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Theater Magdeburg

 

http://www.theater-magdeburg.de

 

 

 

 

MACBETH

Premiere am 2. November 2013

Völlig daneben – Verdi blieb auf der Strecke

Man hatte einiges erwartet, als man die Pressemeldung des Theaters Magdeburg zur Premiere von Verdis Macbeth gelesen hatte: Der Schauspielregisseur Volker Lösch sei für „sozialkritische Schauspielinszenierungen bekannt, in denen er Betroffene zur Sprache kommen lasse, deren Lebensrealität größtenteils keinen Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein“ habe. In seinem Opernregie-Debüt werde er den Hexen-Chor um 15 Magdeburgerinnen im Alter von 19 bis 62 ergänzen, die von ihren Erfahrungen mit männlichem Machtverhalten erzählen würden.

Und so kam es denn auch: Nach dem Begrüßungsapplaus für den Dirigenten kamen aus verschiedenen Parkettreihen die genannten Frauen in „normaler“ Kleidung vor den Vorhang und sprachen unisono von Demütigungen einer Frau, die „mit 18 Jungfer, Ehefrau und Mutter zugleich“ war. Dann betraten sie die leere Bühne und zogen sich Kittelschürzen an, Choristinnen ebenso gekleidet kamen dazu – und der erste Hexenchor konnte beginnen (das Vorspiel war gestrichen). So ging es weiter, indem die Frauen bei fast jedem Szenenwechsel an die Rampe traten und von ihren Erfahrungen mit Vergewaltigung, sexueller Belästigung am Arbeitsplatz, Kindesmissbrauch und sonstiger häuslicher Gewalt in jeweils unterschiedlichem Sprachduktus berichteten. Diesen Erzählungen lagen vertrauliche Gespräche von Magdeburgerinnen zugrunde, die diese wohl mit dem Regisseur und/oder mit Dramaturgen geführt hatten. Das ging manchen Zuschauern derart an die Substanz (meine Nachbarin musste wegen Herzrasens den Saal verlassen), dass sich das Publikum bei einem Bericht durch „Buhs“ und „Aufhören“-Rufe Luft verschaffte.

Im sehr geschwätzigen Programmheft las man, dass die Inszenierung „ein Gesamtkunstwerk“ sei, „aus: 1) der Musik des Orchesters 2) dem Spiel und dem Gesang der SängerInnen 3) der deutschen Übersetzung des Librettos“ (die Übertitelung) „4) einer durchgehenden, politischen Bildebene, die das Geschehen des Kammerspiels ins Verhältnis setzt zu den archetypischen, geschichtlichen und aktuellen Dimensionen von ‚Macbeth‘ – und 5) einem Sprechchor aus ‚15 Magdeburger Hexen‘, die die Kunstform der Oper für die heutige Lebenswirklichkeit von Frauen öffnen.“

Die Punkte 1) bis 4) mögen noch angehen, wenn auch die den leeren Bühnenraum beherrschende Video-Bilderflut (Raum/Videokonzeption: Cary Gayler) reichlich nervte und ablenkte, aber der Sprechchor passte nicht zur „Macbeth“-Story, weil es dort gerade die Frauen sind, verkörpert durch die Lady und die Hexen, die die Männer zu Krieg und Verbrechen aufstacheln. Die persönlichen Gewalt-Schilderungen standen also gänzlich unverbunden und zusammenhanglos neben der Opernhandlung, wenn man davon absieht, dass jedes kriegerische Verhalten auch Frauen trifft. Noch schlimmer aber war, dass Verdi auf der Strecke blieb. Denn durch den Sprechchor wurden die Spannungsbögen im Opern-Geschehen brutal unterbrochen, so dass man immer eine Zeitlang brauchte, diese wieder aufzubauen. Im Programmheft wurde ausgeführt, dass es eine solche Konfrontation von Kunst und Wirklichkeit in der Oper so noch nicht gegeben habe, „es ist ein Experiment, Ausgang offen.“ Ich halte das Experiment für misslungen.

Iago Ramos/Adam Kim/Johannes Stermann/Karen Leiber/Ute Bachmaier

Musikalisch gibt es im Ganzen Erfreuliches zu berichten: Ausgezeichnet war der von Martin Wagner einstudierte Opernchor, der, unterstützt von Mitgliedern des Freien Opernchors Sachsen („ChoruSa“) und der Magdeburger Singakademie, gut ausgewogen enorme Klangfülle verbreitete. Am Pult der bestens disponierten Magdeburgischen Philharmonie sorgte Magdeburgs GMD Kimbo Ishii-Eto für mitreißenden Schwung.

In der Titelpartie erlebte man in plakativer Fantasie-Uniform oder in albernem kariertem Nachthemd (Kostüme: Carola Reuther) Adam Kim, der wie alle Männer in der Inszenierung als ziemlich dümmlich charakterisiert wurde. Seinen in allen Lagen durchschlagskräftigen Bariton führte er leider viel zu eindimensional und blieb so der Rolle einiges an Feindifferenzierung schuldig.

Adam Kim

Mit blonder Vamp-Perücke hatte Karen Leiber Lady Macbeth zu geben; die in Würzburg engagierte Sopranistin zeichnete ein überzeugendes Psychogramm der Lady. War ihre insgesamt abgerundete und wohlklingende Stimme im ersten Teil lediglich in den Höhen noch etwas scharf, so fand sie dagegen in ihrer großen Szene „Una macchia…“ zu sängerisch ausdrucksstarker Gestaltung. Mit seinem dunklen, in der berühmten Arie „Come dal ciel precipita“ gleichmäßig dahin strömenden Bass erfüllte Johannes Stermann die Partie des besorgten Banquo. Als Macduff trat Iago Ramos auf, der seine Arie „Ah, la paterna mano“ undifferenziert durchstemmte. Schönstimmig präsentierte sich Chan Young Lee als Malcolm; Ute Bachmaier gab die Kammerfrau der Lady.

Karen Leiber

Das nach der Pause Lücken aufweisende Premierenpublikum applaudierte stark den Musikern zu, beim Regie-Team überwogen die Buhs für das misslungene Experiment.

Gerhard Eckels 3.11.2013                                            Bilder: Nilz Böhme

 

 

 

LE NOZZE DI FIGARO

Besuchte Vorstellung: 11. Oktober 2013      (Premiere am 14. September 2013)

Erfreulich konventionell

Schön, dass es sie doch noch gibt, die in positivem Sinne konventionelle Inszenierungen, die sich nicht in Regiemätzchen ergehen, sondern das Libretto  einfach (?) so auf die Bühne bringen, wie es sich die Autoren gedacht haben. Dies ist jetzt in Magdeburg zu erleben, wo Generalintendantin Karen Stone Mozarts berühmte opera buffa mit viel Tempo und Witz neu inszeniert hat. Christiane Hercher hatte dazu ein helles, abgesehen vom Treppen-Wirrwarr im 1. Akt leicht zu bespielendes Bühnenbild bauen lassen, das auch die Standesunterschiede deutlich werden ließ. Die beweglichen Büsche im 4. Akt unterstützten das lebendige Versteckspiel im gräflichen Park aufs Feinste. Ich bin kein Freund von bebilderten Vorspielen; hier aber war es nun wirklich völlig überflüssig, zur spritzig servierten Ouvertüre im dämmrigen Halbdunkel nicht zu erkennende Personen im Treppenhaus herumklettern zu lassen. Dies ist allerdings der einzige Wermutstropfen im überzeugenden Regiekonzept. Ausgesprochen spielfreudig war das Magdeburger Opernensemble in biedermeierlich anmutenden Kostümen (Dietlind Konold) bei der Sache.

Am Dirigenten-Pult stand Magdeburgs 1. Kapellmeister Michael Balke, der mit der weitgehend aufmerksamen Magdeburgischen Philharmonie für den erforderlichen Schwung sorgte, aber den Sängerinnen und Sängern auch genügend Raum ließ, die lyrischen Passagen auszukosten; am Cembalo stellte er sicher, dass die Rezitative die Handlung vorantrieben.

Von den Akteuren auf der Bühne ist als erste Julie Martin du Theil als entzückende quirlige Susanna zu nennen, deren klarer, blitzsauberer Sopran mühelos die Ensembles überstrahlte. Das voll besetzte Haus hielt bei der wunderschön gesungenen Arie „Deh, vieni, non tardar“ den Atem an, bis verdienter Szenenapplaus die sympathische Schweizerin belohnte. Mit robustem, in den unteren Lagen noch ausbaufähigem Bariton wartete das neue Ensemblemitglied Gocha Abuladze als in der Darstellung etwas tapsiger Figaro auf, der ja nur vermeintlicher Strippenzieher im Intrigengeflecht des Stückes ist. Martin-Jan Nijhof als eitler, selbstverliebter Graf Almaviva setzte seinen virilen Bariton versiert ein; besonders schön gelang ihm das „Contessa, perdono“ – da konnte die Gräfin von Noa Danon gar nicht anders, als dem Schwerenöter wieder einmal zu verzeihen. Ihre einfühlsame Gestaltung der an der Lieblosigkeit des Grafen leidenden jungen Frau gefiel ebenso wie ihr fülliger, ausdrucksstarker Sopran, den sie sicher und ruhig durch alle Lagen führte. Den nun wirklich allen Frauen in seiner Umgebung nachstellenden Cherubino gab die junge Sylvia Rena Ziegler – auch neu im Ensemble – mit lebhaftem, jungenhaftem Charme und charaktervollem Mezzo.

Julie Martin du Theil/Sylvia Rena Ziegler/Noa Danon

Mit darstellerischem Witz und tragfähiger Stimme war Undine Dreißig eine witzige Marcellina; der in Figur und Stimme voluminöse Johannes Stermann passte gut zu Dr. Bartolo. Jenny Stark war eine attraktive, klarstimmige Barbarina; in der Rolle ihres Vaters, des ständig betrunkenen Gärtners Antonio, trug der bewährte Wolfgang Klose zu stark auf. Der intrigante Basilio war bei Manfred Wulfert in sicheren Händen; witzig stotternd war Yong Hoon Cho der korrupte Richter Don Curzio.

Manfred Wulfert/Johannes Stermann/Undine Dreißig/Martin-Jan Nijhof/Noa Danon/(anderer Figaro)/Julie Martin du Theil

Klangvoll erfüllte der Opernchor (Martin Wagner) seine wenigen Aufgaben, der beim Fandango überraschend temperamentvoll und zugleich exakt auftrat (Choreographie: Olga Ilieva).

Das gut besetzte Haus spendete zu Recht begeisterten Beifall für einen gelungenen Opernabend.

Gerhard Eckels                                  Bilder: Nilz Böhme

 

 

 

 

Musiktheater- und Ballett-Premieren der Spielzeit 2013/2014

 

Die Hochzeit des Figaro - Premiere am 14.9.2013

(Dirigent: Michael Balke, Inszenierung: Karen Stone)

 

H.S. Lövenskiold: La Sylphide - Premiere am 5.10.2013

(Dirigent: Pawel Poplawski, Choreographie: Gonzalo Galguera)

 

Macbeth - Premiere am 2.11.2013

(Dirigent: Kimbo Ishii-Eto, Inszenierung: Volker Lösch)

 

Der Vetter aus Dingsda - Premiere am 9.11.2013

(Dirigent: Michael Balke, Inszenierung: Therese Schmidt )

 

Der Barbier von Sevilla - Premiere am 25.1.2014

(Dirigent: Kimbo Ishii-Eto, Inszenierung: Christian von Götz)

 

Der Rosenkavalier - Premiere am 22.2.2014

(Dirigent: Kimbo Ishii-Eto, Inszenierung: Olivia Fuchs)

 

Händel/Telemann: Otto - Premiere am 15.3.2014

((Dirigent: Stephan Schultz, Inszenierung: Arila Siegert)

 

Strawinsky Die Geschichte vom Soldaten - Premiere am 22.3.2014

im Schauspielhaus/Studio

 

Le Sacre du Printemps – Premiere am 12.4.2014

(Dirigent: Michael Balke, Choreographie: Gonzalo Galguera)

 

Der Bettelstudent - Premiere am 3.5.2014

(Dirigent: Pawel Poplawski, Inszenierung: Nico Rabenald)

 

Tanzbegegnungen 4 (Uraufführung) – Premiere im Schauspielhaus

Tanzabend von Sasha Evtimova und Fredy Franzutti

 

 

 

MARIA STUARDA

Premiere am 13. April 2013

Spannendes Musiktheater

Bekanntlich beschränkt Donizettis Oper den Stoff um die beiden Königinnen anders als Schillers weiter gespanntes Drama auf deren Gefühlswelt und ihre jeweilige Beziehung zu Graf Leicester. Dies wird in der Inszenierung der Magdeburger Generalintendantin KAREN STONE sinnfällig deutlich, wenn zu Beginn der Ouvertüre der Blick freigegeben wird auf Elisabetta im Thronsaal neben der Erdkugel und auf Maria am mit Kerzen beleuchteten Betstuhl. Dieser gleichzeitige Blick auf die beiden Protagonistinnen wiederholt sich später, wenn das Todesurteil unterzeichnet wird und die Rivalin ins Gebet vertieft ist. Überhaupt wird in den einfachen, aber doch wirkungsvollen Bühnenbildern Elisabettas Allmacht verdeutlicht, wenn beispielsweise während der einzigen Begegnung der beiden Frauen in der Oper ein liegender, übergroßer Kopf der Herrscherin seitlich in die Bühne hineinragt, hinter dem diese zu Maria „hinabsteigt“. Nur die beiden Königinnen tragen üppige Kleider und Perücken aus elisabethanischer Zeit, während die Kostüme im Übrigen zeitlos modern wirken (Ausstattung: ULRICH SCHULZ).

Ansonsten gab es durchweg ansprechendes Musiktheater zu erleben, das in der spannend gestalteten, zentralen Auseinandersetzung der beiden Frauen kulminierte. Warum Maria am Schluss auf eine Art elektrischen Stuhl zuschreiten musste, erschloss sich nicht ohne weiteres, während das Zeigen einer bunt und glänzend zur Heiligen geschmückten Maria bei deren berühmtem Gebet durchaus Sinn machte.

Musiziert und gesungen wurde auf recht hohem Niveau; am Pult der gut disponierten Magdeburgischen Philharmonie sorgte MICHAEL BALKE für den nötigen „Drive“ und hielt alles sorgsam zusammen. Besonders beeindruckte HALE SONER in der Titelpartie: Wie sie durchweg belkantesk und höhensicher ihren in allen Lagen wohlklingenden Sopran führte und die Wandlung von der zunächst noch kämpfenden, dann sich in der anrührenden Lebensbeichte und dem ergreifenden Gebet in ihr Schicksal fügenden Frau darstellte, das war eine herausragende Leistung. NOA DANON machte mit temperamentvollem Spiel die Zerrissenheit Elisabettas deutlich; ihr prägnanter Sopran klang nur anfangs in den Höhen manchmal ein wenig grell. Mit der Partie des zwischen den beiden starken Frauen stehenden Leicester schien der junge ANDREAS FRÜH doch überfordert; in der Darstellung durchaus glaubwürdig, kam der allzu nasal singende und angestrengt wirkende Tenor an seine Grenzen.

 

MARTIN-JAN NIJHOF als treuer Talbot setzte seinen mächtigen Bass streckenweise zu undifferenziert ein. MARIO SOLIMENE als Cecil und TERESA SEDLMAIR als Anna ergänzten ohne Fehl. Der von MARTIN WAGNER einstudierte Opernchor überzeugte durch ausgewogenen Klang.

Insgesamt ein lohnender Musiktheaterabend mit einem viel zu selten gespielten Werk! 

Gerhard Eckels                                                Bilder: Nilz Böhme

 

 Besprechungen älterer Aufführungen befinden sich ohne Bilder weiter unten auf der Seite Magdeburg unseres Archivs

 

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