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L’ELISIR D‘AMORE

Aufführung am 20. September 2017 (Premiere am 16. Juni 2016)

Trailer

Unverkrampfte Regie mit erfrischend jungen Sängern

Zu den gelungenen Wiesbadener Produktionen des vergangenen Jahres gehört ohne Zweifel der „Liebestrank“. Unter der Regie von Jim Lucassen wird eine unverkrampft lockere Komödie geboten. Der Inszenierungsrahmen bietet eigentlich Regietheaterkonvention: Ein Stück aus vergangenen Zeiten wird in die Gegenwart verlegt. Protagonisten treten in Jeans und T-Shirt auf, die Kulissen zeigen triste Funktionsbauten. Der Clou dieser Produktion ist aber, daß Bühnenbild und Regie mit dem historischen Ambiente spielen. Man zeigt nämlich eine Probe von Donizettis „Liebestrank“ in (klischeehaften) süditalienischen Kulissen und historisierenden Kostümen. Aus dieser Spannung von Aktualisierung und historisierendem Ambiente schlägt die Regie Funken mit gutem Timing, unaufdringlich, aber paßgenau gesetzten Pointen und genau der richtigen Dosis Slapstick. Eine Regieassistentin (quirlig mit silbrigem Sopran: Stella An) wuselt geschäftig durch den Probensaal und schiebt die Darsteller in die richtige Position. Ein Gaststar wurde eingekauft, der Autogramme verteilend und eitel gockelnd zur Probe erscheint und nebenbei für seine neueste Soloplatte bei der „Deutschen Grammophon“ („Belcore sings Amore“) wirbt.

Christopher Bolduc brilliert seit der Premiere als herrlich schmieriger Baritonstar und füllt die Rolle auch in der Wiederaufnahme unverändert smart, durchtrainiert und mit jugendlich-knackigem Bariton perfekt aus. Seinen tenoralen Gegenspieler zeichnet die Regie als männliches Aschenputtel: Nemorino erscheint als Reinigungskraft, die auf der Probebühne saubermachen muß und sich unsterblich in die für ihn scheinbar unerreichbare Primadonna verliebt hat. Jeongki Cho spielt diesen Underdog mit großer Natürlichkeit und macht ihn zum Sympathieträger. Musikalisch präsentiert sich der junge Sänger mit frischem, rundem und leichtgängigem Tenor, der fabelhaft zum italienischen Fach paßt. Die berühmte Arie „Una furtiva lacrima“ präsentiert er souverän und mit ergreifender Schlichtheit, mit der richtigen Dosis Italianitá, aber ohne Larmoyanz (dabei viel geschmackvoller als Ioan Hotea in der Premiere). Der verdiente Zwischenapplaus danach hätte ruhig stärker ausfallen können. Für die weibliche Hauptrolle hat die Oper Wiesbaden als Gast Olesya Golovneva engagiert, deren beweglicher Sopran bereits gereift (immerhin wird sie demnächst in Wiesbaden Verdis „Desdemona“ geben), aber immer noch beweglich genug ist, um Donizettis Koloraturen und Auszierungen mühelos zu bewältigen. Die Golovneva präsentiert die Adina als selbstbewußte, den Kerlen überlegene Frau und nicht als schüchternes Dorfmädchen. Dazu paßt, daß ihre Stimme weniger unschuldig-mädchenhafte Süße verströmt, als man das nach dem üblichen Rollenklischee erwarten würde. Die Buffopartie des Dulcamara füllt Stephanos Tsirakoglou mimisch tadellos aus. Stimmlich bleibt der Baßbariton ein wenig blaß. Womöglich hat er einen schlechten Tag erwischt, denn man hat ihn in Wiesbaden schon farbiger und klangsatter gehört.

Im Orchestergraben sorgt Daniela Musca mit straffen Tempi für szenische Belebung. Die Holzbläser zeigen sich in guter Form, die Streicher aber klingen recht stumpf, gelegentlich dünn und intonieren nicht durchgängig sauber. Eine Bank dagegen ist der von Albert Horne gut präparierte Chor. Mit großer Spiellaune tragen die Sängerinnen und Sänger das Regiekonzept mit und präsentieren dabei einen homogenen und launig-lockeren Gesamtklang.

Die Vorstellung war mäßig besucht. Das Publikum zeigte typische Wiesbadener Unarten: Privatgespräche wurden in ungedämpfter Lautstärke auch während bereits einsetzender Orchestervorspiele ungerührt weitergeführt, szenische Details sogleich gut vernehmbar kommentiert. Dafür wurde sowohl an Szenen- wie am Schlußapplaus gespart, und wenn er doch einsetzte, war er schütter und endenwollend. Die motivierten Künstler ficht das zum Glück nicht an. Ihnen wünscht man sich besser besuchte Folgevorstellungen.

Weitere Aufführungen am 28. September, 1., 6. und 15. Oktober 2017 sowie im Mai 2018.

Michael Demel, 25. September 2017

Bilder (Premierenbesetzung): Karl-Bernd Karwasz

 

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