlich und trotzdem ganz anders, eine Person mit frecher Unverfrorenheit hinter deren Fassade die Zerbrechlichkeit lauert; "Maybe this time" nicht als Showstopper, sondern ein Moment verinnerlichten Stillhaltens, "Life is a Cabaret" glüht wie eine offene Wunde auf der verletzten Sally. Jacob und Hodzovic nehmen mit auf die emotionale Reise. Dann natürlich, endlich auch einmal in einer Hauptrolle, E.Mark Murphy als Confèrencier: schmierig, leicht dämonisch, doch ebenso fragil, man ahnt, was mit solchen Persönlichkeiten im Dritten Reich wurde. Joachim Gabriel Maaß als Herr Schultz und Christa Platzer als realistisch sprödes Fräulein Schneider gefallen als authentisches Personal der Zeit, ebenso wie Michael Dahmen als jovialer Nazi Ernst Ludwig und Jeanette Claßens Fräulein Kost, die aus einer Nebenrolle zu einer Protagonistin wächst. Was wäre das Ganze natürlich ohne die Kit-Kat-Girls und Boys, die mit den Protagonisten in Sean Stephens abwechslungsreicher wie anspruchsvoller Choreographie einen der Hauptgaranten des Abends bestreiten, grandios: Isabell Classen, Daniela Günther, Theano Makariou, Julia Schukowski, Stefan Preuth, Markus Schneider und Nico Stank, die müssen einfach alle genannt werden, so hinreißend sind sie.

Wolfgang Wilger leitet die Band in der, hier angemessenen, reduzierten Orchesterfassung von Chris Walker, da klingt alles authenthisch, hat Schmiss, keine Wackler, obwohl nicht nur die Bühne, sondern auch der Zuschauerraum bespielt wird. Alles so leicht klingen lassen, trotz der Schwierigkeiten, das ist große Kunst.
Dirk Becker hat den ganzen Raum entworfen, da ist alles ganz charmant heruntergekommen und hat trotzdem den nötigen Glamour, was genauso für Uta Meenens Kostüme zutrifft. Was mir jedoch besonders an dieser Aufführung gefällt: alles wirkt so "normal", die Charaktere kommen absolut glaubwürdig und echt herüber, und das bei der Zuschauernähe ! Ausgezeichnet die Schilderung wie eine hedonistische Gesellschaft, eigentlich unpolitische Menschen, von einem System infiltriert werden. Die "bösen Nazis" werden nicht ordinär ins Rampenlicht gestellt, sondern bleiben als Menschen erkennbar. Eigentlich ist diese Produktion ein "Muß" für ganze Schulklassen, lebendiger kann Geschichtsunterricht nicht sein, unterhaltsamer auch nicht. Ein Abend auf den man nicht verzichten sollte!

Martin Freitag

Bilder: MIR

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