DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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http://www.harztheater.de/

Foto HBS

 

 

 

DON GIOVANNI

Premiere am 21.Februar 2014

Don Giovannis Alpträume

Erfreulicherweise hat sich in der wie überall finanziell immer schwieriger werdenden Theaterlandschaft von Sachsen-Anhalt das seit 1992 bestehende Nordharzer Städtebundtheater mit den Spielstätten in Halberstadt und Quedlinburg als Drei-Sparten-Haus halten können. Dazu trägt sicher auch das solide Musiktheater des Hauses bei, für dessen beachtliches Niveau Musikdirektor und Intendant Johannes Rieger seit über zehn Jahren die Verantwortung trägt. So kann sich auch die Neuinszenierung der „Oper aller Opern“ (E. T. A. Hoffmann) durchaus sehen und hören lassen, die nach der Voraufführung in der Lutherstadt Eisleben nun im ausverkauften Großen Haus des Theaters Halberstadt Premiere hatte. Die Regisseurin Verena von Kerssenbrock sieht den Frauenheld weniger als dämonischen Verführer als den Mann mit einem Mutterkomplex; dies zeigt sich bereits zur bespielten Ouvertüre, wenn Don Giovanni von der matronenhaften Mutter im übergroßen Reifrock immer wieder abgewiesen wird. Im Verlauf des Abends taucht sie häufig drohend im Hintergrund auf, während ihn sieben Frauen in heller Unterkleidung alptraumartig bedrängen.

Juha Koskela/Statistinnen

Eine große Rolle spielen als Zeichen der „Erfolge“ Giovannis Damen-Pumps in allen Formen und Farben, die eine der Wände und die Rahmen des für zügigen Szenenwechsel praktischen Türen zieren (Ausstattung: Wiebke Horn). Ausgehend von dem Heiratsversprechen Giovannis an Zerlina sind außerdem Brautkleider wichtige Requisiten; eins davon wird zu „Reich‘ mir die Hand, mein Leben“ mit das schöne Duett störender, quietschender Seilwinde vom Schnürboden herabgelassen. Wenn das Absicht war, war das genau so fragwürdig wie der Umstand, dass sich zum Finale des 1.Aktes auch Don Ottavio als Braut verkleiden musste.

Klaus-Uwe Rein/Juha Koskela/Xiaotong Han/ Annabelle Pichler/Runette Botha

Am Schluss, wenn Don Giovanni vor Schreck an einem Herzinfarkt gestorben ist, ziehen die jetzt in schwarze Unterwäsche gekleideten Erinnyen die Leiche von der Bühne; zum Schluss-Sextett lässt der Titelheld über der Pumps-Wand höllisches Gelächter hören. Insgesamt hat das Inszenierungsteam eine gute Mischung von Ernst und Heiterkeit gefunden; das fand offenbar auch das begeisterte Publikum, das nach zahlreichem Zwischen-Beifall am Schluss allen Beteiligten nicht enden wollenden Applaus spendete.

Erster Kapellmeister Michael Korth sorgte am Pult des ihm nicht durchweg aufmerksam folgenden und deshalb stellenweise „klappernden“ Orchesters des Städtebundtheaters für den erforderlichen vorwärts treibenden Schwung. Wie die quietschende Seilwinde, die er hätte verhindern müssen, störte die unrein gestimmte, zu kräftig verstärkte Mandoline in Giovannis Ständchen. Juha Koskela ließ sich dadurch nicht irritieren und brachte seinen wohlklingenden Bariton passend einschmeichelnd zur Geltung. Aber auch sonst gefiel der Finne durch gekonnte Stimmführung in allen Lagen. Gestalterisch ließ sein Giovanni nun wirklich jede Dämonie vermissen; er war ein durch und durch sympathischer jungenhafter Sonnyboy vom Typ „Schwiegermuttertraum“. In bewährter Buffo-Manier hatte Klaus-Uwe Rein als Leporello die Lacher auf seiner Seite.

Runette Botha/Klaus-Uwe Rein

In dieser Produktion hatte Don Ottavio gegenüber den starken Frauen nichts zu melden. Xiaotong Han hatte den möglichen Verlobten Donna Annas als Schwächling darzustellen. Auch stimmlich wirkte der Chinese etwas unterbelichtet; so durfte er die Arie „Nur ihrem Frieden“ nicht singen, sondern musste sich mit der jedenfalls für ihn offenbar deutlich schwierigeren Arie „Folget der Heißgeliebten“ abquälen. Annabelle Pichler als rachsüchtige Donna Anna verfügt über einen durchschlagskräftigen Sopran, der allerdings in den Höhen einige Schärfen aufwies; auch fielen die Spitzentöne allzu oft aus der Gesangslinie heraus. Mit glaubwürdiger Darstellung, gestochenen Koloraturen und durchweg sauber geführtem, substanzreichem Sopran gefiel Runette Botha als Donna Elvira.

Bettina Pierags/Reinhold Schreyer-Morlock

Bettina Pierags war eine reife Zerlina mit operettiger Tongebung, die ihren Masetto immer wieder erfolgreich becircte; in dieser Partie ließ der junge Reinhold Schreyer-Morlock mit prächtigem Bariton aufhorchen. Schließlich ist noch Gijs Nijkamp zu nennen, der als Komtur sonore Basstöne beisteuerte. Der munter agierende Chor des Städtebundtheaters sang ausgewogen und sicher (Jan Rozehnal).

Gerhard Eckels 22.2.2014                             Bilder: Jürgen Meusel

                                     

Weitere Vorstellungen:

2.+ 23.3. (QLB), 8.,28.3.+11.,20.4. (HBS) + Gastspiele in Rathenow und Bernburg

 

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