DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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Interview mit Prof. Dr. Michael Lakner am 28. Juli 2013 in Bad Ischl

 

Foto: Hofer-Ischl

www.fotohofer.at

 

OF       Ich freue mich, heute mit Ihnen dieses Interview führen zu können, saß ich doch bereits 1980 mit Prof. Macku hier bei meinem ersten Interview in Bad Ischl. Neben Ihrem musikalischen Studium studierten Sie parallel Rechtswissenschaften, waren Schauspieler, Pianist, Betriebsdirektor, Operndirektor, Juror, Dozent für Gesang und seit 2004 Intendant und Geschäftsführer des Lehár Festivals Bad Ischl. Wie kann man all diese Aufgaben bewältigen und bleibt hier nicht naturgemäß etwas auf der Strecke?

L         Das ist überwiegend Vergangenheit. Neben meiner Tätigkeit in Bad Ischl gebe ich Meisterkurse und versuche meinen guten Studenten auch Auftrittsmöglichkeiten zu ermöglichen. Daneben ist es sicher nicht schlecht, etwas vielseitiger aufgestellt zu sein, da dann auch der Horizont insgesamt erweitert wird.

OF       Sie nehmen einen Teil Ihrer Aufführungen ja auf CDs auf, für die jedoch z.B. auf Ihrer Internetseite zu wenig Werbung vorhanden ist. Warum ist es nicht auch möglich – z.B. in Zusammenarbeit mit dem ORF – eine Gesamtaufnahme auf DVD aufzunehmen, wie dies u.a. in Mörbisch der Fall ist?

L         Leider kommen von unseren CDs die Aufnahmen immer mit einem Jahr Verzögerung heraus, so dass sie in der laufenden Spielzeit nicht verkauft werden können. Im darauffolgenden Jahr ist das Interesse des Publikums an den Aufnahmen nicht mehr so groß, wie im Jahr in welchem sie gespielt werden. Hier im Hause vermarkten wir zu sehr günstigen Preisen diese CDs, einen Werbehinweis auf unserer Internetseite werde ich überlegen und wahrscheinlich einrichten. Für DVDs gibt es bei uns eigentlich praktisch keine Nachfrage, man müsste dann auch entsprechende Firmen finden, die dies aufnehmen und vermarkten. Bedenken muss man natürlich auch, dass wir eine jährliche Besucherzahl von etwa 25.000 Personen haben. Mörbisch, welches mehr für ein Massenpublikum ausgerichtet ist, hat eine Besucherzahl von ca. 200.000 Besuchern, da ist eine Nachfrage viel grösser (und da ist dann auch das Angebot des ORF vorhanden), außerdem wird die CD im Studio bereits vor der Aufführungsserie produziert und während der Vorstellungen verkauft. Dies alles ist bei uns leider nicht möglich. Darauf hinweisen möchte ich aber, dass etliche unserer Aufnahmen von cpo den Deutschen Schallplattenpreis erhalten haben, also die Qualität stimmt in jedem Fall.

OF       Ich erinnere mich an einen tollen „Der Fidele Bauer“, an eine hervorragende „Fatinitza“, „Eva“, aber auch jetzt „Gasparone“. Ist es nicht sinnvoll weiterhin – neben den Gassenhauern – auch unbekanntere Werke aufzuführen.

L         Dies würde ich sicher sehr gerne und habe ich in der Vergangenheit auch stets gemacht. Man muss aber auch sehen, wie die Auslastung bei den einzelnen Stücken ist. Bei „Gasparone“, einer exzellenten Aufführung, auch von der Kritik hochgelobt, gibt es eine Auslastung von etwas über 60%. Das ist einfach zu wenig. Deswegen auch immer wieder die sogenannten Gassenhauer, weil hier der Anteil auf über 80% steigt. Nicht vergessen darf man dabei aber auch, dass der Fremdenverkehr insgesamt in diesem Jahr statistisch um über 8% zurückgegangen ist. Das wirkt sich natürlich auch auf den Besuch bei uns aus. Dazu kommt, dass Operette im Fernsehen, aber auch im Rundfunk praktisch nicht mehr vorkommt. Dadurch ist natürlich auch der Bekanntheitsgrad stark rückläufig. Gott sei Dank haben wir ein gewisses Stammpublikum, was unseren Weg zum größten Teil mitgeht. Aber es muss uns gelingen, insgesamt auf eine Auslastung von über 80% zu kommen.

OF       Sollte man nicht einmal versuchen, eine kleine Revolution anzuzetteln. Die Besucher mit einer Beilage aufzufordern, die Rundfunk- und Fernsehanstalten anzuschreiben und sie damit zu bombardieren, dass wieder Operette zum kulturellen Angebot gehören muss. Wenn eine Vielzahl individueller Schreiben eingeht, wird sich auch der jeweilige Sender Gedanken machen.

L         Dies ist sicher einmal eine Überlegung wert. Ob und wie viel der Besucher dann bei so etwas mitmachen, bleibt sicher abzuwarten, aber einen Versuch wäre es in jedem Fall wert.

OF       Ist das Einschwenken auf das Musical deswegen angestrebt, weil Sie glauben, damit ein etwas jüngeres Publikum zu bekommen, welches dann eventuell auch den Weg zur Operette findet und ist es nicht gleichzeitig auch deswegen angegangen worden, weil man sich eine größere Auslastung und damit entsprechend höhere Einnahmen erwartet?

L         Natürlich wollen wir versuchen, den Stamm unseres Publikums zu erweitern und möglichst jüngere Besucher zu uns zu bringen und natürlich wollen wir auch die Besucherzahlen nach oben bringen und den Rückgang, der aber in ganz Österreich zu beobachten war, wieder etwas auszugleichen. In erster Linie werden wir deshalb die nächsten drei Jahre auch das „klassische Musical“ zeigen, also „Hallo, Dolly“ in diesem Jahr, im nächsten Jahr „Gigi“ und 2015 dann „My Fair Lady“.

OF       Sehr geehrter Herr Lakner, die „Hallo, Dolly“ und die „My Fair Lady“ verstehe ich ja noch, aber bei „Gigi“ habe ich so meine Zweifel, mir ist eigentlich hier nur der Film mit Chevalier bekannt und ein paar Ausschnitte mit Juppi Heesters. Glauben Sie, dass „Gigi“ so einschlagen wird?

L         Ich freue mich auf „Gigi“ ganz besonders. Neben einer tollen Geschichte gibt es hier eine Unmenge hervorragender Musik, ähnlich wie in „My Fair Lady“. Eine süße Geschichte in einer tollen Zeit, mit tollen Kostümen und toller Choreographie, viel Ballett und einer einschmeichelnden Musik, die unbedingt ankommen wird. Wir werden mit Sicherheit neben unserem Stammpublikum neue Publikumskreise erschließen können und damit auch die Attraktivität unseres Festivals weiter steigern. Es gilt den Virus Musik auf die jungen Leute zu übertragen und damit zur Verbreitung beizutragen. Eines ist jedoch klar, wir sind und bleiben ein klassisches Operetten Festival, welches jetzt einmal über drei Jahre auch das klassische Musical zusätzlich mit anbietet. Danach werden wir weitersehen, alles analysieren und den Weg neu überarbeiten. Wie dieser dann aussehen wird, bleibt abzuwarten, ich bin aber guter Dinge, dass es sich weiterhin zum Positiven hin entwickelt.

OF       Sehr geehrter Herr Dr. Lakner, herzlichen Dank für das Interview und alles erdenklich Gute ganz persönlich für Sie und weiterhin für das Lehár Festival Bad Ischl.

 

Das Opernfreund-Interview führte Manfred Drescher

 

 

 

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