DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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Bayreuth 2013 Eröffnungspremiere-WA:

Ein Karton, ein Karton... Senta wir danken Dir

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

quasi live in der ARD am 25.7.13 - 22 15 h MEZ.

Zwei Stunden verschenkte Lebenszeit

Dies ist keine richtige Opernfreund-Kritik und legt deshalb auch keinen Wert auf Vollständigkeit, sondern es ist ein kurzer, schnell niedergeschriebener höchst subjektiver Eindruck. Geschrieben für alle Glücklichen, die das "live Ereignis" verpasst haben und noch einmal ein Kurzresumée für alle jene Unglückseligen, die diesen Quark gesehen haben.

Tschuldigung - ich soll ja immer nur noch "blühender Bockmist" schreiben statt "verquirlter Sch...."; aber so ein szenischer Müll und diese Art von Publikumsverarschung (ups, da ist das Wort schon wieder raus!) haben ja in Bayreuth fast schon Kultstatus - immerhin zählt man den "Rattenlohengrin"

http://www.deropernfreund.de/bluehender-bockmist.html

von Neuenfels mittlerweile dazu. Zu den "Kultveranstaltungen".

Mann oh Mann, ich hätte beim Regieteam auch bebuht. Mich hättet ihr aber schon gehört, als der Vorhang endgültig fiel, wie letztens bei der großen Düsseldorfer Rheinopern-Zemlinsky-Volksverdummung.

http://www.deropernfreund.de/duesseldorf.html

Des halb lädt man mich ja wohl auch so selten zu Festivalitäten, wie  den Bayreuther Eröffnungsvorstellungen ein; auch in Salzburg, wo sich wohl herumgesprochen hat, daß ich einer Dame des Elder Stateswomen eine Ohrfeige angedroht hatte, wenn sie weiter so penetrant in meinem Bühnengesichtsfeld mit einem Fächer herumwedeln würde. Ihr schwächlicher Begleiter traute sich, nachdem er mich gemustert hatte, nicht den Fehde-Handschuh aufzunehmen.

Selbst Tante Merkel schaute doch gestern Abend nicht so richtig begeistert, wenn ich das richtig einordne, als alter Märchentanten-Fan. Am schlimmsten im Zuschauerraum erschienen mir die - anscheinend Blagen von Prominenten - welche lustlos kaugummi-kauend wie depperte Kühe in die ARD-Kamera starrten. Was sind das für geladene Gäste da bei den Bayreuther Eröffnungs-Premieren - Beckenbauer habe ich diesmal sowenig erspäht, wie Roberto Blanco, meinen Lieblingssänger. Na wenigstens hätte mein Fußballidol Götze sich mal zeigen können - der war doch bestimmt eingeladen. Habt Ihr Yogi Löw gesehen? Aber die Ferres war da und der unvermeidliche Gottschalk und ...

Worum geht es auf der Bühne?

Im fernen Norwegen in der Manufaktur Daland fertigen, besser verpacken, Mädels in scheinbar heilpädagogischen Gruppen Tischventilatoren in Pappkartons. Am Ende hat sich die Produktion geändert – nun sind es Figürchen, die aussehen wie das altbekannte Liebepaar auf einer Hochzeitstorte. Wer kauft so etwas?

"Scheisse" (Zitat Schimanski)

Bei den Sängern kehrt man anscheinend zurück zu den gewichtigen 70-er Jahren. Fand nur ich allein Samuel Youn überfordert, der mich nur im Legato überzeugte? Die anderen kann man - besonders Senta - unter dem Aspekt "Kraft durch Freude" noch akzeptieren. Wie gesagt, zurück ins Schreialter des letzten Wagner-Jahrhunderts. Dabei gibt es doch mittlerweile soviele auch attraktiv und angenehm anzuschauende, sogar textverständliche Wagnerstimmen.

Einschränkung: Ich habe es aber nur durch meine billigen Fernsehlautsprecher gehört, denen ich nicht unbedingt trauen würde. Meine 1200 Watt 7.1. Anlage war mir für diesen Müll zu wertvoll, obwohl Chor & Orchester schon sehr gut waren und meine Anlage verdient gehabt hätten.

Und fairerweise muß ich sagen, daß ich live-zeitversetzt gestern Abend nur 20 Minuten geschaut habe, dann ging ich - mich absolut ver... fühlend - ins Bett und habe den ärgerlichen Rest der Geschichte, sozusagen als Bestrafung mit Sonnenbrille (!), erst heute morgen im Zeitraffer zum Spätstück, zu Ende geschaut.

Wer gibt für so etwas 300 Euro pro Karte aus?

So macht Oper, mir zumindest, keinen Spass mehr!

GsD, daß ich diesem Bayreuth für dieses Leben ADIEU gesagt habe; aber das liegt nicht unbedingt nur an der scheußlichen zunehmenden Regie-Unqualität, sondern an meinem sensiblen Alters-Sitzfleisch + den Sado-Maso-Holzbänken in Ritchies Opern-Tempel. Da lobe ich mir doch das wunderbare Sitzgestühl in meinen Essener Lieblingshäusern; der Philharmonie und dem Aalto - da geht man gesünder raus, als man reingekommen ist, alles ist vollklimatisiert! Und es werden noch richtig gute wiedererkennbare Opern geboten (meistens jedenfalls und tolle Konzerte.

Peter Bilsing 26.7.13

Danke Peter Klier für die schöne Karikatur

 

P.S.

Hier sind die Bilder weiterer "prominenter" Eingeladener

(Menschen, dir sich um Deutschland verdient gemacht haben, Prominente und solche die man dafür hält, weshalb ihre Luxus-Karten vom bayerischen Steuerzahler bezahlt werden - wichtige Menschen)

//youtube.com/watch?v=xba0y-SPsZw

 

 

  

                                 (C) P.Klier - "Im 3.Akt sind alle tot"

   

Massaker an der AIDA in Verona

                                    Sendung im ZDF am 16.6.13

gestern Abend war auf dem ZDF ein unverständlicher Verschnitt der AIDA aus Verona zu sehen. Die haben zumindest ein Drittel der Handlung und Musik für die Übertragung gestrichen. Wenn ich nicht wüßte und auch etwas davon verstehe, wie spannend, schön und interessant Oper auch bei einer Fernsehübertragung sein kann, hätte ich volles Verständnis, wenn Übertragungen von Opern komplett aus dem Fernsehen verschwinden würden. Der Dirigent war ein Fliegenfänger, war nie in der Lage den Apparat zusammen zu halten. Der sollte rasch sich nach einem 5 Jahresvertrag in Stadttheatern umschauen, um das Handwerk zu lernen. Talent zu haben und protegiert zu werden, reicht nicht aus, man muss es lernen.

Die AIDA (Hui He) war sehr gut, der RADAMES konnte singen, war aber nicht inszeniert, peinlich geschminkt und das Kostüm lächerlich, die AMNERIS konnte nicht singen, ihr Tremolo war größer als jedes Scheunentor. AMONASRO sah aus wie Ivan Rebroff, sang aber schlechter.

Die Bühnenregie der Katalanen LA FURA war wie üblich sinnlos, jeder kleine Wanderzirkus hat heute bessere Vorstellungen. Wann engagieren Intendanten endlich Regisseure, die die Musik und das Libretto Lesen und Verstehen können?

Die Bildregie war an Hilflosigkeit nicht zu übertreffen, ein fortwährendes Rein- und Raus-Zoomen von und in Totalen. Bilder von Bühnenarbeitern, die verzweifelt versuchten die lächerliche und scheinbar nicht funktionierende Deko im On zusammenzubauen.Die gesamte Bildregie gehörte zu der Kategorie: Kimme, Korn, Schuss. Alles schrecklich; auch das Augenzumachen half nicht.

Die schrecklichen Nachrichtenbilder aus den Überschwemmungsgebieten zeigen Soldaten, THW und freiwillige Helfer, da sieht man Professionalität.

Da das nicht Live war, war es unverständlich, dass man die Triumphmarsch Trompeten nicht aus einem besseren Durchlauf genommen hat. Die sind schwer zu spielen, aber es sollte sich besser als auf dem Ball einer Freiwilligen Feuerwehr anhören.
 

Bertold Buhmann, 17.06.13

 

 

 

DIE SOLDATEN

Fernsehübertragung (live zeitverschoben) aus der Felsenreitschule Salzburg am 26. August 2012

Über die Qualität einer Opernaufführung sind Kritiker selten einer Meinung, noch seltener, wenn sie aus Österreich kommen und eine dortige Aufführung begutachten. Dies war jetzt der Fall: Fast einstimmig wurde gelobt die Aufführung der vieraktigen Oper „Die Soldaten“ von Bernd Alois Zimmermann nach der gleichnamigen Komödie (!) des im 18. Jahrhundert lebenden Jakob Michael Reinhold Lenz bei den Salzburger Festspielen in der Felsenreitschule.

Die musikalische Leitung des Riesenorchesterapparats hatte zusammen mit einem Hilfsdirigenten Ingo Metzmacher, die Inszenierung besorgte Alvis Hermanis.

Für den zu Hause gebliebenen Opernfreund boten die diesjährigen Salzburger Festspiele erfreulich viele Fernsehübertragungen, die „Zauberflöte“ zur Eröffnung, dann „Bohème“ und – lange dauernd – die „Ariadne auf Naxos“ samt ursprünglich dazu gehörendem Schauspiel und am Samstag eben „Die Soldaten“

Wie bei allen diese Übertragungen sah der Fernsehzuschauer  Szenen mit kleinerer Anzahl von Mitwirkenden näher und wohl auch intensiver als es von den Zuschauerreihen her  auf die  riesige Bühne der Felsenreitschule  möglich ist. So konnte man nicht nur die dem Bürgertum des 19. Jahrhunderts zugehörigen Kostüme der Damen (Eva Dessecker)  sondern auch das eindringliche Spiel der Hauptpersonen aus der Nähe bewundern, was vor allem natürlich für die Marie der Laura Aikin und den Desportes von Daniel Brenna galt. Beide liessen auch stimmlich hervorragend vergessen, wie unheimlich schwierig ihre Gesangspartien wegen der extremen Intervallsprünge auch für den Zuhörer sind. Ihr Liebesduett im Heu war einfach begeisternd.  Dabei sang Daniel Brenna noch 2010 in Münster als Alternativbesetzung zu Norbert Schmittberg den Boris in „Katja Kabanova“ - so schnell kann Karriere sein – hoffentlich nicht zu schnell!

Großartiges Spiel zeigten neben entsprechender Gesangsleistung auch Alfred Muff als Vater Wesener und Wolfgram Ablinger-Sperrhacke als komischer Tenor in der Rolle des  des Hauptmann Pirzel,

Schwierig wurde es im Vergleich zum Besucher vor Ort immer dann, wenn die volle Breite der Felsenreitschule gezeigt wurde, die für die teils simultan an verschiedenen Schauplätzen spielende Handlung ja ideal ist. Es überfordert den Fernsehschirm, verschiedene Handlungsebenen etwa gleichzeitig mit im Hintergrund auf  lebenden Pferden reitenden Huren oder mit dem Marie-Double balancierend auf dem Seil zu zeigen.

Akustisch gut, nicht zu laut aber auch nicht als blosse Begleitmusik fungierend erreichte das Riesenorchester  der Wiener Philharmoniker den Fernsehzuhörer – die Balance zu den Singstimmen klappte, die auch vorkommenden Soli waren deutlich zu hören, die Herkunft der auch vorgeschriebenen Geräusche wie Marschrhythmus sah man natürlich nicht.

Mußte man als Opernfreund sich schon freuen, daß dieses schwierige Stück neben allerlei Populären überhaupt bei einem so renommierten Festspiel aufgeführt wurde, so noch mehr darüber, daß die Fernsehübertragung einem weit grösseren Kreis dies eindrucksvolle Erlebnis bot.. Daß auch die Zuschauer vor Ort beeindruckt waren, zeigte der starke Beifall.

Sigi Brockmann

 

Besprechung der Aufführung vor Ort: Salzburg: Festspiele

 

DVD – Empfehlung

„Die Soldaten“ Edition 2001 Staatsoper Stuttgart 1989 ML Bernhard  Kontarsky Regie Harry Kupfer (FSK ab 12 freigegeben!)

 

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