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Sopranistin Julia Amos im Gespräch:

„Jeder Mensch hat etwas Besonderes“

Julia Amos-Portrait by Gerardo Garciacano

Julia Amos-Portrait by Gerardo Garciacano

Seit der Saison 2009/2010 ist die Sopranistin Julia Amos festes Ensemblemitglied der Oper Dortmund. Gerade eben hat sie ihren Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Über ihre Zeit in Dortmund, ihrem jüngsten Erfolg als Adina in Donizettis Oper „Der Liebestrank“ und über weitere Pläne und persönliche Ansichten führte ich mit der Künstlerin ein Interview, mit dem ich meine Reihe über junge erfolgversprechende Sängerinnen und Sänger, die nicht nur mir positiv auffielen, fortsetze.

Das Premierenpublikum und die überwiegende Mehrzahl der anwesenden Opernkritiker waren sich einig, dass Julia Amos in der Rolle der Adina stimmlich, als auch schauspielerisch, auf ganzer Linie überzeugte. Peter Bilsing, vom renommierten Internet-Opernmagazin „Der Opernfreund“ schrieb u.a. begeistert: „Frau Amos halte ich für eine ausgesprochen charmante Idealbesetzung dieser Rolle – dass sie die stimmlich durchaus heiklen Passagen auch noch mit superber Technik und Brillanz überzeugend meisterte, erfreut das Herz sowohl des Kritikers, als auch des Publikums, welches sie gebührend und mit finalen standing ovations ausgiebig feierte.“ Wohl wahr!  

Jeder Mensch hat etwas besonderes

Nach erfolgreichem Gesangsstudium in Berlin bei Professorin Elisabeth Werres, die auch einem Dortmunder Publikum aus den vergangenen Jahren als Sopranistin in guter Erinnerung ist, folgten erste Auftritte in Nürnberg, Darmstadt und Heidelberg.Ihr erstes festes Opernengagement führte sie nach Regensburg, bevor sie schliesslich 2009 Ensemblemitglied an der Dortmunder Oper wurde.

„Das erste Jahr war schon gewöhnungsbedürftig. Aber seitdem fühle ich mich sehr wohl und kenne die grünen Ecken der Stadt“, antwortet sie auf die Frage, wie es der naturverbundenen Künstlerin, die im ländlichen Kirchheim in Baden-Württemberg aufgewachsen ist, in Dortmund gefällt.

Julia Amos - Foto by Gerardo Garciacano

Julia Amos – Foto by Gerardo Garciacano

Dort sang sie bisher u.a. die Lauretta in „Gianni Schicci“, die Despina in „Cosi fan tutte“, die Titelrolle in “Lucia die Lammermoor”, als auch die Susanna in „Hochzeit des Figaro“. Zudem gastierte sie als Adele in „Die Fledermaus“ am Aalto-Musiktheater in Essen. Für die nächste Dortmunder Theatersaison wird sie in der Eröffnungspremiere von Verdis „Don Carlo“ den Pagen Tebaldo singen. Weitere neue Partien sind in der kommenden Saison geplant. Um welche es sich dabei handelt, wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben. Vielleicht soviel: die Fans von Julia Amos dürfen sich auch dann wieder auf Rollendebüts der lyrischen Sopranistin freuen. Das offizielle Programmheft der Bühnen der Stadt Dortmund für die Saison 2013/2014 erscheint zum 15. Mai 2013 .

In unserem Gespräch ging es auch um die große Konkurrenz, denen sich gerade junge Sängerinnen und Sänger im heutigen Theaterbetrieb stellen müssen und ob dies für sie ein Problem darstellen würde: „Eigentlich nicht,“ so Julia Amos, „denn wir geben unser Bestes und schliesslich hat jeder Mensch etwas besonderes, was dann auch irgendwann im entsprechenden Moment zum Tragen kommt.“ Ihr ist auch wichtig, sich nicht auf ein bestimmtes Stimmfach festzulegen, denn „manche Rollen kommen manchmal ungeplant und zudem entwickelt sich die Stimme im Laufe der Zeit“, sagt sie im Gespräch. Gefragt, welche Partien sie für die Zukunft reizen würden, nannte sie spontan die Pamina aus Mozarts Zauberflöte als auch die Gilda aus Verdis Rigoletto. Eine Partie, mit der auch die große italienische Sopranistin Renata Scotto viel verbindet. Eine Sängerin die Julia Amos besonders schätzt.

 

Vor der Premiere – nach der Premiere

Julia Amos u. Christian Sist -Foto by Gerardo Garciacano

Probenfoto Der Liebestrank: Julia Amos u. Christian Sist -Foto by Gerardo Garciacano

Für viele Künstler ist der Tag der Premiere, oft auch der Vortag, eine nervenaufreibende Zeit. Das berühmt-berüchtigte Lampenfieber setzt bei dem einen oder der anderen ein. Manche brauchen diesen Zustand, für wieder andere ist es eine schlimme Zeit. Bei der jungen Dortmunder Sängerin läuft hingegen alles eher etwas gemächlich, aber durchaus ritualisiert ab. „Einen Tag vor der Premiere stellt sich bei mir auch die Nervosität ein. Dann lenke ich mich mit alltäglichem ab, wie einkaufen, Wohnung aufräumen, putzen und was sonst so anfällt, damit Klarheit um mich rum ist. Am Tag der Premiere schlafe ich länger, geh spazieren, gönne mir ein gutes Mittagessen und danach einen Mittagsschlaf“, beschreibt Julia Amos ihren eigenen Ablauf an einem solchen Tag. „Ich gehe meine Rolle gedanklich noch mal durch, dann gehe ich ins Theater“.

Dann muss alles klappen, was in wochenlanger Probenarbeit einstudiert wurde. So wie in der Premiere vom „Liebestrank“ und ihrem erfolgreichen Rollendebüt als Adina. Und hier klappte es glänzend. Sie wurde vom Publikum frenetisch gefeiert. „Es war eine wunderbare Zusammenarbeit mit meinen Kollegen, die mir auch viel Freude bereitet hat“, sagte sie in unserem Gespräch. Das war auch beim Publikum angekommen, die hingerissen vom Dortmunder Liebestrank und von Julia Amos waren.

Premierenfeier Der Liebestrank-Fotoy by Sascha Scharf

Premierenfeier Der Liebestrank-Foto by Sascha Scharf

„Wenn das Publikum so begeistert ist, ist das eine große innere Freude. Eigentlich so etwas wie eine Hauptgage,von der man sich zwar nicht abhängig machen will, sie aber dennoch geniesst. In dem eigentlichen Moment jedoch ist man noch so auf Vorstellungsadrenalin, dass man das erst später realisiert“, beschreibt Julia Amos den Moment, der wohl zu den Höhepunkten ihrer bisherigen Karriere zählen dürfte.

Aber es war auch ein Moment in ihrer jungen Karriere, den viele sehr aufmerksam wahrgenommen haben. Julia Amos ist eine sehr begabte Sängerdarstellerin versehen mit einem angenehm klingenden lyrischen Sopran mit scheinbar müheloser Höhe und geläufigen Koloraturen, gepaart mit einer großen Portion bühnenpräsenter Spielfreude und Verwandlungsfähigkeit. Dortmund hat immer wieder große und vielversprechende Gesangstalente an sein Haus binden können. Zweifelsohne gehört auch Julia Amos dazu.

 

*Fotos: mit frdl. Genehmigung von Gerardo Garciacano

*Foto Premierenfeier der Liebestrank by Sascha Scharf (v.l.n.r. Gerardo Garciacano, Lucian Krasznec, Julia Amos, Intendant Jens-Daniel Herzog)

*Links: Künstlerbiografie Julia Amos Theater Dortmund

 

Das Interview führte Opernfreundkritiker Detlev Obens im Mai 2013

 

http://obensbloggt.de

 

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