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www.operette-hombrechtikon.ch
Bild: Operettenbühne Hombrechtikon

DIE FLEDERMAUS

Ein echter Operettengenuss

PR 4.September 2010

Die Operettenbühne Hombrechtikon lädt mit einundzwanzig Vorstellungen zu einer der bekanntesten Werke von Johann Strauss (Sohn) ein – „Die Fledermaus“. Ein wienerischer Abend ist angesagt und niemand lässt sich dies im ausverkauften Gemeindesaal Blatten entgehen. Gabriel von Eisenstein wird die Rache von seinem Freund Dr. Falke für einen ehemaligen Streich an ihn zu spüren bekommen. Einst liess Eisenstein nach dem Maskenball seinen betrunkenen Freund, als Fledermaus verkleidet, den Weg nach Hause alleine finden. Seitdem kennt man Dr. Falke als Dr. Fledermaus. Im Hause des jungen Prinzen Orlofskys geht das lustige Spiel „Rache einer Fledermaus“ mit viel Champagner, Intrigen, Tänzen und Konfusionen von statten. Die Bühnenausstattung ist schlicht, aber sehr wirkungsvoll gehalten. Auch die Kostüme passen stilvoll zu den einzelnen Rollen.

Die Regie unter Volker Vogel glänzt durch klare Charakterführungen, einfallsreiche Texte und wunderbarem Zusammenspiel des Ensembles; es zeigt sich eine Homogenität, wie man sie sich von manch großen Haus wünschen würde. Denken wir nur an sie unsägliche Fledermaus letztens im Theater an der Wien oder manch ander Werkverunglimpfung. Endlich mal wieder ein regisseur, der das Werk ernst nimmt. Dafür muß man nach Hombrechtikon in die Schweiz fahren!

Sogar der wienerische Dialekt geht den Sängern mühelos über die Lippen. Rosalinde, überzeugend gespielt und gesungen von Stephanie Pönitz, weiss ihren Ehemann Gabriel von Eisenstein um den Finger zu wickeln. Der großartige Daniel Zihlmann wird seiner grossen Operettenerfahrung gerecht und lässt Eisenstein keine Frau entwischen, nicht einmal Adele, das Stubenmädchen, der es mit der Ausrede ihrer kranken Tante gelingt, die Nacht frei zu bekommen, um auf das Fest im Hause des Prinzen Orlofskys zu gehen. Ein hervorragend gutes Sängerteam, daß nachhaltig zu überzeugen weiß. Hier macht Operette Spaß.

Pars pro toto Katharina Jing An Gebauer, sie singt den oft unterschätzten Part des Stubenmädchens nicht nur sattelfest und notengetreu, sondern zieht das Publikum auch mit Witz und Charme in ihren Bann, eine junge ungemein charmante Nachwuchssängerin, die man im Blick behalten sollte.

Adeles Schwester Ida wird zugleich von der Choreographin des Abends, Angela Di Ruggiero, quirlig dargestellt. Eine in jeder beziehung phantasiereiche Choreografie, auch der Bewegungen. Sie bringt die ganze Bühne zum Tanzen; unter anderem Dr. Falke, den der großartige Erwin Hurni  und Prinz Orlofsky, sehr routiniert Sandra Rohrbach, die beide sich sichtlich über ihren gelungenen Streich amüsieren.

Ob das Gefängnis, in welchem Eisenstein am nächsten Morgen eine Arreststrafe sitzen muss, unter dem Direktor Frank, Erich Bieri, und seinen Gerichtsdiener Frosch, Rudolf Ruch, in guten Händen ist, bringt Zweifel auf, aber zumindest kommt dank ihnen eine tolle Stimmung hinter den Mauern auf. Wenn man also einmal ins Gefängnis muß, dann bitte in dieses! Auch Alfred, Simon Witzig, der irrtümlich eingesperrte Gesangslehrer und Liebhaber Rosalindes, trägt mit  humorvollen Gesten und Melodien zur perfekten Gefängnistsimmung bei.

Das Orchester und der Chor erreichen unter der musikalischen Leitung von Caspar Dechmann eine lobenswerte Leistung. Offen steht, ob die Akustik des Saales dazu beigetragen hat, dass manchmal besonders die Frauenstimmen leider etwas gedeckt wurden. Obwohl die Operette ihre gewisse Länge besitzt, war es ein erfrischender, künstlerisch anspruchsvoller, wienerischer Abend. Die Operettenbühne Hombrechtikon ist ihrer Bezeichnung treu geblieben und auch die weiteset Anreise wert.

Marie-Thérèse Albert

Redaktion: Peter Bilsing

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