DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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25. September 2020        

MAIL an Zuschauerservice@zdf-service.de

Sehr geehrte Damen und Herren des Zuschauerservice,

 

erstmal herzlichen Dank für Ihre umgehende Rückmeldung. Ich habe mich sehr über sie gefreut, auch darüber, dass Sie dieses Thema des Geschäftsführung näher bringen wollen, die sich dessen sicher lange bewusst ist.

 

Nun, ich bin selbstverständlich auch für die Gleichstellung von Frauen in der Arbeitswelt, nicht aber für die Idee, deswegen die so bewährte und einzigartige deutsche Sprache (der Denker und Dichter) zu verändern, ja, wie es nun beim ZDF akustisch wahrnehmbar wird, zu verhunzen. Im Übrigen sehe ich an Ihren angehängten interessanten Leitlinien für die Gleichstellung keinen konkreten Vorschlag in diese Richtung. Praktisch alle stellen auf die Gleichstellung der Frau im Arbeitsleben ab, also speziell auf jene beim ZDF.

 

Bedenken Sie mal Folgendes: Ein mit dem Thema nicht so vertrauter Durchschnittszuschauer, und das sind die meisten, hört auf einmal eine Sprechpause vor -innen. Er wird sich wundern und nachdenken, was das soll. Unterdessen streicht die eigentliche Information nicht von ihm wahrgenommen und schon gar nicht verarbeitet vorüber. Oder etwas anderes: Der Moderator spricht von einer Schauspiel-Premiere und sagt vermeintlich "gendergerecht": "Unser Reporter X hat die Schauspieler (Sprechpause) -innen gesehen." Wie hört sich das an, was kann da assoziiert werden?! Weitere Bespiele für Absurditäten ähnlicher Art ließen sich leicht nennen.

 

Wenn man es etwas überspitzt formulieren wollte, wäre sogar zu sagen, dass sich jene, die auf Gendergerechtigkeit pochen, mit dem zwanghaften Anhängen von -in und -innen an die von ihnen vermeintlich für biologisch maskulin gehaltene Form auf -er (die aber de facto eine generische ist) gar keinen Gefallen tun. Denn sie formulieren wieder nicht gendergerecht: Das Weibliche wird lediglich zum semantischen Anhängsel des (vermeintlich) Männlichen, also einem Suffix...

 

Das führt mich zu einem weiteren Punkt, der klarmacht, dass das Weibliche, eben wenn man in Rechnung stellt, dass die auf -er lautende Form eine (nur) generisch maskuline ist (also sowohl Männer wie Frauen beinhaltet) in der deutschen Sprache klar besser gestellt ist als das Männliche. Das Weibliche hat nämlich eine sog. „markierte“ Form. Also, wann immer es Reporterin oder Reporterinnen heißt, ist automatisch klar, dass es NUR Frauen sind. Das Männliche hat KEINE markierte Form. Eben, es können beim generischen Maskulinum immer sowohl Männer als auch Freuen sein. Ein m.E. von Gendergerechtigkeits-Anhängern völlig übersehener Punkt. Das Männliche ist, wenn man die deutsche Sprache richtig versteht, (der markierten Form des Weiblichen) klar unterlegen. Und sollte Falschverstehen zum Ausgangspunkt gravierender und nachhaltiger sprachlicher Veränderung werden?!

 

Ich würde mich doch sehr freuen, wenn sich das ZDF dazu ernsthaft Gedanken machte. Diese Sprechpause hört sich einfach furchtbar an, und ich bin mir absolut sicher, dass sich die Sprechweise auf die Länge nicht durchsetzen wird. Warum also nicht gleich damit aufhören?!

 

Frau Anne Will in den ARD, die sie bisweilen auch pflegt, habe ich das auch schon nahegelegt.

 

Mit besten Grüßen,

Dr. Klaus Billand

 

 

 

Unendlich weit mehr als Orthographie !!

Ein Appell gegen die sogenannte Gendergerechtigkeit

Angesichts der wieder einmal so frappierenden Versuche in der Sendung von Anne Will am letzten Sonntag, der sogenannten Gendergerechtigkeit in der deutschen Sprache Auftrieb zu verleihen, haben wir von unserem Redakteur Dr. Klaus Billand einen Aufsatz übernommen, den er schon vor einem Jahr dazu veröffentlicht hat. Er hat ihn aufgrund der Sendung auch an die Redaktion von Anne Will geschickt.

Die fortschreitende Verhunzung der deutschen Sprache hat mich veranlasst, mir zu dem Thema einige Gedanken zu machen:

Zur kürzlichen Diskussion: Thomas Steinfeld (“Geschlechtergerechtes Deutsch? Grammatikalisch unmöglich!”) geht das Thema weniger emotional als Michael Zerban an, kommt aber über eine genauere Betrachtung der eigentlich hier zur Diskussion stehenden Phänomene, nämlich des biologischen und des grammatischen Geschlechts, zum gleichen Schluss.

Das Ganze ist eine Verdummung und unzulässige Verfälschung der deutschen Sprache, zumal diese mit Änderungen der Grammatik nicht mit sich spielen lässt. Und somit sollte man damit sofort aufhören, wie übrigens alle Schriftsteller in ihren Büchern und sonstigen Schriften nie darauf eingegangen sind. Übrigens auch nicht die Schriftstellerinnen. Und sie alle sollten eigentlich Deutsch beherrschen.

Es gibt ja nun noch ein weiteres Argument, das zur sofortigen Beerdigung der Verdopplung der Substantive wie „Die Studenten und Studentinnen“ oder die „Einwohner und Einwohnerinnen“ etc. führen sollte. Warum eigentlich liest man nie die „Einbrecher und Einbrecherinnen“, die „Ehebrecher und Ehebrecherinnen“ und ähnliche, möglicherweise noch negativer besetzte Substantive?! Steinfeld macht nämlich klar, dass

„Zwar gibt es Wörter, in denen das Ableitungsverhältnis in der Bedeutung verschwunden zu sein scheint. Die „Lehrerin“ zum Beispiel oder auch die „Bundeskanzlerin“ treten praktisch als unabhängige Figuren auf. Grammatisch ist das Verhängnis aber immer noch da. Diese Eigenheit der deutschen Sprache führt dazu, dass die Verfechter der geschlechtergerechten Sprache die Dominanz des Männlichen reproduzieren, wenn sie Gleichheit zu schaffen meinen.“

Noch intensiver steht es dabei mit den abhängigen Figuren auf, also z.B. „Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen“ etc. Ich habe schonmal vor dem Problem gestanden, dass ich einen Aufsatz begann, in dem im ersten Paragraphen von etwa einer halben Seite immer wieder abhängige Formen vorkamen, also wie „die Forscher“, danach die „Studenten“, etwa sieben Mal. In dem Fall hätte ich siebenmal die „-innen“-Form dazu setzen müssen. Ein Lesen wäre zur Qual geworden. So ist es ja auch lustig zu sehen, dass selbst die Verfechter der geschlechtergerechten Sprache oft nach einiger Zeit nicht mehr so genau hinschauen bei den abhängigen Figuren, es also schon mal bei den „Wissenschaftlern“ im weiteren Textverlauf allein belassen. Möglicherweise wird ihnen auch das Lesen dann zu fad…

Erschreckend ist unterdessen, dass selbst das Deutsche Goethe-Institut, welches insbesondere zur Verbreitung der deutschen Sprache und Kultur im Ausland geschaffen wurde, immer noch bei den abhängigen Formen die Suffixe „-in“ und „-innen“ bringt. Man achtet dabei sogar auch darauf, dass „Ladys First!“ gilt.

Hier zwei Beispiele von der Website des GI:

1) Von minimalistischen Skizzen zu detailreichen Bildern, von autobiografischen Geschichten bis hin zu historischen Erzählungen: Die Szene der deutschen Comiczeichnerinnen und -zeichner ist vielfältig. Wir stellen Künstler vor – und erzählen, was sie bewegt.

Während europäische Großstädte wie Berlin oder Paris immer weiter wachsen, gibt es Regionen in Europa, die von Perspektivlosigkeit geprägt sind. Doch wie leben Menschen in diesen aus dem Blickfeld geratenen Gegenden? Vier Fotografinnen und Fotografen haben sich auf Einladung des Goethe-Instituts auf die Reise nach Albanien, Deutschland, Italien und Belarus begeben, um verschiedene Lebenswelten und Familiengeschichten zu beleuchten.

2) Es gibt ein Europa fern der urbanen Zentren, das wir nur selten in den Blick nehmen und dessen Bewohnerinnen und Bewohner zunehmend ungesehen bleiben. Für das Projekt „Im Schatten – Familien in Europa“ sind vier Fotografinnen und Fotografen aus Albanien, Belarus, Deutschland und Italien sowohl in das eigene als auch in eines der anderen Länder gereist, begleitet von ortskundigen Journalistinnen und Journalisten. Die entstandenen Arbeiten mündeten in die Ausstellung „Unseen / Ungesehen. Blicke auf Europa. Vier Fotografen auf Reisen“, die gestern im Mailänder Zentrum für internationale Fotokunst MiCamera eröffnet wurde.

Vielleicht sollte jemand dem GI mal klarmachen, was Steinfeld über die Verstärkung der Maskulinität des weiblichen Anhangs „-in“ und „-innen“ sagt, wenn er der männlichen Form einfach angehängt wird. Etymologisch entwickelte sich übrigens in der deutschen Sprache das „-er“ als Charakterisierung desjenigen, der etwas macht, also, der Macher, der Bäcker, der Schaffner, der Bäcker usw. Im Grunde ist das das nicht markierte Geschlecht. Es war immer unbestritten, dass beim Plural nicht auch Frauen dabei sein konnten. Nur konnten bei „Lehrerinnen“ etc. niemals Männer dabei sein. Wenn es gilt, ein sog. „Binnen I“ sprachlich wiederzugeben, hörte es sich also an, als seien nur Frauen gemeint, obwohl auch Männer mit dabei sind… Dazu muss man noch sagen, dass der Plural dieser Substantive auf „-er“ mit dem bestimmten Artikel „die“, also einer Femininform, gebildet wird.

Auf Sternchen, Unterstriche, Ausrufezeichen und also auch das sog. „Binnen-I“ und Ähnliches möchte ich hier gar nicht weiter eingehen. Reiner Blödsinn! Und wie sollen das Ausländer verstehen, die Deutsch lernen wollen?!

Noch weitere Publikationen dazu, die ich bei meiner Recherche fand:

Dieser ist wohl der beste Essay dazu:
https://www.sueddeutsche.de/kultur/essay-das-missbrauchte-geschlecht-1.3402438

Und dann Wikimannia:
http://de.wikimannia.org/Generisches_Maskulinum

 

Feministische Sprachkritik
In den 1970er Jahren begannen feministische Quotenfrauen, die ihre Existenz irgendwie beweisen mussten und ihre Aufgabe darin sehen, Frauen immer und überall als Opfer zu inszenieren, damit, das Generische Maskulinum zu kritisieren und zu behaupten, darin sei eine Benachteiligung der Frauen gegeben.

Diese Behauptung ist in keiner Weise stichhaltig:

1. Keine Frau hat je im Generischen Maskulinum eine Benachteiligung gesehen. Dieses künstliche Problem besteht nur im Elfenbeinturm feministischer Pseudowissenschaften.
2. Es gibt in der deutschen Sprache auch ein Generisches Femininum, ohne dass dieses die feministischen Sprachkritiker gestört hätte. Auch das macht ihr Vorbringen und ihre Motive unglaubwürdig.
3. Frauen werden nicht durch grammatisch maskuline Bezeichnungen entweiblicht, wie auch Männer nicht entmännlicht werden, wenn man sie beispielsweise eine Person nennt.
4. Der vorgebrachte Einwand, Frauen wären nur mitgemeint, ist nicht stichhaltig, weil im Generischen Maskulinum auch Männer nur mitgemeint sind.
5. Weibliche Formen wie beispielsweise Professorinnen sind letztlich auch nur Generika, in der die einzelne Frau auch nur mitgemeint ist.

Insgesamt hat die feministische Sprachkritik wenig Substanz, so wie diese auch bei der Lohndiskriminierungslüge, wo die wortreich immer wiederholte Behauptung den konkreten Beleg ersetzen muss, die gesamte Frauenforschung und Gender-Wissenschaft insgesamt sehr substanzlos sind und in denen, wie in einem Theater, immer die gleichen zwei Stücke zur Aufführung kommen: „Die Frau ist das Opfer“ und „Der Mann ist der Täter”.

Das generische Maskulinum wird laut dem Duden traditionell dann gewählt, „wenn das natürliche Geschlecht unwichtig ist oder männliche und weibliche Personen gleichermaßen gemeint sind. Das Maskulinum ist hier neutralisierend bzw. verallgemeinernd (‚generisch‘).“ Da das Maskulinum neben seiner generischen Funktion auch spezifisch (also ausschließlich für Männer) verwendet werden kann, hängt es ohne explizite Hinweise von der jeweiligen gesellschaftlichen Situation und vom Einzelnen ab, ob das andere Geschlecht eingeschlossen wird.

 

Beispiele für die verschiedenen Varianten des Generischen Maskulinums im Deutschen:

Variante 1 – Inklusion
Frauen sind mitgemeint.

Variante 1a – Pluralinklusion
Die Rede ist von Gruppen, zu denen (vermutlich) auch weibliche Personen gehören. Die Wanderer gingen den Berg hinauf.

Variante 1b – Singularinklusion
Die Rede ist nicht von einem bestimmten realen Mann, sondern von einer imaginierten Person als Träger einer Rolle oder von Eigenschaften und ohne Hinweis auf deren Geschlecht; es liegt ein generalisierender Singular[wp] vor.
Ein Feuerwehrmann hat keine Angst vor dem Feuer. – Geistig sind Frauen im Begriff der Feuerwehrleute dann eingeschlossen, wenn man einen weiblichen Feuerwehrmann für möglich hält. Der Deutsche gilt als fleißig.

Variante 2 – Exklusion
Eindeutig (ausschließlich) weibliche Personen werden mit grammatisch maskulinen Bezeichnungen bezeichnet.

Variante 2a – Singularexklusion
Die Rede ist von einer einzelnen weiblichen Person.
Sie ist unser bester Ingenieur.

Variante 2b – Pluralexklusion
Die Rede ist von mehreren weiblichen Personen; Zusatzinformation bei Benutzung des generischen Maskulinums: Es treten auch keine männlichen Sänger mehr auf. Die letzten Sänger, die auftraten, waren Lisa und Anna.

Variante 2c
feststehende Redewendung, die – anders als Variante 2a – nicht moviert werden kann, wenn sie auf eine Frau oder auf Frauen bezogen wird. Die Bundeskanzlerin wurde der Lage Herr.

Gelegentlich werden auf Menschen auch generische Feminina (die Person, die Fachkraft, die Geisel, die Waise) und generische Neutra (das Opfer, das Kind, das Mitglied, das Lebewesen) angewandt. Zur Kategorie der generischen Neutra gehören alle Verkleinerungs-formen, sofern sie als solche erkannt und empfunden werden (das Männchen, das Schneiderlein, das Hänschen, das Lieschen).
Es kommt in der deutschen Sprache und in den meisten Sprachen, die über mindestens zwei Genera verfügen, relativ häufig vor, dass das Genus[wp] (das grammatikalische Geschlecht) einer Personen¬bezeichnung vom Sexus[wp] (dem biologischen Geschlecht) der bezeichneten Person abweicht. Bei Menschen wird im Deutschen das generische Maskulinum häufiger als das generische Femininum und das generische Neutrum benutzt (z. B. bei so gut wie allen Berufsbezeichnungen und Nomina agentis).

Auch für die Bezeichnung von Tieren gibt es in der deutschen Sprache neben generischen Maskulina (der Hund, der Löwe) sowohl generische Feminina (die Gans, die Katze) als auch generische Neutra (das Pferd, das Nashorn).
Die Bezeichnung generisches Maskulinum ist nicht auf Gegenstände (der Tisch) und Abstrakta (der Ruhm) anwendbar, weil es in diesen Fällen keinen Konflikt zwischen dem Genus des Wortes (des sprachlichen Zeichens) und dem Sexus des Bezeichneten geben kann.

Das Strafgesetzbuch und andere Gesetzestexte verwenden das generische Maskulinum. Ministerinnen gelten im Sinne des Gesetzes als Minister und Mörderinnen als Mörder.

Und hier der ultimative Aufsatz dazu:
http://stemke.piraten-nds.de/2014/08/10/wie-die-geschlechter-entstehen/

 

Klaus Billand  31.5.2020

Karikaturen (c) Peter Klier

 

 

 

Political Correctness im Jugendtheater Wien

sinnentleert 80 Jahre alten Horvath Klassiker der Weltliteratur!

Ja seid Ihr denn alle komplett deppert...?

Von den Romanen des Ödön von Horvath reizt Jugend ohne Gott offenbar besonders zur Dramatisierung. 1937 in der Emigration geschrieben, ist der Beginn des Werks eine politische Parabel, die so aktuell anmutet, dass man sie nicht nur heute, sondern jederzeit anwenden kann. Und zu Beginn des Abends im Theater im Zentrum, den Petra Wüllenweber textlich erstellt und inszeniert hat, ist man auch voll gefesselt.

Man erkennt es: Die Schulsituation, der Lehrer, der von schlicht humanistischen Gedanken ausgeht, für den also auch „Afrikaner“ (in Horvaths Roman heißt es noch „Neger“) Menschen sind; die Schüler, ziemlich heutig in ihrer gehässigen Attitüde dem Lehrer gegenüber, sind im Gedankengut des Zeitgeistes so weit eingefärbt, dass sie ihm für seine Humanitätsduselei alle Schwierigkeiten bereiten – und der Lehrer muss sich entscheiden, ob er sich duckt und den Beruf behält, den er schließlich als Lebensunterhalt braucht, oder ob er den Mund hält und seine Empörung in sich hineinfrisst? Er duckt sich, bis zu einer Wendung am Ende…

…Bloß: Wie sehr unser Zeitgeist alles umfärbt (!!! – ist das nicht auch das Thema des Stücks, wie man sich duckt?), beweist die Schlußformulierung: Der Lehrer, der in seiner Heimat keine Möglichkeit mehr hat, wird als Entwicklungshelfer nach Afrika gehen – als „Neger“ (Außenseiter) zu Negern, wie es bei Horvath heißt. Ist die zeitgemäße Eindeutschung „als Ausländer zu Ausländern“ sinnvoll oder auch nur einsichtig? Wohl kaum. Nur weil man sich vor einem Wort fürchtet, das hier durchaus im historischen Kontext und keinesfalls diskriminierend erscheinen würde?

 

Renate Wagner, 14.1.2020

 

 

YOUNG MOVES und CHOREOGRAPH*INNEN

Junge Bewegungen nennt das Ballett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg ein vergleichsweise neues Format, bei dem Arbeiten von Nachwuchschoreografen aus den eigenen Reihen auf der großen Bühne gezeigt werden. Und damit nicht so auffällt, wie nichtssagend und fantasielos der Begriff ist, wird er kurzerhand ins Englische übersetzt. Young Moves klingt schick und wird dann auch nicht von so vielen verstanden. Um die Verwirrung fortzusetzen, findet Young Moves „im Rahmen der Plattform Choreographie Young Moves“ statt. Der liederliche Umgang mit der deutschen Sprache findet sich dann auch im Programmheft wieder, wo man von „Choreograph*innen“ lesen kann. Dieses Wort, offenbar eine Eigenerfindung des Hauses, gibt es nicht. Die „Choreographie“ existiert seit gefühlten sechs Rechtschreibreformen nicht mehr, wird im Duden nur noch als historischer Begriff geführt, und Sternchen kommen in der deutschen Sprache nach geltenden Regeln nicht vor. Wenn Kulturinstitutionen in vorauseilendem Gehorsam scheinbar politisch korrekt sein wollen, erfüllt das historisch informierte Deutsche mit größtem Misstrauen. Aber die können der Rheinoper ja fernbleiben.

Oder manchmal eben auch nicht. Denn natürlich möchte man erfahren, was dabei herauskommt, wenn die Tänzer des „Balletts am Rhein“ – gemeint ist damit das Ballett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf Duisburg – sich als Choreografen versuchen. *                                                            

Michael Zerban 11.7.2019

 

P.S. des Herausgebers

Da wir im OPERNFREUND grundsätzlich Ideologisches, Diskriminierendes und Beleidigendes, sowie den aktuellen Trend zum Neu- und Doofsprech, ebenso, wie alle weiteren Verhunzungen der Deutschen Sprache, grundsätzlich ablehnen, hier noch einige gute Links zum Thema - Dank an Youtube ;-)

Dr. Thomas Kubelik Wie gendern unsere Sprache verhunzt

Wutrede von Dr. Wilhelm Leisenberg über den Genderwahn

Wie der Genderwahn unsere Sprache zerstört

Willkommen in der kranken Welt des komministischen Genderscheiss

...und auch den Aufsatz unseres Kritiker Dr. Klaus Billand möchte ich nicht unerwähnt lassen

 

 

 

Standing Ovations heißt anhaltender Beifall !

Standing Ovations heißt anhaltender Beifall !

Standing Ovations heißt anhaltender Beifall !

Bitte 5000 Mal schreiben !

 

Vorfall in der Wiener Volksoper ereignete sich bereits am 6.11. nach einer Aufführung „Der Mantel“ von Puccini: Ein Besucher war so begeistert, dass er spontan aufsprang und stehend applaudierte, das gefiel dem hinter ihm sitzenden älteren behinderten Herren nun überhaupt nicht. Er klopfte mit seinem Gehstock gegen die Schulter des ihm rücksichtslos die Sicht raubenden Spontan-Stehend-Klatschers. Der lief sofort zu den Zeitungen und wahrscheinlich auch zum Kadi und beklagte dort sein Leid: Ich wollte doch nur applaudieren. - vergleichbar mit der Rechtfertigung von Besitzern beißender Hunde: Er wollte doch nur spielen.

Mitnichten, lieber Opernfreund, Sie haben den hinter Ihnen sitzenden Besuchern die Sicht genommen und das ist schlichtweg egoistisch, rücksichtslos und ausgesprochen asozial! Meiner Ansicht nach ist der Stehapplaus eine Unsitte, die sich immer mehr ausbreitet. Bei echten Sternstunden kann man ja Verständnis dafür aufbringen, aber heutzutage springt ein Animator - vielleicht sogar vom Haus bezahlt - nach jedem Schmarren auf. Nun machen es die anderen Besucher nach - a) Gruppentrieb b) Dominosteine-Effekt, es sehen die dahinter Sitzenden sons ja nichts meh. Und schon wird eine Begeisterung vorgegaukelt, über die sich selbst jene wundern, die auch aufgesprungen sind.

Wikipedia zum Stehapplaus: In bestimmten Ländern regelmäßig, in deutschsprachigen Ländern meist nur bei großer Begeisterung und mit einer besonderen Ehrenbezeugung verbunden, tritt zum langen Beifall auch das Aufstehen hinzu sogenannter Stehapplaus oder stehender - im Stehen dargebrachter - Applaus. Der englische Ausdruck standing ovation (ovation von lat. ovatio = kleiner Triumph, standing für Partizip stehend oder auch anhaltendfortdauernd, wird im Deutschen entweder unübersetzt übernommen oder als stehende Ovationen (pl.) wiedergegeben.

Merke: Der englische Ausdruck standing ovation bedeutet also ursprünglich lang anhaltender Beifallstürmischer Applaus. Das Adjektiv standing bezieht sich nicht auf die Körperhaltung der Applaudierenden, sondern auf die Dauer des Beifalls !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

 

Anton Cupak 3.12.2018

Herausgeber MERKER-online

 

 

P.S. Ergänzung / gleiches Gedankengut

"Guten Tag, ich bin Herbert Müller

Im Prinzip wird wirklich jeder Schwachsinn von den Amerikanern übernommen und falsch interpretiert bzw. übersetzt. So heißt es im Englischen for example: I am Herbert Müller. Was nichts anderes heißt als Mein Name lautet Herbert Müller.

Ohne Nachdenken haben das mittlerweile viele unsere Dümmlings-Redakteurinnen/Redakteure von den Seifemedien a la RTL kommen jetzt auch in den seriösen Medien fast überall übernommen, wo es tagein tagaus heißt: Guten Tag, ich bin Helene Dörflingern-Plappermaul. Ich denke mir dann immer noch diverse fehlende treffliche Zusätz aus, wie:

- und bin Hausfrau

- und bin dumm wie Bohnernstroh

- und bin ein eigentlich ein Stein

- und bin ziemlich hungrig

- bin ein Hurenbock

- und habe eigentlich keine Ahnung wieso ich Moderator beim WDR wurde

Wo ist der noch vor Jahren ganz normale klare Standartsatz:

Mein Name ist...

- die Sendung wurde moderiert von...

- Herzlich grüßt Ihr... aus Köln

Ich lasse mir das nur in einem Fall gefallen, verehrte Opernfreunde und sonstige Leser ;-) Und das ist hier der Fall: I am what i am...

 

Mein Name ist übrigens Peter Bilsing

und ich bin Motorradfahrer ;-) und 198 cm groß

und Herausgeber vom OPERNFREUND

 

 

Sprachliche Entgleisungen

Wer sich über Regeln hinwegsetzt, fühlt sich gut.

Und hat Recht. Meistens. Manchmal. Nicht immer. In Deutschland gibt es Rechtschreibregeln. Und die gibt es ausnahmsweise mal nicht, weil die Bürger gemaßregelt werden sollen, sondern damit ein Höchstmaß an sprachlicher Klarheit erreicht werden kann. Die Vergewaltigung der deutschen Sprache, die viele Kulturtreibende inzwischen betreiben, ist kaum noch erträglich – weil sie von nichts anderem als Dummheit zeugt.

In Backstuben herrscht Geschlechtergleichheit bei den Bäckern, wie hier im Roscheider Hof – Foto © Helge Klaus Rieder

Als Journalist bekommst du täglich etwa hundert E-Mails. Und natürlich liest du die nicht mehr. Sondern schaust nur noch auf der Suche nach Stichwörtern drüber. Alles andere wäre auch unerträglich. Weil die Dummheit eben schwer zu ertragen ist. Da strotzt es nur so von Sternchen, Unterstrichen, Schrägstrichen und Rechtschreibfehlern, als müssten die Verfasser ihre verspätete Trotzphase gegen ihre Deutschlehrer durchleben. Die neueste Idee, der Zug, auf den so viele „Kulturtreibende“ abfahren, ist die schriftliche Geschlechtergleichheit. Dabei ist die in Deutschland längst einheitlich durch den Duden geregelt. Bei den Bäckern ist klar, dass es sich um männliche und weibliche Angehörige der Berufsgruppe handelt. Das ist übrigens in anderen Sprachen auch so. Eine gute Regelung, die Klarheit schafft und für Sprachökonomie sorgt. Neuerdings wird auf der Suche nach politischer Korrektheit immer häufiger die Schreibweise Bäcker*innen verwendet. Das sieht der Duden nicht vor, es ist ein Schreibfehler. Ökonomisch ist es völliger Schwachsinn, der Geschlechtergleichheit wird es nicht annähernd gerecht. Schließlich haben wir, so hat ein amerikanischer Professor untersucht, mittlerweile mindestens 25 verschiedene Geschlechterauffassungen. Da sind Schwule, Lesben, Transen nur marginales Beispiel von dem, was viele Menschen unter ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung verstehen. Bäcker*innen trennen gemeint Bäcker ohne Brüste von Bäckern mit Brüsten. Ist das die kulturelle Revolution des 21. Jahrhunderts? Ist das der Fortschritt der Kultur, den alle wollen? Ich finde es peinlich. Wenn ich eine Puddingschnecke essen will, interessiert mich die Qualität der Puddingschnecke und nicht die sexuelle oder geschlechtliche Ausrichtung der Hersteller (sic!). Wenn ich als Bub in die Backstube durfte, bewunderte ich die Männer – damals gab es da noch keine Frauen – wie sie mit ihrer Routine die tollsten Düfte und Geschmäcker produzierten, und ich freute mich über die rundlichen Verkäuferinnen, die mir beim Hinausgehen noch irgendeine Leckerei zusteckten; es gab damals noch keine Verkäufer. Aber es interessierte mich auch ganz ehrlich überhaupt nicht, ob der Bäcker sich gerade als Schwuler fühlte oder die Fachverkäuferin auf dem Weg zur Geschlechtsumwandlung war. Er war einfach der großartige Bäcker und sie die liebevolle Verkäuferin.

Und nein, die Zeiten haben sich nicht geändert. Es gelten heute noch die gleichen Regeln. Der Begriff „die Bäcker“ legt fest, dass es sich dabei um eine Berufsgruppe handelt, in der alle Geschlechter arbeiten. Alle, versteht ihr? Als ob es 1960 nicht schon lesbische Verkäuferinnen oder schwule Bäcker gegeben hätte. Alles Mumpitz. Als ob seit 1990 nicht jeder verstünde, dass es sich bei den Bäckern um weibliche und männliche, transsexuelle oder, oder … Mitglieder einer Berufsgruppe handelte. Es ist legitim, Regeln aufzubrechen, wenn sie überholt sind. Aber wenn die Ampel rot zeigt, ist Schluss mit der Weiterfahrt. Auch dann, wenn immer mehr Menschen glauben, sich über die Regel hinwegsetzen zu können, wird es dadurch nicht richtiger. Sondern die Unfallzahlen steigen. Das gilt auch bei der Sprache. Wenn nun neuerdings Menschen im Kulturbetrieb anfangen, von Schauspieler(Pause)innen zu reden, erreicht das eine Grenze der Albernheit, die kaum mehr zu überbieten ist. Ach, die redet jetzt über Menschen mit Brüsten oder ohne Eier, oder redet sie über Leute ohne Vagina oder Vagina im Umbau oder über Leute mit weichen Eiern, die sie gern loswerden wollen oder … Nein, nein, da wird ja nur über Schauspieler geredet. Eine Unterscheidung, die so peinlich altbacken ist, dass man sich fragt, in welchem Leben diese Menschen unterwegs sind. Wenn Kulturarbeiter glauben, sich ideologisch in die Sprache einmischen zu müssen, sollten sie wenigstens Lösungen anbieten, die einer modernen Entwicklung von Sexualität und Geschlechtergleichheit gerecht werden – und nicht etwa Frauen mittels Sprache wieder an die zweite Stelle rücken, indem sie sie kurzerhand hintan hängen.

Ein Sternchen, Unterstrich oder das Anhängen des weiblichen als zweites Geschlecht führen die Geschlechterdebatte auf das falsche Schlachtfeld. An dieser Stelle sei den Bäckern gedankt, dass sie als Beispiel zur Verfügung standen. Die Intendant*innen werden niemandem helfen, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Solche Entwicklungen müssen auf anderen Ebenen stattfinden, und da werden wir sie sicher unterstützen. Den albernen, abseitigen Sprachregelungen, die Kulturschaffend*innen gegen geltende Regeln durchzusetzen versuchen, wird am Ende der Sackgasse nicht einmal eine Regenbogen-Fahne winken.

 

Michael S. Zerban 9.8.2018

Original in O-Ton

 

 


 

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SPRACHREGELUNG ODER SPRACHDIDKTATUR

„Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“, lautet ein Grundsatz der „Allgemeine Erklärung der Menschenrechte“, und man wünschte sich, das wäre nicht nur ein idealistisches Postulat, sondern die Realität. Wie man hingegen weiß, ist die Freiheit vieler absolut nicht gewährleistet, es gibt reale Sklaverei heutzutage, es gibt die Sklaverei, in totalitären Staaten leben zu müssen, es gibt die Sklaverei, die durch ökonomische Verhältnisse hervorgerufen wird. Und ob allen Menschen ihre Würde und ihre Rechte gegeben werden, kann angezweifelt werden.

Nun hat eine größere Anzahl brutaler Kriege die Soziologie der Welt schweren tektonischen Veränderungen unterworfen, die Welt ist durch Flüchtlingsströme auf einmal durcheinander gemixt, wir leben in einer neuen Völkerwanderung, die für niemanden gut ist – nicht für jene, die wandern müssen, nicht für jene, die ungefragt überlaufen werden. Dabei wird niemand einem Menschen sein Menschen- und Lebensrecht absprechen, vor Bedrohung an Leib und Leben, aber auch vor der absoluten Chancenlosigkeit einer Existenz davonzulaufen.

Die neue Problematik bringt allerdings viele Schwierigkeiten mit sich, allein in der Sprachregelung. Verlangt wird, dass die „anderen“, die da kommen, nicht mehr als solche definiert werden…

...Ist uns eigentlich klar, was wir da tun? Sagen wir damit nicht: „Schwarz darf nicht sein“? Was bedeutet das? Wäre die logische Konsequenz nicht: Schwarz darf nicht sein, weil es schlecht ist? Merken die Menschen, die dergleichen fordern, nicht, in welch gedankliches und ideologisches Chaos sie da hineingeraten? Wir dürfen nicht mehr unterscheiden, weil automatisch impliziert wird, dass Unterscheidung Diskriminierung bedeutet. Wohin sind wir geraten, wohin führen die Unterstellungen?

Um zum Ausgangspunkt, dem Telefonat des Werk X-Pressechefs, zurück zu kehren: Es steht jedermann absolut frei, jeden Migranten, der nach Österreich kommt, sofort als Landsmann zu begrüßen und zu betrachten. Wenn ich das nicht tue, wünsche ich allerdings, nicht dafür gemaßregelt zu werden. Die Freiheit der Meinung, die ich jedermann zugestehe, verlange ich auch für mich persönlich.

 

Renate Wagner 21.1.2018

                                       

 

 

Wenn die "Bleistiftin" in die "Papierkörbin" wandert und die "Computerin" dazu lacht ;-)

Unfassbar – denn heute ist nicht der 1. April: Die Bleistiftin, die Papierkörbin, die Computerin etc. Deutschlands Linke Spinner fordert geschlechtergerechte Sprache für Büromittel !

FLENSBURG. Der Papierkorb, der Bleistift, der Computer: Viele Arbeitsmittel sind männlich. Durch die tägliche Konfrontation mit ihnen, drohen deren Benutzer in patriarchale Denkmuster und Verhaltensweisen zurückzufallen beziehungsweise diesen nicht zu entkommen. Das zumindest fürchtet die Linkspartei in Flensburg. Ihre Ratsfraktion hat daher nun in einem Antrag gefordert, alle Arbeitsmittel aus allen Arbeitsbereichen der öffentlichen Verwaltung geschlechterneutral auszudrücken. Dies gelte „insbesondere für grammatisch mit maskulinem Artikel („der“) bezeichnete Arbeitsgeräte/-mittel“, heißt es in einer Beschlußvorlage für die Sitzung des Gleichstellungsausschusses am 28. September. Beraten soll die Ratsversammlung über den Antrag dann Mitte Oktober.

Wer es nicht glaubt, findet hier den Antrag

Ich muss doch noch einmal in den Kalender blicken, gar so lange ist der 1. April noch nicht vorbei. Vielleicht haben die Abgeordneten am 1. April den Antrag beschlossen und der Amtsschimmel wiehert auch in Flensburg so lange!

Wenn ich mir aber den Antrag ansehe, fällt mir eine Inkonsequenz auf: Die Fraktionsvorsitzende heißt Gabriele Ritter und hat unter diesem Namen den Antrag eingebracht. Konsequenter Weise müsste sie mit Gabriele Ritterin unterschreiben, sonst führt sie den eigenen Antrag ad absurdum!

Oder ist das doch ein Gag auf Steuerzahlers Kosten?

„Heute“ entnehme ich: Auf Nachfrage wird klar: Die Linken um Fraktionschefin Gabi Ritter hatten mit der Aktion auf die Anfrage der Fraktion „Wir in Flensburg“ reagiert, die den Antrag stellte, „Ratsfrau“ durch „Ratsdame“ zu ersetzen.Später klärten die Linken auf ihrer Website auf: „Die Linke wird den Antrag der WiF ablehnen und empfiehlt dies auch für den eigenen Ergänzungsantrag, der bestenfalls für Lachanfälle im Rathaus sorgen sollte…“

Die Welt steht wohl nicht mehr lange!

Genießen wir daher jeden Tag, so auch den heutigen!

 

herzlichst Ihr Anton Cupak (Wien)

27.9.16

     

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