PRESSEANKÜNDIGUNG
LA TRAVIATA
Premiere am
27. März 2010
In Florian Malte Leibrechts Inszenierung singen – unter der musikalischen
Leitung von Urs-Michael Theus – Zdena Furmancokova (Violetta), Karl Schneider
(Alfredo) und Ulrich Kratz (Vater Germont) die Hauptpartien; in weiteren Rollen:
Brigitte Hauck, Ju Hee Min, Marcus Billen, Steffen Neutze, Uwe Salzmann, Volker
Tanke Wlodzimierz Wrobel sowie der Haus- und Extra-Chor.
Gesungen wird in der Originalsprache –
italienisch – mit deutscher Übertitelung. Es spielen die Lüneburger Sinfoniker.
Da sind zwei, die können zu einander nicht kommen, und können doch
voneinander nicht lassen. Das Leben, für das man sich entschieden hat, und aus
dem es kein Entrinnen gibt, weil einen längst auch die anderen darin
festhalten. Alfredo Germont ist in Violetta Valéry verliebt, vielleicht gerade
weil er nicht damit rechnen muss, je mit ihr leben zu dürfen. Er, der
anständige Junge aus gutem Hause; sie, die Dame aus den Untiefen des Pariser
Nachtlebens, eine Frau, von der man träumt. Ein Hustenanfall bringt die beiden
zusammen, auf dem Lande, weit weg von ihrem und von seinem Leben, finden sie
das vollkommene irdische Glück, das nicht von Dauer ist. Wie denn auch, es ist
auf einer Flucht vor der Realität aufgebaut. Geld und Anstand, Sinnbilder
bürgerlichen Existierens, verlangen ihren Tribut. Alfredos Vater fordert von
Violetta den Verzicht auf den Sohn, um die Ehe seiner Tochter zu retten, die Familie
ist ins Gerede gekommen. Vater Germont sieht in der Geliebten seines Sohnes nur
die Nutte. Und Alfredo ist in seinem Stolz gekränkt, weil die beiden auf ihre
statt auf seine Kosten leben. Obwohl seine Familie doch das Geld hat.
Stolz und Vorurteil – der Weg führt direkt in den Abgrund. Der Stolz
lässt Violetta auf Alfredo verzichten, der Stolz gebietet ihr, ihn zu belügen
und ihm von den wirklichen Gründen für die Trennung, ihre Rückkehr nach Paris,
nichts zu sagen. Der Stolz verhindert die Aussöhnung zwischen Vater und Sohn,
der Stolz lässt Alfredo seine Violetta quälen, als sie sich auf dem Fest von
Flora wieder sehen. Braucht es da noch den Husten? Ein finaler Hustenkrampf
beendet die Geschichte, Liebesschwüre und gegenseitiges Verzeihen kommen zu spät.
Gescheitert aber ist diese Liebe nicht am Husten. Zu weit lagen gefühltes
Wollen und gesellschaftliche Realität auseinander: Geld und Anstand, Stolz und
Vorurteil, so können Menschen nicht zu einander finden.
Theater Lüneburg
www.theater-lueneburg.de
An den Reeperbahnen 3 .
21335 Lüneburg