DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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Theater Plauen                                                  Foto: Theater Plauen Zwickau

http://www.theater-plauen-zwickau.de/

 

 

 

COME BACK

Das Karl Marx Musical

Uraufführung 2.11.2013

Überraschend gut!

Die Überraschung gelang aufs Beste, erwartete ich bei dem Titel doch eher Agitproptheater. Stattdessen zeigte man in Plauen mit dem Marx Musical eine flotte Liebesgeschichte, selbstverständlich mit Happy End, die lustiger als „Das kommunistische Manifest“ und romantischer als „Das Kapital“ ist.

Ein junger Straßenmusiker verliebt sich in die Tochter eines Bankers. Sie hat ihr Prinzessinnenleben satt, ihr Papa Manfred Acreman ist gerade mit seiner Bank pleite gagangen. Sein Finanzberater Rasputin Mammonson behauptet, genau diese Krise des Kapitals sei schon von Karl Marx prophezeit worden. Um die Krise abzuwenden, beschwören die Beiden Karl Marx auf dem Friedhof in Highgate. Preis für die Beschwörung, bei der der wiederauferstandene Marx seine Thesen widerrufen, und damit die Pleite der Bank abwenden soll, ist die Hand des Töchterleins für Mammonson. Hinter dem Marxschen Grabstein schläft eben der Straßenmusiker, Marc S., der dank einer intensiven Gesichtsbehaarung durchaus eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Philosophen des 19. Jahrhunderts hat.

Ok, die Story ist nicht gerade tiefschürfend, aber Volker Metzler macht einen höchst amüsanten, leicht frivolen und nur leicht kapitalismuskritischen Abend daraus. Er bedient alle Klischees, der großkotzige Banker, Michael Schramm, steckt sich seine Zigarre mit Pfundnoten an, sein hinterhältiger Berater, teuflisch bis ins Detail Daniel Koch, eine rauschalige aber liebende Gouvernante, Ute Menzel mit Lotte Lenya Qualitäten und enormen „Talenten“. Dann haben wir auch noch das Prinzesschen, Henriette Fee Grützner, und der junge Musikus, der zunächst den Verlockungen des Geldes erliegt, sich aber dann doch richtig entscheidet, Daniel Tille.

Auch Claudia Charlottes Burchards Ausstattung trägt zum Erfolg des Abends bei. Witzig schräge Kostüme in einem spektakulären Bühnenbild passen zur rockig antreibenden Musik des Autorentrios Maximilian Reeg, Steffen Lukas und Tobias Künzel. David Moorbach und Wolfgang Boos sind zwei Komiker vor dem Herrn. Ständig überzogen, sorgen sie für clowneske Brachialkomik, die sich den ganzen Abend über steigert. Höhepunkt und absoluter Publikumsliebling waren die beiden, politisch nicht korrekten, schwulen Bobbys. Die drei Backgroundgirls lieferten als sehr beweglicher „griechischen“ Chor angenehme erotische Momente, kommentierten das Geschehen und trieben die Handlung voran.

Ludger Nowak stand einer 10 köpfigen Band vor und sorgte für den schmissigen Soundtrack des Abends. Am Ende bekommen sich die jungen Leute, der Banker ist geläutert und die Welt war für zweieinhalb Stunden in Ordnung.Ich glaube, ich werde mir das Kapitalismusmärchen noch einmal anschauen. Es war zu schön.

Alexander Hauer / 20.11.13                           Bilder von Peter Awtukowitsch

 

 

 

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