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Photo: Bernd Uhlig BLAUBART (Oper Köln, Saison 2009/10)
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ABENDE DIE SICH LOHNEN - Sinnvolle Plage ;-) ! * = o.k. schöner Abend** = überdurchschnittlich gut*** = sehr gut***(*) = Spitze (mit Sonderstern)***(**) = Maß der Dinge (2 Mega-Sondersterne), Weltklasse!
Coburg LA TRAVIATA ***** Mit dieser phänomenalen Neuinszenierung von Verdis "La Traviata" ist
dem Landestheater Coburg ein wahrer Geniestreich gelungen. Ein phantastisch
durchdachtes, sehr spannend umgesetztes modernes Regiekonzept mit stark
psychologischem Einschlag, ein ansprechendes Dirigat und ein höchsten Ansprüchen
genügendes Ensemble, angeführt von der wunderbaren Sofia Kallio, die in der
Violetta ihre derzeit absolute Glanzpartie gefunden haben dürfte, hoben diesen
außergewöhnlichen Abend, der sich die höchste Auszeichung von fünf Sternen mehr
als verdient hat, weit über das Durchscnittsniveau hinaus. Jedem Opernfreund sei
der Besuch dieser genialen Aufführung dringendst ans Herz gelegt. Es lont
sich!!! Bonn Gärtnerin AUS LIEBE **** Selten
habe ich einen so feurigen, lebendigen Mozart erlebt, das Beethoven
Orchester spielt mit Herzblut, ganz aus der historisch informierten
Interpretation heraus, das macht Freude und wärmt das Herz... Eine
runde Sache, ein Ensemble, das deutlich Lust auf mehr Opern des
Salzburger Meisters macht, eine fast
ausverkaufte, zweite Vorstellung, am Schluß ein begeistertes Publikum,
das hat die Bonner Oper wieder einmal mehr als verdient . Für mich eines
dieser kleinen, unerwarteten Repertoirewunder, die fünf Sterne verdient
haben. Frei Stuttgart LA DAMNATION DE FAUST**** Ein ungemein spannender Opernabend auf szenisch höchstem Niveau, der
einen gänzlich in seinen Bann schlug. Die Stuttgarter Staatsoper hat mit dieser
phänomenalen Neuproduktion seinen kulturpolitischen Auftrag, einen Spiegel der
Jetztzeit zu bilden, aufs Vortrefflichste erfüllt. Die grandiose Andrea Moses
hätte sich den Titel "Regisseurin des Jahres" mehr als verdient. Sie versteht es
hervorragend, ihr Publikum zu fesseln. Mit ungeheurer Vehemenz prangert sie die
gegenwärtig anscheinend in Ungarn vorherrschenden bedenklichen Verhältnisse an,
schreit ihr Nein gegen die dortigen Missstände laut in die Welt hinaus und
versäumt es auch nicht, dem deutschen Publikum den Spiegel vorzuhalten. Das war
innovatives, anspruchsvolles Musiktheater vom Feinsten. Dazu ansprechende
musikalische und gesangliche Leistungen. Diese sensationelle Aufführung, die
sich vier Sterne redlich verdient hat, sei jedem Opernfreund dringendst ans Herz
gelegt! Die Fahrt nach Stuttgart lohnt sich! Lustein Heidelberg AIDA ***** Die phänomenale neue
"Aida" in Heidelberg, mit der der neuen Theaterleitung ein
fulminanter Einstand gelungen ist, sind den Opernfreund-Rezensenten Ludwig
Steinbach und Alexander Hauer fünf Sterne wert. Die ungemein stringente, höchst
spannende und atmosphärisch dichte Inszenierung der Bieito - Schülerin Lydia
Steier, das begnadete Dirigat von GMD Cornelius Meister und Sängerleistungen
auf geradezu internationelem Niveau deuten auf sehr eindrucksvolle Weise den
Kurs an, den das Theater der Stadt Heidelberg zukünftig einschlagen wird:
Packendes modernes Musiktheater vom Feinsten. Jeder Anhänger zeitgenössischer
Produktionen sollte sich diese äußerst packende Aufführung nicht entgehen
lassen. Hau Lustein Frankfurt L`Etoile **** Frankfurt landet einen
Volltreffer bei der Auswahl von Stücl, Regisseur und Besetzung. Emmanuel
Chabriers in Deutschland wenig beachtete, absurd witzige Geschichte wie eine
Offenbachiade, aber nicht ohne Tiefgang
und mit anspruchsvollerer Musik, wird
von David Alden als hinreißende Operette mit Anklang zur französischen
Boulevard-Komödie gebracht – sprühend vor Witz, aber ohne Operettenklamauk. Der
französische Gast, der Sängerdarsteller Christophe Mortagne in der Hauptrolle, fegt über die Bühne wie einst Arlecchino und
ist mit seinem unerschöpflichen komödiantischen Talent allein den Besuch
wert. Auch die Frankfurter
Ensemble-Mitglieder bewältigen ihre Rollen bravourös. Dazu kommt ein traumhaft
musizierendes Opernorchester, das die
reiche Partitur erschließt: vom schmissigen Offenbach bis zu neutönerischen
impressionistischen Einfärbungen. Großes französisches Theater, nicht nur für
Frankophile: ein Muss. Lan Pforzheim La Traviata *****Wieder einmal hat sich mein Motto
"Verachtet mir die kleinen Häuser nicht" voll und ganz bestätigt.
Diese geradezu festspielwürdige Aufführung mit einer klugen, spannenden und
stringenten Regie, einem hervorragenden Dirigenten, einem wunderbar aufspielenden
Orchester und einem bis in die kleinsten Rollen erlesenen, von der grandiosen
Katja Bördner angeführten Sängerensemble sind dem Opernfreund fünf Sterne
wert!!! Einmal mehr hat sich die Fahrt nach Pforzheim voll gelohnt. Der Besuch
dieser phänomenalen "Traviata", zu der man dem kleinen, aber
hochkarätigen Theater Pforzheim nur gratulieren kann, wird dringendst
empfohlen. Lus
Bonn MANON LESCAUT ***** Wir sind mal wieder von der Bonner Oper begeistert. Zur Zeit
das mit Abstand beste Opernhaus in NRW. In Deutschland? Beide Opernfreund-Kritiker sprechen von
"Weltklasse". Es ist geradezu ungeheuerlich, was dieses Haus, welches
auch noch ständig gegen einen "Trottel von Oberbürgermeister" namens Nimptsch kämpfen muss, der diese seine Oper schließen will (!), leistet. Für alle Puccini-Fans die nicht nur in
dieser traumhaften Musik baden, sonder auch dafür sterben würden,
bietet Stefan Blumier mit diesem fabelhaft disponierten Beerthoven Orchester
einen Klangrausch von ungeheurer, selten so gehörter Farbenpracht. Dazu wird
noch zum Weinern schön gesungen... Bil & Frei Köln KRIEG & FRIEDEN ***(**) !!!!
Lange hat man in Köln nicht mehr solchen Premierenbeifall,
einschließlich berechtigter Standing Ovations, erlebt. Ein wirklich
großer Opernabend, der die Bedeutung der Kölner Oper unter den führenden
Bühnen weiter festigt. Man sollte sich den Abend nicht entgehen lassen. Frei Stuttgart LA JUIVE *** Ganz phantastische
Produktion, die sich rein szenisch einen Sonderstern verdient hätte und bei der
Photos unbedingt angebracht wären. Gerade bei dieser überaus gelungenen Inszenierung mit einem
phantastischen Bühnenbild. Dennoch, auch wenn man mit Bildern kanusert: Hinfahren - es lohnt sich! Schaut Euch die Sache live an. Stein Würzburg PARSIFAL **** Eine Aufführung mit Festspielniveau. Hier wachsen die zukünftigen Bayreuth-Sänger heran. Eine tolle Inszenierung mit vielen guten und intelligenten Einfällen - letztlich eine Inszenierung von großer symbolischer Kraft. Bitte anschauen! Würzburg ist auch in anderer Hinsicht jede Reise wert. Stein Gelsenkirchen War Requiem ***** Fünf Sterne gibt unser Kritiker Martin Freitag. HINFAHREN !
Essen Butterfly **** Spannendes zeitgemäßes Musiktheater vom Feinsten. Sehr
konzentrierte gute Regie ohne Mätzchen - man kann es kaum glauben bei Regisseur Tilman Knabe! Toller
Gesang und ein Puccini-Klang, wie man schöner zur Zeit kaum anderswo vorfindet.
Soltesz at it´s Best! Jubel ohne Ende.
Bil
München GP Italienerin in Algier **** Hier haben wir es mit einer Sternstunde
heiter-vergnüglichen Musiktheaters zu tun, für die man dem Staatstheater am
Gärtnerplatz nur gratulieren kann. Das war die beste Aufführung von Rossinis
L'Italiana in Algeri", die ich je gesehen habe. Allein der szenische Teil
war geeignet, Begeisterungsstürme hervorzurufen. Ungemein heiter, witzig,
lebendig und voll von komödiantischen Knalleffekten läuft das Geschehen in
einem ansprechenden Ambiente vor den Augen der Zuschauer ab. Regisseur Thomas
Enzinger läßt keine Gelegenheit aus, um das Publikum zum Lachen zu bringen. Die
Lachmuskeln laufen ständig auf Hochtouren. Das fast durchweg hochkarätige
Sängerensemble, aus dem insbesondere Franziska Rabl und Stefan Sevenich
nachhaltig herausragen, folgt dem Regisseur mit ungeheurer Spiellaune und läuft
unter seiner Ägide zu darstellerischen Höchstleistungen auf. Dazu ein Dirigent
und ein Orchester, die zusammen genau den richtigen, spritzig-witzigen
Rossini-Ton treffen. Alle diese Aspekte fügen sich nahtlos zu einer ungemein
stimmigen und werkgerechten Symbiose zusammen, die dem OPERNFREUND vier Sterne
wert ist. Der Besuch dieser enormen Frohsinn verbreitenden Aufführung wird
nicht nur Rossini-Fans dringendst empfohlen! Ein herzliches Dankeschön an die
Theaterleitung für diese überaus amüsante Vorstellung, die sicher ein
Repertoirerenner werden wird. Stein
Bonn Rusalka **** Nee - watt is dat schöööön!!! Keine Totenschädel und keine Nackten, kein Bordell, keine Müllhalde... Kaum zu glauben aber wahr: Hier wird mit großer Phantasie ein Märchen inszeniert. Ohne bieder zu wirken oder allzu sehr als Kostümoper rüber zu kommen. Musiziert wird geradezu phantastisch. Jaroslav
Kyzlink am Dirigentenpult erhlt schon bei den Aktwechseln Standing Ovations ohne Ende. Darüber hinaus wird sehr einfühlsam gesungen. Hinfahren! BIL
Heidelberg Fidelio ****
Nicht nur das umwerfende Dirigat der erst
24jährigen genialen Pultmeiserin Joana Mallwitz und die fast durchweg
phantastischen Sängerleistungen lohnten die Fahrt nach Heidelberg. Auch die
Inszenierung - mann muss aber moderne Produktionen mögen! - hinterließ einen
gewaltigen Eindruck. Regisseur Sven Holm wartet mit einer erfrischwend neuen,
indes sehr pessimistischen Sichtweise des Stückes auf, die er mit hohem
technischen Können auf die Bühne brachte. Auf äußerst spannende Art und Weise
handelt er brandaktuellen politischen Zündstoff ab, bezieht klar Stellung gegen
autokratische Politikerenstscheidungen und gegen die Zustände, wie sie derzeit
in Ägypten, Tunesien, China und bei Stuttgart 21 herrschen. Er stellt eine
Warnung in dem Raum, die bedenkenswert ist. Dieser gut durchdachte
"Fidelio" des kleinen Heidelberger Theates ist insgesamt viel besser
als die aktuelle Münchner Produktion von Calixto Bieito. Einmal mehr muss
gesagt werden: AN DEN KLEINEN OPERNHÄUSERN SIEHT MAN DIE BESTEN INSZENIERUNGEN. LSt
Mannheim JENUFA ****Allein die hervorragende Inszenierung der Intendantin Regula Gerber hätte die
Fahrt nach Mannheim voll gelohnt. Hier haben wir es mir einer rundum gelungenen,
stringenten, atmosphärisch dichten und trefflich durchdachten Regiearbeit zu
tun, die man mit Spannung verfolgte und auf die das Nationaltheater Mannheim
wahrlich stolz sein kann. Frau Gerbers überzeugendes Konzept wirkt an keiner
Stelle aufgesetzt, sondern wird konsequent aus dem Inneren des Stückes heraus
entwickelt. Insgesamt eine sehr überzeugende Angelegenheit. Wenn dann noch eine
intensive, ausdrucksvolle und stimmige Personenführung dazukommt, ist das Glück
vollkommen. Hier stimmt einfach alles. Gratulation an Frau Gerber für diese
phantastische Produktion! Von den Sängern beeindruckte v. a. Susan Maclean, die
in der Küsterin die Rolle ihres Lebens gefunden zu haben scheint. LStAachen MAZEPPA***
Ein lohnender Abend und jede Reise wert - schreibt unser Kritiker Martin Freitag über diese höchst selten gespielte Oper Tschaikowskys. Ein Werk welches ins Repertoire jedes großen Opernhauses gehört. Ganz große Oper! FREI
Köln AIDA ****
Daß man es in Köln unter der
Ägide von Uwe Eric Laufenberg endlich wieder schafft, ganz große Oper zu
inszenieren, die Maßstäbe im Bereich des zeitgenössischen Musiktheaters setzt,
erfreut auch den Kritiker nach den fast unendlichen Jahren des Grauens und
schlimmsten Dilettantismus. Die Zeiten, in denen es hieß „Qual“ statt
„Qualität“ sind hoffentlich vorbei. Wann gab es das zuletzt, daß man ein großes
und schwieriges Werk mit zwei völlig unterschiedlichen Besetzungen an zwei direkt
aufeinander folgenden Tagen in dieser Qualität erleben durfte? BIL
Freiburg ADRIANA LECOUVREUR***
Allein der Raritätencharakter dieses musikalisch äußerst reizvollen, aber sehr
selten gespielten Werkes würde die Reise nach Freiburg lohnen. Dem Klangreichtum
dieser Oper, die starke Ähnlichkeiten an Puccini aufweist und von Johannes Knapp
wunderbar dirigiert wurde, konnte man sich nur schwer entziehen. Aber auch die
gesangliche Seite der Aufführung vermochte zu begeistern. Das Theater Freiburg
wartete mit einem hervorragenden Ensemble auf. Ebenfalls einen nachhaltigen
Eindruck hinterließ die klug durchdachte Inszenierung von Joan Anton Rechi, die
von einem sehr gefälligen Bühnenbildkonzept eingerahmt wurde. Der Besuch dieser
hochkarätigen Aufführung wird dringendst empfohlen. STEIN Mannheim Der Barbier von Sevilla****Das war eine der grandiosesten
"Barbier" - Aufführungen, die ich je gesehen haben. Einmal mehr
erwies sich Regisseurin Monique Wagemakers als Meisterin ihres Faches. Glänzend
hat sie es geschafft, in ihre vom Publikum gänzlich widerspruchsfrei aufgenomemne
Inszenierung gleichermaßen moderne als auch konventionelle Elemente einfliessen
zu lassen und damit die Anhänger beider Inszenierungsstile zufriedenzustellen.
Darüberhinaus ist Frau Wagemakers eine Meisterin der Personenregie, die auf der
Bühne nichts dem Zufall überläßt. Alles wirkte wie aus einem Guss und dabei
immer äußerst stimmig. Sehr interessant gerieten die bühnenbildnerischen
Lösungen. Hervorragend waren auch die stimmlichen Leistungen. Alle Sänger
sangen mit einer vorbildlichen Körperstütze, was eine Seltenheit ist und
belegt, über was für ein phantastisches Ensemble das hochkarätige
Nationaltheater Mannheim doch verfügt! Unbedingt reingehen, zumindest wenn die
Premieren - Besetzung singt. Es lohnt sich!!! LSt
Pforzheim RIGOLETTO****
Das war eine der besten "Rigoletto" -
Aufführungen, die ich je gesehen habe, eine wahre Sternstunde der Oper. Einmal
mehr hat das kleine, aber hochkarätige Theater Pforzheim sein hohes Niveau
nachhaltig unter Beweis gestellt. Sowohl die klug durchdachte, spannende und
einfühlsame Inszenierung von Bettina Lell
in dem wunderbaren Bühnenbild von Beate Zoff, das hervorragende Dirigat
von GMD Markus Huber als auch die phantastischen gesanglichen Leistungen boten
Anlaß zum Schwärmen. Dieser überaus gelungene Abend verging wie im Fluge. Das
Pforzheimer Theater ist wahrlich eine Reise wert. LSt Mannheim TURANDOT *** Das war ein wahrlich hochkarätiger Opernabend,
der sich einem nachhaltig ins Gedächtnis einbrannte. Einmal mehr ist das hohe
Niveau des Nationaltheaters Mannheim auf glänzende Art und Weise offenkundig
geworden. Das begann schon bei der regieführenden Intendantin Regula Gerber,
die mit einer ungemein gut durchdachten, spannenden, tiefschürfenden und
psychologisch sehr ausgefeilten Inszenierung in beeindruckenden Bildern
aufwartete. Ein musikalisches Fest bereitete GMD Dan Ettinger, der wahrlich ein
Magier am Dirigentenpult ist und in seinem Temperament und in seiner
musikalischen Fulminanz die legitime Nachfolge von Carlos Kleiber antritt.
Hervorragend auch die Sänger der Hauptpartien.
Essen La Boheme (WA)***** Kann Oper schöner sein? Nein! Diese Wiederaufnahme der alten Purcarete Inszenierung von 1997 ist so etwas, wie das Maß der Dinge an Boheme Inszenierung, zumindest für den Herausgeber. Einfühlsamer und musikalisch besser, geht nicht. Eine sängerische Traumbesetzung und ein perfekt aufspielendes Orchester. Schöner kann man den Abend nicht verbringen. Ich bekenne mich zum Fan dieser Produktion. BIL
München Der Freischütz*** Eine herrlich erfrischende, gut durchdachte
Neudeutung des "Freischütz" durch die Regisseurin Beverly
Blankenship. Ihr ist eine sehr stringente, kurzweilige und stark psycholgosche
Inszenierung gelungen, deren Verlauf man mit Spannung folgte. Auch dem Auge
wurde an diesem überaus gelungenen Abend viel geboten: Starke optische Bilder
in kräftigen Farben hinterließen einen mächtigen Eindruck. Die geradezu
unheimlichen und gespenstischen, manchmal sogar surrealistisch wirkenden
Bebilderungen hatten eine grandiose Wirkung. Auch mit der musikalischen Seite
der Aufführung konnte man voll zufrieden sein. Eitel Freude bei den Sängern und
auch die Leistung des Dirigenten ließ aufhorchen. LSt
Köln Krönung der Poppea & Elektra***** Mit einem furiosen Auftakt zweier Glanzpremieren starte die Kölner Oper in die Neue Saison. Die von mir besuchte ELETRA ist das derzeitige Maß der Dinge. Die Besucher haben bald das altehrwürdige Haus abgerissen vor Begeisterung. Und man kann auch als alter Böhm-Fan sagen: Das ist eine Weltklasseproduktion! Ich glaube nicht, daß es zur Zeit irgendwo eine so personell geschlossene und in allen Bereichen überragende Aufführung der Oper zu sehen gibt. Kollege Freitag schreibt über die Poppea: "Man merkt
einfach an diesem Abend, daß alle an einem Strang ziehen, was zu diesem absolut
beglückenden und lange nachwirkenden, großen Musiktheaterabend führt. Die
Kölner Oper überzeugt wieder auf höchstem Niveau, ein gnadenloser
Schlussapplaus! Eine echte Fünf-Sterne-Produktion!!!" Das Intendant Laufenberg so etwas unter diesen wirklich desaströsen Rahmenbedingungen hervorzaubern konnte, spricht für ihn, spricht für sein Team und läßt die Sonne endlich wieder über diesem in den letzten Jahren so vielgeschundenem traditionellen großen Opern-Haus erstrahlen. BIL
Karlsruhe SAMSON & DALILA **** Ein wahrlich festspielwürdiger Abend, der dem Badischen
Staatstheater Karlsruhe zu großer Ehre gereicht und der sich einem fest ins
Gedächtnis einbrannte. Die Standing Ovations beim Schlussapplaus waren mehr als
berechtigt. Jose Cura, der nicht nur phänomenal den Samson sang, sondern auch
Regie führte, gelang das sonst eher selten anzutreffende Kunststück, das Stück
zu modernisieren und ihm gleichzeitig einen schönen ästhetischen Chrakter zu
geben. Sein Konzept war sehr überzeugend. Und die musikalischen und gesanglichen
Leistungen bewegten sich auf allerhöchstem Niveau. Der Gesamteindruck war ein
ganz gewaltiger! Gratulation an die Karlsruher Oper zu diesem phantatischen
"Samson". LSt
Coburg Iphigenie auf Tauris*** Drei Opernfreund-Kritiker loben eine Produktion. Eine Aufführung, zu der man dem neuen Coburger Intendanten
Bodo Busse nur gratulieren kann! Eine in jeder Hinsicht phantstische
Vorstellung, bei der Inszenierung, Bühnenbild, Kostüme, Musik und Gesang auf trefflichste Weise miteinander harmonierten.
Musikalisch konnte man wahrlich von einem Fest sprechen. Dirigent und Orchester
entfesselten eine ungeheure Dramatik und die drei Hauptsänger Horne, Werth und
Payer sind der größten Bühnen würdig!
LSt
Dortmund IL TRITTICO ***** Die beste Mielitz-Inszenierung, die ich bisher gesehen habe. Der OPERNFREUND gibt maximale Punktzahl für ein Opernereignis ersten Grades. Furioses Musiktheater, superbe Charakterzeichnung und ein internationales Gesangsniveau ohne gleichen. Simon Neal ist der Star des Abends, ob als herzergreifend tragischer Michele, oder als souveräner bauernschlauer Schicchi - ein alles überragender Sängerdarsteller. Svetlana Ignatovich rührt uns als Angelika zu Tränen. Selten zuvor hat eine Regie dieses Nonnendrama so seinsinnig und realitätsnah inszeniert. Für echte Puccini Freunde lohnt sich wirklich die allerweiteste Anfahrt. Ein Glücksfall, daß alle drei Opern auf den Punkt genau und treffend werktreu angeboten werden. Jac van Steen bringt einen Weltklasse-Puccini auf allerhöchstem Qualitätsniveau. BIL
Freiburg: GÖTTERDÄMMERUNG**** Diese ganz phantastische Aufführung wird sicher einmal in die
Annalen des Freiburger Theaters eingehen. Eine ausgezeichnete, spannungsreiche
Regie mit starkem psychologischem Einschlag und sehr stringenter
Personenführung, ein gutes Orchester sowie phänomenale gesangliche Leistungen -
in Freiburg wächst ein ausgezeichnetes Wagner - Ensemble nach! - ließen diesen
überaus gelungenen Nachmittag zu einem wahren Fest werden. LSt
Bonn: TURANDOT `**** Unfaßbare Qualität und Klanggewalt. Stefan Blunier stellt alles in den Schatten, was ich bisher auch an viel größeren Häusern gesehen habe. Tadellose Besetzung. George Oniani scheut vor nichts zurück - alle Spitzentöne sind auch im fortissimo vorhanden. Und Rachael Tovey ist einfach weltklasse. Die Chöre ein Gedicht! Schnell einbuchen! Ein wirklichgrandioses werktreues Spektakel. BIL
Freiburg: SIEGFRIED *** Ein in szenischer und
gesanglicher Hinsicht einmalig toller "Siegfried", der diesbzgl. sogar der
aktuellen Bayreuther Produktion des Werkes weit überlegen ist. Eine ganz
hervorragende, psychologisch sehr ausgefeilte Neudeutung des jungen Regisseurs
Frank Hilbrich und absolut phantastische Sängerleistungen ließen den überaus
gelungenen Abend als sehr kurzweilig erscheinen. Gratulation an das Freiburger
Theater zu dieser Glanzleistung!!! LSt
Lübeck: GÖTTERDÄMMERUNG **** Fast 6 Stunden Musik und Action!Hochkultur pur! Und
was passiert?Man lauscht gebannt, amüsiert sich und ist perplex über derart
erstklassige Sängerschauspieler. Siegfried und Brünhilde im Wohnzimmer, da
jault man auf und denkt: Achnee, nicht schon wieder! Aber in Lübeck , dank
Anthony Pilavachis Regie, wird's kurzweilig. da tummeln sich 9 Kinder (oder
waren es 10? Die Eltern scheinen auch den Überblick verloren zu haben, da wird
ein vorwitziger Spross im Hitlerkostüm flugs von der Bühne gejagt).Die
Inszenierung bleibt immer dicht am Geschehen, macht nichts lächerlich, stößt die
Helden zwar unsanft vom Sockel, erweckt sie aber dadurch zu prallem Leben.Die
Rheintöchter als Bardamen, sturzbetrunken! Hört sich doof an, ist aber extrem
kurzweilig, ihre "Weiaweia" -Rufe bekommen plötzlich einen ganz anderen,
lalligen Klang! Tolle Bühnenbilder, tolle Kostüme , überbordende Ideen und
dann die Sänger!Allen voran Rebecca Teem als Brünhilde.Wäre es nicht so
abgedroschen, hier müßte man es sagen:A star is born! Ihr gelingt einfach alles
, eine Weltklasseleistung!Da hat es Richard Decker als Siegfried schwer, aber er
schlägt sich wacker und gibt dem Siegfried Stimme und Kontur. Der Rest des
Ensembles fügt sich nahtlos ein, Ausrine Stundyte und Gerard Quinn als Gunter
und Gutrune, zack,vom Regieteam mitten ins Geschehen gehievt.Gary Jankowski
(Hagen ),abgrundtief fies mit wuchtigem Bass.Was nützt all das
Schwärmen? Los,Wagnerfreunde, auf nach Lübeck! BRA
Heidelberg DER LIEBESTRANK**** Ein in jeder Beziehung wunderbarer Abend, wie man ihn nicht
alle
Tage erlebt und der noch lange in nachhaltiger Erinnerung bleiben wird.
Endlich
einmal eine Aufführung, die das Prädikat „FESTSPIEL“ auch wirklich
verdient
hat. Dieses phänomenale „L’elisir d’ amore“ sollte sich kein Opernfreund
entgehen lassen. Die Fahrt nach Heidelberg lohnt sich wirklich! LSt
Wuppertal EINE FLORENTINISCHE TRAGÖDIE*****! Nach dreissig Jahren findet man eine Inszenierung, welche der Hamburger von 1981 (Wiederentdeckung Zemlinsky!) einigermaßen adäquat ist. Spannend, werktreu, tolle Sänger und ein unglaublich akribisch vorbereitetes Orchester (Ltg. Hillary Griffiths), welches Zemlisnky-Freunde im Rausch der Wogen förmlich versinken läßt. Allein die ungeheure sängerische Leistung von Kay Stiefermann ist oscarreif. Vergessen Sie Bayreuth, Salzburg und Wien. Fahren Sie nach Wuppertal, der Stadt mit dem originellsten und umweltfreundlichsten Nahverkehrsystem der Welt + das seit über 100 Jahren. BIL
München Gärtnerplatz I MASNADIERI **** Das war eine Aufführung, an der man seine helle Freude haben konnte. Was sich an
diesem überaus gelungenen Abend dem Auge und dem Ohr bot, war schlichtweg dazu
geeignet, Begeisterunsstürme zu entfachen und hätte wahrlich die Bezeichnung
"Aufführung des Jahres" verdient. Sowohl szenisch als auch musikalisch bewegte
sich der Abend auf festspielwürdigem Niveau. Mit seiner Inszneriung ist Thomas
Wünsch ein großer Wurf gelungen. Und was für ein hervorragendes Sängerensemble
hatte das Staatstheater am Gärtnerplatz aufgeboten! Da weiß man wirklich nicht,
wo man mit dem Schwärmen anfangen
soll. LSt
Heidelberg RIGOLETTO **** SALOME *** "Bitte dieses wahren Verdi - Fest mit augezeichenten Sängern, einem phantastischen Dirigat
von Frau Mallwitz und einer gelungenen Inszenierung mit vier Sternen
auszuzeichnen." schreibt OF-Kritiker Ludwig Steinbach. Bitte schööön!
Weiter zu SALOME: "Diese grandiose Vorstellung hat sich die Sterne mehr als
verdient. Lange nicht mehr hat
man eine "Salome" - Aufführung so gerührt verlassen, wie an diesem
überaus
gelungenen Nachmittag. Die junge Pultmeisterin Joana Mallwitz, der ich
für ihre
hervorragende Leistung ohne Zögern den Titel "Dirigentin des Jahres"
verleihen
würde, schaffte es, das Publikum nachhaltig in einen musikalischen
Rausch zu
vesetzen. Zu Recht wurde sie am Ende von den begeisterten Zuschauern
frenetisch
gefeiert und mit vielen Bravo-Rufen bedacht. Auch die gut durchdachte,
psychologisch angehauchte Inszenierung konnte sich sehen lassen. Wer
moderne
Produktionen bevorzugt, wird auch sie lieben. LSt
München Gärtnerplatz MARTHA*****!!! Nachdem uns der Grandseigneur Victor von Bülow auch noch die Ehre gab sich für diese Kritik von Ludwig Steinbach persönlich zu bedanken, haben wir uns in der Chefredaktion für die ultimative Bewertung ausgesprochen: 5 STERNE! Mehr geht nicht. Danke Loriot. Bil
Das war einer jener raren Opernabende, an
denen einfach alles gestimmt hat. Nichts störte. Szene, Musik und Gesang
gingen
eine ideale Verbindung ein, wie man es heutzutage nur selten erlebt. Eine bereits legendäre Aufführung, die von dem begeisterten
Auditorium
am Ende mit Recht frenetisch beklatscht wurde und der man es nur
wünschen kann,
dass sie sich noch weitere 24 Jahre auf dem Spielplan hält. Ein Rat an
sämtliche Opernfreunde: Hinfahren und anschauen! Es lohnt sich! LSt
Heidelberg DIE ZAUBERFLÖTE *** Langweilig
wurde es nie. Der Abend verging wahrlich wie im Fluge. Kurzweilig wirkte
nicht
zuletzt die zeitweilige Einbeziehung des Zuschauerraumes in das Spiel....Dem
energischen Zugriff von Joana Mallwitz am Pult auf Mozarts
Partitur
konnte man sich nur schwer entziehen....Interessant
war die Inszenierung von Tobias Kratzer im Bühnenbild und den
Kostümen
von Rainer Sellmaier. Regisseur und Bühnenbildner entkleiden
Mozarts Werk
jeglicher konventionellen Romantik und siedeln es im Varietee- und
Zaubershowambiente an. LSt
Bonn KATJA KABNOVA ***** ! Will Humburg gehört zu den besten Dirigenten des Musiktheaters. Balázs Kovalik ist zurecht einer der großen Shooting-Stars der Opernszene. Ein Meisteregisseur fürs Musiktheater! Keine Mätzchen, wohl Moderne, aber das alles ist so kongenial inszeniert, daß man die Produktion gleich nochmal sehen möchte. Irina Ognina ist als Katja ein Traum. Bitte die ganze Kritik lesen. Ich kann nur sagen: Hinfahren! Hinfahren! hinfahren! Ein Muß für echte Opernfreunde! Nicht ohne Grund haben wir bei einer NRW-Kritikerumfrage die Bonner Oper auf Platz "1" gesetzt. BIL
Dessau LA MUETTE DE PORTICI ***** ! Wie immer öfter in Dessau mindestens 5 Sterne, wenn nicht sogar 5*deluxe. Spannendes ,
kluges Regietheater ohne Firlefanz. Klug gekürzt, das Ballett flog raus, auch
kein Vulkan am Ende, wäre sowieso lächerlich. Bücker scheint wirklich einer der
Großen zu sein. Hermus am Pult, den sollte man sich merken, nach seinem
Lohengrin jetzt das. Die Sänger wow, und das in der tiefsten anhaltischen
Provinz. Man sollte mehr Reklame für diese Theater machen, das um sein Überleben
kämpft. Wenn man bedenkt welchen Sch... sich Berlin, München und andere
sogenannte große Häuser erlauben, dann lob ich mir die Provinz. Schickt alle
die ihr kennt nach Dessau, da findet im Mai ein kleines Festival statt, es lohnt
sich. Als Hotel rate ich zum Fürst Leopold, direkt gegenüber dem Theater. Auf nach Dessau! HAU
Lübeck THE TEMPEST **** Wenn gleich zwei Kritiker ein Stück hochloben, welches auch noch eine absolute Rarität darstellt, dann muß es unter die Opernfreund-Tipps gestellt werden. Bitte lesen Sie die Kritiken und schauen sich die Bilder an. Große Oper wird immer mehr nur noch an kleinen Bühnen gemacht. BIL
Gelsenkirchen DIE TOTE STADT ****(*) Ein Extra-Stern für Burkhard Fritz und sein einmalige Interpretation. Grandiose Regiearbeit von Jungregisseur Thilo Reinhard. Endlich mal eine spannungsvolle, intelligente und auch psychologisch schlüssige Interpretation der Toten Stadt. Tolle Bühnenbilder. Ich bin mir mit Kollegen Altenaer einig, daß diese Produktion jeden Tag in unserem Gedächtnis bei weiterem Nachdenken und Vergleichen immer besser wird. Zwei Kritiker - ein Gedanke! Da muß doch doch an unser beider furiosen Bewertung wirklich was dran sein. Unbedingt hinfahren bitte, bevor das Wahnsinnswerk für immer verschwindet. Bil
Dortmund LOHENGRIN**** Die beste Produktion von Christine Mielitz. Ganz großes Musiktheater. Prächtig inszeniert mit viel Zauberei aus der Trickkiste wunderbarer Beleuchtungs- und Bühnentechnik. Phantasievolle Neugestaltung und ein intelligentes bewegendes Musiktheater von Wagners "Rumsteh-Oper". Wer Wagner bisher für schwer verdaulich hielt, sollte sich diese tolle Produktion umbedingt anschauen. Gesanglich und musikalisch für ein mittleres Haus tadellos. Allerdings ist auch hier ein Redaktionsmitglied anderer Meinung, wie wir nicht verhehlen wollen. Bil
Hamburg SIEGFRIED *** Überragende Inszenierung durch Claus Guth, prachtvolle Sänger und ein phänomenale Dirigentenleistung von Frau Young. Diese Produktion läßt Bayreuth in jeder Phase weit hinter sich. BIL
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