DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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http://www.waldbuehne-heldritt.de/

 

 

KISS ME KATE 

Aufführung am 17.08.2013

Cole Porter tritt in Heldritt auf

Im letzten Jahr hatte ich mich gefreut, dass in Heldritt wieder Operette gespielt wurde, hoffte auf einen Ausrutscher bei der Stückauswahl, prompt steht wieder ein Musical auf dem Spielplan. Ich gebe gerne zu, dass ich kein besonderer Freund des Musicals bin, vor allem, da die gesanglichen Leistungen hier mitunter nicht unbedingt im Vordergrund stehen, teilweise schwer zu verdauen sind und auch die Auswahl schöner und eingängiger Melodien in der Regel sehr überschaubar ist. Nun gut, man hatte mit „Kiss me, Kate“ von Cole Porter wenigstens einen Klassiker, der noch als Ausläufer der guten alten Operette gelten kann, ausgewählt und so war die Überwindung nach Heldritt zu fahren für mich nicht gar so groß.

Vor der Vorstellung habe ich mich natürlich wieder an den kulinarischen Köstlichkeiten der Region gütlich getan – und dies ist ein gewisses Problem in Heldritt, aber nur für meine Figur und die rein zwangsläufige Zunahme, weil man ja alles ein bisschen probieren will, nein muss, und das ist nicht wenig, was hier immer wieder angeboten wird. Aber nun zurück zur Hauptsache, der Aufführung und der Umsetzung auf der kleinen wunderschönen Naturbühne in Heldritt.

Die Geschichte des gezähmten Kätchens ist wohlbekannt, die Uraufführung war in New York im Jahre 1948, in Frankfurt am Main war dann die deutschsprachige Erstaufführung. Mitunter geht es sehr toll zu auf der Bühne in Heldritt, denn das Stück im Stück erfordert eine große Anpassung aller Beteiligten. Die Geschichte um eine Theatergruppe, die eine musikalische Fassung von Shakespeares „Der widerspenstigen Zähmung“ zur Aufführung bringen will, draußen auf dem Land, wo man so etwas ja mal ausprobieren kann, ist mitunter ganz schön verworren, denn das Paar aus Shakespeare hat auf der wirklichen Bühne fast die gleichen Probleme miteinander, aber wie in (fast) jedem guten musikalischen Operettenstück, wendet sich am Schluss alles wieder zum Guten.

Die Musik von Cole Porter ist eingängig, teilweise sehr schmissig und kommt gut an, sei es jetzt „Wunderbar“, „Premierenfieber“, „Wo ist die liebestolle Zeit“, als auch „Schlag nach bei Shakespeare“ und vieles andere. Dr. Attila Lang hat die Inszenierung gemacht, er ein alter Hase, Chef-Producer der Wiener Festwochen und geübter Musiktheatermacher hat ein glückliches Händchen bei seiner „Kiss me, Kate“, die er übrigens das erste Mal inszeniert. Viele Musicals hat der gebürtige Ungar schon auf die Bretter, die die Welt bedeuten, gebracht, darunter „Anatevka“, „Gigi“ und „Cabaret“, aber jetzt zum ersten Mal bei der Coburger Sommeroperette „Kiss me, Kate“.

Der Wiener Choreograf Christian Zmek steht ihm zur Seite, er ist vor allen Dingen für die ausgezeichneten Chorauftritte zuständig und Frieder Klein hat die nicht leichte Aufgabe, die entsprechenden Kulissen für die Waldbühne zu entwerfen, hervorragend gelöst. Immer ist etwas los, die Bühne wird in ihrer vollen Länge und Breite „bespielt“ und man merkt den Sängern und Darstellern an, wie viel Spaß ihnen das Stück macht. Und da sind wir dann auch bei den Leistungen der einzelnen Beteiligten. Und hier muss man mit seiner Kritik natürlich etwas zurückhaltender sein, denn ein guter Musicaldarsteller muss nicht unbedingt ein guter Sänger sein – und ist es meistens leider auch nicht. Vom rein stimmlichen, aber auch darstellerisch überzeugt mich am meisten Dirk Mestmacher als Fred Graham/Petruchio. Er ist durchgehend auf der Bühne präsent und hat einen wohlklingenden sicher geführten, schlanken Tenor. Es macht Spaß ihm zuzuhören und zuzuschauen. Seine Lilli Vanessi/Katharina ist Lenneke Willemsen. Auch sie fügt sich gut in die Rolle ein und ist Dirk Mestmacher eine sehr gute, fast gleichwertige Partnerin. Vom Spiel und vom Temperament auf jeden Fall, vom gesanglichen kann sie zum größten Teil ebenfalls überzeugen. Laura Mann als Ann Lane/Bianca hat das Publikum voll hinter sich. Die 23jährige gebürtige Coburgerin, die den Musik-Förderpreis der Stadt Coburg im Jahr 2010 erhielt, hat hier einfach ein Heimspiel. Und sie bringt dieses Debüt in Heldritt gut auf die Bretter.  Die Freier, Rainer Möbius als Harrison Howell, der mit seinem Reichtum protzt und sich auch entsprechend gibt, aber am Ende trotz aller Millionen doch leer ausgeht, Stephan Ignaz, einstiger Liebling des Landestheaters Coburg als Bob/Gremio und Robin Koger als Harold/Hortensio verkörpern ihre Rollen überzeugend und sorgen für viele Lacher, so wie das Lachen bei dieser Aufführung sehr oft an erster Stelle steht. Claus J. Frankl als Harry/und genervter Brautvater Baptista war Dramaturg am Coburger Landestheater von 1988 bis 1993. Er ist der Coburger Sommeroper seit vielen Jahren verbunden und zeigt hier auf das vortrefflichste, wie und was man aus einer vermeintlich kleinen Rolle alles herausholen kann. Als mafiosiähnliches Ganovenpärchen brillieren Alexander M. Helmer und John Sweeney. Sie machen aus den beiden Bösewichtern Paraderollen, sorgen für viel Stimmung und heimsen – zu Recht – viel Applaus ein. Adelheid Frankenberger, die Produktionsleiterin und Mädchen für alles bei der Coburger Sommeroperette will mit der Aufführung von Musicals mit Sicherheit auch ein zusätzliches jüngeres Publikum erschließen. Etwas, was auch die „großen“ Häuser in Mörbisch und Bad Ischl vor- und mitmachen. Man will damit versuchen, dieses neue Publikum auch an die Operette heranzubringen. Solange aber Operette in Rundfunk und Fernsehen nicht nur stiefmütterlich, sondern praktisch fast gar nicht mehr gespielt wird und solange nicht das musikliebende Publikum die Sender mit Briefen bombardiert dies wieder zu ändern, wird der Besucherkreis für eine der reizvollsten Musikarten immer geringer werden.

Dem Orchester der Coburger Sommeroperette unter der Leitung von Iván Boldog, merkt man richtig den Spaß an, so richtig „schmissig aufzuspielen“ und die Melodien feurig an das Publikum weiterzugeben. Es unterstützt die Sänger auch behutsam, und lässt keinen Sänger, auch wenn die Stimme nicht so tragfähig ist, untergehen. Vor allem auch der Chor gibt sein bestes und das ist nicht wenig. Man merkt ihm richtig an, dass ihm die Musik einfach Spaß macht und dies bringen sie auch über die Rampe. Insgesamt eine gute Aufführung, die dem Publikum sichtlich gefällt. Ich jedenfalls freue mich, dass im nächsten Jahr wieder zur Operette zurückgekehrt wird und zwar mit der Aufführung der leider nur selten gespielten „Die Zirkusprinzessin“ vom Emmerich Kálmán.

Manfred Drescher    

Bilder 1 und 2 Ulrich Göpfert, Coburg; Applausbild: Manfred Drescher

 

GASPARONE

Carl Millöcker in Heldritt

Schön, dass die Coburger Sommeroperette weiterhin Operette spielt und ihr Musicalausflug nur eine Eintagsfliege war. Diesmal steht „Gasparone“ auf dem Spielplan. Eine Operette von Carl Millöcker, die wunderschöne Melodien beinhaltet, aber unbegreiflicherweise nur selten aufgeführt wird. Dass dies ein Fehler ist, sieht man an der schwungvollen und stimmigen Inszenierung von Thomas Mittmann. Die Produktionsleitung liegt wieder in den Händen von Adelheid Frankenberger, die bei der Auswahl des Stücks erneut ein gutes Händchen gehabt hat. Man merkt dies, wenn man sich die Gesichter der Menschen, die nach der Vorstellung nach Hause strömten anschaut. Man sieht ihnen richtig an, dass ihnen die vergangenen zwei Stunden ausgesprochenen Spaß gemacht haben. Und das muss Operette sein, sie muss Freude bereiten, sie muss Lust auf mehr machen und sie muss vor allem ernst genommen werden. Und dies gelang auf der wunderschönen Naturbühne in Heldritt auf das trefflichste. Die Zuhörer und – schauer waren begeistert, und so soll es sein.

Ein kleiner Nachteil – aber leider nur für meine Figur – ist, dass man vor Beginn der Vorstellung den schmackhaften Köstlichkeiten der Region ausgesetzt ist. Auch dies ist eine Besonderheit und hebt Heldritt von anderen Spielorten hervor.

Italienisches Flair wurde versucht auf die Heldritter Bühne zu bringen – und es gelang vorzüglich. Man fühlte sich in die sizilianische Welt versetzt, wenngleich es leider nicht ganz so warm war. Dies war aber zu verschmerzen, denn die Musik Millöckers heizte gut ein.

Gesungen wurde überwiegend hervorragend. Ganz ausgezeichnet mit voll erblühtem warmem und ausdrucksstarkem Sopran wartete Constanze Meijer als Charlotta auf, eine ganz hervorragende Leistung. Markus Gruber war Conte Erminio und hier hatte ich dieses Jahr meine Probleme. Gruber, der im letzten Jahr noch in „Viktoria und ihr Husar“ glänzte und zu den Besten zählte, hatte für mich – jedenfalls in der von mir besuchten Aufführung einige Probleme. Er sang für mich zu verhalten, mit gebremstem Schaum, mir fehlten das Feuer und die strahlenden Töne. Vielleicht lag auch eine nicht angesagte kleine Indisposition vor. Vom spielerischen und in den stillen leisen Passagen war er jedoch ebenfalls wieder sehr gut. Ausgezeichnet auch Beate-Maria Vorwerk als Zenobia, die Vertraute der Gräfin Charlotta. „Es gibt ja keine Männer mehr“ singt sie, und das so ausdrucksstark, das man ihr das fast glauben konnte. Ein ausgezeichnetes Paar geben Dirk Mestmacher als Benozzo, dem Wirt und Chef der Schmugglerband und Verena te Best als seine Frau Sora. Verena te Best ist nicht nur reizend anzusehen und spielt quicklebendig, sondern besitzt auch einen sehr schönen feinen aber dennoch durchschlagenden Sopran, der gut zu der geläufigen tenoralen Gurgel von Dirk Mestmacher passt. John Sweeney macht aus der Rolle des Bürgermeister Nasoni, dem es einfach nicht gelingen will, Gasparone zu fangen, ein kleines Paradestück. Der Bassbariton, dessen schönes Material positiv auffällt, überzieht meiner Meinung nach etwas. Ein bisschen weniger wäre wohl mehr gewesen, aber das ist ein ganz subjektiver Eindruck von mir. Dem Publikum gefällt es und der Beifall will gar nicht aufhören. Alexander M. Helmer, von dem man gerne mehr sehen und hören möchte, wenn er nicht den totalen Deppen spielen muss, ließ durch seine gefühlvolle und ausdruckstarke Stimme aufhorchen.

Dem Orchester der Coburger Sommeroperette unter der Leitung von Ivan Boldog, merkt man richtig an, wie sie in der wunderschönen Musik von Carl Millöcker schwärmen können. Auch der Chor und das Ballett laufen zur Höchstform auf und lassen ein glückliches Operettenpublikum nach Haus. Insgesamt eine ausgezeichnete Aufführung, die wiederrum Lust auf mehr macht. Ich hoffe, dass man dann wieder eine so tolle Operette aus dem Hut zaubert und nicht unbedingt erneut ein Musical. Dafür gibt es andere Spielorte als die Coburger Sommeroperette.

Manfred Drescher

(besuchte Aufführung am 18.08.2012)

 

Viktoria und ihr Husar

(besuchte Aufführung am 20.08.2011)

Heldritt ist eine Reise wert

Nach dem Abstecher zum Musical im letzten Jahr kehrte die Sommeroperette wieder zur Operette zurück – und dies war gut so. Paul Abrahams relativ selten aufgeführte „Viktoria und ihr Husar“ zog aus, um das Publikum auf der Waldbühne wieder zu verzaubern. Und es gelang. Es gelang so gut, dass man beim Nachhause gehen nur fröhliche, gelöste Gesichter sah, die die Melodien aus „Viktoria“ noch vor sich hin pfiffen. Welches schönere Kompliment kann es für eine Aufführung geben, bei der alles passte.

Dabei waren die Vorzeichen gar nicht so gut gewesen. Der kürzlich engagierte Regisseur Bernhard Maxara, der einige Jahre bleiben wollte, erklärte seinen Rückzug nach der Generalprobe. Künstlerische Differenzen und unterschiedliche Vorstellungen mit Adelheid Frankenberger, der Produktionsleiterin und 1. Vorsitzenden des Vereins Coburger Sommeroperette über den künftigen Kurs der Sommeroperette, sollen der Hintergrund sein. Auch der langjährige Kapellmeister Reinhard Schmidt verließ im Frühjahr nach 17 Jahren die Sommeroperette. Alle Differenzen, sofern sie vorhanden waren, haben dazu geführt, dass die Operette in Heldritt wie Phoenix aus der Asche gestiegen ist. Adelheid Frankenberger sah sich nach der Aufführung für ihre Arbeit der vergangen Zeit reich belohnt.

Dass man vor der Vorstellung kulinarischen Genüssen frönen kann, hebt die Coburger Sommeroperette zusätzlich aus der Reihe der weiteren Operettenaufführungsorte hervor (und lässt mich sündigen).

Bernhard Maxara hat das Ganze äußerst publikumswirksam inszeniert. Das Publikum ging richtig mit, die romantische Geschichte um den Rittmeister gab Anlass zu viel Lachen aber auch etwas zurückhaltendes Mitleiden. Das am Schluss alles wieder gut wird und sich alle bekommen, dies ist halt in der Operette so. Und deshalb wird sie wahrscheinlich auch so sehr geliebt –gestern wie auch heute.

Gesungen wurde durchwegs vorzüglich. Asa Elmgren als Viktoria besitzt eine schöne, voll erblühte Sopranstimme, die sie stilsicher einzusetzen weiß. Ihr Mann John Cunlight wird von Heimir Wium als älterer, vornehm zurückhaltender Mann auf die Bretter gestellt. Der Husarenrittmeister Stefan Koltay besitzt einen klaren, weichen, warmen Tenor, der sich durchschlagkräftig in den Soli als auch in den Duetten entfaltet. Gesungen wird er von dem Coburger Markus Gruber, der zurzeit in Detmold engagiert ist und dem eine große Zukunft vorhergesagt wird. Als Stefan Koltay jedenfalls bietet er eine hervorragende Interpretation und ich bin sicher, dass man noch viel von ihm hören wird.

Isabella Lechner als Riquette und Sascha Mei als Janczy, dem Burschen Koltays wirbeln über die Bühne, dass es einem Angst und bange wird. Daneben singen sie beide auch noch vorzüglich und heimsen zu Recht den Applaus des begeisterten Publikums ein.

Auch das zweite Buffopaar, Nadja Plattner als O Lia San, Ferrys Braut und Jan Reimitz als Graf Ferry passen hervorragend zusammen. Auch hier passen Tanz und Gesang überein. Beide Soubretten singen und tanzen bezaubernd und ihre beiden „Burschen“ stehen ihnen in nichts nach.

Das Orchester der Coburger Sommeroperette unter der Leitung von Ivan Boldog, bringt die wunderschönen Melodien Paul Abrahams zum Erblühen. Die ungarischen Musiker schaffen die Sänger unterstützend, werkgetreu und schmissig, die Grundlage für eine durchweg gelungene Aufführung.

Die Aufführung macht Lust auf mehr und so freut man sich im nächsten Jahr auf eine selten aufgeführte Operette, den „Gasparone“ von Karl Millöcker.

Manfred Drescher

 

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