DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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DER KONTRAPUNKT

 

 

Wahl zur Goldenen Stechpalme 2013

“art but fair” verleiht zum ersten Mal den Negativpreis

Aus der mittlerweile legendären Facebook-Seite „Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse“, die inzwischen über 16.000 Likes zählt und täglich weiter wächst, hat der Vorstand von “art but fair” die neun negativsten Beispiele des Jahres 2013 herausgefiltert. Das Publikum hat nun die Möglichkeit, darüber abzustimmen, wer die peinliche Auszeichnung erhalten soll. (Zitat)

Ich denke, daß unsere Opernfreund-Leser sich daran beteiligen könnten. Hier die möglichen Kandidaten. Klicken Sie sich ein, liebe Opernfreunde und stimmen Sie mit ab.                                                                        P.B.

 

1. RESET PRODUCTIONS (ehemals: AKTIV EVENT), D – Gera

Inhaber: Michael Noll

Welche Produktionsfirma schuldet Euch noch Geld? Ich vermute mal, dass die Firma die ich jetzt nenne und die leider Insolvenz angemeldet hat und uns deshalb das Geld schuldig bleiben wird, hier öfter erwähnt wird: AKTIV EVENT: schuldet mir ca. 12000€. Mich würde interessieren, ob diese Firma vielleicht unter einem anderen Namen weiter agiert?“

Ja, diese "Firma" schuldet vielen Menschen Geld und nennt sich jetzt (ich glaube nach der mittlerweile dritten Insolvenz) "RESET PRODUCTIONS". Ich bin noch mit nem blauen Auge davongekommen, weil ich mich irgendwann geweigert habe, weiter aufzutreten, wenn mein Geld nicht kommt. Dann haben sie mich "freigestellt" und einfach ersetzt. Das ausstehende Geld bekam ich dann glücklicherweise über den Anwalt. Trotz allem haben viele Kollegen von mir im nächsten Jahr die Tournee entgegen besseren Wissens wieder mitgemacht und sind auch auf Gagen in tausender Höhe sitzengeblieben.“

 

2. Wacken Open Air - ICS Festival Service GmbH, D – Dörpstedt

Geschäftsführer: Thomas Jensen & Holger Hübner

"Ein Bekannter von mir spielt in einer Band, die dieses Jahr auch in Wacken auftreten wird. Auf meine Frage (ist ja ein großer Veranstalter) was der Veranstalter dafür bezahlt, bekomme ich die Antwort: „Gar nichts. Keine Unterkunft, keine Gage, nur ein wenig Fahrgeld.“ Für ihn ist es eine Ehre, dort spielen zu dürfen... und offensichtlich gibt es genug Bands, die auf solchen Festivals für die Ehre spielen, immer in der Hoffnung, dass durch CD Verkauf und GEMA wenigstens etwas reinkommt. Und das alles trotz eines Besucherticketpreises von 120,-€ und über 80.000 Besuchern... Mal gespannt, ob die Bands demnächst dafür zahlen müssen, wenn sie dort spielen wollen!"

 

3. Salzburger Festspiele, A – Salzburg

Intendant und Künstlerischer Leiter: Alexander Pereira

"Auch in der 'Oberliga' geht es nicht viel anders zu. Die Salzburger Festspiele zahlen seit Alexander Pereira keine Probenpauschale mehr, sondern nur die Abendvorstellungen. Die Öffentliche Generalprobe (mit teuer verkauften Karten) gilt übrigens nicht als 'Vorstellung', sondern als 'Probe' und wird somit nicht vergütet. Hotelkosten werden keine übernommen, es gibt eine kleine Reisekostenpauschale. Wenn ich also nach den 6 Wochen Proben krank bin und keine einzige Vorstellung singen kann, gibt es nicht nur keine Gage, sondern ein dickes Minus zu verbuchen. Aber wer will nicht bei den Salzburger Festspielen dabei sein 'dürfen'? So akzeptiert man halt diesen Vertrag.“

 

4. Domkirche St. Stephan, A – Wien

Kirchenmeister (Finanz- und Verwaltungsdirektion): Mag. Tamas Steigerwald

"Lieber Herr N.,

wie gerade telefonisch besprochen, machen wir am 6. Juli im und für den Dom das Verdi Requiem und ich bin gerade am zusammentragen der letzten Details:

Spesenersatz EUR 300,00. GP am Vormittag des Konzerttages, ab 9:30 im Dom. Zwei Freikarten.

Wir würden uns freuen, wenn es wieder klappte, und senden beste Grüße ..."

Es folgte eine Email mit der Frage, ob die Gage verhandelbar sei. Die Antwort lautete, dass dem nicht so sei, da das Konzert ja zu Gunsten des Domes stattfinden würde und Geld dafür übrig bleiben solle. Die Fahrtkosten könnten aber erstattet werden und ein "Stückchen Himmel sei auch sicher".

 

5. Veranstaltungs- und Festspiel Ges.m.b.H., A – Gmunden

Intendantin und Künstlerische Leiterin: Jutta Skokan

"Ich habe mich für ein groß akquiriertes Vorsingen für 'Cosi fan tutte' des Stadttheater Gmunden gemeldet und folgende Antwort bekommen:

'Vielen Dank für Ihr Interesse und für Ihre Anmeldung zum Vorsingen am 13. Juni. Wir werden die Einteilung der Kandidaten am kommenden Mittwoch per Email ausschicken. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine halbszenischen Produktion. Das TU-Orchester ist ein sehr gutes Amateur-Orchester, das in Wien sehr bekannt ist und schon große Projekte realisiert hat wie z.B. Konzerte im Musikverein, im Auditorio Nacional (Madrid), etc... . Erfahrung zu sammeln, mit einem Orchester aufzutreten und sein Können bei den Gmundner Festwochen zu zeigen, das ist das Ziel dieser Produktion. Es ist uns leider nicht möglich, eine Gage für die SängerInnen zu bieten. Wir werden uns jedoch bemühen, eine DVD der Vorstellung zu produzieren und diese für die Solisten bereitzustellen. Wir hoffen, mit Ihnen beim Vorsingen rechnen zu dürfen und freuen uns auf eine Zusammenarbeit. Mit musikalischen Grüßen' "

 

6. Kultusministerium Sachsen-Anhalt, D – Magdeburg

Kultusminister: Stephan Dorgerloh

Die durch Reduzierung der Landeszuschüsse erzwungene Verkleinerung der Theater- und Orchesterlandschaft von Sachsen-Anhalt regt die Menschen auf: „Das ist wüstes Rumgeholze ohne jeglichen Sinn und Verstand. Der Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau, André Bücker, ist nicht bereit, die Kürzungen der Landeszuschüsse zu akzeptieren. Damit knalle das Land Sachsen-Anhalt, das sich als Kulturland bezeichne, besagte Kultur in den Orkus.“

 

7. Festival La Perla AG, CH – Pfäffikon/ZH

Geschäftsleitung: Georges Bernhard Egloff

"Skandal um AIDA Pfäffikon... Der Zynismus der Veranstalter kennt keine Grenzen: In den definitiven Musikerverträgen für Aida wird ein Bruttolohn angeboten, der noch 30% tiefer als das vormalige Dumpingangebot liegt! 3-stündige Probe CHF 56.- brutto, 3-stündige Vorstellung CHF 91.- brutto. Die Begründung: Es handle sich um ein Ausbildungsprojekt und es sei nicht mehr Geld vorhanden. Beides stimmt nicht.

Die geplanten Ausgaben für 78 Orchestermusikerinnen und -musiker betragen gerade mal 4.3% des Gesamtbudgets der Produktion in Höhe von CHF 3.5 Mio. Berechnungen des SMV zeigen, dass bei gutem Wetter und guter Auslastung wesentlich höhere Einnahmen als budgetiert erwartet werden können. Die Musikerinnen und Musiker, die zumeist über einen Masterabschluss einer Hochschule verfügen, sollen aber nicht daran beteiligt werden, im Gegenteil: Sie sollen den Veranstaltern auch noch das Schlechtwetterrisiko abnehmen. Eine derart respektlose Trinkgeld-Mentalität den Orchestermitgliedern gegenüber ist inakzeptabel und darf auf keinen Fall durch Steuergelder des Kantons Zürich gefördert werden! ..."

 

8. Herwald Artists, D – Karlsruhe

Inhaber: Thomas Herwald

Nächstes Vorsingen: … Nach dem Vorsingen werden die Mitarbeiter der Agentur entscheiden, ob die Möglichkeit einer geschäftlichen Zusammenarbeit besteht. Bitte erkundigen Sie sich per Mail nach dem Ergebnis.

Die anteiligen Kosten für Raumnutzung, Energieverbrauch und Reinigung von 45 Euro sind vor dem Vorsingen in bar gegen Quittung und Teilnahmebestätigung zu entrichten. Separat mit dem Klavierbegleiter ist das Honorar für seine Leistung abzurechnen (ca. 15 Euro). Diese Kosten können von Ihnen wie auch Ihre Auslagen für Anreise, Hotel etc. als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Wir freuen uns auf das Vorsingen mit Ihnen.“

 

9. Theater Konradhaus, D – Koblenz

Intendantin und Gründerin: Ingrid Sehorsch

Wir, das Konradhaus sind ein kleines privates Theater mit schöner Atmosphäre. Unser Saal fasst 99 Sitzplätze. Kurzfristig gesucht werden Schauspielerinnen, die aus Griechenland, Italien und Osteuropa kommen. Es können auch gerne Schauspielerinnen aus Deutschland sein, mit oben genannter Herkunft. Die Bewerberinnen müssen Deutsch beherrschen, gerne mit Akzent aus den oben genannten Ländern, sowie gut singen können, gerne mit Gesangsausbildung.

Probenpauschale: 50,00 EUR. Jede gespielte Veranstaltung: 20,00 EUR.“

 

Das Copyright für diese Vorschläge und Texte liegt bei ART BUT FAIR

 

 

 

 

 

Bilsing in Gefahr

überarbeitet 2/2014

EINST AN DER SCHWEIZER GRENZE

(Grenze Bregenz, Juni 2011 -  ca. 15 h)

Als ob ich es geahnt hätte. Mal wieder! Alle dürfen fahren, nur mein schmutziger alter Golf wird zielgenau - zwischen lauter Mercedes Geländewagen-Panzern, Luxuslastern à la Audi Q 7 und weiteren Prunkkarossen mit Chauffeur - herausgewunken.

Zöllnerin (mit finsterem Blick): Sie haben keine Vignette!

PB: Stimmt auffallend! 

Zöllnerin (Ihr Blick wird noch finsterer und erinnert mich fatal an ein ehemalige DDR-Grenzerin vor 20 Jahren, die ich mit "Grüß Gott Genossin" ansprach als alter ebenfalls-Ossi):

Haben Sie vor, über Schweizer Autobahnen zu fahren?

PB: Aber... Frau Oberzollrätin! Dann hätte ich doch eine Vignette!

Um es einmal klar und deutlich zu sagen: Ich aber halte Vignetten für eine Form mittelalterlicher Wegelagerei; sozusagen modernes Raubrittertum. Bei den Milliarden, welche die Schweiz an nichtabgeholten Judenvermögen einkassiert hat und den Zinsgewinnen aus dem Blutgeldern der Weltdiktatoren, dürfte die Schweiz eigentlich so etwas nicht nötig haben. Sehr peinlich! Außerdem heißt das grammatikalisch richtig "auf Schweizer Autobahnen zu fahren!"

Zöllnerin: Was wollen Sie in der Schweiz?

PB: Meinen Sie die Frage ernst?

Zöllnerin: Ich meine alles ernst! Sehr ernst!

PB: Ich möchte am Bernina-Gletscher einen Schneemann bauen!

Zöllnerin (barsch fragend): Wollen Sie mich auf den Arm nehmen? 

PB: Sie meinen "verarschen"?

Zöllnerin: In etwa!

PB: Frau Oberkriminalrätin! Was meinen Sie denn wohl, was das Presseschild da vorne in meinem Auto bedeutet? Und der danebenliegende Ausweis!

Zöllnerin: Sind Sie Journalist?

PB: Können Sie lesen?  

Zöllnerin: Wieso?

PB: Das Kleine, was da  rechts klebt, ist ein internationaler Presseausweis! Wenn Sie lesen könnten, wäre diese Frage überflüssig!

Zöllnerin: Bringen Sie irgend etwas mit in die Schweiz?

PB: Ja Geld! Und ein Wurstbrot! Das esse ich aber sofort auf, wenn Sie möchten. 

Zöllnerin: Wieviel Geld?

PB: Sage ich nicht!

 

Die Zöllnerin geht zu einem Kollegen und bespricht sich länger.

Kollege kommt und fragt: Haben Sie ein Navigationsgerät?

PB: Was ist das wohl da für ein kleiner Kasten der mittels eines schwarzen Saugnapfes da mitten auf meiner Windschutzscheibe prangt?

Zöllner: Zeigt das Gerät Radarstationen und polizeiliche Messpunkte an?

PB: Das wäre ja illegal!

Zöllner: Sehr richtig! Zumindestens bei uns in der Schweiz!

PB: Wusst ich es doch. In Österreich übrigens nicht!!

Zöllner: Öffnen Sie bitte ihren Kofferraum!

PB: Ich habe keinen Kofferraum - das ist ein Golf Variant!

Zöllner (droht ärgerlich zu werden): Wie bitte?

PB: Und wenn ich jetzt die Schweizer Nationalhymne singe?

Zöllner: Kennen Sie die denn?

PB: Nö! Aber die Heckklappe ist offen! Sie dürfen darin wühlen, soviel Sie wollen! Aber passen Sie bitte auf die Spritzen auf!

Zöllner (legt die Hand schon auf sein Waffenholster): Waaaas........?

PB (grinsend): Kleiner Scherz!

Zöllner: Haben Sie Drogen oder Ähnliches dabei? 

PB: Was verstehen Sie unter "oder Ähnliches"?

Zöllner: Zum Beispiel Alkohol und Zigaretten!

PB: Ist das in der Schweiz verboten?

Zöllner: Bitte beantworten Sie meine Frage!

PB: Nein! Habe ich nicht dabei - diesmal.

Zöllner: Und Drogen?

PB: Was für Drogen?

Zöllner: Haschisch oder Marihuana z.B.

PB: Das ist Tabak in meinen Augen!

Zöllner: Haben Sie nun so etwas dabei?

PB: Heute ausnahmsweise mal nicht.

 

Es kommen noch zwei weitere Zollbeamte und man fängt an mein Auto zu durchsuchen, findet aber nichts.

PB: Wollen Sie nicht auch die Polster aufschlitzen?

Zöllner: Wo ist denn ihr Warndreieck?

PB: Links in der Klappe!

Findet die Klappe öffnet diese und kontrolliert mein Warndreieck, indem er es zusammenbaut; eine haklige Angelegenheit, denn hier spart Volkswagen.

Zöllner: Merde..

PB: Wie bitte?

Zöllner: Jetzt krieg ich das Ding nicht mehr wieder auseinandergebaut...

PB: Egal!  Wollen Sie nicht auch noch die Luft aus meinem Reifen lassen? Homosexuelle z.B. verstecken Verbotenes auch gerne lustvoll im Enddarm!Oder die Mädels in ihrer...

Zöllner: Jetzt reicht es aber!

 

Die Zöllnertruppe verschwindet im Zollhaus und kontaktiert einen anscheinend Hochrangigen. Es folgt wildes Gestikulieren und ständiges Zeigen in meine Richtung. Ich verfolge das Ganze mit meinem Fernglas! Via Smartphone suche ich sicherheitshalber schon einmal die Telefonnummer des deutschen Botschafters in Zürich heraus.

30 Minuten später darf ich fahren...

 

P.S.

Ich beschließe, doch ein Stück über die Autobahn zu fahren; auch ohne Vignette und werfe, als keiner mehr hinter mir ist, Müll aus dem Fenster. Dann schalte ich die Radarwarnfunktion meines Navis ein!

Darüber hinaus werde ich einen Brief an Jean Ziegler schreiben (Autor von: "Die Schweiz wäscht weißer") - jenem tollen Buch, welches  genau beschreibt, wie der Schweizer Banken-Reichtum u.a. durch nicht mehr abgeholte Judengelder ursprünglich zustande kam

...und

wie international  gesuchte Schwerverbrecher und afrikanische Massenmörder mit Polizeischutz vom Flughafen Genf zwischen Demonstranten hindurch zur nächsten Schweizer Bank und wieder retour eskortiert wurden. (s.u.)

 

 

 

 

 

RINGFLATION

Ein überfälliges Essay von Peter Bilsing 

6.10.2013

Wahn, überall Wagnerwahn... 

Gut nun - Richard Wagners RING DES NIBELUNGEN ist mit rund 16 Stunden das längste Opernwerk aller Zeiten. Daß der Meister es auf vier Tage verteilt hat, tut den Sitzschmerzen keinen Abbruch, denn die 2,5 Stunden "Rheingold" des ersten Tages laufen ohne Pause ab und die weiteren Stücke (Walküre, Siegfried & Götterdämmerung) haben zwar zwei Pausen, aber sind praktisch in jedem der drei Akte schon italienische Abendfülle; weswegen alle Musiker für diese Opern auch gleich zwei sogenannte "Dienste" bezahlt bekommen.

Wagner ist der Erfinder des Orchestergrabens

Dieses Monsterwerk sollte eigentlich nur in Bayreuth aufgeführt werden, dem großen Meister RW war schon klar, daß sein geradezu gigantisch besetztes Orchester jede noch so gute Stimme übertünchen würde - weshalb er den Orchestergraben besonders tief (er geht weit unter die Bühne, wie eine richtige Wurmhöhle) gestalten ließ. Vorne schuf er eine große Schall-Blende am Übergang zum Zuschauerraum; so daß die Musik, also der Schall nur indirekt ins Publikum gelangten.

Echter Wagnerklang geht nur in Bayreuth

Einzig da, und nur da - gemeint ist das Bayreuther Festspielhaus - können also seine Werke in der richtigen Abstimmung zwischen Orchesterlautstärke und gesanglicher Verständlichkeit korrekt realisiert werden. Warum man solche Blenden, als demontierbares Mobiliar, nicht auch bei anderen Opernhäusern einbaut, ist mir ein absolutes Rätsel.

Wagnersche Walküre

Das führte vor allem im späten letzten Jahrhundert zu Monsterstimmen von Künstlern mit teilweise monströsen Körpermaßen; von den Altar-Wagnerianer in Salzburg, Wien, der Scala, an der MET und sonst wo solange bejubelt, bis ihre Stimmen ruiniert waren. Zu den ganz unrühmlichen Ruinator-Legenden gehörte (Pars pro Toto) der "große" Herbert von Karajan - eines von seinen vielen Opfer die einstmals fabelhafte Rheinopern-Ikone Ursula Schröder Feinen. Sie beendete ihre Kariere in einer Bratwurstbude am Kölschen Rhein.

Musiktheater

Heute, im Zeitalter des zurecht so betitelten "Musiktheater", wird im Orchestergraben nicht mehr so stimmtotschlägerisch herumgeholzt, sondern man bemüht sich (was zugegebener Maßen bei Wagner sehr schwer, aber umsetzbar ist) um ein ausgeglichenes Klangbild und um Textverständlichkeit. Übertitel des deutsch gesungenen Textes in Deutsch sind heuer keine Seltenheit mehr, muten aber dennoch irgendwie an, als wären sie von Loriot erfunden worden.

Ringflation

Der RING blieb also, zumindest bis zur Jahrhundertwende (mit Ausnahmen), nur größeren Häusern vorbehalten. Und das war gut so! Das 21. Jahrhundert gerierte langsam und zunehmend zum Opernzeitalter der "Ringflation" - jede mittlere Pommes-Bude, jedes noch so kleine Provinz- und Reisetheater setzte Ritchies RING aufs Programm. Da wollte keine hinter dem anderen zurückstehen.

"Heh - wir haben auch ein Recht auf den RING!" erscholl es aller Orten. Und all die lokalen Kritiker berichteten von berückenden Produktionen auf internationalem Niveau (!) in Quadratquietschendorf, Oberuntertürkheim am Walde, Kleinbonnum oder Hinterfuzzingen an der Leier.

Kleinkarierte Kritik, daß ihr Haus nur maximal der Hälfte der von Wagner geforderten Musikern Platz im Orchestergraben böte, zeigte man forsch die Kämpfer-Stirn und präsentierte reduzierte Orchester-Fassungen z.B. von Lessing und Co. - oder man sourcte ganze Orchestergruppen aus und spielte sie per Lautsprecher ein, was beim durchschnittlichen Alterslevel der Besucher "teutscher" Opernhäuser von rund 60 Jahren, dann ohnehin kaum jemandem auffiel oder störte.

Heute gibt es ganz kleine Microports

Oder fiel Ihnen, verehrte weltgebildete und weitreisende Leser & Opernfreunde, jemals auf, daß in gut der Hälfte aller Weltklassehäuser heute die Sänger schon regelmäßig elektronisch verstärkt werden? Kein Scherz! Technisch ist das im Zeitalter, wo man TV-Kameras oder Mikrophone schon im quasi hohlen Zahn verstecken kann, ein Kinderspiel. Man braucht nur einen exzellenten Toningenieur - den man dann allerdings auch mit einem Unkündbarkeitsvertrag ausrüsten sollte. Seien Sie versichert, daß ich mindestens zwei dieser Leute persönlich kenne :-).

Zurück vom RING

Jetzt sprechen Sie mir bitte zehnmal nach: "Wagners RING ist nicht für kleine und mittlere Häuser komponiert worden!" schreiben es nun bitte 100 Mal hintereinander auf und verschicken es an alle Dirigenten, Intendanten und Sänger, die sie kennen oder von denen Sie wenigstens eine Adresse haben. Oder befragen Sie bei der nächsten Opernpremiere mal die Dame am Pressetisch oder ihren Apotheker. Es liegt an ihnen!

Wegschließen!

Wenn ich etwas zu sagen hätte, würden die Ring-Noten für die nächsten zehn Jahre gesperrt. Danach würde dieser RING DES NIBELUNGEN mal wieder, wie früher (Ja - ich bin Nostalgiker, nicht alles war schlecht früher ;-) zu einer Ausnahmeveranstaltung im Mittelmaß des allgemeinen immer noch viel zu hoch subventionierten Operntreibens in Deutschland. Wir würden wieder (hoffentlich!) das auch zu sehen bekommen, was sich in der Musik Wagners ausdrückt, nämlich irgendwie und irgendwo hehre Geschichten, Träume, Fabeln, Mythen oder Märchen von Göttern & Menschen - muß ja nicht gleich ein "Siegfried" im Bärenfell sein.

Magie und Zauber statt Müll

 Und im Zeitalter der ausgefeilt technisch-optischen Magien und Wunderbilder (gehen Sie mal in den wunderbaren Fantasy-Film "Thor" oder bestellen sich den schönsten und phantasiereichsten Märchenfilm aller Zeiten "Der Sternwanderer"), dann wissen Sie, was ich meine. Wovon der sehr erfinderische Wagner nur träumte, in der szenischen Realisation seiner Opern, das ist heute Realität und machbar. Unsere Opernhäuser geben Unsummen aus für Produktionen, die aussehen als wären sie vom Sperrmüll ausstaffiert und mit Dritte-Welt-Kleidung aus Containern oder restaurierter Nachkriegsware ausgestattet - aber ich habe noch in keiner Produktion gelesen, daß hier je ein Illusionist oder Magier für tolle Zaubereien beschäftigt wurde. Stattdessen dominiert der Brechtsche Vorhang oder der Koskysche Umzugskarton viele Bretter, die einst die Welt bedeuteten.

Nie wieder im Pissoir

Ich frage mich und muß sagen, daß es mich regelrecht anwidert, daß bald alle RING-Szenarien der letzten Jahrzehnte (von der Kritik hochgejubelt) nur noch auf schäbig verdreckten Pissoirs, in schmuddeligen Bordellen, auf Spießers Sofa, in verschmierten Harz-4 Wohnanlagen, Irrenanstalten, im Sperrmüll Asozialer oder direkt auf der städtischen Müllhalde spielen. Und als Krönung pisst Siegfried bei der Schwertschmelze (München), falls überhaupt vorhanden, noch auf die Glut.

Viele Regisseure, die Wagner inszenieren hassen ihn. Einziges Ziel ist die Provokation, das Niedermachen und die Publikumsverärgerung. Nun war der alte Richard sicherlich auch kein angenehmer Mensch - aber warum müssen Regisseure ihren Weltschmerz, Volkshass, ihre kommunistisch geprägtes Weltbild und ihr Weltverbesserertum nun immer nur und so höchst destruktiv schmutzig und illusionslos an Richard Wagner auslassen.

Wagner war übler Rassist

Natürlich hat er neben diesen tollen, berauschenden Opern auch recht hirnrissige, übelst denunziatorische und rassistisch demagogische Texte verfasst - er war ein mieser Judenhasser par Excellence; wie viele seiner Zeitgenossen; menschlich - würden wir heute sagen -  ein echtes Ar......h

Aber weder trägt er die Verantwortung für den Holocaust, noch den Vietnamkrieg, die Ausrottung der Indianer, der Inkas oder der Millionen stalinistischer GULAG-Opfer. Wagner ist auch nicht Schuld an der Verödung unserer Städte, der Verblödung der Menschen, der zwei-Klassengesellschaft, den Bankenskandalen, ertrinkenden Boat-Pepole, Mafiamorden oder dem (gottbefohlenen?) Kindsmißbrauch durch Priester. Doch eines hat er erkannt: Es geht im RING um das Übel auch der Menschheit heutiger Tage: DIE GIER. Die Götter gingen immerhin daran zugrunde....

Bayreuth aktuell

Dann lobe ich mir schon wenigstens den Blödsinns-Ring im diesjährigen Bayreuth - zwar haben die durchaus passablen Bühnenbilder nicht das Geringste mit dem Libretto zu tun, aber sie störten auch nicht, waren immerhin ästhetisch, schön professionell gefertigt und bunt anzusehen.

Erinnerten mich an den moderner Realismus eines Hopper oder Bellows. Aber jetzt mal Hand aufs Herz, liebe Leute, was erwarte der Opernfreund von einem Regisseur, der nicht die geringste Ahnung vom Fach Opernregie hat - der also davon so viel versteht, wie die sprichwörtliche Kuh vom Segelfliegen.

Wer zahlt für solch einen Unsinn soviel Geld ?

"Wahn! Wahn! Überall Wahn! Wohin ich forschend blick in Stadt- und Weltchronik, den Grund mir aufzufinden, warum gar bis aufs Blut die Leut sich quälen und schinden in unnütz toller Wut?"

(Monolog des Sachs aus den "Meistersingern")

 

*Dank an meinen lieben Freund Peter Klier für die Karikaturen (c) Wagnerlaweia

 

 

 

Karten für Generalproben in Bayreuth

Leichter aus dem Knast zu bekommen?

28.8.13

Wie kommt man zu Karten für Generalproben in Bayreuth? Das wissen nur Eingeweihte – und die nehmen ihr Wissen mit in das Grab. Doch halt, es kann auch einer zu drei Jahren Haft verurteilten Betrügerin gelingen. Die Dame bekam ganz offiziell Hafturlaub und stolzierte an einigen ihrer “Opfer” vorbei in die heiligen Hallen. Das ärgerte diese natürlich (die Opfer, nicht die Hallen) - und der “Nordbayerische Kurier” machte daraus eine Story!

Freunde, seid nicht neidisch. Bei dem, was man dieses Jahr in Bayreuth vorgesetzt bekam, könnte man den Besuch etwa der “Tannhäuser”-Generalprobe auch als Strafverschärfung auslegen! Und just mit diesem “Tannhäuser” beginnen die Festspiele 2014. Ist den Bayreuthern noch zu helfen?

 

 

 

Anton Cupak (Hrg. MERKER-online)

 

 

Kultur mit Aussicht?

21.08.13 

Die Kultur des Bergischen Landes, zumal seiner Metropole Wuppertal ist seit einiger Zeit in heftiger Bewegung. Es durchaus nicht immer erfreulich, was da geschieht, doch zeigen junge Initiativen Positives, während Unerfreuliches ein schlechtes Licht auf die Kulturpolitik wirft. Gestatten Sie mir ein paar Streiflichter zum Gesprächsstoff der letzten Wochen aus ganz persönlicher Sicht.

Beginnen wir mit einem Ende: Man solle wenn es am schönsten sei gehen, empfiehlt der Volksmund. Die Galerie „epikur“, unter der Leitung von HP Nacke für mehr als drei Jahrzehnte ein integraler Bestandteil nicht nur der Wuppertaler Gesellschaft, offen auch für experimentelles Theater, Musik und exzellente Gesprächsrunden, hat ihre Tätigkeit eingestellt. Die Kunstwelt weit über den Bergischen Raum hinweg hat von dort aus Energie bezogen, die fortwirken wird. Nach glanzvollen Jahren an der Friedrich-Engels-Allee und zuletzt dem eleganten Quartier an der Friedrich-Ebert-Straße zog Hans-Peter Nacke mit einer artigen Verbeugung den Schlußstrich.

Nicht fortwirken wird das Wuppertaler Schauspiel in seinem einzigartigen, von Gerhard Graubner 1964-66 erbauten und als Baudenkmal geschützten Haus. Das steht wie sein in den letzten Jahren dramatisch geschrumpftes Ensemble zur Disposition. Einst von Intendanten wie Arno Wüstenhöfer und Holk Freytag, zuletzt Christian von Treskow zu Bühnenglanz geführt, bekommen in seinen Mauern jetzt Moos und Schimmel, dann vielleicht die Abrißbirne das Sagen. Eine „Kleine Spielstätte“ wird mit noch weniger Personal euphemistisch als untaugliches Trostpflaster angeboten. Die Pfiffe bei der letzten Vorstellung an der Bundesallee kamen viel zu spät - und richteten sich gegen den Falschen: den vorgeschickten Kulturdezernenten Matthias Nocke. Der kann nun wirklich am wenigsten dafür.

Bestand wird auch das Wuppertaler Opernensemble nicht haben, dessen künftiger Intendant Toshiyuki Kamioka, in Personalunion auch Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Sinfonieorchesters Wuppertal, zugleich GMD des Saarländischen Staatstheaters und Professor für Dirigieren an der Musikhochschule Saarbrücken, zur Übernahme seines Amtes erst einmal alle Verträge gekündigt hat. Was die Sache besonders ärgerlich macht: über Gastspielverträge dürfen die Gefeuerten wieder in Wuppertal singen. Eine perfide künstlerische Variante der Zeitarbeit. Perfekt für den Etat des Kämmerers. Man merkt wie beim Schauspiel die Absicht - und man ist verstimmt.

Angenehmeres aus der Musikwelt hört man aus Remscheid-Solingen. Das gemeinsame Orchester „Bergische Symphoniker“ der beiden Städte ist vorläufig gerettet. Es wäre auch ein Jammer um diesen schönen Klangkörper unter seinem eloquenten Leiter Peter Kuhn gewesen. Und daß die Kultur durch junge Initiativen in der Galerienszene, Oliver Bricks „Kontakthof“ in der Elberfelder Genügsamkeitsstraße, durch hervorragende Bühnen wie das TiC-Theater in Cronenberg und das TalTonTheater in der Wiesenstraße sowie durch Reintraut Schmidt-Wiens Förderarbeit im Lenneper Rotationstheater höchst lebendige Impulse bekommt, gehört auch zu den erfreulichen Nachrichten. Da kann man über den Streit um des Kaisers gezwirbelten Bart am Elberfelder Rathaus (die Agnes-Miegel-Straße gibt es übrigens noch immer) nur schmunzeln.

Hat das kulturelle Leben unsrer Region Aussichten? Aber gewiß!

 

Ihr

Frank Becker

  

Dieser Kommentar ist in geringfügig anderer Form auch als Editorial in der aktuellen Ausgabe der Kulturzeitschrift „Die Beste Zeit“ (Nr. 22) zu lesen: www.diebestezeit.net
 

 

 

Ein Schiff kann nur in eine Richtung segeln.

Toshiyuki Kamioka und das Saarländische Staatsorchester

 

15.08.13 

 Toshiyuki Kamioka - Foto © Frank Becker

 

Vor gut einem Jahr erlebte das Saarländische Staatsorchester Saarbrücken den 100. Jahrestag seines Bestehens. Sein damaliger und derzeitiger GMD Toshiyuki Kamioka, zugleich Chefdirigent des Sinfonieorchesters Wuppertal und designierter Opernintendant daselbst, sagte anläßlich dieses Jubiläums über das Saarbrücker Orchester: „Ich möchte einen Klang erreichen, den es nur hier gibt. Etwas, das nur wir haben. Und wenn man das hören will, muß man nach Saarbrücken kommen.“

Muß da nicht sein Wuppertaler Orchester und müssen da nicht seine Fans und seine Wuppertaler Musikgemeinde samt politischer Führung, zumal vor dem Hintergrund des schwelenden Kulturstreits in der Bergischen Stadt, ziemlich eifersüchtig, wenn nicht gar ordentlich vergrätzt sein?

Ein Schiff kann nur in eine Richtung segeln.

 

Frank Becker

 

 

 

PEINLICHE POSSE


Essen: Stefan Soltesz geht nach 16 Jahren weg. Das Orchester verweigert ihm die Ehrendirigentschaft

23.7.13

Dazu schreibt Anton Cupak

(Hrg. von Europas meistgelesener Opernhomepage)

 

An allem sind die Politiker nicht schuld. Stefan Soltesz hat das Aalto-Musiktheater Essen mitten in die Spitze deutscher Opernhäuser geführt – und wird nun nach 16 Jahren abgelöst. Dieser Schritt muss Kulturpolitikern zugestanden werden, zumal damit auch eine Änderung der Programmation verbunden ist. So weit, so verständlich. Absolut unverständlich ist jedoch, dass das Orchester den “Titel ohne Mittel” Ehrendirigent für den langjährigen Chef verhindert. “PeBi” schreibt in unserem Forum: “Das Orchester verweigert ihm in unseliger Kadaver-Allianz mit der Politik der Ignoranten den eigentlich selbstverständlichen und mehr als verdienten Titel “Ehrendirigent” und liefert so noch eine Abschiedsposse, wie sie peinlicher und provinzieller kaum sein kann…”

Dass das eine peinliche Posse ist, meine auch ich, der ich die Situation in Essen überhaupt nicht kenne. In Wien bekommt man so eine “Pletschn” ungefragter umgehängt, meist von Politikern, die froh sind, dass der Geehrte aus ihrem Blickfeld verschwindet. Und da Politiker in Essen und Wien von der Mentalität her nicht grundverschieden sein dürften, glaube ich nicht, dass die Politiker hinter ver Verweigerung stehen. Offenbar hat sich der nicht immer pflegeleichte Generalmusikdirektor im Orchester selbst einflussreiche Feinde gemacht. Dass diese im Augenblick des Abgangs die großartigen Momente, die sie mit Stefan Soltesz erleben durften, vergessen haben und sich nur an Konflikte erinnerten, ist der eigentliche Skandal und kleingeistig.

Online-Merker”-Rezensent Christoph Zimmermann schreibt in seiner Kritik über die “Abschiedsvorstellung “Die Frau ohne Schatten”: Die Arbeit von Stefan Soltesz in Essen erfreute sich nicht nur extremer Publikumsgunst (auch von Zugereisten), sondern schlug sich auch in Höchstbewertungen durch die Presse nieder. Immer wieder erhielten Aufführungen, Sänger, die Essener Philharmoniker und nicht zuletzt Soltesz selber „Best“-Noten. Solche Qualitätsspitze konnte freilich nur durch harte Arbeit erreicht werden, was naturgemäß nicht immer in einer entspannten Probenatmosphäre vonstattenging. Soltesz weiß selber um sein mitunter etwas cholerisches Temperament: „Um es mit dem großen George Szell zusagen: Du kannst kein guter Dirigent sein und zugleich ein netter Kerl.“ Nun denn, das ist ein weites Feld. Relevant für den Musikfreund ist letztlich die künstlerische Leistung, und die war in all den Soltesz-Jahren durchwegs exemplarisch (wobei die Konzertauftritte in der dem Aalto benachbarten Philharmonie an dieser Stelle nicht einmal beleuchtet werden konnten).

Anton Cupak (Merker-online / Wien) unten rechts

 

P.S. Hier zusammen mit dem Herausgeber PB bei der Vorbereitung ihrer Rollen SIEGFRIED (Wanderer/Mime) für Bayreuth 2014 als Coverbesetzung.

 

 

Satz des Tages (21.7.13)

AGGRESSIVES BUHRUFEN IN BAYREUTH

Von aggressiven Buhrufen habe ich Bayreuth noch nicht viel bemerkt, eher von “organisiertem Parteitagsklatschen” und frenetischem Jubel nach jeder bestenfalls durchschittlichen Aufführung. Wenn das Publikum schon so lange auf Karten warten muss, will es sich das Erlebte zumindest schönjubeln!

Anton Cupak (Hrg. MERKER-online)

         

                                   

WENIGER KOREANER! 

fordert der Rechnungshof in Karlsruhe

Das Land Baden-Württemberg unterhält fünf Konservatorien mit einem jährlichen Budget von zusammen 55 Mio Euro (Quelle: SWR). Musikausbildung ist notorisch teuer. Grund genug, mal genau hinzuschauen, ob man da etwas sparen kann, was nun der Landesrechnungshof getan hat. Da müsste man doch etwas abschneiden können in Baden-Württemberg, Regierung: Rotgrün. Wie hat diese denn überhaupt das reiche Land Baden-Württemberg, das „Ländle“, die deutsche Musterschweiz, so schnell in Armutsgefahr gebracht?

Zunächst: wo sie recht haben, haben sie recht. Die Ausbildungskapazitäten sind höher als der Nachwuchsbedarf. Das ist eine Binsenweisheit (die übrigens auf die Ausbildung von „Politologen“ in Dimensionen höherer Anzahl zutrifft. Aber die Politologen-Ausbildung gehört eben zu den besonders günstigen pro Kopf, da kann man schnell viele Studienplätze vorweisen, und als Lehrmaterial reichen die Bildzeitung und einige Umfragen aus.) Also ran an die Musiker! Damit nicht so viele diplomierte Sänger und Instrumentalsolisten später Taxi fahren müssen, würde es ausreichen, die untalentierten Studenten früher auszusortieren; dann braucht man tatsächlich weniger Kapazität. Auch das ist eine Binsenweisheit, aber zu ihrer Implementierung gehört Mut.

Nun aber kommt’s noch viel konkreter vom Rechnungshof. Bis über die Hälfte der Studierenden seien Ausländer, die anders als in ihren Heimatländern in Deutschland keine Studiengebühren bezahlen müssen und sich daher „bei uns“ einschreiben. Da solle die Regierung doch bitte schön Studiengebühren (Regierung: Rotgrün!) verlangen, und zwar bis zu 1000 EUR pro Semester! Aber halt, das geht doch gar nicht, zumindest nicht für EU-Bürger, die dürfen im Vergleich zu den Deutschen nicht diskriminiert werden. Also Diskriminierung nur für Nicht-EU-Bürger, z. B. die Koreaner, die tatsächlich in Scharen bienenfleißig, jedenfalls im Schnitt fleißiger als ihre deutschen Kollegen, ihre Studien an den deutschen Konservatorien durchführen, manchmal hier fortsetzen und beenden, weil sie in Deutschland besserer Berufschancen sehen. Auch das kann man natürlich ändern, denn in die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft wird ja viel zu viel Geld versenkt - wozu gibt es denn Fußball im Fernsehen? Das sieht auch der Frankfurter OB Feldmann so: nicht mehr so viel Geld für den elitären Kulturbetrieb! Leute geht doch ins Kino und schaut Euch die Übertragung der Hochglanzproduktionen von de Metropolitan Opera an, "Popcorn"-Kultur inbegriffen (Originalton Bernd Loebe, Intendant der Frankfurter Oper)

Aber man ist ja nicht blöd. Daher der Geheimtipp des Opernfreunds an die koreanischen Freunde: beantragen Sie politisches Asyl; dann haben Sie sofort die Grünen an Ihrer Seite, keiner kann Sie mehr diskriminieren, die Wohnung, Heizung und Lebensunterhalt werden bezahlt, Studiengebühren kommen nicht mehr in Betracht. Ein Asylgrund findet sich immer! Noch einfacher für die chinesischen Freunde.

Geheimtipp des Opernfreunds an den Landesrechnungshof: Rechnen Sie nicht nur mit ihrem Klapprechner, sondern schalten Sie zusätzlich das Gehirn ein und versuchen Sie mal die folgende Rechnung nachzuvollsziehen.

Wie viele von den ausländischen Studenten bleiben nachhaltig in Deutschland? Das sollte erhoben werden. Denn was hat die deutsche Steuerzahlergemeinde bei Bund, Land und Kommunen bei denen schon alles gespart: das Elterngeld (zwölf Monate mal 1500 EUR, macht 18.000 EUR), 25 Jahre Kindergeld (55.000 EUR), die Kita-Kosten bzw. in Zukunft die Herdprämie; dazu natürlich die Schulkosten: das allein sind dreizehn Jahre lang je 15.000 EUR (macht zusammen 195.000 EUR). Diese ganzen Ersparnisse will man wegen insgesamt vielleicht 10.000 EUR Studiengebühren aufgeben! Und wir haben dann diesen freundlichen, hochqualifizierten Zuzug nicht mehr und werden dafür von woanders mit etwas anderem bedient. Mit einer einfachen Dreisatzrechnung lässt sich bei Erhebung des Anteils der in Deutschland dauerhaft verbleibenden zukünftigen Steuerzahler ganz einfach der wirtschaftliche Nutzen errechnen, den Deutschland durch den Zuzug wegen Gebührenfreiheit der Konservatorien für alle erwirtschaftet.

Natürlich ist es noch wirtschaftlicher, den völlig fertig und hochwertig ausgebildeten Nachwuchs aus den GUS-Staaten, vor allem Russland, hier anzuwerben, nachdem deren Heimatländer nicht nur die Aufzucht, sondern auch noch die Ausbildung voll bezahlt haben.

Vielleicht sind die Gedanken bei Grün aber auch von weiter führender strategischer Natur: denn von dieser interessierten Seite werden ja laufend auf Landes- und Kommunalebene die Subventionen für den Konzert- und Theaterbetrieb in Frage gestellt. Mit Claudia Roth wird uns ja (gegen einen kleinen jährlichen Zwangsbeitrag von 215,76 EUR pro Haushalt) täglich eine fähige Schauspielerin im Fernsehen vorgeführt, so bunt wie von einer Kostümbildnerin in einer konventionellen Theaterinszenierung hergerichtet. Wenn man nur endlich an die Theater, Opernhäuser und Orchester mal richtig die Hand anlegen würde, hätte man tatsächlich auch genügend Argumente, die Konservatorien ganz abzuschaffen. Dann bräuchten wir keine Koreaner mehr zu fürchten. Die treten ja auch nicht in die grüne Partei ein. Die CDs, die uns die Grünen (in Bonn) anstelle von wirklichen Opern und  Konzerten schon empfohlen werden, können dann gleich in Korea produziert werden. Schüttet doch 400 Jahre Musiktradition einfach in den Rhein<, ds brsuvht msn nicvht einmal eine biologische Kläranlage.

Lauter Vorteile!

Manfred Langer, 20.07.2013

 

 

ZENSUR IM JAHR 2013

Eine Niederlage für die Kulturfreiheit

Umstrittener TANNHÄUSER an der Rheinoper abgesetzt

Der Intendant der Rheinoper, Christoph Meyer, hat sich dem Druck der Straße und der Pressure Groups gebeugt. Er hat den Gegenwind nicht ertragen und so war ihm das Hemd näher als der Rock. Wahrscheinlich hat ihn der Bürgermeister von Klein Paris (gemeint ist Düsseldorf) sogar mit Entlassung gedroht? Nichts Genaues weiß man nicht… Aber interne Informationen aus der Rheinoper lassen dem kritischen Berichterstatter die Haare zu Berge stehen. Die meisten Schreihälse haben nicht eine Sekunde dieser Inszenierung überhaupt gesehen.

Immerhin kam der Wind aus geradezu unglaublichen antipodischen Richtungen, um einmal ganz plakativ und provozierend zwei markante Gruppen aus dem großen Heer der Protestschreier zu erwähnen:

Jüdische Verbände & Nazis im Kampf gegen diesen Tannhäuser!

Unbewußt vereint im Kampf gegen die Kulturfreiheit in Deutschland.

Das ist nun ein wirklicher Skandal !!!

Den Pöbel der Straße und tonangebender Faschisten im Opernhaus ("Hängt den Regisseur auf! Verbrennen! Kopf ab! Arschloch..." pars pro toto!) viele mit Wagner-Goldmedaille, hat die größte Lokalzeitung RHEINISCHE POST durch Äußerungen in Statements ihres Chefkritikers Wolfram Goertz noch angeheizt, der unverhohlen die Einschränkung der Kulturfreiheit forderte. Dass die jüdische Gemeinde der Stadt Düsseldorf, ohne dass überhaupt jemand die Aufführung gesehen hatte, deren Absetzung forderte ist unglaublich. Angeblich (!) hat sich sogar der israelische Botschafter bei der Rheinoper gemeldet...

Dann erfolgt eine hochnot-peinliche Pressemitteilung der Rheinoper:

„Mit allergrößter Betroffenheit reagieren wir jedoch darauf, dass einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten. Nach Abwägen aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können. Ein völlig unverändertes Weiterspielen dieser Produktion ist uns vor diesem Hintergrund nicht möglich.“

Wie bitte? Ja wie verlogen ist das denn?

Da weiß Intendanz, Opernleitung, Pressestelle und Dramaturgie ein Jahr lang, was sich da abspielen wird und nun entblödet man sich nicht zu erklären: „Au weiha, Schock schwere Not - da simma aber jetzt wirklich total schockiert! Ja aber…. das konnten wir doch nun überhaupt nicht voraussehen. Die armen Opernbesucher tun uns ja so leid; das wollten wir denen nun wirklich nicht antun. Ach wie schrecklich ist das. Das wollten wir doch alles gar nicht! Ehrlich, liebe Leute!“

Ich hoffe nur, dass ich nicht der Einzige bin, der nun sagt: Nicht der TANNHÄUSER ist der SKANDAL, sondern die Umstände seiner mehr als peinlichen Absetzung!

Absetzen sollte man hingegen solche Intendanten!

P.S.

Nicht daß ich mißverstanden werde. Nicht jeder Protestierer gegen diesen Tannhäuser ist ein Nazi - absolut nicht; aber die Stimmführer im Opernhaus gaben sich und ihre Geistehaltung für mich und andere unverhohlen zu erkennen. Es gibt sicherlich auch persönliche nachvollziehbare Gründe solch brutale Inszenierungen abzulehnen. Daher wäre eine Bringschuld und Verpflichtung der Oper gewesen auf die brutale Andersartigkeit dieser Inszenierung schon im Vorfeld hinzuweisen. 

Peter Bilsing                 

 

 

 

Neues aus der Dauerskandalstadt DUISBURG

Das Mercatorhallen-Chaos

NIX BRANDSCHUTZ!

Im Brandfall hätte es hunderte von Toten geben können

Nun ist es offiziell:

Die erst 2007 neu gebaute "neue Duisburger Mercator-Halle" - der mit 2000 Plätzen große Konzertsaal für die Duisburger Philharmoniker - muss wg. Brandschutzarbeiten bis "mindestens" (!) 2014 geschlossen bleiben. Fachleute hatten festgestellt, daß es praktisch gar keinen Brandschutz gab - unfassbare Mängel und Pfusch schon beim Bau. Um Himmels Willen was wäre bei einem Brand alles passiert? Reicht die Love-Parade nicht?

(c) Duisburg.de

Dieses Jahr "2014" erscheint selbst Berufsoptimisten fraglich. Offizielle Presse-Mitteilungen dieser Art entpuppen sich meist als dreiste Zweck-Lügen der Politik. (Siehe Alptraumphilharmonie Hamburg, Berliner Flughafen, Stuttgart 21 ... etc. pp) Ich gehe einmal davon aus, daß die nächsten 4-5 Jahre dort nichts mehr läuft.

Man fragt sich:

Wie viele kostbarer Steuer-Euros in Form von Bestechungsgeldern sind in die Bauabnahme geflossen? Oder waren hier absolute Dilettanten am Werk? Verbrecher gar? Die russische Bau-Mafia? Die Cosa Nostra aus Italien? Der "Pate"? Oder die Zuhältermafia?

Nein - es war der deutsche TÜV!

"Wir prüfen die Welt!" Besser wäre vielleicht: "Handlanger der Industrie" oder "Siegel der Unfähigkeit". Jeder Stempel dieses Technisch Überflüssige Vereins - allein 2012 füllte er mal wieder die Gazetten (Brustimplantate, Plakettenbetrügereien, Baufehlgutachten...etc) - sollte zukünftig aufmerken lassen > Hier stimmt was nicht!

Zurecht sorgen sich nun die fabelhaften Duisburger Orchestermusiker um ihren Abonnenten-Stamm; schon wieder scheint ihr Arbeitsplatz gefährdet. Übergangsmäßig spielen sie zurzeit im TaM (Theater am Marientor); einer Notspielstätte.

Wir erinnern uns:

Das Haus - mit wertvollen Steuergeldern gebaut und dann der Stella AG für ihr Pleite-Musical "Les Miserables" (1997-99) zur Verfügung gestellt - war danach jahrelang eine leerstehende Bauruine mit sagenhaften 1650 Plätzen.

Zwischenzeitlich wurde das Haus wenigstes sporadisch von Show- und Tourneeproduktionen bespielt. Wie viel Geld dabei in den defizitären Stadtsäckel gelangte, mit "Kulturevents" in Form überflüssiger Castingshows a la "Supertalent", "You can Dance", "Popstars" oder ähnlichem Müll privater Sendeanstalten, blieb geheim. Auch ein Abriss ist noch lange nicht vom Tisch. Ob die Duisburger Abonnenten in solches Ausweichquartier (mit noch dazu einer Katastrophenakustik) folgen, ist fraglich. Immerhin bietet die nahe Umgebung mit Essen, Krefeld oder Düsseldorf gute Alternativen und echte Konzertsäle mit Spitzenakustik.

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Ich höre nicht, daß die Staatsanwaltschaft hier gegen die Herren Bauplaner oder Endabnehmer bzw. TÜV-Verantwortliche tätig wird.

Was ist eigentlich in diesem Lande noch möglich?

Was wäre das für ein Mega-Katastrophe im Brandfall geworden?

Es ist wirklich zum Heulen...                                                   PB

                    

HELAU & ALAF

"Solle ma die rinnlosse oder läver russschmieße...?"

Vorgezogener Opern-Politkarneval in Köln, Bonn und Düsseldorf

In Köln hat man den Solo-Kämpfer Georg Quander praktisch schon in die Wüste geschickt. Sein Vertrag wurde nicht verlängert - so verlautet es aus Köln, weil man es leid war, daß der Kulturdezernent - quasi im Alleingang - seine Kollegen, wie es ein Kritiker-Kollege im Kölner StAz schrieb, immer wieder "am Nasenring durch die Arena zog". Recht so! Quander hat so gut wie alles vermasselt, was möglich war, kein Fettnäpfchen ausgelassen und die Stadt (mal wieder!) dem Hohn und Spott ganz Deutschlands ausgeliefert - und dies gänzlich außerhalb der Karnevalszeit. Statt größeren Schaden von Köln und seinen Bürgern abzuwenden, hat er seinen Amtseid gebrochen und Schaden geradezu potenziert.

Vom Tisch ist wohl auch das äußerst "großzügige" Angebot der Düsseldorfer Rheinoper bzw. des Düsseldorfer Rheinopern-Ballett-Chefs Martin Schläpfer, nämlich demnächst die Kölner Oper mit zu betanzen - für schlappe drei Millionen Euro. Angesichts der, außer bei Premieren, nicht gerade überfüllten Abo-Ballettabende in Düsseldorf und Duisburg, ein durchaus cleverer Schachzug. Aber so einseitig (und teuer!) hatten sich die Kölner eine wie auch immer geartete kulturelle Zusammenarbeit natürlich nicht vorgestellt. Man wollte ja Geld sparen und nicht mehr ausgeben...

Auch der erneute Vorstoß vom Bonner OB Jürgen Nimptsch eine Liaison mit der Oper Köln mittels eines teuren Gutachtens (!) prüfen zu lassen, hatte in den lokalen Fraktionen für helle Aufruhr gesorgt. CDU, Grüne und FDP reagierten umgehend mit einem Dringlichkeitsantrag und pfiffen den OB zurück. Na endlich! Wann schicken die Bonner Bürger diese Witzfigur von einem Politiker endlich in die Wüste? Auch die SPD sollte vielleicht überlegen, wie man angesichts der anstehenden Wahlen, größeren Schaden zukünftig von der Partei abwenden könnte.             Bil

 

 

Offener Brief des Bonner Intendanten Klaus Weise zu Opernfusionen

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hampe, sehr geehrter Herr Langevoort, sehr geehrter Herr Harrison,

die von den Oberbürgermeistern der Städte Bonn und Köln angedachte Opernfusion bedeutet einen weiteren Kulturabbau im Rheinland. In Düssel- dorf, Köln und Bonn leben zusammen zwei Millionen Menschen, alle drei Städte haben dazu große Einzugsgebiete. Der Kulturraum Rheinland braucht und verträgt drei Opernhäuser, wie die Auslastung aller drei Häuser mit weit über 80 % verdeutlicht. Jedes Haus ist für die Identität seiner Stadt unver-zichtbar.

Ich fordere Sie auf, sich an einem weiteren Kulturabbau im Rheinland nicht zu beteiligen. Bonn als das kleinste der drei Theater hat in den letzten 10 Jahren 14 Millionen Euro per annum eingespart, weitere 3,5 Millionen Euro sind in den drei nächsten Jahren dem neuen Generalintendanten in den Vertrag geschrieben. Nicht die Kulturausgaben sind Ursache der Verschul- dung der Städte. Unsere Gesellschaft braucht gerade in Zeiten großer Veränderungen auf dem Weg zu Europa Kultur, Bildung, Entwicklungs-denken und Herkunftswissen. Theater ist kein Luxusgut und keine freiwillige Leistung, sondern Aufgabe und Verpflichtung.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Weise

Generalintendant THEATER BONN

 

Die US Top-TenVerdiener

Michael Tilson Thomas  2,41 Millionen Dollar  San Franciso Symphony

James Levine   2,06 Millionen Dollar  Metropolitan Opera New York

James Levine   1,21 Millionen Dollar  Boston Symphony Orchestra

Alan Gilbert   1,56 Millionen Dollar  New York Philharmonic

Charles Dutoit   1,47 Millionen Dollar   Philadelphia Orchestra

James Conlon  ca. 1 Million Dollar  Los Angeles Opera

Gustavo Dudamel  ca. 1 Million Dollar   Los Angeles Philharmonic

Franz Welser-Möst   958 000 Dollar   Cleveland Orchestra

(Quelle: Los Angeles Times)

 

 

Weiterer Ärger für die Kölner Oper

Nun hat "man" (wer ist eigentlich "man"? Meine telefonischen Nachfragen bei politisch Verantwortlichen und Kölner Funktionsträgern wurden stets mit "wir sind dafür nicht zuständig!" beantwortet) den vermeintlichen Unruhe- stifter Uwe Eric Laufenberg, kaum hatte er der Kölner Oper wieder internationale Reputation verschafft, endgültig rausgeworfen - was die Wiesbadener natürlich sehr freut, denn da wird er demnächst freudig begrüßter Intendant - da droht und verlautet neuer Ärger, neuer Kölscher Klüngel: Die Kölner Oper soll offenbar nicht zur Ruhe kommen. Nachdem sich die Intendantin-auf-Übergangszeit (nämlich bisher nur für die Umbauperiode bis 2015 bestätigt) Birgit Meyer nach dem Rauswurf ihres Vorgängers stillschweigend mit Etatkürzungen und der Rückzahlung zurückliegender Schulden abgefunden hat, platzt eine neue Bombe. Kulturdezernent Georg Quander brüskiert die Oper und den Stadtrat mit dem einsamen Entschluss, die NRW-Finanzmittel aus dem so genannten „Theater-Pakt“ nicht mehr, wie bisher, auf Oper und Schauspiel aufzuteilen, sondern nur noch alleine dem Schauspielhaus zu zu kredenzen.

Wie verlautet: Ohne jede Absprache, also quasi im Alleingang. Wie ist so etwas überhaupt möglich? fragt sich der verdutzte Kritiker und auch tages-politisch interessierte Bürger. Skandal! rufen die politischen Fraktionen. Sauerei! die Kölner Opernfreunde. Kein Zwischenruf, noch eine Stellungnahme von der Intendantin Birgit Meyer. Möchte hier vielleicht jemand, dessen Traumblase von einer künftigen Intendanz der Kölner Oper zerplatzt scheint, das hehre Haus Oper gänzlich an die Wand fahren? So wie es sein Bonner SPD-Parteigenosse OB Nimptsch seit längerer Zeit in Bonn versucht und der nun erfolgreichen Aufwind vom Bürgerantrag der Piraten-Partei und den sich daran hängen- den Rechtsradikalen bekommen hat.

Was braut sich da für ein dumpf und destruktiv wallender Elendssud zusammen?                                                      PB

 

Lieber Basti Vettel, lieber neuer Weltmeister!

Du bist ein toller Kerl, ein Idol für Millionen Deutsche - eine Vorbildfigur für die Jugend - auch für meine Schüler. Du hast große sportliche Leistungen erbracht und bist immer sympathisch, offen und nett geblieben, auch bei den blödesten und aufdringlichsten Fragen der Reporter.

Du bist ein großes Sportidol, quasi zum Anfassen, geblieben. Und immer vorbildliches Fair Play - kein Makel eines „Schummel-Schumi“ haftet an Dir. Demnächst wirst Du von unseren Politikern, die sich natürlich gerne mit Dir schmücken wollen, im Dauerwahlkampf („Seht her Leute: ich und der Basti. Wir sind Freunde, da kann unsere Partei und Politik also nicht so schlecht sein!“) vermarktet und mit nationalen Orden und Abzeichen wahrscheinlich nur so überschüttet. Du bist auf dem Zenit.

Gerade hast Du Dich wieder nach vorne gekämpft. Alle bewundern Dich ob dieses erneuten tollen Einsatzes und der Kraft deines Autos. Du bist fleißig, intelligent (passables Abi, wie ich gelesen habe) und strahlst Ehrlichkeit und Offenheit aus und hast schon soviel Lebenskompetenz, daß Du Dich selber managst - super! Da geht kein Geld sinnlos verloren. Nur für Dich wird vor Millionen Zuschauern die deutsche Nationalhymne gespielt.

Und da fängt mein klitzekleines Problemchen. Kein Neid - ehrlich nicht! Ich verdiene als Lehrer schweinemäßig Geld ohne dafür viel arbeiten zu müssen, daher habe ich auch genug Zeit Dir solche umfangreichen Zeilen ehrlich und von ganzen Herzen zu schreiben.

Du bist in dem schönen, mir sehr gut bekannten Örtchen, Heppenheim geboren. Ein toller Ort an der Bergstraße. Wobei man nicht nur von der wunderbaren historischen Altstadt mit ihren romantischen Gassen und einladenden Lokalen zu sprechen hat, sondern auch von einen verkehrstechnisch optimal erschlossenen Gewerbegebiet - Gratulation an die Stadtväter!

Bei den Heppenheimer Festspielen wird große Kultur geboten. Beim Straßentheater-Festival der Gassensensationen auch viel kleine Kultur. Reichlich Kammermusik gibt es im historischen Kurfürstensaal. Über das gut ausgebaute Netz von Wanderwegen auf den Höhen des Odenwalds und über Heppenheimer Besonderheiten (wie den Laternenweg) habe ich mich stets gefreut, wie die vielen Tausend Heppenheimer Bürger und Besucher.

Hier steckt viel städtische Arbeit, Engagement und auch Steuergeld drin. Wie wunderbar wurde das Rathaus restauriert; nicht zu vergessen den Dom St. Peter. Wie viele Millionen hat dessen Erhaltung bisher gekostet… Ein Kleinod.

Eine gut ausgebaute kommunale Infrastruktur mit Schulen und Sportstätten trägt gleichfalls zur recht hohen Lebensqualität bei, die Heppenheim seinen Einwohnern zu bieten hat.

Die Odenwaldschule z.B. hat einen internationalen Ruf. Renommierte Künstler wie Thomas Mann, Ernst Barlach, Wolfgang Hildesheimer oder Else Lasker-Schüler haben ihre Kinder der Odenwaldschule anvertraut. Ein Stadt wahrhaft zum Schwelgen. Ein wichtiger Grund für die Existenz ist, daß viele Millionen Steuern - ob Kirchensteuer, Kommunalsteuer oder Landesteuern hier hinein gesteckt wurden.

Geld der Bürger - solidarischer Beitrag der Menschen für ihre Heimat, für unser schönes Land die Bundesrepublik Deutschland, Ein friedvolles wunderbares Land, unsere Heimat und Deine Heimat, deren Nationalhymne Du ja immer sehr inbrünstig hörst.

Und da ist nun mein Problem:

Es gibt viele tausend Heppenheims in Deutschland: große und kleine, schöne und unschöne (die wir aber schöner machen wollen), reiche und arme Gemeinden, Städte und Bundesländer und alle haben aber eines gemeinsam: Sie leben vom Solidarbeitrag aller (!) Bürger - Steuern genannt.

Wer viel verdient, zahlt viel. Wer wenig verdient, zahlt wenig. Sehr gerecht. Das ist unser solidarisches Staatserhaltungsprinzip - wesentliches Existenzmerkmal unserer Bundesrepublik und conditio sine qua non. (was soviel heißt wie: ohne dies geht nichts mehr.)

Du hast nun, lieber Sebastian, sicher auch den Kindergarten besucht. Hast ein hervorragendes Schulsystem (gratis) genossen; Dir standen Bibliotheken, Schwimmbäder und viele andere städtische Bürgereinrichtungen in Heppenheim fast gratis zur Verfügung. Von den Altenheimen will ich noch nicht sprechen. Die Polizei hat Dich beschützt, die Feuerwehr wäre sofort zur Stelle gewesen, wenn es bei Euch gebrannt hätte. Unfallrettungsdienst und Krankenhäuser waren rund um die Uhr für Dich und Deine Eltern und Verwandten bereit.

Euer Haus hatte fließend Wasser, Heizung,und die Abwässer wurden korrekt entsorgt. Strom gegen geringes Entgelt ließ abends die Straßenlaternen leuchten und Dich sicher Deinen Heimweg ins gemütliche Zuhause finden. Ich habe bestimmt noch ein paar andere Dinge vergessen. Aber Fazit: Du bis in Heppenheim glücklich und behütet aufgewachsen. Ohne die Steuern der Bürger, aller Bürger dieser Stadt und des lqandes wäre das sicherlich anders verlaufen.

Oh je!

Und jetzt, wo Du als Multi-Millionenverdiener Deinen Teil mehr als zurückzahlen kannst, fliehst Du in die Schweiz und zahlst Deinen gesellschaftlichen Sozialanteil an einen "Schurkenstaat", der Geld und Gold im Überfluß hat, denn dort lagern ja traditionell die Billionenvermögen fast aller Verbrecher, Betrüger und Massenmörder dieser Welt. Beschämt Dich das als ehrlicher Mensch nicht ein kleines Bisserl?

Beruf: Rennfahrer - ganz coole Sau !

Nur ich und wenige Eingeweihte (!) wissen, daß Du eigentlich fast nichts bezahlst, denn den Beruf des „Rennfahrers“ gibt es ja in der Schweiz offiziell nicht, ergo fallen offiziell auch keine richtigen Steuern an. Aber als echter Kumpel verrate ich das keinem weiter! Es bleibt unter uns Fahrensbrüdern. Versprochen! Ehrenwort!

Dein in Ehren ergrauter Fan

Big P.

 

 

 

Begegnung der außerirdischen Art

Da schreibt mir  die Pressedame eines "Provinz-Opernhauses", daß der Theaterfotograf die Bilder der von uns aufwendig und gut (!) besprochenen Opern-Inszenierung nur dem örtliche "Käseblättchen" - einzig und allein jenen Oberunterpfälzischen Hupfdohlennachrichten (Red. Anmerkung: Name der Lokalzeitung wurde natürlich verändert) - kostenfrei zur Verfügung stellt; für andere Nutzer falle ein Honorar an.

Sorry! Hörte ich recht? Was ist ihr, "ist sie entrückt?" Haben Außerirdische dieses Theater besetzt? Oder hält man sich in Klein-Viehlingsdorf Untersteppingen (Name ebenfalls verändert) für den Opern-Nabel der Welt? Sind die Mitarbeiter dieses Hauses vielleicht schon ausgetauscht...

Es sollen ja immer mehr werden. Oder bin ich nicht mehr von dieser Welt?

Stellen Sie sich vor, liebe Leser,  Sie gehen zu Ihrem Volkswagen-Händler, und wollen sich z. B. den neuen Golf 7 kaufen. Harmlos und naiv fragen Sie nach einem Prospekt. "Der kostet aber 25 Euro!!" knallt wie aus der Pistole geschossen die Antwort des geschniegelten Verkäufers.

"Wie bitte? Na dann geben Sie mir wenigstens eine Preisliste von ihrem neu herausgebrachten Modell?" - "Wie bitte? Kerl! Die kostet 8 Euro!"

Sollte Ihnen spontan dann gar nichts mehr einfallen, dann geht es Ihnen, verehrte Opernfreunde, wie mir:

Ich bin verblüfft, sprachlos, ratlos und entsetzt...

Ist das

Dummheit, Blödheit, Arroganz, Beschränktheit, Dekadenz, Ignorismus, Selbstzufriedenheit oder einfach nur, um mit einem modernen Begriff zu operieren,

fehlende Corporate Identity?

So denken, so handeln eigentlich nur Beamte oder Marsianer - eben Außerirdische.

Grüße aus Melmac

Ihr

Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

Kulturloses Bonn?

"Drieß Üch jet op die Oper - ich bruchen 'nen Kanal!"

schmetterte vor längerer Zeit ein prominentes Bonner Ratsmitglied in einer turbulenten Sitzung in die Runde. Et jing um Kultur un dat dat Jeld koss. Daß nun Stadtväter sich mit dem Geld für Kultur schwer tun, dat wissen mir at lang. Ewwer: Bonn es net Berlin oder Pusemuckel. Hier klappen die Beerdigungen noch, also sollte es auch mit der Kultur klappen. Die Ex-Bundeshauptstadt hätt et esu nötig als wies noch nie, attraktiv ze blieve. Un Kultur un Wissenschaff sin mit die besten Möglichkeiten, für Lück noh Bonn ze holle. Ewwer nee: Streichkonzert. Ewwer Hallo! Weil: "Drieß Üch jet op die Oper - ich bruchen 'nen Kanal!". Dat han die Stadtväter domols dem Beethoven, dem Ernst Moritz Arndt un dem August Macke und wie sie all jeheißen haben mögen och at jesaat. Un wat es? Schloofe un zu-e Schranken! Ich saren nur: JETZT ES ET EWWER JOT! Stadt Bonn, ermanne Dich! Du bes die südliche Säule em autonomen Rheinland, zeije Dich dem jewachsen! Zeig dem Berliner, dat Du immer noch en der Lage bess, em jemeinsamen Konzert mit Kölle un Düsseldorf (auch wenn die sich wie Katz un Hund benemme) der janzen Welt ze beweise, dat dat hier net nur irjends en Jejend es, sondern et Häzz vun Europa! Hie es Latein un dä Franzus, hie sin Moler, Bildhauer un Musiker, hie sin Schauspieler und die jrößte Konzentration von Kleinkünstlern vun janz Deutschland. Hie es Fideo-Kuns von Weltrang un Performance, hie es Ballett un L.S.E.. Hie es Lewwe! Un do küs Du (un jetz och noch die Nörds von denne Pirate!) un säs: "Drieß Üch jet op die Oper - ich bruchen 'nen Kanal!". Loß net nochens ene Beethoven noh Wien trecke, nur wejen dem "Drieß Üch jet...". Hie sin Lück, die verston ze lewwe un die han net nur dat "Drieß Üch jet..." em Kopp. Also: Jeld erus für die Kultur, ewwer hallo! Un zwar für die "Kleinen" jenau esu als wies für die "Jroßen". Andernfalls - Prozeß am Hals! Oder wills Du als Randerscheinung der jungen Republik in die Jeschichte einjehen? Als quasi Wilmersdorf am Rhein? Un dä Rhein wör dann en Krumme Lanke? Et wör sicher unanjenehm, ohne Kanal ze lewwe, ewwer ohne Kultur es Bonn in zehn Joh vertorft.

In diesem Sinn

Ihr

Konrad Beikircher

www.musenblaetter.de

Dank an Frank Becker für das schöne Foto

 

 

 

 

 

Potz und Blitz, Piraten
mit Bomben und Granaten...

(Pippi Langstrumpf) 

Oper Bonn - Piraten wollen Oper versenken.

Nun haben wir es amtlich und wissen, woran wir bei dieser Partei sind; eine Volksabstimmung (Bürgervotum) soll sie richten, die Oper. Als wenn man mit diesem Opernhasser-Bürgermeister, der selbiges ja immer noch ebenfalls will, nicht schon genug am Hals hätte. Zum Teufel!

Ähnlich klangen vor Jahren noch die GRÜNEN, als ihre Vorsitzenden noch nicht in den Aufsichtsräten von Banken und Kernkraftwerken saßen. Nein, ich meine nicht die Forderung nach freiem Sex mit Minderjährigen (NRW), sonder die Vorstellung, dass es ja CDs gäbe und man ergo keine Opernhäuser mehr bräuchte.

Natürlich ist so etwas leicht zu fordern, wenn eine Stadt ihre kommunalobligatorischen Verpflichtungen, wie Erhalt von Horten, Kinderspielplätzen, Schulen, Verkehr...etc, nicht mehr einhalten kann.

Auch werden sich die Bonner Bürger sicherlich mehrheitlich auf Fußballplätzen, in Schwimmbädern, auf Karnevalssitzungen, beim Shoppen oder sonstwo in ihrer Freizeit bewegen...

Auf die Frage "Wollt Ihr Höhner, oder Wagner?" ist doch die Antwort klar, oder? Antworten wir also diesen PIRATEN unmißverständlich deutlich in Augenhöhe:

Wir wollen MAOAM!

Gott zum Gruße

Ihr/Euer Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

Der Zwerg im eigenen Haus

Nun ist es offiziell: die Kölner Oper wurde in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" zum "Opernhaus des Jahres" gewählt, erhielt freilich auch wegen des finanziellen Hickhacks um den Etat mit der Stadt Köln, der in der Entlassung des Intendanten Uwe Eric Laufenberg endete, die meisten Benennungen zum "Ärgernis des Jahres". Es ist letztendlich wirklich erfreulich, da die großartige Arbeit mit ihren mehr als respektablen Ergebnissen die Bewertung absolut verdient hat. Man kann freilich über die Bewertung und Ernennung der Zeitschrift "Opernwelt" denken und meinen, was man mag, wenn jetzt jedoch der Kulturdezernent der Stadt Köln, Georg Quander, welcher sich einst selbst als Opernintendant in Köln sah, öffentlich seine negative Meinung kundtut und gleichzeitig die Arbeit Laufenbergs kritisiert, so gewinnt das eine andere Qualität, ein sehr schlechtes Geschmäckle, wirkt einfach neidisch, mißgünstig und übel, in einer Stadt Köln, die "Liebe Deine Stadt" als Motto auf ihre Flaggen geschrieben hat. Da stellt sich dann durchaus die Frage, ob denn Herr Quander in seiner jetzigen Position an der rechten Stelle ist?    MF

 

 

 

Meyer & Meyer & Co

kommt die Giganto-Oper am Rhein?

NEUES aus der Provinz Köln/Düsseldorf & Bonn

Köln 12.9.12

Nun ist man also den höchst erfolgreichen, aber von den Stadtvätern ungeliebten und gehassten Intendanten Uwe Eric Laufenberg endgültig los; man hat ihn finanziell abgefunden, denn sein Vertrag wäre ja ursprünglich noch länger gelaufen. Dabei hat sich der honorige Exintendant mit rund 200 000 Euro Abfindungsprämie (oder wäre "Schadenersatz" das bessere Wort?) noch recht fair, gnädig und kompromissbereit gezeigt.

Die "Neue" in Köln, Birgit Meyer, wird ein entsprechend niedrigeres Honorar als Interims-Intendantin bekommen; ist sie ja nur für die drei Jahre der Umbauzeit inthronisiert - böse Zungen sprechen schon von einem weiblichen "Grüß-August" - und somit verantwortlich für die die Planung und Durchführung aller Produktionen im Musical-Zirkuszelt bzw. anderen Ausweich- und Ersatzspielstätten. Große Oper sollte da kaum möglich sein. Nur die ganz hartgesottenen Abonnenten, so zeigt die Erfahrung aus anderen Städten, werden über diesen wahnwitzig langen Zeitraum, der Kölner Oper die Treue halten.

Ob man mit Frau Meyer diese pflegeleichte und kürzungswillige Intendanten gefunden hat, die den ignoranten Stadtvätern so vorschwebte, wird die nächste Zeit zeigen. Erst einmal jedenfalls ist der mühsam wieder aufgebaute Ruf der Kölner Oper abgrundtief ruiniert. Peinlich, wie man in der Eröffnungspressekonferenz insbesondere von städtischer Seite noch mal (!) gegen Laufenberg nachkartete - so etwas ist miesester Provinzpolitiker-Stil. Dass der jetzige Kulturdezernent Georg Quander nach den Umbaujahren dann, im wiedererstrahlendem neuen Glanze, die Oper dann gerne selber übernehmen würde, sind natürlich nur böswillige Gerüchte.

Düsseldorf 12.9.

Stolz hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (auch Letztverantwortlicher für die Rheinoper) vor zwei Tagen verkündet, als ihm Bürger vorwarfen, angesichts der Tatsache, dass in der Landeshauptstadt praktisch kein bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener mehr vorhanden wäre und auch nicht gebaut würde, dass es doch für solche Kleinverdiener genug Wohnraum im niederrheinischen Umfeld gäbe. Recht hat er! - bestätigen mir alle meine Juppie-Freunde aus Oberkassel.

So wäre auch die Trennung und Auflösung der langjährigen Opernehe mit der "Proletarierstadt" Duisburg verständlich (obwohl das von Seiten der Düsseldorfer Opernintendanz immer noch stark in Abrede gestellt wird!), denn der nicht geleugnete diskutierte und geplante Zusammenschluss mit der Kölner Oper ist wohl noch lange nicht vom Tisch - immerhin hat man ja jetzt erst einmal drei Jahre Zeit um dieses Projekt zu realisieren. Und weht nicht von Köln ständig weißer Rauch?

Bonn 12.9.

Vielleicht wird sogar das erste Opernhaus-Triumvirat der Welt daraus, denn der Bonner OB (den Namen habe ich wg. seiner Bedeutungslosigkeit schon vergessen) beabsichtigt wohl immer noch, sich und sein Haus da noch irgendwie mit drauf zu satteln.

"Da simma dabei, datt is prima...viva Colonia!", sangen einst die fröhlichen Höhner. Ach waren das noch schöne Zeiten vor 30 Jahren! Schön war´s damals in Köln. Kritische Mitbürger, wie der Rezensent, denken dabei heute angesichts dieser Pläne eher an ein drohendes Trio-Infernale.

Also: helau & alaaf am Rhein!

Wünscht Ihr PB 

 

 

 

Über die Tragik irre geleiteter und lebensfremder Kultur-Politik am Rhein

zum 1.) 

Trennung der Rhein-Opern-Ehe Düsseldorf/Duisburg ?

"Nur eines will ich noch, das Ende...."  (Wotan in Wagners RING)

Zwar sind in drei Tagen erst Landtagswahlen in NRW, aber durch die dusselig unglückliche und langweilige Präsentation des völlig farblosen CDU-Kandidaten Norbert Röttgen ist abzusehen (jedenfalls sehen so unabhängige aktuelle Wählerbefragungen aus), dass eigentlich alles beim Alten bleibt; also die Roten & Grünen werden voraussichtlich weiter Schulden machend unser Land regieren. Warum soll es auch im kleinen NRW anders sein, als im großen Europa?

Weitermachen wird aber wohl kaum die langjährige Operngemeinschaft Düsseldorf / Duisburg. Jahrzehntelang von vielen Konkurrenten bewundert, bricht sie nun auseinander. An den zwei Millionen Euro, die aktuell Duisburgs Kämmerer pro anno fehlen, sollte es nicht liegen; die müsste doch der solvente Ehepartner aus Düsseldorf locker lockermachen können. Wie heißt es bei der Trauung so schön und verlogen: "In guten und in schlechten Zeiten..." Ich habe den Eindruck, und der verstärkt sich immer mehr, dass die große "Weltstadt" Düsseldorf nun die lange erwartete Gelegenheit kommen sieht und nutzt, sich von der armen Arbeiterstadt Duisburg zu trennen.

Da wirken die schmal und schal auf der Interne-Seite platzierten Protestaufrufe "Rettet die Duisburger Oper" wie leere Worthülsen, wenn gleichzeitig der Düsseldorfer OB Dirk Elvers schon von einer zukünftigen Zusammenarbeit mit der zweiten "Weltstadt" Köln schwadroniert. In Köln nimmt man sein Liebeswerben bereitwillig auf. Sterbende nutzen bekanntlich jede Rettungsmöglichkeit, jeden Rettungs-Ast, sei er auch noch so klein und zerbrechlich.

 

"Eine Weltoper", so tönt es in Hinterhofgesprächen, will man schaffen. Ja, da sollen dann alle nach Köln/Düsseldorf (oder wird es Düsseldorf/Köln heißen?) herüber schauen - hier hallo ! - entsteht bald Deutschlands größte Opern-Kompagnie. Man blickt bestimmt schon neidisch aus München, Berlin, Baden-Baden und Bayreuth zu uns herüber. So tönte es einst über das 8. Weltwunder aus Hamburg (Anmerkung: gemeint ist die Pleite-Philharmonie in der Elbe). Jetzt steht der große Ole vor den Untersuchungsausschüssen und sein Memorial, jenes als Beust-Pyramide gedachte Größenwahnwerk steht vor der ewigen Unvollendung oder dem Totalabriss. Der Steuerzahler zahlt dies so gerne wie die 500 Millionen für das Nürburg-Ring-Desaster der Pfälzer Weinkönigin Kurt Beck, dem jetzt ebenfalls der Abriss - schlappe weitere 150 Millionen - droht!

Zurück zur "Deutschen Oper am Rhein": Die Zukunft sieht wirklich schlecht aus bei einem Duisburger Kulturdezernenten, dessen erste Amtshandlung - wie uns aus gut unterrichteten Kreisen versichert wurde - der Einbau einer Bierzapfanlage (Königs Pilsner) in sein Dienstzimmer war, und der relativ offen bei seinem Amtsantritt damit kokettierte, dass er ja eigentlich von Oper und Kultur keine Ahnung habe. Herzlichen Glückwunsch nachträglich, Herr Karl Janssen. War es nicht sogar Thilo Sarrazin, der sie ungestraft "strohdoof" nennen durfte?

Dem großen Kulturkämpfer und Ex-Oberbürgermeister Josef Krings, aus dessen Lebenswerk und rührigem Engagement ein wesentlicher Quell für die internationale Bekanntheit der Duisburger Rheinoper entsprang, wird wohl speiübel angesichts solcher "Kollegen" und dem nun zu erwartenden Niedergang der Duisburger Hoch-Kultur.

Was für eine tragische Stadt ist dieses Duisburg! Wo sind die Millionen hingeflossen? Was für Flachmaate regieren mittlerweile? Wo bleibt der Aufstand aller Opernfreunde gegen die Schließung ihrer Oper und die Entlassung eines der besten Orchesters Deutschlands - dem einstigen Stolz der Stadt?

Da baute man vor Jahren am Hafen eine millionenteure Musical-Halle für eine einmalige private Kommerzproduktion ("Les Miserables") - eigentlich ein wunderbares Haus, welches nun seit Jahren nutzlos dahin gammelt - eine teure Ruine - ein Millionengrab. Trotz dieses leerstehenden 2.000-Plätze-Palastes mußte aber dennoch eine Neue Philharmonie her; so etwas hat man halt heute als Kulturstadt von Welt, allen Unkenrufen zum Trotz!

Dann wurden die Steuergelder für ein millionenteures Zukunftsgutachten (war es Kienbaum?) zum Fenster heraus geworfen; welches so sinnlos wie unnütz teuer nun die Schubladen der Verwaltungsbürokratie füllt. Das superteure edle Spielkasino zieht wohl mehr Nachtschattengewächse an, als es Steuereinnahmen bringt, wenn ich da so vergleichsweise z. B. nach Wiesbaden schaue. Und dann "die größte Love-Parade aller Zeiten" - ein Exempel von Volkskultur sollte es werden - alles bisher in den Nachbar-Städten da gewesene übertreffen. Als unvergessliches Ereignis war es dilettantisch geplant, saumäßig schlecht organisiert und polizeilich... Hier muß ich schweigen, sonst werde ich womöglich verklagt. Eben dieses "unvergessliche Ereignis" ist es dann, tragischerweise, auch zeitgeschichtlich geworden. Blutzoll der Bürger für die Dämlichkeit der Politik!

„Himmel gib Hirn!" möchte man verzweifelt ausrufen, sozusagen als Appell an die wie Dummbeutel und Ignoranten erscheinenden Stadtoberen in dieser doch eigentlich so wunderbaren Stadt, die frei vom oberflächlichen Schicki-Micki-Glanz der Pseudoreichen im verlogenen nachbarschaftlichen Düsseldorf, stets ehrlich ihren Mann stand; und deren Ruhm und Glanz einst nicht vom Odeur von Wirtschaftsbossen, Banken, Versicherungen, Rechtsanwälten und Schönheits-Chirurgen - pars pro toto - sondern von der Hände Kraft, dem Schweiß und dem Einsatz fleißiger Arbeiter entstanden ist.

Es ist zum Heulen.

Peter Bilsing / 10.5.12

 

WIENER STAATSOPER 2013

Das ist zwar alles noch sehr geheim, aber ich verrate ihnen jetzt Einiges, wobei ich natürlich Kopf und Kragen riskiere, wenn man mir auf die Spur kommt: Die geplante neue AIDA hängt noch in der Schwebe, wie mir ein Technikvorstand verriet; angeblich soll die alte Bühnentechnik die vielen Kamele und Elephanten nicht tragen können - von den Original griechischen Tempelsäulen wollen wir gar nicht erst sprechen. Jetzt hat sich auch noch der Wiener Tierschutzverein gemeldet. Schwäne, Enten und Wühlmäuse zu nehmen lehnt indessen der als sehr konservativ bekannte Regisseur bisweilen ab.

NEU - aber noch supergeheim: Aufgrund der vielen Anfragen von Amerikanern und Japanern sollen sowohl die Callas, als auch Pavarotti als Wachsfiguren in der STOP aufgestellt werden mit einem bronzenem Zusatzschild: ELVIS LIVES - but these STARS ARE REALLY DEAD. Try it - touch it! Beide Statuen sind mit Tonbandgeräten und Sensoren verbunden, die dann "casta diva..." bzw. "Nessun dorma..." spielen sollen. Parallel dazu soll speziell für die japanischen Freunde eine Klassik-Karaoke-Bar eingerichtet werden.

Bisher noch unbestätigt: Die Wiener Philharmoniker lehnten das Angebot eines amerikanischen Milliardärs ab, wegen der besseren Nähe zum historischen Originals und den vielen Wünschen nach historischem Realismus, zukünftig nur noch auf historischen Instrumenten zu spielen.

Ebenso zeigt sich die russische Regierung empört Teile der Wolga nach Wien umzuleiten um den Realitätsanspruch und der Forderung nach Werktreue erfüllen zu können.

Noch in der technischen Planung: Es gibt demnächst die Möglichkeit für Sitzplatzinhaber abzustimmen. Zur Verfügung an dem kleinen Gerät, dessen Technik von Günter Jauchs "Wer wird Millionär" stammen soll, stehen die Noten 1 - 5. Drücken schon während der Vorstellung mehr als die Hälfte der Besucher die Note 5, wird sofort abgebrochen. in diesem Falle bekommt der Regisseur die zurückgehaltene Hälfte seiner Gage nicht mehr und jeder Zuschauer erhält als Ausfall-Gutschein eine Karte für die schöne alte TOSCA-Produktion von 1836.

Sponsorship: Die international bekannte Firma COCA COLA beabsichtigt pro Saison drei Opernproduktionen komplett zu sponsern. Marginalien, wie die Umbenennung des Hauses in "Wiener Coca Cola Staatsoper" sowie die plastische Projektion von Cola-Flaschen auf den Eisernen erscheinen akzeptabel und werden zur Zeit nur noch von Puristen und ewige Gestrigen abgelehnt. Selbstredend sollte die Brause dann auch in Opernproduktionen einfließen u.a. Liebestrank (ewiges Heilmittel), Tosca (Scarpias letzter Schluck), Götterdämmerung (Blutsbrüder-Cocktail), Fledermaus (alkoholfrei), Siegfried (Mimes Gebräu), Tristan & Isolde (Liebestrank)... etc. Besonders schöne Inszenierungen bekommen das Qualitätssiegel "Long-Life-Garantie" und dürfen dann nicht vor Ablauf von 150 Jahren erneuert werden. Die Vergabe dieses Siegels sollte der Merker-Redaktion und einem ausgewählten Leserbeirat vorbehalten bleiben.

Neben Mozart, Strauss/ß, Verdi und Wagner dürfen subalterne Opern anderer Komponisten nur noch in Ausnahmefällen auf dem Spielplan auftauchen. Stichwort: Alleinvertretungsrecht der Staatsoper.

Ergänzung zur Hausordnung: Das Personal der Wiener Staatsoper wird ab sofort mit sogenannten Elektroschockern ausgestattet, damit Rüpel und Buher sofort zur Ordnung gerufen werden können. Diskutiert wird noch, ob penetrante Huster auch damit behandelt werden dürfen.        PB

 

"Ein Freund, ein guter Freund..."

Unser Lied für Wulffs Verabschiedung

Endergebnis der OPERNFREUND-Abstimmung liegt vor

"Einen Freund, einen guten Freund..." (aus dem UFA-Film "Die drei von der Tankstelle" - damals gesungen von Heinz Rühmann, Willy Fritsch und Oskar Karlweis) wünschten von herzen rund tausend Opernfreunde per Mail dem Exbundespräsidenten als Zugabe für den heutigen Großen Zapfenstreich, und sind sich damit einig, nicht nur mit den Zuschauern von ARD (Anne Will), sondern auch diverser Privatsender.

Bei uns liegt dann "Es ist alles nur geliehen..." mit Heinz Schenk - hier haben viele Leser unseres befreundeten Opernmagazins Merker-online (Wien) mitgevoted - und auf dem zweiten Platz und "Taler, Taler... Du musst wandern!" (Deutsches Liedgut.) auf Platz drei.

Vielleicht singen das Siegerlied heute sogar unsere aktuellen "Drei von der Tankstelle": Egon Gerkens, Carsten Maschmeyer und Wolf-Dieter Baumgartl? Das wäre doch eine nette Überraschung! Man wird sehen...

Wulff selbst hat sich - wen wundert es angesichts der Millionen*, die ihm in diesem Leben noch als "Ehrensold" kredenzt werden - Beethovens "Freude schöner Götterfunken..." gewünscht. In diesem Sinne, verehrter Herr Wulff, wünscht DER OPERNFREUND Ihnen und Ihrer Gattin eine rosige Zukunft.

P.S.

* Wulff bekommt sofort rund 200 000 Euro "Ehrensold" (dafür muß eine alte Frau lange stricken, nämlich rund 650 Jahre ihren Beitrag in ihre Rentenversicheurgn einzahlen) + !! noch erhebliche geldwerte Vorteile (wie u.a. Luxuslimousine, Luxusbüro, Mitarbeiter und Sekretärin, sowie Fahrer) für 300 000 Euro jährlich. In den 40 Lebensjahren, die er bestimmt noch macht + die wir ihn vom Herzen gönnen, zahlt der Steuerzahler ihm also gute 20 Millionen Euro. Also liebe Leute, freut Euch mit ihm und singet laut oder verdrückt Euch weinend.    PB                                            

Credits:

1.) //youtube.com/watch?v=u8h8ca5zn5Y

"Ein Freund, ein guter Freund..." HEINZ RÜHMANN

2.) //youtube.com/watch?v=Gsu1W8lAuHk

"Es ist alles nur geliehen..." HEINZ SCHENK (249)

3.) //youtube.com/watch?v=OgBAZ9x613o

"Taler, Taler Du mußt wandern...." DEUTSCHES LIEDGUT

4.) //youtube.com/watch?v=HYnotUA4p1E

"Es fährt ein Zug nach nirgendwo.." CHRISTIAN ANDERS

5.) //youtube.com/watch?v=kQUJfpcSRQ0&feature=related

"gute Freunde...." FRANZ BECKENBAUER  (251)

6.) //youtube.com/watch?v=1vOlM-Mtfp4

"Immer nur lächeln...." LEHAR

7.) //youtube.com/watch?v=p4W_9ol6iOs

"Leb wohl mein Blütenreich..." GIACOMO PUCCIN

8.)

//youtube.com/watch?v=Fh2Vh8jwyQA

"Una furtiva Lagrima..." GAETANO DONIZETTI

9.) //youtube.com/watch?v=h5ypER3lkHQ

"Treulich geführt und ziehet dahin..." RICHARD WAGNER

10.) //youtube.com/watch?v=dlPjxz4LGak

"Money for nothing" DIRE STRAITS

 

nicht unter den TOP TEN:

 

//youtube.com/watch?v=ICS4uAESQFo

"Alles nur geklaut!" DIE PRINZEN

//youtube.com/watch?v=9d0J_2fyiLE&feature=related

"Freunde" DIE TOTEN HOSEN

//youtube.com/watch?v=2OAQpaYGB1o

"Mein Land..." RAMMSTEIN

//youtube.com/watch?v=FmnWXBfNxC0

"Es geht eine Träne auf Reisen..." ADAMO

//youtube.com/watch?v=fSgbFNpIJho

"Dann geh ich zu Maxim..." FRANZ LEHAR

//youtube.com/watch?v=BzNy7dsvF5w

Siegfrieds Trauermarch RICHARD WAGNER

//youtube.com/watch?v=PAdbrTZ7Wlk

"Oh wie so trügerisch....." GIUSEPPE VERDI

//youtube.com/watch?v=LYWC1yc66ys

"Nein länger trag ich nicht die Qualen..." CARL MARIA von WEBER

//youtube.com/watch?v=LFKM2VYDPjg

"Es wird einmal ein Wunder geschehen..." ZARAH LEANDER

//youtube.com/watch?v=02yf6RHIQjQ

"Der Hölle Rache..." WOLFGANG AMADEUS MOZART

//youtube.com/watch?v=zytpHl7Q5cA

"Liebe ohne Leiden...." UDO JÜRGENS

//youtube.com/watch?v=vGV8Hhhg9hQ

"Schön ist es auf der Welt zu sein..." ROY BLACK

//youtube.com/watch?v=grS73FuIXbs

"Die Gier" IN EXTREMO

//youtube.com/watch?v=sBJQIiuhhRk

Nationalhymne

 

 

Theater im Norden in Not

Von Horst Schinzel

Von den Theatern in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern kommen täglich neue Hiobsbotschaften. Ob Schleswig, Lübeck, Schwerin, Rostock – den Kommunen fehlt das Geld, und die Kultusbürokratie zeigt sich zugeknöpft  Dies in Mecklenburg-Vorpommern, obwohl das Land im Geld schwimmt und 2011 mit einem Überschuss von 250 Millionen Euro abschloss.

Seit vorigen Sommer ist das klassizistische Theater in Schleswig gesperrt. schwerwiegende Statikprobleme haben dazu geführt. Nur das Foyer kann noch genutzt werden. Die Stadtpolitik hatte sich im Herbst sehr blauäugig für einen völligen Neubau entschieden. Die unter Sparzwängen stöhnende Landesregierung hat die Stadt wissen lassen, dass die erforderlichen 20 Millionen Euro von ihr nicht zu erwarten seien. Inzwischen werden die Schleswiger Abonnenten mit Bussen nach Rendsburg gekarrt. Kleinere Aufführungen finden im Foyer statt. Unteressen wird bereits laut darüber nachgedacht, ob die gegenwärtige Struktur des Landestheaters mit aufwändigen Gastspielen in zahlreichen Städten zwischen Itzehoe und Niebüll überhaupt noch zeitgemäß ist.

In Lübeck ist die Verwaltung des Theaters gerade aus dem Tarifvertrag ausgestiegen. Für dieses Jahr fehlen "nur“ 150.000 Euro mit steigender Tendenz. Aber mehr Geld ist weder von der Stadt noch vom Land zu erwarten. Immerhin soll dort in der nächsten Spielzeit das Kieler Ballett gastieren.  .

Ganz schlimm sieht es in Schwerin aus. Dort konnte bereits im letzten Oktober eine Insolvenz nur mit kurzfristiger Hilfe von Stadt und Land abgewendet werden. Jetzt droht erneut Zahlungsunfähigkeit. Es fehlen 1,5 Millionen Euro. Der neue sozialdemokratische Kultusminister will nicht mehr Geld geben. Schon jetzt wende das Land auf die Einwohnerzahl gerechnet mehr Geld für die dort noch immer zahlreichen Theater auf als etwa Bayern. Die Theater sollten endlich zu Zusammenschlüssen kommen. Etwa könnten die Norddeutsche Philharmonie in Rostock und die Mecklenburgische Staatskapelle in Schwerin fusionieren. Auf jeden Fall wird Schwerin um  schmerzhafte Einschnitte beim Personal nicht herum kommen. Sparten aufgeben will der Intendant aber nicht – auch nicht die professiolle Niederdeutsche Bühne.

Unter solchen Ausspizien ist auch nicht abzusehen, wie der seit langem erträumte Neubau eines Stadttheaters in Rostock finanziert werden soll. Dort ist das Große Haus seit einem Jahr aus Brandschutzgründen gesperrt. Im letzten Herbst hatte sich die Stadt für eine Sanierung entschieden. Vorerst hilft man sich mit einem Theaterzelt aus. 

 

Abgemahnt und abgezockt

Internetabmahnungen bei Künstlern

Internetabmahnungen aller Arten machen schon seit einiger Zeit die Runde. Oft trifft es ahnungslose User, die plötzlich horrende Rechnungen über illegale Downloads erhalten, die sie nie getätigt haben. Juristen gehen davon aus, dass allein 2010 rund eine halbe Million Abmahnungen an deutsche Internetnutzer verschickt wurden. Diese sollen urheberrechtlich geschützte Musik oder Filme im Internet heruntergeladen und weiter verbreitet haben. Nun zieht das Thema auch weitere Kreise - bis hin zu betroffenen Künstlern. Es geht um das sogenannte Zitatrecht. Peter Schöne ist Sänger. Der Bariton ist ziemlich erfolgreich, singt an verschiedenen Opernhäusern quer durch die Republik und gibt Liederabende. Vor Kurzem bekam er ungewöhnliche Post. "Das Einschreiben war das Erste, was ich von der 'Süddeutschen Zeitung' bekam", erinnert er sich, "und ich dachte: 'Süddeutsche Zeitung', die hatte ich mal abboniert, die wollen mir bestimmt Werbung schicken." Doch der Verlag wollte Geld. Denn der Sänger hatte, ohne zu fragen, Kritiken über sich aus dem Blatt auf seine Homepage gestellt. Und damit hat er das Urheberrecht verletzt.

Sechs Kritiken - 1800 Euro   Jan Bernd Nordemann ist Rechtsanwalt für Urheberrecht. 350 Euro für drei Jahre Nutzung von drei Artikeln auf seiner Homepage habe man gefordert. "Ist in Ordnung", dachte Schöne. "Ich bekam dann von der 'FAZ' ein ähnliches Schreiben. Man muss auch dazu sagen, dass bei der 'FAZ' wesentlich härter gegen mich vorgegangen wurde." Für sechs Kritiken aus den Jahren 2006 bis 2011 wollte die "FAZ" rückwirkend 1800 Euro kassieren. "Ich habe die Texte verwendet, die Quellen angegeben, und bin davon ausgegangen, dass es sich bei dieser Art und Weise um ein Zitat handelt. Bei der Gelegenheit musste ich lernen, was zitieren wirklich bedeutet."

Das Internet ist eine große Falle und in die tappen alle, die glauben, im Netz sei alles möglich. "Man darf aus Zeitungsartikeln durchaus zitieren", Jan Bernd Nordemann, Rechtsanwalt für Urheber- und Medienrecht. "Man muss allerdings ein solches Zitat verwenden, um seine eigene Auffassung zu belegen." Peter Schöne hatte die Kritiken kommentarlos auf seine Seite gestellt. Jetzt musste er einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen. "Er hat mir gesagt, er würde mit ihnen sprechen und versuchen, ob man da am Preis noch etwas machen kann", so Schöne. "Daraufhin bekam ich von der 'FAZ' einen Brief: Im Übrigen hätte man jetzt im Internet in Webarchiven nachgeforscht und festgestellt, dass die Artikel schon viel länger auf meiner Homepage wären. Und jetzt wollte man plötzlich 2400 Euro von mir haben."

Mit fremden Federn schmücken   Roland Gerschermann ist der Geschäftsführer der "FAZ". "Es muss dem Verlag nicht schlecht gehen, aber wir sind daran interessiert, dass wir die geistige Leistung, die hier erarbeitet wird, auch entsprechend vergütet bekommen", sagt Roland Gerschermann, Geschäftsführer der "FAZ". "Und wir wollen sie nicht im Internet kostenlos verwertet wissen." Das betrifft inzwischen immer mehr Nutzer, die sich mit "fremden Federn" schmücken, auch die Oper in Frankfurt am Main. "Das Opernhaus kann sie nutzen", so Gerschermann, "beispielsweise in Schaukästen in den Opern. Darüber freuen wir uns. Das, was wir nicht wollen, ist, wenn man 'FAZ' aufruft und in unterschiedlichsten Bereichen ungeordnet unsere Artikel im Internet wiederfindet. Da sind eher die Grenzen, die wir zu steuern suchen."

Mittlerweile gibt es aber sogenannte Copyright-Trolls. Das sind Rechtsanwälte, die Urheberrechtsverletzungen im Netz verfolgen und daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben. Die Oper Frankfurt soll 7500 Euro berappen. Äußern will man sich dort dazu noch nicht. "Normalerweise sind das Fälle, die nicht ganz große wirtschaftliche Dimensionen haben", sagt Nordemann. "Da einigt man sich. Man ist aufeinander angewiesen. Die Journalisten, die die Zeitungsartikel verfassen, möchten auch ins Theater eingeladen werden, möchten die Freikarten bekommen, so dass das auch ein bisschen ein Geben und Nehmen ist."

Was sagen die Journalisten? Die Zeitungsverlage wollen offensichtlich lieber nehmen als geben. Die Machtverhältnisse scheinen klar zu sein. Doch wie sehen das die Journalisten selbst? Sie sind schließlich die eigentlichen Urheber. "Ich habe mit einem Journalisten von der 'FAZ' gesprochen", sagt Peter Schöne. "Er war bestürzt darüber, hat aber auch gesagt, dass er mit dem Verlag selbst nichts zu tun hat. Ich habe auch mit anderen Journalisten gesprochen, die alle bestürzt über diese Praxis waren, die doch letzten Endes das Vertrauensverhältnis zwischen Zeitung, Kritiker und Künstler beschädigt."

Seit Jahrzehnten kämen Kritiker in die Konzerte und die Künstler verwendeten die Kritiken, um sich zu präsentieren und im Markt zu etablieren, so Schöne. "Dafür sind die Kritiken für uns wichtig. Und dass das jetzt nicht mehr so ist, hat sicher etwas damit zu tun, wie heute mit Rechten im Internet umgegangen wird, und auch wie wir Künstler mit dem Internet umgehen", so der Sänger. Peter Schöne musste am Ende insgesamt 1400 Euro an die "Süddeutsche" und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zahlen. Jetzt widmet er sich lieber wieder seiner Kunst.

http://www.3sat.de/page/?source=/kulturzeit/themen/160212/index.html

Dank an Stefan Braunshausen

für die Genehmigung der Textübernahme

 

Leserbrief dazu:

Liebe Opernfreundinnen und Opernfreunde,

als Mitglied im Kreise der kritischen "Opernfreund-Berichterstatter" und redakt. Mitglied der Redaktion xtranews.de freue ich mich über jeden Artikel, den ich via "www.deropernfreund.de" in die große virtuelle Internetwelt versenden kann. Das dies stets und immer und fair auf Gegenseitigkeit beruht, macht die gegenseitige Berichtübernahme umso angenehmer. Opernfreunde unter sich sind da eben generös.

Wehe dem, der weniger generösen Medien entgegensteht, die die Arbeit anderer zwar schätzen und gern verwerten, aberim umgekehrten Falle ihre Euro-Krallen ausfahren.

Auch ich schliesse mich da dem OPERNFREUND herzlich gern an und erkläre meine Opernartikel als für jedermann frei verfügbar.

Die Bitte, Ursprung des Artikels und Nennung des Autors zu vermelden, sollte allerdings -wie unter Kollegen üblich- selbstverständlich sein. Denn nicht zuletzt durch unser aller Berichterstattung über Opernaufführungen, unserer Begeisterung für diese Kunstform und dem persönlichen - oftmals unentgeltlichem - Engagement, dass uns treibt, dienen wir bewusst der Opernwerbung und der dafür nötigen Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit. Oper lebt, und dass soll auch weiterhin durch viele lebendige Kritiken und Artikel belegt werden. Nicht nur in Printmedien zu Zeiten des Internets!

Nicht zuletzt sind auch die ausführenden Protagonisten einer jeder Opernaufführung an unseren Kritiken interessiert. Die Oper zu lieben ist nicht schwer, wenn man das Gefühl dafür besitzt. Dafür schreiben wir - und ich denke, dass ich da für viele KollegenInnen stellvertretend argumentiere.

In diesem Sinne: allen weiterhin Freude an der schönen Kunst!

Herzlichst

Detlef Obens

 

Auszüge aus der Diskussion im Merker-Forum

4. Februar 2012

Scooter

Verstehe ich das richtig: Beide Zeitungen gehen gegen Künstler vor, die Auszüge aus guten Kritiken auf ihrer Homepage abdrucken. Verlangen dann über sündteure Anwaltskanzleien, wie der Erwähnte aus Hamburg, vierstellige Summen wg. Urheberrechtsverletzung? Das kann man kaum glauben. Sollte das so stimmen, werde ich sofort mein Abos fristlos kündigen und alle meinen vielen Freunde und Geschäftspartner, sowie Hunderten von Künstlern, empfehlen das Gleiche zu tun. Das ist ja eine unfassbare bodenlose SCHWEINEREI.

4. Februar 2012

Frosch

alle Opernhäuser im deutschen  Sprachraum sollten diesen Zeitungen, die an dieser Anzocke im Internet mitmachen, die Pressekarten entziehen. den Preis für einen guten Platz im Opernhaus können die Zeitungen für die Rezensenten ja dann aus den Rücklagen dieser Zusatzeinkünfte entnehmen

4. Februar 2012

Frosch

Vielleicht sollten die abgezockten Sänger die Zeitungen verklagen, weil sie deren Namen abgedruckt haben ohne ihre vorherige Zustimmung einzuholen – man sollte das mal rechtlich prüfen lassen

5. Februar 2012

Gianni Roccanova

Zeitungen profitieren – gratis – von Pressevorführungen (Film) und Premierenkarten, ohne die sie nicht berichten könnten. Gut, da könnte man sagen: Ist doch bloß das Feuilleton! Einigen Zeitungsmanagern wäre zuzutrauen, dass ihnen die Rezensionen ohnehin egal sind. Da kann man ja "sparen". (Allerdings: FAZ oder SZ ohne Premierenberichte aus Salzburg oder Bayreuth? Das wäre lustig!) Nur: Was würden sie etwa tun ohne gratis in die Redaktionen geschickte Einspielungen von Klassik über Jazz bis Pop? Da sähe es schon düsterer aus. Oder: Was würden sie tun ohne all die gratis zugeschickten Rezensionsexemplare? Buchrezensionen müssten auf eigene Kosten durchgeführt werden. Von der Belletristik bis hin zu Sachbüchern. Noch düsterer. Und was wäre ohne all die Pressekonferenzen samt Büfett? Was wäre der Ausfall sämtlicher Auto-Testfahrten? Medien profitieren in all diesen Fällen gratis von den Leistungen anderer. Nicht nur Musiker, Autoren, Filmemacher, Autoproduzenten und Politiker benötigen die Medien. Umgekehrt benötigen die Medien all die ihnen zur Verfügung gestellten Gratisleistungen, ohne die sie nicht arbeiten könnten. Interviews sind ebenfalls Gratisleistungen der Interviewten. Was wären Medien ohne Interviews? Das ist also ein Geben und Nehmen. Da jetzt plötzlich von Sängern ziemlich hohe, nicht nachvollziehbare Beträge per Rechtsanwalt (der natürlich finanziell ebenfalls davon profitiert) einzufordern, ist eine Geistlosigkeit und Frechheit sondergleichen. Im übrigen: Da diese Sachen noch niemals ausjudiziert wurden, hoffe ich, dass es endlich einmal jemand darauf ankommen lässt. Und einen angeblich drohenden Prozess riskiert. Da wäre ich sehr gespannt! Bisher leben diese Typen ja bloß von Drohungen und Einschüchterungen. Ich selbst schätze das Urheberrecht, aber was hier abgeht, ist nur noch peinlich. Indem Opernsänger die Rezensionen zeigen, machen sie ja auch Werbung für die Medien. Fans etwa lesen die und lernen zugleich, diese Medien zu schätzen, interessieren sich für deren Angebot. Sorry, aber wenn das nicht sofort aufhört, bleibt nur eine Möglichkeit, nämlich bei den Journalisten anzusetzen. Sie sind hier zwar unschuldig, aber falls ihnen der Entzug der Gratisleistungen droht, werden die Verlagsmanager wohl rasch klein beigeben.

5. Februar 2012

Rodrina

schäbige kleinkrämerische abzocke: wie schlecht muß es diesen zeitungen gehen, wen sie auf so miese und hinterhältige ideen kommen + so schecht imagemäßig von juristen beraten werden? hier gerät bald alles durcheinander. gut, daß es noch magazine wie merker, omm, opernnetz, opernfreund…etc gibt, wo die kulturinteressierten menschen sich ehrlich informieren können und der künstler und die kunst noch mit würde, achtung und respektvoll behandelt werden. bemerkenswert, daß diese alle nichtkommerziell arbeiten. ein trauriges bild der einstmals großen zeitungen faz und sz - so macht man sich selber irgendwann arbeitslos…

traurig ist das, traurig.

5. Februar 2012

Scooter

Gut, da könnte man sagen: Ist doch bloß das Feuilleton! Einigen Zeitungsmanagern wäre zuzutrauen, dass ihnen die Rezensionen ohnehin egal sind. Da kann man ja "sparen". (Allerdings: FAZ oder SZ ohne Premierenberichte aus Salzburg oder Bayreuth? Das wäre lustig!)

Es entsteht in der Tat der Eindruck, daß den Herausgebern dieser Zeitungen ihre Kulturseiten und Rezensionen, deren guter Ruf, sowie die qualitativ gute Arbeit der Kulturredakteure und deren Verantwortung scheißegal sind. Bei den NRW Zeitungen, wo ich mich gut auskenne, werden kaum noch feste Kulturredakteure beschäftig; Kritiken schreiben größtenteils freie Mitarbeiter für teilweise weniger als 30 Euro pro Artikel.

Opernkritiken sind kein Quotenbringer. Im Gegenteil! Nur das zählt noch: Money, Money, Money… Der geistig moralische Niedergang einer Gesellschaft dokumentiert sich auch und gerade in solchen Dingen.

Daß sich auch noch die bisherigen, vielleicht letzten Bastionen vernünftiger Kulturberichterstattung, auf so etwas einlassen bzw. sogarv eine Vorreiterolle übernehmen, ist beschämend. Ist ein Skandal!

5. Februar 2012

Grobi

ROLAND GERSCHERMANN – so heißt der unkluge Geschäftsführer der FAZ, der diesen völlig blödsinnigen Kurs fährt und auch in Interviews vertritt.

Die Anwälte der FAZ wollen sogar 7000 Euro von der Franfurter Oper haben. Wieviel Mumm hat nun der Intendant? Meine selbstverständliche Reaktion wäre "sofortiges Hausverbot" für alle Mitarbeiter der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZEITUNG. Die Deutsche Intendantenkonferenz kann jetzt endlich einmal Solidarität zeigen + jegliche Berichterstattung von SZ und FAZ untersagen. Keine Pressekarten mehr, kein Info-Material und alle sonstigen Vorteile für diese Journalisten (Hotelunterbringung, Essen, Taxi + Fahrkosten) sollten gestrichen werden. Darüber hinaus sollte man tatsächlich prüfen inwieweit die Namensnennungen von Opermitgliedern, Regisseuren…etc. – sowie das Beschreiben von Produktionsinhalten + die Photonutzung ebenfalls gegen irgendein Recht verstößt. Dem obskuren Herrn GERSCHERMANN und seinen Anwaltskanzleien schweben anscheinend Millionen Euro vor Augen, die man hier noch abzocken kann. Hoffentlich melden sich bald aufrechte Journalisten und erklären sich mit dieser Haltung ihrer Bosse NICHT EINVERSTANDEN.

5. Februar 2012

Matt Dillon

Dem obskuren Herrn GERSCHERMANN und seinen Anwaltskanzleien schweben anscheinend Millionen Euro vor Augen, die man hier noch abzocken kann. Hoffentlich melden sich bald aufrechte Journalisten und erklären sich mit dieser Haltung ihrer Bosse NICHT EINVERSTANDEN.

IN DER TAT können jetzt kluge Anwaltskanzleien, wenn sie die unzähligen Homepages deutscher Künstler und Kleinkünstler durchstöbern hunderte Millionen durch Abmahnungen verdienen. Leider brechen alle ein und zahlen. Natürlich werden sie, wie in diesem Fall von Bariton Schöne der nach Widerspruch seines Anwalts plötzlich das Doppelte zahlen sollte, ausgesprochen schlecht beraten. Das muß man bis zum Bundesverfassungsgericht durchkämpfen.

5. Februar 2012

Anton CUPAK

In meinem Urheberrechtsstreit mit einer Hamburger Anwaltskanzlei, deren Seniorchef sogar ein Gerichtspräsident ist, habe ich gut 10 Rechtsmeinungen eingeholt und 10 völlig unterschiedliche Rechtsansichten bekommen. Als ich es auf einen Rechtsstreit mit Gerichtsort Wien ankommen lassen wollte, wurde ich im letzten Moment gewarnt: die Kanzlei beantragt eine "Einstweilige Verfügung" – und diese landet dann in Hamburg. Wir haben es mit Abzockespezialisten zu tun, als Laie rechne ich mir da keine Chancen aus – wenn da sogar Gerichtspräsidenten mitspielen.

Weit haben wir es in Österreich und Deutschland mit unserem Rechtssystem gebracht!

5. Februar 2012

Pater Brown

Ich frage mich hier mal ganz ernsthaft: warum fand sich in diesem ABZOCKERVERFAHREN gegen den hochehrenhaften und selbstlosen ANTON CUPAK eigentlich kein einziger Rechtsanwalt seiner Millionen Leser, der sich sagte: Ich habe jahrelang Freude am MERKER-online gehabt, für den Anton Cupak wie ein Wahnsinniger ohne Honorar (!) von morgens bis abends sich den Puckel krumm arbeitet um Gleichgesinnte Opernfreunde zu erfreuen, jetzt leiste ich meinen Teil als Rechtsanwalt einmal gratis für ihn wir ziehen das durch bis zum höchsten Gerichtshof. Enttäuschend… Sehr enttäuschend! So ist es leider: am Ende steht jeder alleine da.

5. Februar 2012

Rodrina

um wieviel sollen wir wetten, daß die edlen Herren und wenigen Damen deutschen Theaterleiter auf ihrer nächsten Intendantenkonferenz dieses wichtige Thema nicht einmal ansatzweise besprechen werden. In Österreich wird es ähnlich gehen. Solidarität mit der Frankfurter Oper wäre ja Solidarität mit einem Konkurrenten! Die werden schön den Schwanz einziehen und weiterhin "eierlos" nur heisse Luft quatschen wie bisher bzw. sich von diesen großen Zeitungen aus kommerzliellen Gründen weiter den Schneid abkaufen und verar…… lassen. Wetten daß?

Wahrscheinlich ist sogar, daß man demnächst eine Pauschale pro Opernhaus vereinbart (zahlt ja alles der Steuerzahler!) um der Gnade willen weiterhin Kritiken aushängen zu dürfen.

 5. Februar 2012

Frosch

Als ich durch Zufall festgestellt habe, dass das Opernhaus Amsterdam Auszüge aus einer Kritik von mir aus der Print-Version des MERKER auf ihre Homepage gestellt hat, habe ich mich GEFREUT und GEEHRT gefühlt. Mir käme es nie in den Sinn unserer Chefredakteurin zu raten dafür Geld vom Opernhaus Amsterdam zu verlangen. Wir bekommen von den Opernhäusern Pressekarten um über Aufführungen zu berichten, als warum soll dann das Opernhaus (oder ein an der Aufführung beteiligter Künstler) nicht das Recht haben, die jeweilige Kritik (oder Auszüge daraus) auf seiner Homepage zu veröffentlichen? Das muss mir erst mal jemand glaubhaft erklären.

6. Februar 2012

Pater Brown

in zehn bis zwanzig jahren wird es keine zeitungen mehr geben – jedenfalls nicht wie in der heutigen form und auflage und einfluss sobald sich der werbemarkt komplett zurück zieht, sind die zeitungen tot

ich fände dies zwar schade, aber letzten endes sind sie es selber schuld

diese jetzige hundsüble abzockerei oder ander dümmlingsaktionen sind dabei letztlich nur ein weiterer sargnagel der orientierungslosigkeit und verzweiflung sie merken es nur noch nicht, oder doch? wenn journalisten nicht mehr das sagen haben, sondern unqualifizierte erbsenzähler im management, dann ist der patient schon so gut wie tot

eine schande für das große kulturland brd bleibt diese aktion dennoch…

ich schäme mich für solche kleingeisterei

6. Februar 2012

Semmel

Sehr geehrter Herr Cupak, ich weiß jetzt nicht, welchen der Herren in der beteiligten Hamburger Kanzlei Sie als Gerichtspräsidenten identifiziert haben, ich möchte aber doch der Ordnung halber anmerken, daß es sich dabei nur um einen ehemaligen Präsidenten handeln kann, da man in Deutschland nicht Richter und Anwalt gleichzeitig sein kann. Sehr wohl kann man allerdings nach der Pensionierung als Richter wieder als Anwalt tätig werden, was aber nicht heißt, daß man als Seniorchef über sämtliche Fälle Bescheid wissen muß, zumal da es sich bei Ihrer Geschichte um einen sehr kleinen Fisch für eine Kanzlei handelt, die auf ihrer Website damit wirbt, daß sie einen Großteil der DAX-notierten Unternehmen als Mandanten habe. Im übrigen wären Ihre Chancen vermutlich auch in Wien sehr schlecht gewesen, da die Urheberrechtsverletzung auf Ihrer Site – Nachdruck eines Artikels ohne Quellenangabe – eindeutig war. Mit freundlichen Grüßen Wilhelm Semmelrogge

6. Februar 2012

Anton CUPAK

Sehr geehrter Herr Semmelrogge, ja, soweit ich mich an meine Recherche erinnere, handelt es sich um einen ehemaligen Gerichtspräsidenten. Ich bin aber trotzdem der Meinung, dass es sich im konkreten Fall nicht wirklich um einen Schutz geistigen Eigentums gehandelt hat, denn das waren recht lieblos zusammengestöpselte Jahreszahlen über Franz Liszt, soweit ich mich erinnern kann. Wenn es sich um eine derart angesehene Kanzlei handelt, wundert es mich, dass die Rechtsvertretung bei solchen Fällen überhaupt angenommen wird. Es gibt Aufträge, die man ganz einfach ablehnt, wenn man sich dies leisten kann. Ich zumindest habe das in meinem Beruf so gehalten! In Wien wären meine Chancen insoferne besser gewesen, weil ich mich intensiver damit befassen hätte können und ich auch einen recht guten Anwalt zur Hand gehabt hätte. Aus Vernunftgründen (Abwägung, was allein an Spesen angefallen wäre, hätten der Anwalt und ich nach Hamburg fliegen müssen) habe ich mich dann zur Zahlung von 1.200 Euro entschlossen. Ich finde aber trotzdem, dass dieser Betrag in keiner vernünftigen Relation zur konsumierten Leistung steht und wohl schon klar ist, dass mit besagtem Lexikon methodisch auf Urheberechtsverletzungsjagd gegangen wird. Es gibt viele Leidensgenossen, wie ich erfahren habe! Ich finde es nicht richtig, dass ein einziges Gericht – und wahrscheinlich auch ein einziger Richter, sämtliche Fälle einer Anwaltskanzlei an sich zieht. Wäre ich nicht gewarnt worden, hätte ich es tatsächlich auf einen Prozess ankommen lassen – in der Meinung, dass dafür Wien zuständig wäre. Ich denke, Sie wissen, wer mich gewarnt hat. Danke dafür! Aber das ist natürlich vernachlässigbar gegen diese neue Vorgehensweise mit den Auszügen aus den Künstlerkritiken. Das ist wirklich unter jeder Kanone!

6. Februar 2012

Semmel

Sehr geehrter Herr Cupak, über den Verfasser des Originals besagten Artikels sind wir durchaus derselben Auffassung, nur kommt es beim Schutz geistigen Eigentums nun einmal nicht darauf an, welche Qualität dieses Eigentum hat.

Zum Gerichtsstand möchte ich noch ausführen: kein Gericht oder Richter kann Fälle "an sich ziehen". Wenn Klagen bei Gerichten eingereicht werden, dann wird die Verteilung durch die Geschäftsordnung bestimmt. Und der Ort, an dem die Klage eingereicht wird, bestimmt sich nach dem Gerichtsstand, vorliegend nach dem "Ort der unerlaubten Handlung", in Presse- und besonders Internetfällen wird häufig davon ausgegangen, daß überall dort geklagt werden kann, wo der Artikel "bestimmungsgemäß gelesen" werden kann, was als "fliegender Gerichtsstand" bezeichnet wird. Da der Online-Merker sich zweifellos an den gesamten deutschen Sprachraum wendet, wären theoretisch auch Klagen in Zürich, Frankfurt oder diversen anderen Städten möglich, da die beteiligte Kanzlei sich in Hamburg befindet, klagt man bequemerweise dort.

Daß Sie in Wien wirklich besser gefahren wären bezweifle ich insofern, als Sie selbst bei einer reduzierten Zahlung – nehmen wir einmal 600 statt 1200 € an – zumindest nach deutschem Recht auch auf der Hälfte der Gerichts- und Anwaltskosten für beide Seiten sitzen geblieben wären. das wird leicht teurer als die ursprüngliche Forderung, was der Kläger natürlich auch weiß. Zu den Klagen von FAZ und SZ kann ich nur den Kopf schütteln, weil ich sie auch für die Zeitungen letztlich für kontraproduktiv halte.

Mit freundlichen Grüßen    Wilhelm Semmelrogge

7. Februar 2012

Scooter

Man kann nur hoffen, daß alle vernünftigen Menschen ab sofort diese Zeitungen ignorieren, ihre Abos kündigen und für non grata erklären, damit der finanzielle Verlust den Abzockergewinn um ein zig-faches übersteigt.

Ansehen, der gute Ruf und kulturell moralische und ethische Werte scheinen bei der FRANKFURTER ALLGEMEINEN ZETUNG und der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG nichts mehr zu gelten! Schnöder Mammon zählt anscheinend nur noch. Ich boykottiere ab sofort diese Blätter und hoffe, daß es mir Tausende nachtun. Allerdings hatte ich das bei der Deutschen Bank damals auch gedacht… Die nicht-mehr-Erteilung von Pressekarten an Kollegen dieser Zeitungen wäre ein erster spürbarer Schritt von Solidarität der Opernhäuser mit den Künstlern. Aber das ist kaum zu erwarten, denn da ist sich jeder den nächste. Sogar an der Frankfurter Oper, die mit 7000 Euro ja recht satt betroffen ist, gibt es wohl einen Maulkorb-Erlaß zu dieser Angelegenheit, denn alle Anfragen wurden bisher konsequent ignoriert.

WO BLEIBT DER AUFSTAND DER ANSTÄNDIGEN?

7. Februar 2012

Gianni Roccanova

Zu Herrn Semmelrogges Bemerkungen: Der "fliegende Gerichtsstand" ist tatsächlich möglich, aber wohl nicht mehr lange. Ein Urteil des LG Bremen hat schon einen anderen Weg gewiesen, wird aber bis dato sonst nicht berücksichtigt. Besonders gerne wird in Hamburg und Bremen geklagt, da dort entsprechende EVs oder Urteile erwartet werden. Dass hier längst Korrekturbedarf besteht – weil hier Lokalrichter aus Hamburg oder Berlin nicht zu medienrechtlichen Instanzen über das gesamte Internet avancieren sollten, vor denen sich die ganze Welt zu verantworten hätte -, wurde im deutschen Justizministerium längst erkannt. Selbstverständlich sollte auch hier der Wohnort des Beklagten zuständig sein.

Dass Semmelrogge bei einem Wiener Gerichtsstand von einem für den Merker nachteiligen Urteil ausgeht, wundert mich. Dazu gibt es keine einschlägigen Präzedenzfälle, die mir bekannt sind. Somit ist zum Ausgang des Prozesses auch nichts zu präjudizieren. Ebensowenig, ob hier überhaupt eine Urheberrechtsverletzung vorlag. Zumal der Merker umgehend reagiert und die strittige Stelle gelöscht hat, was zu berücksichtigen wäre. Jedenfalls sind die Abmahnungen eine Spezialität Hamburger oder Berliner Anwälte, aus Wien sind mir keine bekannt.

Ich sehe auch nicht, dass der Merker sich "an den gesamten deutschsprachigen Raum" richtet. Im Internet richtet sich das Angebot prinzipiell an alle Rezipienten mit Internetzugang, ungeachtet ihrer Staatsbürgerschaft oder Muttersprache. Es ist demgemäß unvorstellbar, es müssten sämtliche Gesetze sämtlicher Staaten befolgt werden. Vielmehr geht es um die Gesetzeslage des Staates, in dem eine Domain registriert ist, in dem die Server stehen usw. Ich hätte daher vollstes Verständnis dafür gehabt, wenn der Merker das Bemühen eines deutschen Gerichts ignoriert hätte. Die Texte wurden von einem österreichischen Staatsbürger in Österreich ins Netz gestellt. Dafür ist das österreichische Rechtsordnung zuständig, nicht die von Deutschland, Iran, Japan oder Australien. Aber das ist meine persönliche Auffassung. Herr Cupak tat, was er zum gegebenen Zeitpunkt für richtig hielt, ihn kritisiere ich hiermit ausdrücklich nicht.

Zu Scooter: Ich fände es mehr als bloß schade, wenn hier tatsächlich eine Art "Maulkorb-Erlass" gelten sollte. Wie schon oben von mir ausgeführt: Medien profitieren ihrerseits von einer Reihe von Gratisleistungen Dritter (Gratisinterviews, kostenlose Pressekarten, Gratisprogrammbücher, Zugang zu Pressekonferenzen, Rezensionsexemplare von Büchern, Testfahrten mit Autos usw.), dass umgekehrt auch anderen gewisse Freiheiten eingeräumt werden müssten. Es geht hier ja nicht um ein privat organisiertes FAZ-Gesamtarchiv samt geschäftlich-werblicher Interessen, sondern bloß um einzelne, themenbezogene Zitate bzw. Veröffentlichungen. Wenn hier so scharf vorgegangen wird, noch dazu mit einem kritikwürdigen Instrumentarium, ist das bedauerlich. Sollte es dem FAZ-Verlagschef tatsächlich bloß darum gegangen sein, dass nicht unkontrolliert FAZ-Inhalte wahllos im Netz stehen, hätte es doch ein schlichter Brief (oder E-Mail, noch günstiger!) getan, mit der Bitte, die Inhalte zu löschen. Es müsste doch im FAZ-Verlag genügend Mitarbeiter geben, die das so nebenbei innerhalb weniger Minuten hätten tun können. Nein, es musste eine Zahlungsaufforderung dazukommen. Kein Kommentar…

8. Februar 2012

Semmel

Sehr geehrter Herr Roccanova, in einem Punkt bin ich scheint's mißverstanden worden. Ich war beim Gerichtsstand Wien nicht zwangsläufig für einem für Herrn Cupak völlig negativen Urteil ausgegangen sondern hatte die Sache eher von der reinen Kostenseite her gesehen. Und die wäre – so die Klage nicht völlig abgewiesen worden wäre, was ich persönlich nicht glaube, aber auch da wird es sicher unterschiedliche Auffassungen geben – ein reines Rechenexempel gewesen.   Mit freundlichen Grüßen  Wilhelm Semmelrogge

 

PS.: In puncto FAZ gehe ich mit Ihnen komplett d'accord.

 

Bonner Kasperle-Theater um Intendanten-Neuwahl

Opernetat steigt auf wundersame Art und Weise plötzlich um 5 Millionen Euro - zumindest verbal...

Statt Neuinszenierungen demnächst Opernfilmchen mit Live Musik? Oder das ganze Jahr Karnevalsjeckereien mit OB Nimptsch

Was sich da mittlerweile in der Bonner Provinz abspielt ist eine fast noch größere Lachnummer als Wulffs alltäglich neu erheiternde Geschichten aus 1000 und einer Nacht; nur scheint sich hier keiner persönlich bereichern zu wollen, oder um finanzielle Vorteile bedacht zu sein. Im Gegenteil: Man sucht eine Art Aldi-Spar-Kommissar als neuen Intendanten für die Oper ab 2013. Da wird - wie bei Wulff - gelogen, gemauschelt, vertuscht, geheim gehalten und das Volk verdummbeutelt. Die Rolle des Hauptintriganten und Oberbösewichts spielt weiter Oberbürgermeister Nimptsch von der SPD, der zwar Rheingold für eine neue Philharmonie lockern machen kann, aber deswegen wohl die Oper kurz halten möchte. Die Bonner Lokalpresse ist in diesem Falle eine Katastrohe: Keiner haut noch schaut dem OB auf die Finger - so scheint es. Kolleginnen/en!! Ist Euch Eure Oper eigentlich egal?

Nachdem seit Weihnachten zwei Kandidatinnen abgesprungen sind, weil sie sich wahrscheinlich beim Bewerbungsgespräch (typisch Frau!?) einlullen ließen und erst später erfuhren, daß sie demnächst ein Haus leiten sollen, welches neben den festen laufenden Kosten, ohne Gehaltssteigerungen, überhaupt keine finanzielle Dispositionsmasse mehr für Künstlerisches ausweist, geht es nun in eine neue Runde; als wären wir beim Boxen, oder auf dem türkischen Markt. Augenscheinlich steht das ultimative Spar-Modell noch im Raum, nachdem man ab 2013 wohl Opernfilme mit Live-Musik zeigen möchte, denn für Inszenierungen reicht das Geld nimmer.

Da der OPERNFREUND und seine Bonner Leserschaft bis heute keine offizielle Ausschreibung für die neue Intendanz in der Presse oder öffentlichen Verlautbarungen fanden,  muß wieder davon ausgegangen werden, daß der einstige Opernkiller OB Nimptsch (SPD) aufs Neue zusammen mit seinem willfährigen Kulturdezernenten Schumacher diese Stelle wieder ausmauscheln wird,  ohne jede demokratische Vorgehensweise, Transparenz oder Kontrolle. Fachleute oder qualifizierte Entscheidungsträger scheint es in Bonn nicht zu geben. Der Stadtrat nickt anscheinend alles unkontrolliert ab, was ihm von Funktionsträgern vorgelegt wird. Unglaublich wie sich hier eine Stadt in aller Welt lächerlich macht... SCHILDA LÄSST GRÜSSEN!

Mittlerweile ist auch ein Lohengrinsches Wunder geschehen: Aus der Presse ist nun zu entnehmen, daß urplötzlich der Opernetat (bisher waren es allgemein anerkannte 27 Millionen) - laut Kulturdezernent  im Gespräch mit den Fachleuten (!) vom EXPRESS - jetzt 32 Millionen beträgt.

Donnerlittchen, Staunimann & Sohn! Hatte sich da vorher jemand verrechnet? Ist gar der Bonner Opernetat eine flexible Größe? Hat Maschmeyer für die Oper Geld gespendet? Oder hat auch hier die marode HRE-Bank ihre schmutzigen Hände im Spiel. Wo kommen plötzlich die 5 Millionen her? Hatten Schäubles Bankprüfer vielleicht sogar...

Was auch immer, wie auch immer; zumindest etwas Positives gibt es zu vermelden: offizielle Partnerstadt von Bonn ist neuerdings Schilda.   PB

 

Über die Zukunft der OPER BONN

Es ist schon eine Schande, was sich da in Bonn abspielt. Nun hat man es geschafft in der Opern-Bundesliga, teilweise sogar in der Championsleague zu spielen, da läßt man den erfolgreichen Spitzen-Trainer Klaus Weise ziehen. Immerhin war bekannt, daß er seinen Vertrag unter der Sparvorgabe der Stadt von 3,5 Millionen ab 2013 nicht mehr weiter führen wollte, aber das man jetzt so klammheimlich schon seinen Nachfolger bzw. hier konkret seine Nachfolgerin (wie dem OF bekannt wurde) inthronisierte, entspricht der verlogenen Hinterhältigkeit heutiger Politiker; in Essen war es ja leider ähnlich. Überall der gleiche Saft- und Selbstbedienungsladen! Politiker entscheiden über die Köpfe ihrer, sie bezahlenden !, Bürger hinweg wie Sonnenkönige!

Ich weiß nicht, wie man bei einem Gesamtetat von rund 27 Millionen Euro für ein Dreispartenhaus (Vergleichbar Krefeld oder Augsburg) noch 3,5 Millionen demnächst einsparen will? Das ist, auch angesichts steigender Löhne, ein riesengroßer Schwachsinn! Insbesondere, wenn die verfügbare Geldmenge für künstlerische Dinge gerade einmal 3,6 Millionen Euro beträgt, so verlautet zumindest lt. jetzigem Intendanten Weise.

Die neue Intendantin muß Zauberkünstlerin sein, über besondere familiäre Verbindungen zu Sängern und Dirigenten verfügen, honorarfrei arbeiten (wie unsere Opernfreund-Kritiker!) oder im Keller eine Gelddruckmaschine stehen haben...

Schade, 2013 wird wieder eine große Oper in den Tiefen der Provinz versinken.

Seltsamerweise besteht "Karnevalsprinz honoris causa" OB Jürgen Nimptsch (SPD) wohl nicht mehr weiter auf seiner einstigen Forderung, der Abschaffung des Opernhauses. Er regelt das auf subtilere Art und Weise. Bleiben die Zuschauer erst einmal weg, weil nichts Vernünftiges mehr geboten wird, kann man die Oper immer noch zumachen, oder pleite gehen lassen. Das geht dann wie von selbst. Ganz so blöd ist der Mann nicht!

Weise, der sich mittlerweile einen Namen auf internationalem Niveau geschaffen hat, wird als freischaffender Regisseur in der Championsleague mit 3-4 Inszenierungen im Jahr zukünftig mindestens genauso viel verdienen, wie in Bonn (340 000 Euro - bei bisher 3-4 Pflicht-Inszenierungen!), ohne den bürokratischen so aufreibenden Kleinkrieg mit subalternen Miesmachern, dümmlichen Besserwissen, ignoranten Bürokraten, inkompetenten Politikern und hinterhältigen Intriganten und Stänkerern.

DER OPERNFREUND wird weiter berichten und den Regisseur Klaus Weise in seinem wohlwollenden Auge behalten.      PB                   

  

HOSSA! Wulff muß bleiben!!!

Gegen Miesnickel, Neidhammel

und andere urdeutsche Typen...

Sie gehören also zu den kleinlichen, typisch deutschen übel nehmenden Meckerern; sind neidisch auf Alles und Jeden - besonders auf unsere fleißigen Politiker, die fast ihre gesamte Lebenszeit völlig uneigennützig für das Volk (also auch für Sie, Freundchen!) einsetzen. Unsere gewählten Volksvertreter sind Ihnen ein steter Dorn im Auge? Und den Grafen haben Sie deshalb natürlich auch, im weitesten Sinne, auf dem Gewissen.

Nein, nein, nicht den vorbestraften FDP-Ehrenvorsitzenden Otto Graf Lambsdorff meine ich, sondern den ehrenwerten Ex-Dr. und jetzigen EU-Internetberater von und zu Guttenberg. Jener, der erster Aspirant auf den Titel „König von Deutschland“ gewesen wäre, wenn wir uns endlich dieser „elendigen“ Demokratie entledigen würden. Immerhin stehen 70 Prozent der Deutschen einer Monarchie nicht unbedingt ablehnend gegenüber. Muß ja nicht gleich wieder ein Kaiser sein - dafür haben wir ja immer noch unseren Franz. Gott bescheide ihm ein langes Leben, aber wenig Redezeit in der Öffentlichkeit.

Ihnen, lieber Freund, gilt dieser Artikel heute. Genau Ihnen möchte ich hiermit ins Gewissen reden.

Dieses kurze Memento beschäftigt sich mit unseren ehrenhaften Bundespräsidenten Christian Wuff - pardon, Wulff heißt er natürlich. Und in diesem Zusammenhang fordere ich und bitte, daß Sie sich alle hier anschließen und auch an Ihre Nachbarschaft appellieren:

Wulff muß bleiben! Wulff muß auch für eine zweite Amtszeit gewählt werden!!

Würden wir unser hochgeschätztes Staatsoberhaupt – „unser aller großes Vorbild“ - jetzt sofort in Pension schicken (nämlich bei Beibehaltung seiner Bezüge bis zum Ableben und aller damit verbundenen sonstigen Vorteile, wie lebenslange Sekretärin, Büro, Luxusdienstwagen, Chauffeur....etc) käme man rundgerechnet, wenn Wulff 90 Jahre alt würde, wie viele seiner Vorgänger, auf ca. 9 Millionen Euro. Rechnen Sie bitte nach.

Neun Millionen Euro fürs Nichtstun!

Könnten Sie das mit ihrem guten und kritischen Steuerzahler-Herzen vereinbaren? Sie sind doch Mitglied im Bund der der Steuerzahler. Na also. Dann soll er doch wenigstens noch 9 Jahre etwas für das Geld, das wir ihm zahlen, leisten - oder?

Zum Beispiel: Verdienstkreuze überreichen, Unterschriften tätigen, Weihnachts-, Neujahrs-,  Begrüßungs- und sonstige Reden halten, den Grußaugust für exotische Staatsgäste mimen, Parlieren, Palavern und Schampus nippen, Auslandsreisen tätigen, Bürgerparties für CDU-Mitglieder gestalten, Gesetze verkünden bzw. unterzeichnen, Urkunden übergeben, Diplomaten empfangen, Anordnungen und Verfügungen des Bundestages bestätigen oder die Ernennung von Ministern bzw. deren Entlassung beurkunden.

Und, gottseidank, er hat zwar das Begnadigungsrecht; kann aber keine Amnestien aussprechen, daher kann uns doch sein etwas (mal rein hypothetisch unterstellt) halbseidener Umgang und Freundeskreis nun wirklich reichlich schnuppe sein. Dr. h.c. (kein Scherz – Wuff hielt dazu an der Universität Hildesheim sogar die Laudatio!) Carsten Maschmeyer - er hat übrigens für diese Ehrung schlappe 500.000 Euro hingeblättert, exakt die Summe, die Wulff sich von Eg…, upps von Edith Geerkens, für sein Knusperhäuschen gepumpt hat - sitzt in keinem Gefängnis, also muß von einem korrekten, ordentlichen und gesetzestreuen Geschäftmann, wie selbstverständlich auch bei Bankern, ausgegangen werden. In dubio, Torero! Und wen unser aller Rauschgoldengel Veronika Ferres heiratet, na Freunde - Hand aufs Herz - der kann doch wahrlich kein böser Mensch sein.

Also zum Teufel nochmal! All die schmutzigen Anwürfe gegen Wuffi und Neidkampagne wg. die Finanzierung seines schnuckeligen Eigenheims, etc.pp. sind doch im Vergleich mit den wirklich wichtigen Themen unserer Tage wahrlich der Rede nicht wert.

Und schauen Sie doch mal genau hin: Wirkt dieser nette Mann bedrohlich? Korrupt gar oder bestechlich? Haben wir denn keine andere Sorgen?

 

Wer ist z.B. für die 2 Billionen Schulden der BRD verantwortlich? Wer für das Euro-Debakel? Wohin sind die 1,3 Billionen Schulden der Hypo Real Estate plötzlich verschwunden? Wie ist es möglich, daß sich staatliche Banker um (holla!) 55,5 Milliarden Euro „verrechnen“? Ist Westerwelle wirklich ein Außerirdischer? Was macht unser haargefärbter Ex-Kanzler und Putin-Amigo? Und: wer wird der nächste DSDS-Superstar?

Also:  Wulff muß bleiben!

Und jetzt nochmal alle: WULFF MUSS BLEIBEN !!!

Hollodrio zum neuen Jahr!

Ihr PB 

 

Liebe Leser,

einen Tag vor Weihnachten geht bei uns geballter Protest gegen eine Kritik über PALESTRINA ein. Ich möchte Sie Ihnen nicht vorenthalten. Möchte aber auch nicht negieren, daß ich (nachdem ich sie nun dreimal gelesen habe!) bis auf zwei vergessene Anführungszeichen, nichts an der Kritik von meinem Freund Manfred Langer auszusetzen habe. Anschuldigungen wg. Rechtsradikalismus muß ich empört von mir/von uns weisen! Auch der Ruf nach ZENSUR kommt in diesem Fall überhaupt nicht in Frage. Unsere Kritiker schreiben unabhängig; ob ich dahinter stehe, oder nicht, spielt keine Rolle. Wir sind ein tolerantes und liberales Opernmagazin. Die Mails veröffentliche ich ungekürzt, wie sie eingegangen sind; E-Mail-Adressen und komplette Namen sind aus Datenschutz-Gründen reduziert:

1.) Der Bericht zu "Palestrina" in Zürich kann so nicht hingenommen werden. Fakt ist, daß die Oper Zürich konsequent jede Kritik,konstruktive Kritik nicht zugelassen hat.Nun ist es legitim,eine Kritik über eine Oper zu schreiben,aber dabei einen erwiesenermassen bekannten Nazi als "armen Pfitzner" zu bezeichnen,ist atemberaubend.Arm sind die Juden, die in den gaskammern umgekommen sind,deren Existenz Pfitzner bis zum Schluss leugnete,im Gegenteil Hitler auch nach Beendigung diese dunklen kapitels deutscher Geschichte weiterhin feierte.

So etwas auch noch kurz vor Weihnachten zu bringen ist eine Dummheit ersten Grades.Und der Hinweis,dass Kritiker ewig gestrige sind,ist unverschämt.ich werde jedenfalls immer darauf hinweisen,wie Pfitzners Vita verlief.Wenn Herr Langer mit ewig gestrigen meint,man solle Vergangenheit ruhen lassen,so täuscht er sich.

Dieser Artikel ist rassistisch, eine Schande für den Opernfreund.Liest denn niemand so etwas vorher?

Ich habe mich damals masslos über die Kritik "Madama Butterfly"aufgeregt,wo der unsägliche Schreiber frauenfeindlich und rassistisch über eine afroamerikanische Sängerin schrieb,aber jetzt muss ich sagen,der hat das garnicht so gemeint,nur Herr Langer meint jedes Wort,wohl wissend um pfitzners Vergangenheit. Ich jedenfalls werde Altnazis bekämpfen,wo ich kann.Dass der POpernfreund so etwas bringt,ist unverzeihlich. Mario H. / Hamburg

2.) Ich schätze den opernfreund sehr, liebe die teilweise bissigen kommentare von herrn bilsing.Durch diese website weht geradezu ein freiheitlicher wind. aber was herr langer in seiner kritik zu "palestrina"in zürich(schweiz also,wo schon alles gesagt ist)über pfitzner sagt(der arme pfitzner,kritiker an ihm werden als ewig gestrige bezeichnet)ist hammerhart.

Pfitzner war ein nazi aus dem bilderbuch,der sich wunderbar anbiederte,auch nach dem ende der schreckensherrschaft hat er unverblümt hitler weiter bewundert.komponisten wie schreker, korngold,krenek,die werden bis heute benachteiligt,die ächtung der nazis wirkt immer noch,aber pfitzner als"armen pfitzner"zu bezeichnen,ist eine frechheit. Im angesicht der millionen toten hat es dieser kretin gewagt, weiterhin hitler zu verehren,öffentlich.

Man kann gerne über seine opern schreiben,aber man muss stellung beziehen zu seinen unsäglichen schriften. Und als jude,als stolzer jude,ist es infam,so etwas zu lesen,ich lade herrn langer ein, mit mir auf den jüdischen friedhof in der schönhäuser allee hier in berlin zu gehen,da liegen 15 meiner verwandten,anbgeschlachtet von den nazis.

Pfitzner geht nicht ohne nazis,dieser versuch,ihn reinzuwaschen ist eine bankrotterklärung des opernfreunds und eine grosse enttäuschung für mich, was herrn bilsing als herausgeber betrifft.

Hochachtungsvoll Matthias R. / Kein Ort

3.) Lieber Opernfreund, nun ist es Chronistenpflicht, über Opernpremieren zu berichten.Okay!Da kann man auch über "Palestrina" in Zürich schreiben, da kann man auch darüber schreiben, dass das Opernhaus Zürich sich jegliche Kritik verbietet,einen Dialog nicht zuläßt und kritische Fragen zu Pfitzner totschweigt.Naja,Schweiz eben(immer noch).Aber in dieser Kritik versuchen,Pfitzner als "armen Kerl" hinzustellen undKkritiker an ihm als "ewig Gestrige" ist unerhört und infam.Herr Langer weiss doch sicherlich um Pfitzners Stellung im 3. Reich und seine zahllosen,unsäglichen Veröffentlichungen,auch nach dem Judenmord.Jeder, der so tut, als hätte Pfitzner keine Schuld auf sich geladen,sollte sich den Holocaust in Erinnerung bringen.Und wer ist denn ein ewig gestriger?Bestimmt nicht Menschen, die sich aktiv und leidenschaftlich mit Geschichte befassen,dabei versuchen,objektiv zu bleiben. Im Namen aller Juden, die umgekommen,sind,sollten Sie im "Opernfreund" klärende Worte finden.

Hochachtungsvoll Thorsten z. F. / Kein Ort

4.) Lieber Opernfreund ,lieber Herr Dr. Bilsing, wenn man Ihre Kommentare liest, ergibt sich doch das Bild eines zutiefst toleranten Mannes.Umso erstaunlicher ist es,das bei Ihrer wunderbaren websitee in Artikel erscheint, der ,so ganz nebenbei zum Schluss, Kritiker von Herrn Pfitzner als ewig gestrige hinstellen.Ewig gestrige?Das traf doch wohl haargenau auf Pfitzner zu,ich empfehle wikipedia als Lesequelle,besonders empfehlenswert Pfitzners Aufsatz über das "Judentum",verfasst NACH dem 2. Weltkrieg.Das bezeichnet er uns, die Juden,als Ungeziefer,das der Kammerjäger(Hitler)leider nicht ausgelöscht hat.Und diesen Mann versucht Herr Langer so mir nichts dir nichts reinzuwaschen,ohne Kritik zuzulassen.Pfui! Wir haben heftigst gegen die Hamburger Vorstellungen von "Palestrina" protestiert,sind dabei ,das muss man sagen, sehr ins gespräch mit der Oper Hamburg gekommen,aber in Zürich,der schweit,hat man ja noch heute Schwierigkeiten mit der Nazi-Vergangenheit Ich bin zutiefst empört, dass herr langer diesen Altnazi versucht,reinzuwaschen.

Hochachtungsvoll M. B. / Kein Ort

5.) Lieber Opernfreund, ich schätze sehr Ihre website, doch bedarf der Artikel von Herrn Langer zu "Palestrina" in Zürich einer Anmerkung. Es ist schlicht und einfach ausgeschlossen, eine Pfitzner - Oper zu bringen und als Opernhaus nicht explizit auf seine Rolle bei den Nazis hinzuweisen. Hier nutzt auch nicht der lächerliche Hinweis auf Wagner nichts,Pfitzner hat genauestens alle Gräuel an den Juden miterlebt,schreibt aber nach dem 2. Weltkrieg sofort eine glühende Hommage auf Hitler.

Das schwierige Verhältnis der Schweiz zu ihrem Verhalten den Juden gegenüber während des Holocausts ist noch heute aktuell, die Oper Zürich hat sich trotz heftiger Intervention von unserer Seite geweigert,Kritik anPfitzner zuzulassen,weil es "nur um die Musik" geht.Aha!

Nun mag Herr Langer die Musik schön finden,es geht aber nicht an, Pfitzners Verbrechertum klein zu reden.Und ich habe größte Hochachtung vor den Mitmenschen, die vor den Vorstellungen von "Palestrina" in Hamburg protestierten (obwohl die Staatsoper ordentliche Aufkärung leistete).

Wenn man als Jude, der in Deutschland lebt und zwar gerne, der beim Holocaust fast alle Verwnadten verloren hat, so einen Artikel über Pfitzner liest, der ihn quasi freispricht und Kritik nicht zuläßt,wird man wütend.Sioe sollten sich schämen,Herr Langer!

Hochachtungvoll J. L. / Kein Ort

6.) Juni 1945 rechtfertigte Pfitzner in seiner Glosse zum II. Weltkrieg Hitlers Antisemitismus, indem er schrieb: „Das Weltjudentum ist ein Problem & zwar ein Rassenproblem, aber nicht nur ein solches, & es wird noch einmal aufgegriffen werden, wobei man sich Hitlers erinnern wird & ihn anders sehen, als jetzt, wo man dem gescheiterten Belsazar den bekannten Eselstritt versetzt. Es war sein angeborenes Proletentum, welches ihn gegenüber dem schwierigsten aller Menschenprobleme den Standpunkt des Kammerjägers einnehmen liess, der zum Vertilgen einer bestimmten Insektensorte angefordert wird. Also nicht das ‚Warum‘ ist ihm vorzuwerfen, nicht, ‚dass er es getan‘, sondern nur das ‚wie‘ er die Aufgabe angefasst hat, die berserkerhafte Plumpheit, die ihn dann auch, im Verlauf der Ereignisse, zu den Grausamkeiten, die ihm vorgeworfen werden, führen musste.“

 

7.) Sehr geehrte Damen und Herren, wenn man diese Worte von Herrn Pfitzner liest und dann die Anmerkungen dazu von Herrn Langer in seiner Kritik (Zürich,"Palestrina"),dass in Hamburg ewig gestrige gegen die Inszenierung gepöbelt hätten,kann ich nur sagen:Danke,Norddeutschland!Das Verhalten der Schweiz zu den Juden während der Nazizeit ist ja wohl ausreichend bekannt,auch Herrn Langer sollte das bekannt sein.Nun darf man gerne die Musik und die Oper toll finden,aber Geschichtsfälschung sollte man nicht betreiben.Herr Pfitzner war ein Nazi,punktum.Und jedes Opernhaus, das seine Werke spielt,hat die moralische Verpflichtung gegenüber uns, der jüdischen Gemeinschaft,auf Pfitzners Geschichte hinzuweisen,dass das in der Schweiz unterblieb,ist für mich befremdlich. Und:Opernkritik sollte man nicht mit seiner Weltanschauung vermischen.Es würde mich nicht wundern,wenn Herr Langer Mitglied in diesem unseligen Pfitzner-Verein wäre, der keinerlei Kritik zuläßt, mit fr. Gruß Daniel v. G. / Kein Ort

 

 

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