DER OPERNFREUND - 44.Jahrgang
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DER KONTRAPUNKT

 

 

Karfreitagszauber

Anhängern der sogenannten populären Musik, so wird gelegentlich kolportiert, mangelt es an Feingefühl. Deshalb muss man Popkonzertveranstalter oder Diskothekenbetreiber, in einigen Bundesländern sogar per Gesetz, eigens daran erinnern, dass Karfreitag ein Tag besonderer innerer Einkehr ist, an dem sich das Hören weltlicher Akustikspektakel oder ausgelassenes („Ab“-)Tanzen verbieten.

Wagners Bühnenweihspiel zum Karfreitag: der „Parsifal“; hier in der Inszenierung von Robert Wilson, Staatsoper Hamburg  (Foto: Brinkhoff / Mögenburg)

Doch was machen eigentlich Opernfreunde an diesem Tag? Flugs einen Blick in die Spielpläne vom 18.4.2014 geworfen! Meine zufällig gewählte Stichprobe enthält zwanzig Opernhäuser, sämtlich im deutschsprachigen Raum, darunter große und kleine, in Ost und West, Nord und Süd. Etwas weniger als die Hälfte davon hat geschlossen. Geöffnet haben zwölf Bühnen. Und was findet darauf statt? Der „Tristan“ zum Beispiel, sogar zweimal. Immerhin ziemlich traurig. Was für den „Siegfried“ schon weniger gilt. Allerdings ebenfalls von Wagner, mithin ein Werk, dem schon allein deshalb der Nimbus des Heiligen zumessbar sein dürfte. Eine Ebene darunter, aber durchaus als „ernst“ einstufbar: „Nabucco“, zwei Einakter von Zemlinsky, Prokofjews „Romeo und Julia“. Ein Haus spielt gar, während der Chor zum Osterkonzert auswärtig gastiert, Straussens „Ariadne auf Naxos“. Dem Libretto nach eindeutig keine Tragödie – aber (ich kenne die Inszenierung nicht) ein gewievter Vertreter des Regietheaters wäre zweifellos in der Lage, daraus eine zu machen. Gegeben wird sie übrigens nicht von der Komischen Oper Berlin, wo man sie vielleicht vermuten würde – dort steht ein Sinfoniekonzert auf dem Programm. Darunter Debussys „Faun“, der sich durchaus durch Besinnlichkeit, wenngleich aus ziemlich weltlichem Grund, auszeichnet. Überhaupt ziehen sich einige Häuser mit Sinfoniekonzerten recht elegant aus der Affäre: Das Spektrum reicht von Bruckners „Nullter“ und Brittens Violinkonzert bis zur Maurischen Trauermusik, Regers Requiem und – Straussens „Heldenleben“, das, rein von der Begrifflichkeit her betrachtet, den Gedenkanlass nicht schlecht trifft. Das Naheliegendste, was Oper an diesem Tag zur Aufführung bringen kann, der „Parsifal“, dürfte die Realisierungsmöglichkeiten vielerorts ohnehin übersteigen – er findet sich immerhin zweimal auf den Spielplänen.

Aleix Martínez bei der „Ballett-Werkstatt“ zu „Messias“ (Probenfoto) , John Neumeiers tiefgründig und warmherzige Choreographie zur Musik G.F. Händels.(Foto: Holger Badekow)

Und was macht die Staatsoper Hamburg, deren Aktivitäten mir als in dieser Stadt Geborenen und langjährig Ortsansässigen geradezu zwangsläufig begegnen? Man muss dazu folgendes wissen: Hamburg ist eine Kaufmannsstadt. Vor einigen Jahrhunderten gab es hier eine riesige Domkathedrale. Obwohl unter ihrem schützenden Dach sogar regelmäßig Markt gehalten, also Umsatz erzielt wurde, hat sie sich nicht wirklich gerechnet und wurde deshalb schleunigst abgerissen. Das, was wir unter „Dom“ verstehen, ist eine große, weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Kirmes, die großer Magnet für zahlende Besucher und Touristen ist, was man von Kirchen nicht generell behaupten kann. Es ist dabei kein Zufall, dass der Platz, auf dem sie stattfindet, „Heiligengeistfeld“ heißt. Als in Hamburg vor inzwischen mehr als 333 Jahren das erste Opernhaus errichtet wurde, geschah dies auch auf Betreiben von Kaufleuten, und wenn es ihnen dabei wahrscheinlich auch um die darin stattfindende Musik gegangen ist, so war der Wohlklang der Münzen, die eine solche Einrichtung der Stadtstaatskasse auf verschiedenstem Wege einzuspielen vermag, mit Sicherheit mindestens ebenso entscheidend.

Getanzter Gottesdienst, voll der Liebe zum Menschen: John Neumeiers Choreographie zu J.S. Bachs „Matthäus-Passion“ (Foto: Holger Badekow)

Es versteht sich also geradezu von selbst, dass die hiesige Oper an Karfreitag Programm macht. 2012 gab es, unter der Leitung von Simone Young, den „Parsifal“. In diesem Jahr bietet das Haus die Wiederaufnahme John Neumeiers tiefgründiger, warmherziger Ballettchoreographie zu Händels „Messias“. Letztes Jahr wurde dem hohen Feiertag gar zweifach harmonisch Rechnung getragen: Beim Vormittagskonzert der Philharmoniker Hamburg in der Laeiszhalle dirigierte Simone Young Verdis Requiem, das die Zuhörer gleichermaßen vollkommen ergriff und am Schluss ausnahmslos von den Sitzen riss. Nachmittags verlieh das Hamburg Ballett John Neumeiers Interpretation von J.S. Bachs „Matthäus-Passion“ wunderbar Gestalt – ein unvergesslich poetischer, getanzter Gottesdienst voll der Liebe zum Menschen, den ich erstmals vor über dreißig Jahren in Hamburgs Hauptkirche, dem Michel, sah, und der stets aufs Neue bewegt und erhebt. So veranstaltet das Intendanten-Duo der Staatsoper Hamburg, mit subtiler Selbstverständlichkeit, in dieser von nüchternem Geschäftssinn geprägten Metropole auf das Schönste, was an diesem Tag eigentlich stattfinden soll: Karfreitagszauber. 

14.4.2014 Christa Habicht

 

 

 

 

GENERAL. MUSIK. DIREKTOR.

Eine Begriffsentwirrung aus aktuellem Anlass.

Das Wort „Generalmusikdirektor“ ist ein Widerspruch in sich. Musik, insbesondere die klassische - so jedenfalls die gängige Annahme - ist etwas, das zur Völkerverständigung beiträgt. Sie überwindet Grenzen, selbst jene der Sprache, und vereint, vereinnahmt geradezu, ihre Hörer in vorbildlich friedlicher Weise durch ihre Schönheit und die weichen Gefühle, die sie bei ihnen auslöst. 

Was den Begriff „General“ anbetrifft, so sei an dieser Stelle auf den unvergänglichen Grantler Georg Kreisler und dessen gleichnamiges Chanson verwiesen, insbesondere auf die Zeilen „Die Mutter weint / die Augen blind / er spielt Soldat, als wär’ er noch a kloanes Kind / sagen Sie selbst / ist das normal / aus dem wird nie etwas, der bleibt a General“. 

Es ist daher kein Wunder, dass die Menschen, die diese merkwürdige Funktion innehaben, die damit unausweichlich verbundene Schizophrenie dadurch überwinden, dass sie sich auf das letzte Drittel des Wortungetüms zurückziehen, also auf den damit verbundenen Direktorposten. In konkreter Umsetzung bedeutet dies, dass der Amtsinhaber das Sagen hat, ohne dabei große Worte zu machen, sondern ganz einfach das, wofür er – in den letzten Jahren erfreulicherweise in zunehmender Zahl auch sie – nicht schlecht bezahlt wird, nämlich anständige Musik.

 „Er näht sich Borten an den Rock und kleine Sterne / und wenn die andern salutier’n, das hat er gerne“: Der General, wie Georg Kreisler ihn sieht. Wir sehen: „La Battaglia di Legnano“                                             

Bekanntlich hat in jüngster Vergangenheit ein designierter Inhaber eines solchen Amtes statt durch Noten durch Bemerkungen von sich reden gemacht, die darüber hinaus höchst fragwürdig waren. Die empörte Reaktion seitens der Medienvertreter und der Öffentlichkeit ließ nicht auf sich warten, was nicht zuletzt deshalb sehr erfreulich ist, weil sich daran zeigt, dass zumindest hierzulande Meinungsfreiheit und Demokratie vergleichsweise gut funktionieren. 

Der Überwachungsstaat ist kein Kind der Moderne: „Wohin ich auch gehe, ich werde verfolgt und überwacht“, so lauten die ersten Worte des Dogen in „I Due Foscari“

Manchmal jedoch würde man sich wünschen, dass nicht nur das politisch Unkorrekte die Aufmerksamkeit der Allgemeinheit weckt, sondern auch das glatte Gegenteil davon. So konnte, wer Augen und Ohren hatte, im Spätherbst letzten Jahres ein hinreißendes musikalisches Manifest für Völkerverständigung, Unantastbarkeit der Freiheit und Würde des Menschen sowie für das friedliche Zusammenleben der Religionen auf diesem Planeten erleben. Die Trilogie dreier früher Verdi-Opern der Staatsoper Hamburg nämlich war nichts weniger als dies: „La Battaglia di Legnano“ eine düstere Abrechnung mit dem falsch verstandenen, kriegerischen Patriotismus, „I due Foscari“ eine von beherzter Frau vorgebrachte Anklage des Unrechts- und Überwachungsstaates (die ersten Worte des Dogen lauten: „Wohin ich gehe – ich werde verfolgt und überwacht“), und all dies gipfelte in dem leidenschaftlichen, wiederum weiblichen Ausruf „No – Dio non lo vuole!“ der „Lombardi alla prima Crociata“, dem ungestümen Aufruf gegen jeglichen Kreuzzug und „heiligen“ Krieg, die durch nichts gerechtfertigt sind. Der Ablauf dessen, was in diesen „alten Schinken“ veranschaulicht wurde, war übrigens alles andere als trockene Geschichtsstunde, sondern erschreckend aktueller Spiegel der letzten einhundert Jahre der Situation der Balkanstaaten – mithin ein Stück Leben aus dem Herzen Europas. Ebenso waren hier alle Themen enthalten, an denen sich die Menschheit seit Jahrhunderten abarbeitet, ohne sie jemals friedlich und menschenfreundlich zu lösen.

„No – Dio non lo vuole!“ Das leidenschaftliche Plädoyer gegen den “gottgewollten” Krieg hält in “I Lombardi alla prima Crociata” eine Frau

Ganz nebenbei, ganz ohne Worte, einfach nur durch mitreißende, der Vergessenheit zu unrecht anheim gegegebene Musik, hatte die Generalmusikdirektorin und Intendantin der Staatsoper Hamburg hier ein leidenschaftliches Plädoyer für Frieden und Freiheit gehalten – so, wie sie auch mit jeder Aufführung des „War Requiems“ nicht nur dem von ihr so sehr geliebten Benjamin Britten Referenz zollt, sondern dem politisch-humanitären Anliegen, das der Komponist darin verpackt hat.

 ene Dame begnügt sich ganz offensichtlich nicht mit dem politikfernen „Blumengießen“, das Georg Kreisler ebenfalls herrlich zynisch decouvrierte. Es wäre mehr als angebracht, ihr – nicht nur dafür – Dankesblumen zu reichen.

Christa Habicht, 31.03.2014                         Sämtliche Fotos: Bernd Uhlig

 

Aktueller Nachtrag

Blumen in anderer Form wurden jener Dame und der Staatsoper Hamburg just überreicht – die Trilogie der drei frühen Verdi-Opern „La Battaglia die Legnano“, „I due Foscari“ und „I Lombardi“ wurde am 7. April 2014 mit dem internationalen Opera Award 2014 ausgezeichnet.

 

 

 

 

Wahl zu "GOLDENE STECHPALME 2013"

“art but fair” verleiht zum ersten Mal den Negativpreis

Aus der mittlerweile legendären Facebook-Seite „Die traurigsten & unverschämtesten Künstler-Gagen & Auditionerlebnisse“, die inzwischen über 16.000 Likes zählt und täglich weiter wächst, hat der Vorstand von “art but fair” die neun negativsten Beispiele des Jahres 2013 herausgefiltert. Das Publikum hat nun die Möglichkeit, darüber abzustimmen, wer die peinliche Auszeichnung erhalten soll. (Zitat)

Ich denke, daß unsere Opernfreund-Leser sich daran beteiligen könnten. Hier die möglichen Kandidaten. Klicken Sie sich ein, liebe Opernfreunde und stimmen Sie mit ab.                                                                        P.B.

 

1. RESET PRODUCTIONS (ehemals: AKTIV EVENT), Gera  D

Inhaber: Michael Noll

Welche Produktionsfirma schuldet Euch noch Geld? Ich vermute mal, dass die Firma die ich jetzt nenne und die leider Insolvenz angemeldet hat und uns deshalb das Geld schuldig bleiben wird, hier öfter erwähnt wird: AKTIV EVENT: schuldet mir ca. 12000€. Mich würde interessieren, ob diese Firma vielleicht unter einem anderen Namen weiter agiert?“

Ja, diese "Firma" schuldet vielen Menschen Geld und nennt sich jetzt (ich glaube nach der mittlerweile dritten Insolvenz) "RESET PRODUCTIONS". Ich bin noch mit nem blauen Auge davongekommen, weil ich mich irgendwann geweigert habe, weiter aufzutreten, wenn mein Geld nicht kommt. Dann haben sie mich "freigestellt" und einfach ersetzt. Das ausstehende Geld bekam ich dann glücklicherweise über den Anwalt. Trotz allem haben viele Kollegen von mir im nächsten Jahr die Tournee entgegen besseren Wissens wieder mitgemacht und sind auch auf Gagen in tausender Höhe sitzengeblieben.“

 

2. Wacken Open Air - ICS Festival Service GmbH,  Dörpstedt  D

Geschäftsführer: Thomas Jensen & Holger Hübner

"Ein Bekannter von mir spielt in einer Band, die dieses Jahr auch in Wacken auftreten wird. Auf meine Frage (ist ja ein großer Veranstalter) was der Veranstalter dafür bezahlt, bekomme ich die Antwort: „Gar nichts. Keine Unterkunft, keine Gage, nur ein wenig Fahrgeld.“ Für ihn ist es eine Ehre, dort spielen zu dürfen... und offensichtlich gibt es genug Bands, die auf solchen Festivals für die Ehre spielen, immer in der Hoffnung, dass durch CD Verkauf und GEMA wenigstens etwas reinkommt. Und das alles trotz eines Besucherticketpreises von 120,-€ und über 80.000 Besuchern... Mal gespannt, ob die Bands demnächst dafür zahlen müssen, wenn sie dort spielen wollen!"

 

3. Salzburger Festspiele,  Salzburg   A

Intendant und Künstlerischer Leiter: Alexander Pereira

"Auch in der 'Oberliga' geht es nicht viel anders zu. Die Salzburger Festspiele zahlen seit Alexander Pereira keine Probenpauschale mehr, sondern nur die Abendvorstellungen. Die Öffentliche Generalprobe (mit teuer verkauften Karten) gilt übrigens nicht als 'Vorstellung', sondern als 'Probe' und wird somit nicht vergütet. Hotelkosten werden keine übernommen, es gibt eine kleine Reisekostenpauschale. Wenn ich also nach den 6 Wochen Proben krank bin und keine einzige Vorstellung singen kann, gibt es nicht nur keine Gage, sondern ein dickes Minus zu verbuchen. Aber wer will nicht bei den Salzburger Festspielen dabei sein 'dürfen'? So akzeptiert man halt diesen Vertrag.“

 

4. Domkirche St. Stephan,  Wien   A

Kirchenmeister (Finanz- und Verwaltungsdirektion): Mag. Tamas Steigerwald

"Lieber Herr N.,

wie gerade telefonisch besprochen, machen wir am 6. Juli im und für den Dom das Verdi Requiem und ich bin gerade am zusammentragen der letzten Details:

Spesenersatz EUR 300,00. GP am Vormittag des Konzerttages, ab 9:30 im Dom. Zwei Freikarten.

Wir würden uns freuen, wenn es wieder klappte, und senden beste Grüße ..."

Es folgte eine Email mit der Frage, ob die Gage verhandelbar sei. Die Antwort lautete, dass dem nicht so sei, da das Konzert ja zu Gunsten des Domes stattfinden würde und Geld dafür übrig bleiben solle. Die Fahrtkosten könnten aber erstattet werden und ein "Stückchen Himmel sei auch sicher".

 

5. Veranstaltungs- und Festspiel Ges.m.b.H., Gmunden   A

Intendantin und Künstlerische Leiterin: Jutta Skokan

"Ich habe mich für ein groß akquiriertes Vorsingen für 'Cosi fan tutte' des Stadttheater Gmunden gemeldet und folgende Antwort bekommen:

'Vielen Dank für Ihr Interesse und für Ihre Anmeldung zum Vorsingen am 13. Juni. Wir werden die Einteilung der Kandidaten am kommenden Mittwoch per Email ausschicken. Bei diesem Projekt handelt es sich um eine halbszenischen Produktion. Das TU-Orchester ist ein sehr gutes Amateur-Orchester, das in Wien sehr bekannt ist und schon große Projekte realisiert hat wie z.B. Konzerte im Musikverein, im Auditorio Nacional (Madrid), etc... . Erfahrung zu sammeln, mit einem Orchester aufzutreten und sein Können bei den Gmundner Festwochen zu zeigen, das ist das Ziel dieser Produktion. Es ist uns leider nicht möglich, eine Gage für die SängerInnen zu bieten. Wir werden uns jedoch bemühen, eine DVD der Vorstellung zu produzieren und diese für die Solisten bereitzustellen. Wir hoffen, mit Ihnen beim Vorsingen rechnen zu dürfen und freuen uns auf eine Zusammenarbeit. Mit musikalischen Grüßen' "

 

6. Kultusministerium Sachsen-Anhalt, Magdeburg   D

Kultusminister: Stephan Dorgerloh

Die durch Reduzierung der Landeszuschüsse erzwungene Verkleinerung der Theater- und Orchesterlandschaft von Sachsen-Anhalt regt die Menschen auf: „Das ist wüstes Rumgeholze ohne jeglichen Sinn und Verstand. Der Generalintendant des Anhaltischen Theaters Dessau, André Bücker, ist nicht bereit, die Kürzungen der Landeszuschüsse zu akzeptieren. Damit knalle das Land Sachsen-Anhalt, das sich als Kulturland bezeichne, besagte Kultur in den Orkus.“

 

7. Festival La Perla AG, Pfäffikon/ZH   CH

Geschäftsleitung: Georges Bernhard Egloff

"Skandal um AIDA Pfäffikon... Der Zynismus der Veranstalter kennt keine Grenzen: In den definitiven Musikerverträgen für Aida wird ein Bruttolohn angeboten, der noch 30% tiefer als das vormalige Dumpingangebot liegt! 3-stündige Probe CHF 56.- brutto, 3-stündige Vorstellung CHF 91.- brutto. Die Begründung: Es handle sich um ein Ausbildungsprojekt und es sei nicht mehr Geld vorhanden. Beides stimmt nicht.

Die geplanten Ausgaben für 78 Orchestermusikerinnen und -musiker betragen gerade mal 4.3% des Gesamtbudgets der Produktion in Höhe von CHF 3.5 Mio. Berechnungen des SMV zeigen, dass bei gutem Wetter und guter Auslastung wesentlich höhere Einnahmen als budgetiert erwartet werden können. Die Musikerinnen und Musiker, die zumeist über einen Masterabschluss einer Hochschule verfügen, sollen aber nicht daran beteiligt werden, im Gegenteil: Sie sollen den Veranstaltern auch noch das Schlechtwetterrisiko abnehmen. Eine derart respektlose Trinkgeld-Mentalität den Orchestermitgliedern gegenüber ist inakzeptabel und darf auf keinen Fall durch Steuergelder des Kantons Zürich gefördert werden! ..."

 

8. Herwald Artists, Karlsruhe   D

Inhaber: Thomas Herwald

Nächstes Vorsingen: … Nach dem Vorsingen werden die Mitarbeiter der Agentur entscheiden, ob die Möglichkeit einer geschäftlichen Zusammenarbeit besteht. Bitte erkundigen Sie sich per Mail nach dem Ergebnis.

Die anteiligen Kosten für Raumnutzung, Energieverbrauch und Reinigung von 45 Euro sind vor dem Vorsingen in bar gegen Quittung und Teilnahmebestätigung zu entrichten. Separat mit dem Klavierbegleiter ist das Honorar für seine Leistung abzurechnen (ca. 15 Euro). Diese Kosten können von Ihnen wie auch Ihre Auslagen für Anreise, Hotel etc. als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.

Wir freuen uns auf das Vorsingen mit Ihnen.“

 

9. Theater Konradhaus, Koblenz   D

Intendantin und Gründerin: Ingrid Sehorsch

Wir, das Konradhaus sind ein kleines privates Theater mit schöner Atmosphäre. Unser Saal fasst 99 Sitzplätze. Kurzfristig gesucht werden Schauspielerinnen, die aus Griechenland, Italien und Osteuropa kommen. Es können auch gerne Schauspielerinnen aus Deutschland sein, mit oben genannter Herkunft. Die Bewerberinnen müssen Deutsch beherrschen, gerne mit Akzent aus den oben genannten Ländern, sowie gut singen können, gerne mit Gesangsausbildung.

Probenpauschale: 50,00 EUR. Jede gespielte Veranstaltung: 20,00 EUR.“

 

Das Copyright für diese Vorschläge und Texte liegt bei ART BUT FAIR

 

  

 

RINGFLATION

Ein überfälliges Essay von Peter Bilsing 

6.10.2013

Wahn, überall Wagnerwahn... 

Gut nun - Richard Wagners RING DES NIBELUNGEN ist mit rund 16 Stunden das längste Opernwerk aller Zeiten. Daß der Meister es auf vier Tage verteilt hat, tut den Sitzschmerzen keinen Abbruch, denn die 2,5 Stunden "Rheingold" des ersten Tages laufen ohne Pause ab und die weiteren Stücke (Walküre, Siegfried & Götterdämmerung) haben zwar zwei Pausen, aber sind praktisch in jedem der drei Akte schon italienische Abendfülle; weswegen alle Musiker für diese Opern auch gleich zwei sogenannte "Dienste" bezahlt bekommen.

Wagner ist der Erfinder des Orchestergrabens

Dieses Monsterwerk sollte eigentlich nur in Bayreuth aufgeführt werden, dem großen Meister RW war schon klar, daß sein geradezu gigantisch besetztes Orchester jede noch so gute Stimme übertünchen würde - weshalb er den Orchestergraben besonders tief (er geht weit unter die Bühne, wie eine richtige Wurmhöhle) gestalten ließ. Vorne schuf er eine große Schall-Blende am Übergang zum Zuschauerraum; so daß die Musik, also der Schall nur indirekt ins Publikum gelangten.

Echter Wagnerklang geht nur in Bayreuth

Einzig da, und nur da - gemeint ist das Bayreuther Festspielhaus - können also seine Werke in der richtigen Abstimmung zwischen Orchesterlautstärke und gesanglicher Verständlichkeit korrekt realisiert werden. Warum man solche Blenden, als demontierbares Mobiliar, nicht auch bei anderen Opernhäusern einbaut, ist mir ein absolutes Rätsel.

Wagnersche Walküre

Das führte vor allem im späten letzten Jahrhundert zu Monsterstimmen von Künstlern mit teilweise monströsen Körpermaßen; von den Altar-Wagnerianer in Salzburg, Wien, der Scala, an der MET und sonst wo solange bejubelt, bis ihre Stimmen ruiniert waren. Zu den ganz unrühmlichen Ruinator-Legenden gehörte (Pars pro Toto) der "große" Herbert von Karajan - eines von seinen vielen Opfer die einstmals fabelhafte Rheinopern-Ikone Ursula Schröder Feinen. Sie beendete ihre Kariere in einer Bratwurstbude am Kölschen Rhein.

Musiktheater

Heute, im Zeitalter des zurecht so betitelten "Musiktheater", wird im Orchestergraben nicht mehr so stimmtotschlägerisch herumgeholzt, sondern man bemüht sich (was zugegebener Maßen bei Wagner sehr schwer, aber umsetzbar ist) um ein ausgeglichenes Klangbild und um Textverständlichkeit. Übertitel des deutsch gesungenen Textes in Deutsch sind heuer keine Seltenheit mehr, muten aber dennoch irgendwie an, als wären sie von Loriot erfunden worden.

Ringflation

Der RING blieb also, zumindest bis zur Jahrhundertwende (mit Ausnahmen), nur größeren Häusern vorbehalten. Und das war gut so! Das 21. Jahrhundert gerierte langsam und zunehmend zum Opernzeitalter der "Ringflation" - jede mittlere Pommes-Bude, jedes noch so kleine Provinz- und Reisetheater setzte Ritchies RING aufs Programm. Da wollte keine hinter dem anderen zurückstehen.

"Heh - wir haben auch ein Recht auf den RING!" erscholl es aller Orten. Und all die lokalen Kritiker berichteten von berückenden Produktionen auf internationalem Niveau (!) in Quadratquietschendorf, Oberuntertürkheim am Walde, Kleinbonnum oder Hinterfuzzingen an der Leier.

Kleinkarierte Kritik, daß ihr Haus nur maximal der Hälfte der von Wagner geforderten Musikern Platz im Orchestergraben böte, zeigte man forsch die Kämpfer-Stirn und präsentierte reduzierte Orchester-Fassungen z.B. von Lessing und Co. - oder man sourcte ganze Orchestergruppen aus und spielte sie per Lautsprecher ein, was beim durchschnittlichen Alterslevel der Besucher "teutscher" Opernhäuser von rund 60 Jahren, dann ohnehin kaum jemandem auffiel oder störte.

Heute gibt es ganz kleine Microports

Oder fiel Ihnen, verehrte weltgebildete und weitreisende Leser & Opernfreunde, jemals auf, daß in gut der Hälfte aller Weltklassehäuser heute die Sänger schon regelmäßig elektronisch verstärkt werden? Kein Scherz! Technisch ist das im Zeitalter, wo man TV-Kameras oder Mikrophone schon im quasi hohlen Zahn verstecken kann, ein Kinderspiel. Man braucht nur einen exzellenten Toningenieur - den man dann allerdings auch mit einem Unkündbarkeitsvertrag ausrüsten sollte. Seien Sie versichert, daß ich mindestens zwei dieser Leute persönlich kenne :-).

Zurück vom RING

Jetzt sprechen Sie mir bitte zehnmal nach: "Wagners RING ist nicht für kleine und mittlere Häuser komponiert worden!" schreiben es nun bitte 100 Mal hintereinander auf und verschicken es an alle Dirigenten, Intendanten und Sänger, die sie kennen oder von denen Sie wenigstens eine Adresse haben. Oder befragen Sie bei der nächsten Opernpremiere mal die Dame am Pressetisch oder ihren Apotheker. Es liegt an ihnen!

Wegschließen!

Wenn ich etwas zu sagen hätte, würden die Ring-Noten für die nächsten zehn Jahre gesperrt. Danach würde dieser RING DES NIBELUNGEN mal wieder, wie früher (Ja - ich bin Nostalgiker, nicht alles war schlecht früher ;-) zu einer Ausnahmeveranstaltung im Mittelmaß des allgemeinen immer noch viel zu hoch subventionierten Operntreibens in Deutschland. Wir würden wieder (hoffentlich!) das auch zu sehen bekommen, was sich in der Musik Wagners ausdrückt, nämlich irgendwie und irgendwo hehre Geschichten, Träume, Fabeln, Mythen oder Märchen von Göttern & Menschen - muß ja nicht gleich ein "Siegfried" im Bärenfell sein.

Magie und Zauber statt Müll

 Und im Zeitalter der ausgefeilt technisch-optischen Magien und Wunderbilder (gehen Sie mal in den wunderbaren Fantasy-Film "Thor" oder bestellen sich den schönsten und phantasiereichsten Märchenfilm aller Zeiten "Der Sternwanderer"), dann wissen Sie, was ich meine. Wovon der sehr erfinderische Wagner nur träumte, in der szenischen Realisation seiner Opern, das ist heute Realität und machbar. Unsere Opernhäuser geben Unsummen aus für Produktionen, die aussehen als wären sie vom Sperrmüll ausstaffiert und mit Dritte-Welt-Kleidung aus Containern oder restaurierter Nachkriegsware ausgestattet - aber ich habe noch in keiner Produktion gelesen, daß hier je ein Illusionist oder Magier für tolle Zaubereien beschäftigt wurde. Stattdessen dominiert der Brechtsche Vorhang oder der Koskysche Umzugskarton viele Bretter, die einst die Welt bedeuteten.

Nie wieder im Pissoir

Ich frage mich und muß sagen, daß es mich regelrecht anwidert, daß bald alle RING-Szenarien der letzten Jahrzehnte (von der Kritik hochgejubelt) nur noch auf schäbig verdreckten Pissoirs, in schmuddeligen Bordellen, auf Spießers Sofa, in verschmierten Harz-4 Wohnanlagen, Irrenanstalten, im Sperrmüll Asozialer oder direkt auf der städtischen Müllhalde spielen. Und als Krönung pisst Siegfried bei der Schwertschmelze (München), falls überhaupt vorhanden, noch auf die Glut.

Viele Regisseure, die Wagner inszenieren hassen ihn. Einziges Ziel ist die Provokation, das Niedermachen und die Publikumsverärgerung. Nun war der alte Richard sicherlich auch kein angenehmer Mensch - aber warum müssen Regisseure ihren Weltschmerz, Volkshass, ihre kommunistisch geprägtes Weltbild und ihr Weltverbesserertum nun immer nur und so höchst destruktiv schmutzig und illusionslos an Richard Wagner auslassen.

Wagner war übler Rassist

Natürlich hat er neben diesen tollen, berauschenden Opern auch recht hirnrissige, übelst denunziatorische und rassistisch demagogische Texte verfasst - er war ein mieser Judenhasser par Excellence; wie viele seiner Zeitgenossen; menschlich - würden wir heute sagen -  ein echtes Ar......h

Aber weder trägt er die Verantwortung für den Holocaust, noch den Vietnamkrieg, die Ausrottung der Indianer, der Inkas oder der Millionen stalinistischer GULAG-Opfer. Wagner ist auch nicht Schuld an der Verödung unserer Städte, der Verblödung der Menschen, der zwei-Klassengesellschaft, den Bankenskandalen, ertrinkenden Boat-Pepole, Mafiamorden oder dem (gottbefohlenen?) Kindsmißbrauch durch Priester. Doch eines hat er erkannt: Es geht im RING um das Übel auch der Menschheit heutiger Tage: DIE GIER. Die Götter gingen immerhin daran zugrunde....

Bayreuth aktuell

Dann lobe ich mir schon wenigstens den Blödsinns-Ring im diesjährigen Bayreuth - zwar haben die durchaus passablen Bühnenbilder nicht das Geringste mit dem Libretto zu tun, aber sie störten auch nicht, waren immerhin ästhetisch, schön professionell gefertigt und bunt anzusehen.

Erinnerten mich an den moderner Realismus eines Hopper oder Bellows. Aber jetzt mal Hand aufs Herz, liebe Leute, was erwarte der Opernfreund von einem Regisseur, der nicht die geringste Ahnung vom Fach Opernregie hat - der also davon so viel versteht, wie die sprichwörtliche Kuh vom Segelfliegen.

Wer zahlt für solch einen Unsinn soviel Geld ?

"Wahn! Wahn! Überall Wahn! Wohin ich forschend blick in Stadt- und Weltchronik, den Grund mir aufzufinden, warum gar bis aufs Blut die Leut sich quälen und schinden in unnütz toller Wut?"

(Monolog des Sachs aus den "Meistersingern")

 

*Dank an meinen lieben Freund Peter Klier für die Karikaturen (c) Wagnerlaweia

 

 

 

Karten für Generalproben in Bayreuth

Leichter aus dem Knast zu bekommen?

28.8.13

Wie kommt man zu Karten für Generalproben in Bayreuth? Das wissen nur Eingeweihte – und die nehmen ihr Wissen mit in das Grab. Doch halt, es kann auch einer zu drei Jahren Haft verurteilten Betrügerin gelingen. Die Dame bekam ganz offiziell Hafturlaub und stolzierte an einigen ihrer “Opfer” vorbei in die heiligen Hallen. Das ärgerte diese natürlich (die Opfer, nicht die Hallen) - und der “Nordbayerische Kurier” machte daraus eine Story!

Freunde, seid nicht neidisch. Bei dem, was man dieses Jahr in Bayreuth vorgesetzt bekam, könnte man den Besuch etwa der “Tannhäuser”-Generalprobe auch als Strafverschärfung auslegen! Und just mit diesem “Tannhäuser” beginnen die Festspiele 2014. Ist den Bayreuthern noch zu helfen?

 

 

 

Anton Cupak (Hrg. MERKER-online)

 

 

Kultur mit Aussicht?

21.08.13 

Die Kultur des Bergischen Landes, zumal seiner Metropole Wuppertal ist seit einiger Zeit in heftiger Bewegung. Es durchaus nicht immer erfreulich, was da geschieht, doch zeigen junge Initiativen Positives, während Unerfreuliches ein schlechtes Licht auf die Kulturpolitik wirft. Gestatten Sie mir ein paar Streiflichter zum Gesprächsstoff der letzten Wochen aus ganz persönlicher Sicht.

Beginnen wir mit einem Ende: Man solle wenn es am schönsten sei gehen, empfiehlt der Volksmund. Die Galerie „epikur“, unter der Leitung von HP Nacke für mehr als drei Jahrzehnte ein integraler Bestandteil nicht nur der Wuppertaler Gesellschaft, offen auch für experimentelles Theater, Musik und exzellente Gesprächsrunden, hat ihre Tätigkeit eingestellt. Die Kunstwelt weit über den Bergischen Raum hinweg hat von dort aus Energie bezogen, die fortwirken wird. Nach glanzvollen Jahren an der Friedrich-Engels-Allee und zuletzt dem eleganten Quartier an der Friedrich-Ebert-Straße zog Hans-Peter Nacke mit einer artigen Verbeugung den Schlußstrich.

Nicht fortwirken wird das Wuppertaler Schauspiel in seinem einzigartigen, von Gerhard Graubner 1964-66 erbauten und als Baudenkmal geschützten Haus. Das steht wie sein in den letzten Jahren dramatisch geschrumpftes Ensemble zur Disposition. Einst von Intendanten wie Arno Wüstenhöfer und Holk Freytag, zuletzt Christian von Treskow zu Bühnenglanz geführt, bekommen in seinen Mauern jetzt Moos und Schimmel, dann vielleicht die Abrißbirne das Sagen. Eine „Kleine Spielstätte“ wird mit noch weniger Personal euphemistisch als untaugliches Trostpflaster angeboten. Die Pfiffe bei der letzten Vorstellung an der Bundesallee kamen viel zu spät - und richteten sich gegen den Falschen: den vorgeschickten Kulturdezernenten Matthias Nocke. Der kann nun wirklich am wenigsten dafür.

Bestand wird auch das Wuppertaler Opernensemble nicht haben, dessen künftiger Intendant Toshiyuki Kamioka, in Personalunion auch Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Sinfonieorchesters Wuppertal, zugleich GMD des Saarländischen Staatstheaters und Professor für Dirigieren an der Musikhochschule Saarbrücken, zur Übernahme seines Amtes erst einmal alle Verträge gekündigt hat. Was die Sache besonders ärgerlich macht: über Gastspielverträge dürfen die Gefeuerten wieder in Wuppertal singen. Eine perfide künstlerische Variante der Zeitarbeit. Perfekt für den Etat des Kämmerers. Man merkt wie beim Schauspiel die Absicht - und man ist verstimmt.

Angenehmeres aus der Musikwelt hört man aus Remscheid-Solingen. Das gemeinsame Orchester „Bergische Symphoniker“ der beiden Städte ist vorläufig gerettet. Es wäre auch ein Jammer um diesen schönen Klangkörper unter seinem eloquenten Leiter Peter Kuhn gewesen. Und daß die Kultur durch junge Initiativen in der Galerienszene, Oliver Bricks „Kontakthof“ in der Elberfelder Genügsamkeitsstraße, durch hervorragende Bühnen wie das TiC-Theater in Cronenberg und das TalTonTheater in der Wiesenstraße sowie durch Reintraut Schmidt-Wiens Förderarbeit im Lenneper Rotationstheater höchst lebendige Impulse bekommt, gehört auch zu den erfreulichen Nachrichten. Da kann man über den Streit um des Kaisers gezwirbelten Bart am Elberfelder Rathaus (die Agnes-Miegel-Straße gibt es übrigens noch immer) nur schmunzeln.

Hat das kulturelle Leben unsrer Region Aussichten? Aber gewiß!

 

Ihr

Frank Becker

  

Dieser Kommentar ist in geringfügig anderer Form auch als Editorial in der aktuellen Ausgabe der Kulturzeitschrift „Die Beste Zeit“ (Nr. 22) zu lesen: www.diebestezeit.net
 

 

 

 

 

Ein Schiff kann nur in eine Richtung segeln.

Toshiyuki Kamioka und das Saarländische Staatsorchester

15.08.13 

Toshiyuki Kamioka - Foto © Frank Becker

 

Vor gut einem Jahr erlebte das Saarländische Staatsorchester Saarbrücken den 100. Jahrestag seines Bestehens. Sein damaliger und derzeitiger GMD Toshiyuki Kamioka, zugleich Chefdirigent des Sinfonieorchesters Wuppertal und designierter Opernintendant daselbst, sagte anläßlich dieses Jubiläums über das Saarbrücker Orchester: „Ich möchte einen Klang erreichen, den es nur hier gibt. Etwas, das nur wir haben. Und wenn man das hören will, muß man nach Saarbrücken kommen.“

Muß da nicht sein Wuppertaler Orchester und müssen da nicht seine Fans und seine Wuppertaler Musikgemeinde samt politischer Führung, zumal vor dem Hintergrund des schwelenden Kulturstreits in der Bergischen Stadt, ziemlich eifersüchtig, wenn nicht gar ordentlich vergrätzt sein?

Ein Schiff kann nur in eine Richtung segeln.

Frank Becker

 

 

 

PEINLICHE POSSE

Essen: Stefan Soltesz geht nach 16 Jahren weg. Das Orchester verweigert ihm die Ehrendirigentschaft

23.7.13

Dazu schreibt Anton Cupak

(Hrg. von Europas meistgelesener Opernhomepage)

An allem sind die Politiker nicht schuld. Stefan Soltesz hat das Aalto-Musiktheater Essen mitten in die Spitze deutscher Opernhäuser geführt – und wird nun nach 16 Jahren abgelöst. Dieser Schritt muss Kulturpolitikern zugestanden werden, zumal damit auch eine Änderung der Programmation verbunden ist. So weit, so verständlich. Absolut unverständlich ist jedoch, dass das Orchester den “Titel ohne Mittel” Ehrendirigent für den langjährigen Chef verhindert. “PeBi” schreibt in unserem Forum: “Das Orchester verweigert ihm in unseliger Kadaver-Allianz mit der Politik der Ignoranten den eigentlich selbstverständlichen und mehr als verdienten Titel “Ehrendirigent” und liefert so noch eine Abschiedsposse, wie sie peinlicher und provinzieller kaum sein kann…”

Dass das eine peinliche Posse ist, meine auch ich, der ich die Situation in Essen überhaupt nicht kenne. In Wien bekommt man so eine “Pletschn” ungefragter umgehängt, meist von Politikern, die froh sind, dass der Geehrte aus ihrem Blickfeld verschwindet. Und da Politiker in Essen und Wien von der Mentalität her nicht grundverschieden sein dürften, glaube ich nicht, dass die Politiker hinter ver Verweigerung stehen. Offenbar hat sich der nicht immer pflegeleichte Generalmusikdirektor im Orchester selbst einflussreiche Feinde gemacht. Dass diese im Augenblick des Abgangs die großartigen Momente, die sie mit Stefan Soltesz erleben durften, vergessen haben und sich nur an Konflikte erinnerten, ist der eigentliche Skandal und kleingeistig.

Online-Merker”-Rezensent Christoph Zimmermann schreibt in seiner Kritik über die “Abschiedsvorstellung “Die Frau ohne Schatten”: Die Arbeit von Stefan Soltesz in Essen erfreute sich nicht nur extremer Publikumsgunst (auch von Zugereisten), sondern schlug sich auch in Höchstbewertungen durch die Presse nieder. Immer wieder erhielten Aufführungen, Sänger, die Essener Philharmoniker und nicht zuletzt Soltesz selber „Best“-Noten. Solche Qualitätsspitze konnte freilich nur durch harte Arbeit erreicht werden, was naturgemäß nicht immer in einer entspannten Probenatmosphäre vonstattenging. Soltesz weiß selber um sein mitunter etwas cholerisches Temperament: „Um es mit dem großen George Szell zusagen: Du kannst kein guter Dirigent sein und zugleich ein netter Kerl.“ Nun denn, das ist ein weites Feld. Relevant für den Musikfreund ist letztlich die künstlerische Leistung, und die war in all den Soltesz-Jahren durchwegs exemplarisch (wobei die Konzertauftritte in der dem Aalto benachbarten Philharmonie an dieser Stelle nicht einmal beleuchtet werden konnten).

Anton Cupak (Merker-online / Wien) unten rechts

 

P.S. Hier zusammen mit dem Herausgeber PB bei der Vorbereitung ihrer Rollen SIEGFRIED (Wanderer/Mime) für Bayreuth 2014 als Coverbesetzung.

 

 

Satz des Tages (21.7.13)

AGGRESSIVES BUHRUFEN IN BAYREUTH

Von aggressiven Buhrufen habe ich Bayreuth noch nicht viel bemerkt, eher von “organisiertem Parteitagsklatschen” und frenetischem Jubel nach jeder bestenfalls durchschittlichen Aufführung. Wenn das Publikum schon so lange auf Karten warten muss, will es sich das Erlebte zumindest schönjubeln!

Anton Cupak (Hrg. MERKER-online)

         

                                   

WENIGER KOREANER! 

fordert der Rechnungshof in Karlsruhe

Das Land Baden-Württemberg unterhält fünf Konservatorien mit einem jährlichen Budget von zusammen 55 Mio Euro (Quelle: SWR). Musikausbildung ist notorisch teuer. Grund genug, mal genau hinzuschauen, ob man da etwas sparen kann, was nun der Landesrechnungshof getan hat. Da müsste man doch etwas abschneiden können in Baden-Württemberg, Regierung: Rotgrün. Wie hat diese denn überhaupt das reiche Land Baden-Württemberg, das „Ländle“, die deutsche Musterschweiz, so schnell in Armutsgefahr gebracht?

Zunächst: wo sie recht haben, haben sie recht. Die Ausbildungskapazitäten sind höher als der Nachwuchsbedarf. Das ist eine Binsenweisheit (die übrigens auf die Ausbildung von „Politologen“ in Dimensionen höherer Anzahl zutrifft. Aber die Politologen-Ausbildung gehört eben zu den besonders günstigen pro Kopf, da kann man schnell viele Studienplätze vorweisen, und als Lehrmaterial reichen die Bildzeitung und einige Umfragen aus.) Also ran an die Musiker! Damit nicht so viele diplomierte Sänger und Instrumentalsolisten später Taxi fahren müssen, würde es ausreichen, die untalentierten Studenten früher auszusortieren; dann braucht man tatsächlich weniger Kapazität. Auch das ist eine Binsenweisheit, aber zu ihrer Implementierung gehört Mut.

Nun aber kommt’s noch viel konkreter vom Rechnungshof. Bis über die Hälfte der Studierenden seien Ausländer, die anders als in ihren Heimatländern in Deutschland keine Studiengebühren bezahlen müssen und sich daher „bei uns“ einschreiben. Da solle die Regierung doch bitte schön Studiengebühren (Regierung: Rotgrün!) verlangen, und zwar bis zu 1000 EUR pro Semester! Aber halt, das geht doch gar nicht, zumindest nicht für EU-Bürger, die dürfen im Vergleich zu den Deutschen nicht diskriminiert werden. Also Diskriminierung nur für Nicht-EU-Bürger, z. B. die Koreaner, die tatsächlich in Scharen bienenfleißig, jedenfalls im Schnitt fleißiger als ihre deutschen Kollegen, ihre Studien an den deutschen Konservatorien durchführen, manchmal hier fortsetzen und beenden, weil sie in Deutschland besserer Berufschancen sehen. Auch das kann man natürlich ändern, denn in die deutsche Theater- und Orchesterlandschaft wird ja viel zu viel Geld versenkt - wozu gibt es denn Fußball im Fernsehen? Das sieht auch der Frankfurter OB Feldmann so: nicht mehr so viel Geld für den elitären Kulturbetrieb! Leute geht doch ins Kino und schaut Euch die Übertragung der Hochglanzproduktionen von de Metropolitan Opera an, "Popcorn"-Kultur inbegriffen (Originalton Bernd Loebe, Intendant der Frankfurter Oper)

Aber man ist ja nicht blöd. Daher der Geheimtipp des Opernfreunds an die koreanischen Freunde: beantragen Sie politisches Asyl; dann haben Sie sofort die Grünen an Ihrer Seite, keiner kann Sie mehr diskriminieren, die Wohnung, Heizung und Lebensunterhalt werden bezahlt, Studiengebühren kommen nicht mehr in Betracht. Ein Asylgrund findet sich immer! Noch einfacher für die chinesischen Freunde.

Geheimtipp des Opernfreunds an den Landesrechnungshof: Rechnen Sie nicht nur mit ihrem Klapprechner, sondern schalten Sie zusätzlich das Gehirn ein und versuchen Sie mal die folgende Rechnung nachzuvollsziehen.

Wie viele von den ausländischen Studenten bleiben nachhaltig in Deutschland? Das sollte erhoben werden. Denn was hat die deutsche Steuerzahlergemeinde bei Bund, Land und Kommunen bei denen schon alles gespart: das Elterngeld (zwölf Monate mal 1500 EUR, macht 18.000 EUR), 25 Jahre Kindergeld (55.000 EUR), die Kita-Kosten bzw. in Zukunft die Herdprämie; dazu natürlich die Schulkosten: das allein sind dreizehn Jahre lang je 15.000 EUR (macht zusammen 195.000 EUR). Diese ganzen Ersparnisse will man wegen insgesamt vielleicht 10.000 EUR Studiengebühren aufgeben! Und wir haben dann diesen freundlichen, hochqualifizierten Zuzug nicht mehr und werden dafür von woanders mit etwas anderem bedient. Mit einer einfachen Dreisatzrechnung lässt sich bei Erhebung des Anteils der in Deutschland dauerhaft verbleibenden zukünftigen Steuerzahler ganz einfach der wirtschaftliche Nutzen errechnen, den Deutschland durch den Zuzug wegen Gebührenfreiheit der Konservatorien für alle erwirtschaftet.

Natürlich ist es noch wirtschaftlicher, den völlig fertig und hochwertig ausgebildeten Nachwuchs aus den GUS-Staaten, vor allem Russland, hier anzuwerben, nachdem deren Heimatländer nicht nur die Aufzucht, sondern auch noch die Ausbildung voll bezahlt haben.

Vielleicht sind die Gedanken bei Grün aber auch von weiter führender strategischer Natur: denn von dieser interessierten Seite werden ja laufend auf Landes- und Kommunalebene die Subventionen für den Konzert- und Theaterbetrieb in Frage gestellt. Mit Claudia Roth wird uns ja (gegen einen kleinen jährlichen Zwangsbeitrag von 215,76 EUR pro Haushalt) täglich eine fähige Schauspielerin im Fernsehen vorgeführt, so bunt wie von einer Kostümbildnerin in einer konventionellen Theaterinszenierung hergerichtet. Wenn man nur endlich an die Theater, Opernhäuser und Orchester mal richtig die Hand anlegen würde, hätte man tatsächlich auch genügend Argumente, die Konservatorien ganz abzuschaffen. Dann bräuchten wir keine Koreaner mehr zu fürchten. Die treten ja auch nicht in die grüne Partei ein. Die CDs, die uns die Grünen (in Bonn) anstelle von wirklichen Opern und  Konzerten schon empfohlen werden, können dann gleich in Korea produziert werden. Schüttet doch 400 Jahre Musiktradition einfach in den Rhein<, ds brsuvht msn nicvht einmal eine biologische Kläranlage.

Lauter Vorteile!

Manfred Langer, 20.07.2013

 

 

ZENSUR IM JAHR 2013

Eine Niederlage für die Kulturfreiheit

Umstrittener TANNHÄUSER an der Rheinoper abgesetzt

Der Intendant der Rheinoper, Christoph Meyer, hat sich dem Druck der Straße und der Pressure Groups gebeugt. Er hat den Gegenwind nicht ertragen und so war ihm das Hemd näher als der Rock. Wahrscheinlich hat ihn der Bürgermeister von Klein Paris (gemeint ist Düsseldorf) sogar mit Entlassung gedroht? Nichts Genaues weiß man nicht… Aber interne Informationen aus der Rheinoper lassen dem kritischen Berichterstatter die Haare zu Berge stehen. Die meisten Schreihälse haben nicht eine Sekunde dieser Inszenierung überhaupt gesehen.

Immerhin kam der Wind aus geradezu unglaublichen antipodischen Richtungen, um einmal ganz plakativ und provozierend zwei markante Gruppen aus dem großen Heer der Protestschreier zu erwähnen:

Jüdische Verbände & Nazis sind  im Kampf gegen diesen Tannhäuser unbewußt vereint gegen die Kulturfreiheit in Deutschland. Das ist nun ein wirklicher Skandal!

Den Pöbel der Straße und tonangebender Faschisten im Opernhaus ("Hängt den Regisseur auf! Verbrennen! Kopf ab! Arschloch..." pars pro toto!) viele mit Wagner-Goldmedaille, hat die größte Lokalzeitung RHEINISCHE POST durch Äußerungen in Statements ihres Chefkritikers Wolfram Goertz noch angeheizt, der unverhohlen die Einschränkung der Kulturfreiheit forderte. Dass die jüdische Gemeinde der Stadt Düsseldorf, ohne dass überhaupt jemand die Aufführung gesehen hatte, deren Absetzung forderte, ist unglaublich. Angeblich (!) hat sich sogar der israelische Botschafter bei der Rheinoper gemeldet...

Dann erfolgt eine hochnot-peinliche Pressemitteilung der Rheinoper:

„Mit allergrößter Betroffenheit reagieren wir jedoch darauf, dass einige Szenen, insbesondere die sehr realistisch dargestellte Erschießungsszene, für zahlreiche Besucher sowohl psychisch als auch physisch zu einer offenbar so starken Belastung geführt haben, dass diese Besucher sich im Anschluss in ärztliche Behandlung begeben mussten. Nach Abwägen aller Argumente sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir eine solch extreme Wirkung unserer künstlerischen Arbeit nicht verantworten können. Ein völlig unverändertes Weiterspielen dieser Produktion ist uns vor diesem Hintergrund nicht möglich.“

Wie bitte? Ja wie verlogen ist das denn?

Da weiß Intendanz, Opernleitung, Pressestelle und Dramaturgie ein Jahr lang, was sich da abspielen wird und nun entblödet man sich nicht zu erklären: „Au weiha, Schock schwere Not - da simma aber jetzt wirklich total schockiert! Ja aber…. das konnten wir doch nun überhaupt nicht voraussehen. Die armen Opernbesucher tun uns ja so leid; das wollten wir denen nun wirklich nicht antun. Ach wie schrecklich ist das. Das wollten wir doch alles gar nicht! Ehrlich, liebe Leute!“

Ich hoffe nur, dass ich nicht der Einzige bin, der nun sagt: Nicht der TANNHÄUSER ist der SKANDAL, sondern die Umstände seiner mehr als peinlichen Absetzung!

Absetzen sollte man hingegen solche Intendanten!

P.S.

Nicht daß ich mißverstanden werde. Nicht jeder Protestierer gegen diesen Tannhäuser ist ein Nazi - absolut nicht; aber die Stimmführer im Opernhaus gaben sich und ihre Geistehaltung für mich und andere unverhohlen zu erkennen. Es gibt sicherlich auch persönliche nachvollziehbare Gründe solch brutale Inszenierungen abzulehnen. Daher wäre eine Bringschuld und Verpflichtung der Oper gewesen auf die brutale Andersartigkeit dieser Inszenierung schon im Vorfeld hinzuweisen. 

Peter Bilsing                 

 

 

 

Neues aus der Dauerskandalstadt DUISBURG

Das Mercatorhallen-Chaos

NIX BRANDSCHUTZ!

Im Brandfall hätte es hunderte von Toten geben können

Nun ist es offiziell:

Die erst 2007 neu gebaute "neue Duisburger Mercator-Halle" - der mit 2000 Plätzen große Konzertsaal für die Duisburger Philharmoniker - muss wg. Brandschutzarbeiten bis "mindestens" (!) 2014 geschlossen bleiben. Fachleute hatten festgestellt, daß es praktisch gar keinen Brandschutz gab - unfassbare Mängel und Pfusch schon beim Bau. Um Himmels Willen was wäre bei einem Brand alles passiert? Reicht die Love-Parade nicht?

(c) Duisburg.de

Dieses Jahr "2014" erscheint selbst Berufsoptimisten fraglich. Offizielle Presse-Mitteilungen dieser Art entpuppen sich meist als dreiste Zweck-Lügen der Politik. (Siehe Alptraumphilharmonie Hamburg, Berliner Flughafen, Stuttgart 21 ... etc. pp) Ich gehe einmal davon aus, daß die nächsten 4-5 Jahre dort nichts mehr läuft.

Man fragt sich:

Wie viele kostbarer Steuer-Euros in Form von Bestechungsgeldern sind in die Bauabnahme geflossen? Oder waren hier absolute Dilettanten am Werk? Verbrecher gar? Die russische Bau-Mafia? Die Cosa Nostra aus Italien? Der "Pate"? Oder die Zuhältermafia?

Nein - es war der deutsche TÜV!

"Wir prüfen die Welt!" Besser wäre vielleicht: "Handlanger der Industrie" oder "Siegel der Unfähigkeit". Jeder Stempel dieses Technisch Überflüssige Vereins - allein 2012 füllte er mal wieder die Gazetten (Brustimplantate, Plakettenbetrügereien, Baufehlgutachten...etc) - sollte zukünftig aufmerken lassen > Hier stimmt was nicht!

Zurecht sorgen sich nun die fabelhaften Duisburger Orchestermusiker um ihren Abonnenten-Stamm; schon wieder scheint ihr Arbeitsplatz gefährdet. Übergangsmäßig spielen sie zurzeit im TaM (Theater am Marientor); einer Notspielstätte.

Wir erinnern uns:

Das Haus - mit wertvollen Steuergeldern gebaut und dann der Stella AG für ihr Pleite-Musical "Les Miserables" (1997-99) zur Verfügung gestellt - war danach jahrelang eine leerstehende Bauruine mit sagenhaften 1650 Plätzen.

Zwischenzeitlich wurde das Haus wenigstes sporadisch von Show- und Tourneeproduktionen bespielt. Wie viel Geld dabei in den defizitären Stadtsäckel gelangte, mit "Kulturevents" in Form überflüssiger Castingshows a la "Supertalent", "You can Dance", "Popstars" oder ähnlichem Müll privater Sendeanstalten, blieb geheim. Auch ein Abriss ist noch lange nicht vom Tisch. Ob die Duisburger Abonnenten in solches Ausweichquartier (mit noch dazu einer Katastrophenakustik) folgen, ist fraglich. Immerhin bietet die nahe Umgebung mit Essen, Krefeld oder Düsseldorf gute Alternativen und echte Konzertsäle mit Spitzenakustik.

Wo bleibt die Staatsanwaltschaft?

Ich höre nicht, daß die Staatsanwaltschaft hier gegen die Herren Bauplaner oder Endabnehmer bzw. TÜV-Verantwortliche tätig wird.

Was ist eigentlich in diesem Lande noch möglich?

Was wäre das für ein Mega-Katastrophe im Brandfall geworden?

Es ist wirklich zum Heulen...                                                   PB

                    

HELAU & ALAF

"Solle ma die rinnlosse oder läver russschmieße...?"

Vorgezogener Opern-Politkarneval in Köln, Bonn und Düsseldorf

In Köln hat man den Solo-Kämpfer Georg Quander praktisch schon in die Wüste geschickt. Sein Vertrag wurde nicht verlängert - so verlautet es aus Köln, weil man es leid war, daß der Kulturdezernent - quasi im Alleingang - seine Kollegen, wie es ein Kritiker-Kollege im Kölner StAz schrieb, immer wieder "am Nasenring durch die Arena zog". Recht so! Quander hat so gut wie alles vermasselt, was möglich war, kein Fettnäpfchen ausgelassen und die Stadt (mal wieder!) dem Hohn und Spott ganz Deutschlands ausgeliefert - und dies gänzlich außerhalb der Karnevalszeit. Statt größeren Schaden von Köln und seinen Bürgern abzuwenden, hat er seinen Amtseid gebrochen und Schaden geradezu potenziert.

Vom Tisch ist wohl auch das äußerst "großzügige" Angebot der Düsseldorfer Rheinoper bzw. des Düsseldorfer Rheinopern-Ballett-Chefs Martin Schläpfer, nämlich demnächst die Kölner Oper mit zu betanzen - für schlappe drei Millionen Euro. Angesichts der, außer bei Premieren, nicht gerade überfüllten Abo-Ballettabende in Düsseldorf und Duisburg, ein durchaus cleverer Schachzug. Aber so einseitig (und teuer!) hatten sich die Kölner eine wie auch immer geartete kulturelle Zusammenarbeit natürlich nicht vorgestellt. Man wollte ja Geld sparen und nicht mehr ausgeben...

Auch der erneute Vorstoß vom Bonner OB Jürgen Nimptsch eine Liaison mit der Oper Köln mittels eines teuren Gutachtens (!) prüfen zu lassen, hatte in den lokalen Fraktionen für helle Aufruhr gesorgt. CDU, Grüne und FDP reagierten umgehend mit einem Dringlichkeitsantrag und pfiffen den OB zurück. Na endlich! Wann schicken die Bonner Bürger diese Witzfigur von einem Politiker endlich in die Wüste? Auch die SPD sollte vielleicht überlegen, wie man angesichts der anstehenden Wahlen, größeren Schaden zukünftig von der Partei abwenden könnte.             Bil

 

 

Offener Brief des Bonner Intendanten KLAUS WEISE zu Opernfusionen

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Hampe, sehr geehrter Herr Langevoort, sehr geehrter Herr Harrison,

die von den Oberbürgermeistern der Städte Bonn und Köln angedachte Opernfusion bedeutet einen weiteren Kulturabbau im Rheinland. In Düsseldorf, Köln und Bonn leben zusammen zwei Millionen Menschen, alle drei Städte haben dazu große Einzugsgebiete. Der Kulturraum Rheinland braucht und verträgt drei Opernhäuser, wie die Auslastung aller drei Häuser mit weit über 80 % verdeutlicht. Jedes Haus ist für die Identität seiner Stadt unverzichtbar.

Ich fordere Sie auf, sich an einem weiteren Kulturabbau im Rheinland nicht zu beteiligen. Bonn als das kleinste der drei Theater hat in den letzten 10 Jahren 14 Millionen Euro per annum eingespart, weitere 3,5 Millionen Euro sind in den drei nächsten Jahren dem neuen Generalintendanten in den Vertrag geschrieben. Nicht die Kulturausgaben sind Ursache der Verschuldung der Städte. Unsere Gesellschaft braucht gerade in Zeiten großer Veränderungen auf dem Weg zu Europa Kultur, Bildung, Entwicklungsdenken und Herkunftswissen. Theater ist kein Luxusgut und keine freiwillige Leistung, sondern Aufgabe und Verpflichtung.

Mit freundlichen Grüßen

Klaus Weise

Generalintendant THEATER BONN

 

Die zehn Spitzenverdiener der USA

Michael Tilson Thomas  2,41 Millionen Dollar  San Franciso Symphony

James Levine   2,06 Millionen Dollar  Metropolitan Opera New York

James Levine   1,21 Millionen Dollar  Boston Symphony Orchestra

Alan Gilbert   1,56 Millionen Dollar  New York Philharmonic

Charles Dutoit   1,47 Millionen Dollar   Philadelphia Orchestra

James Conlon  ca. 1 Million Dollar  Los Angeles Opera

Gustavo Dudamel  ca. 1 Million Dollar   Los Angeles Philharmonic

Franz Welser-Möst   958 000 Dollar   Cleveland Orchestra

(Quelle: Los Angeles Times)

 

 

Weiterer Ärger für die Kölner Oper

Nun hat "man" (wer ist eigentlich "man"? Meine telefonischen Nachfragen bei politisch Verantwortlichen und Kölner Funktionsträgern wurden stets mit "wir sind dafür nicht zuständig!" beantwortet) den vermeintlichen Unruhe- stifter Uwe Eric Laufenberg, kaum hatte er der Kölner Oper wieder internationale Reputation verschafft, endgültig rausgeworfen - was die Wiesbadener natürlich sehr freut, denn da wird er demnächst freudig begrüßter Intendant - da droht und verlautet neuer Ärger, neuer Kölscher Klüngel: Die Kölner Oper soll offenbar nicht zur Ruhe kommen. Nachdem sich die Intendantin-auf-Übergangszeit (nämlich bisher nur für die Umbauperiode bis 2015 bestätigt) Birgit Meyer nach dem Rauswurf ihres Vorgängers stillschweigend mit Etatkürzungen und der Rückzahlung zurückliegender Schulden abgefunden hat, platzt eine neue Bombe. Kulturdezernent Georg Quander brüskiert die Oper und den Stadtrat mit dem einsamen Entschluss, die NRW-Finanzmittel aus dem so genannten „Theater-Pakt“ nicht mehr, wie bisher, auf Oper und Schauspiel aufzuteilen, sondern nur noch alleine dem Schauspielhaus zu zu kredenzen.

Wie verlautet: Ohne jede Absprache, also quasi im Alleingang. Wie ist so etwas überhaupt möglich? fragt sich der verdutzte Kritiker und auch tages-politisch interessierte Bürger. Skandal! rufen die politischen Fraktionen. Sauerei! die Kölner Opernfreunde. Kein Zwischenruf, noch eine Stellungnahme von der Intendantin Birgit Meyer. Möchte hier vielleicht jemand, dessen Traumblase von einer künftigen Intendanz der Kölner Oper zerplatzt scheint, das hehre Haus Oper gänzlich an die Wand fahren? So wie es sein Bonner SPD-Parteigenosse OB Nimptsch seit längerer Zeit in Bonn versucht und der nun erfolgreichen Aufwind vom Bürgerantrag der Piraten-Partei und den sich daran hängen- den Rechtsradikalen bekommen hat.

Was braut sich da für ein dumpf und destruktiv wallender Elendssud zusammen?                                                      PB

 

Lieber Basti Vettel, lieber neuer Weltmeister!

Du bist ein toller Kerl, ein Idol für Millionen Deutsche - eine Vorbildfigur für die Jugend - auch für meine Schüler. Du hast große sportliche Leistungen erbracht und bist immer sympathisch, offen und nett geblieben, auch bei den blödesten und aufdringlichsten Fragen der Reporter.

Du bist ein großes Sportidol, quasi zum Anfassen, geblieben. Und immer vorbildliches Fair Play - kein Makel eines „Schummel-Schumi“ haftet an Dir. Demnächst wirst Du von unseren Politikern, die sich natürlich gerne mit Dir schmücken wollen, im Dauerwahlkampf („Seht her Leute: ich und der Basti. Wir sind Freunde, da kann unsere Partei und Politik also nicht so schlecht sein!“) vermarktet und mit nationalen Orden und Abzeichen wahrscheinlich nur so überschüttet. Du bist auf dem Zenit.

Gerade hast Du Dich wieder nach vorne gekämpft. Alle bewundern Dich ob dieses erneuten tollen Einsatzes und der Kraft deines Autos. Du bist fleißig, intelligent (passables Abi, wie ich gelesen habe) und strahlst Ehrlichkeit und Offenheit aus und hast schon soviel Lebenskompetenz, daß Du Dich selber managst - super! Da geht kein Geld sinnlos verloren. Nur für Dich wird vor Millionen Zuschauern die deutsche Nationalhymne gespielt.

Und da fängt mein klitzekleines Problemchen. Kein Neid - ehrlich nicht! Ich verdiene als Lehrer schweinemäßig Geld ohne dafür viel arbeiten zu müssen, daher habe ich auch genug Zeit Dir solche umfangreichen Zeilen ehrlich und von ganzen Herzen zu schreiben.

Du bist in dem schönen, mir sehr gut bekannten Örtchen, Heppenheim geboren. Ein toller Ort an der Bergstraße. Wobei man nicht nur von der wunderbaren historischen Altstadt mit ihren romantischen Gassen und einladenden Lokalen zu sprechen hat, sondern auch von einen verkehrstechnisch optimal erschlossenen Gewerbegebiet - Gratulation an die Stadtväter!

Bei den Heppenheimer Festspielen wird große Kultur geboten. Beim Straßentheater-Festival der Gassensensationen auch viel kleine Kultur. Reichlich Kammermusik gibt es im historischen Kurfürstensaal. Über das gut ausgebaute Netz von Wanderwegen auf den Höhen des Odenwalds und über Heppenheimer Besonderheiten (wie den Laternenweg) habe ich mich stets gefreut, wie die vielen Tausend Heppenheimer Bürger und Besucher.

Hier steckt viel städtische Arbeit, Engagement und auch Steuergeld drin. Wie wunderbar wurde das Rathaus restauriert; nicht zu vergessen den Dom St. Peter. Wie viele Millionen hat dessen Erhaltung bisher gekostet… Ein Kleinod.

Eine gut ausgebaute kommunale Infrastruktur mit Schulen und Sportstätten trägt gleichfalls zur recht hohen Lebensqualität bei, die Heppenheim seinen Einwohnern zu bieten hat.

Die Odenwaldschule z.B. hat einen internationalen Ruf. Renommierte Künstler wie Thomas Mann, Ernst Barlach, Wolfgang Hildesheimer oder Else Lasker-Schüler haben ihre Kinder der Odenwaldschule anvertraut. Ein Stadt wahrhaft zum Schwelgen. Ein wichtiger Grund für die Existenz ist, daß viele Millionen Steuern - ob Kirchensteuer, Kommunalsteuer oder Landesteuern hier hinein gesteckt wurden.

Geld der Bürger - solidarischer Beitrag der Menschen für ihre Heimat, für unser schönes Land die Bundesrepublik Deutschland, Ein friedvolles wunderbares Land, unsere Heimat und Deine Heimat, deren Nationalhymne Du ja immer sehr inbrünstig hörst.

Und da ist nun mein Problem:

Es gibt viele tausend Heppenheims in Deutschland: große und kleine, schöne und unschöne (die wir aber schöner machen wollen), reiche und arme Gemeinden, Städte und Bundesländer und alle haben aber eines gemeinsam: Sie leben vom Solidarbeitrag aller (!) Bürger - Steuern genannt.

Wer viel verdient, zahlt viel. Wer wenig verdient, zahlt wenig. Sehr gerecht. Das ist unser solidarisches Staatserhaltungsprinzip - wesentliches Existenzmerkmal unserer Bundesrepublik und conditio sine qua non. (was soviel heißt wie: ohne dies geht nichts mehr.)

Du hast nun, lieber Sebastian, sicher auch den Kindergarten besucht. Hast ein hervorragendes Schulsystem (gratis) genossen; Dir standen Bibliotheken, Schwimmbäder und viele andere städtische Bürgereinrichtungen in Heppenheim fast gratis zur Verfügung. Von den Altenheimen will ich noch nicht sprechen. Die Polizei hat Dich beschützt, die Feuerwehr wäre sofort zur Stelle gewesen, wenn es bei Euch gebrannt hätte. Unfallrettungsdienst und Krankenhäuser waren rund um die Uhr für Dich und Deine Eltern und Verwandten bereit.

Euer Haus hatte fließend Wasser, Heizung,und die Abwässer wurden korrekt entsorgt. Strom gegen geringes Entgelt ließ abends die Straßenlaternen leuchten und Dich sicher Deinen Heimweg ins gemütliche Zuhause finden. Ich habe bestimmt noch ein paar andere Dinge vergessen. Aber Fazit: Du bis in Heppenheim glücklich und behütet aufgewachsen. Ohne die Steuern der Bürger, aller Bürger dieser Stadt und des lqandes wäre das sicherlich anders verlaufen.

Oh je!

Und jetzt, wo Du als Multi-Millionenverdiener Deinen Teil mehr als zurückzahlen kannst, fliehst Du in die Schweiz und zahlst Deinen gesellschaftlichen Sozialanteil an einen "Schurkenstaat", der Geld und Gold im Überfluß hat, denn dort lagern ja traditionell die Billionenvermögen fast aller Verbrecher, Betrüger und Massenmörder dieser Welt. Beschämt Dich das als ehrlicher Mensch nicht ein kleines Bisserl?

Beruf: Rennfahrer - ganz coole Sau !

Nur ich und wenige Eingeweihte (!) wissen, daß Du eigentlich fast nichts bezahlst, denn den Beruf des „Rennfahrers“ gibt es ja in der Schweiz offiziell nicht, ergo fallen offiziell auch keine richtigen Steuern an. Aber als echter Kumpel verrate ich das keinem weiter! Es bleibt unter uns Fahrensbrüdern. Versprochen! Ehrenwort!

Dein in Ehren ergrauter Fan

Big P.

 

 

 

Begegnung der außerirdischen Art

Da schreibt mir  die Pressedame eines "Provinz-Opernhauses", daß der Theaterfotograf die Bilder der von uns aufwendig und gut (!) besprochenen Opern-Inszenierung nur dem örtliche "Käseblättchen" - einzig und allein jenen Oberunterpfälzischen Hupfdohlennachrichten (Red. Anmerkung: Name der Lokalzeitung wurde natürlich verändert) - kostenfrei zur Verfügung stellt; für andere Nutzer falle ein Honorar an.

Sorry! Hörte ich recht? Was ist ihr, "ist sie entrückt?" Haben Außerirdische dieses Theater besetzt? Oder hält man sich in Klein-Viehlingsdorf Untersteppingen (Name ebenfalls verändert) für den Opern-Nabel der Welt? Sind die Mitarbeiter dieses Hauses vielleicht schon ausgetauscht...

Es sollen ja immer mehr werden. Oder bin ich nicht mehr von dieser Welt?

Stellen Sie sich vor, liebe Leser,  Sie gehen zu Ihrem Volkswagen-Händler, und wollen sich z. B. den neuen Golf 7 kaufen. Harmlos und naiv fragen Sie nach einem Prospekt. "Der kostet aber 25 Euro!!" knallt wie aus der Pistole geschossen die Antwort des geschniegelten Verkäufers.

"Wie bitte? Na dann geben Sie mir wenigstens eine Preisliste von ihrem neu herausgebrachten Modell?" - "Wie bitte? Kerl! Die kostet 8 Euro!"

Sollte Ihnen spontan dann gar nichts mehr einfallen, dann geht es Ihnen, verehrte Opernfreunde, wie mir:

Ich bin verblüfft, sprachlos, ratlos und entsetzt...

Ist das

Dummheit, Blödheit, Arroganz, Beschränktheit, Dekadenz, Ignorismus, Selbstzufriedenheit oder einfach nur, um mit einem modernen Begriff zu operieren,

fehlende Corporate Identity?

So denken, so handeln eigentlich nur Beamte oder Marsianer - eben Außerirdische.

Grüße aus Melmac

Ihr

Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

Kulturloses Bonn?

"Drieß Üch jet op die Oper - ich bruchen 'nen Kanal!"

schmetterte vor längerer Zeit ein prominentes Bonner Ratsmitglied in einer turbulenten Sitzung in die Runde. Et jing um Kultur un dat dat Jeld koss. Daß nun Stadtväter sich mit dem Geld für Kultur schwer tun, dat wissen mir at lang. Ewwer: Bonn es net Berlin oder Pusemuckel. Hier klappen die Beerdigungen noch, also sollte es auch mit der Kultur klappen. Die Ex-Bundeshauptstadt hätt et esu nötig als wies noch nie, attraktiv ze blieve. Un Kultur un Wissenschaff sin mit die besten Möglichkeiten, für Lück noh Bonn ze holle. Ewwer nee: Streichkonzert. Ewwer Hallo! Weil: "Drieß Üch jet op die Oper - ich bruchen 'nen Kanal!". Dat han die Stadtväter domols dem Beethoven, dem Ernst Moritz Arndt un dem August Macke und wie sie all jeheißen haben mögen och at jesaat. Un wat es? Schloofe un zu-e Schranken! Ich saren nur: JETZT ES ET EWWER JOT! Stadt Bonn, ermanne Dich! Du bes die südliche Säule em autonomen Rheinland, zeije Dich dem jewachsen! Zeig dem Berliner, dat Du immer noch en der Lage bess, em jemeinsamen Konzert mit Kölle un Düsseldorf (auch wenn die sich wie Katz un Hund benemme) der janzen Welt ze beweise, dat dat hier net nur irjends en Jejend es, sondern et Häzz vun Europa! Hie es Latein un dä Franzus, hie sin Moler, Bildhauer un Musiker, hie sin Schauspieler und die jrößte Konzentration von Kleinkünstlern vun janz Deutschland. Hie es Fideo-Kuns von Weltrang un Performance, hie es Ballett un L.S.E.. Hie es Lewwe! Un do küs Du (un jetz och noch die Nörds von denne Pirate!) un säs: "Drieß Üch jet op die Oper - ich bruchen 'nen Kanal!". Loß net nochens ene Beethoven noh Wien trecke, nur wejen dem "Drieß Üch jet...". Hie sin Lück, die verston ze lewwe un die han net nur dat "Drieß Üch jet..." em Kopp. Also: Jeld erus für die Kultur, ewwer hallo! Un zwar für die "Kleinen" jenau esu als wies für die "Jroßen". Andernfalls - Prozeß am Hals! Oder wills Du als Randerscheinung der jungen Republik in die Jeschichte einjehen? Als quasi Wilmersdorf am Rhein? Un dä Rhein wör dann en Krumme Lanke? Et wör sicher unanjenehm, ohne Kanal ze lewwe, ewwer ohne Kultur es Bonn in zehn Joh vertorft.

In diesem Sinn

Ihr

Konrad Beikircher

www.musenblaetter.de

Dank an Frank Becker für das schöne Foto

 

 

 

 

 

Potz und Blitz, Piraten
mit Bomben und Granaten...

(Pippi Langstrumpf) 

Oper Bonn - Piraten wollen Oper versenken.

Nun haben wir es amtlich und wissen, woran wir bei dieser Partei sind; eine Volksabstimmung (Bürgervotum) soll sie richten, die Oper. Als wenn man mit diesem Opernhasser-Bürgermeister, der selbiges ja immer noch ebenfalls will, nicht schon genug am Hals hätte. Zum Teufel!

Ähnlich klangen vor Jahren noch die GRÜNEN, als ihre Vorsitzenden noch nicht in den Aufsichtsräten von Banken und Kernkraftwerken saßen. Nein, ich meine nicht die Forderung nach freiem Sex mit Minderjährigen (NRW), sonder die Vorstellung, dass es ja CDs gäbe und man ergo keine Opernhäuser mehr bräuchte.

Natürlich ist so etwas leicht zu fordern, wenn eine Stadt ihre kommunalobligatorischen Verpflichtungen, wie Erhalt von Horten, Kinderspielplätzen, Schulen, Verkehr...etc, nicht mehr einhalten kann.

Auch werden sich die Bonner Bürger sicherlich mehrheitlich auf Fußballplätzen, in Schwimmbädern, auf Karnevalssitzungen, beim Shoppen oder sonstwo in ihrer Freizeit bewegen...

Auf die Frage "Wollt Ihr Höhner, oder Wagner?" ist doch die Antwort klar, oder? Antworten wir also diesen PIRATEN unmißverständlich deutlich in Augenhöhe:

Wir wollen MAOAM!

Gott zum Gruße

Ihr/Euer Peter Bilsing (Hrg.)

 

 

Der Zwerg im eigenen Haus

Nun ist es offiziell: die Kölner Oper wurde in der Kritikerumfrage der Zeitschrift "Opernwelt" zum "Opernhaus des Jahres" gewählt, erhielt freilich auch wegen des finanziellen Hickhacks um den Etat mit der Stadt Köln, der in der Entlassung des Intendanten Uwe Eric Laufenberg endete, die meisten Benennungen zum "Ärgernis des Jahres". Es ist letztendlich wirklich erfreulich, da die großartige Arbeit mit ihren mehr als respektablen Ergebnissen die Bewertung absolut verdient hat. Man kann freilich über die Bewertung und Ernennung der Zeitschrift "Opernwelt" denken und meinen, was man mag, wenn jetzt jedoch der Kulturdezernent der Stadt Köln, Georg Quander, welcher sich einst selbst als Opernintendant in Köln sah, öffentlich seine negative Meinung kundtut und gleichzeitig die Arbeit Laufenbergs kritisiert, so gewinnt das eine andere Qualität, ein sehr schlechtes Geschmäckle, wirkt einfach neidisch, mißgünstig und übel, in einer Stadt Köln, die "Liebe Deine Stadt" als Motto auf ihre Flaggen geschrieben hat. Da stellt sich dann durchaus die Frage, ob denn Herr Quander in seiner jetzigen Position an der rechten Stelle ist?    MF

 

 

 

Meyer & Meyer & Co

kommt die Giganto-Oper am Rhein?

NEUES aus der Provinz Köln/Düsseldorf & Bonn

Köln 12.9.12

Nun ist man also den höchst erfolgreichen, aber von den Stadtvätern ungeliebten und gehassten Intendanten Uwe Eric Laufenberg endgültig los; man hat ihn finanziell abgefunden, denn sein Vertrag wäre ja ursprünglich noch länger gelaufen. Dabei hat sich der honorige Exintendant mit rund 200 000 Euro Abfindungsprämie (oder wäre "Schadenersatz" das bessere Wort?) noch recht fair, gnädig und kompromissbereit gezeigt.

Die "Neue" in Köln, Birgit Meyer, wird ein entsprechend niedrigeres Honorar als Interims-Intendantin bekommen; ist sie ja nur für die drei Jahre der Umbauzeit inthronisiert - böse Zungen sprechen schon von einem weiblichen "Grüß-August" - und somit verantwortlich für die die Planung und Durchführung aller Produktionen im Musical-Zirkuszelt bzw. anderen Ausweich- und Ersatzspielstätten. Große Oper sollte da kaum möglich sein. Nur die ganz hartgesottenen Abonnenten, so zeigt die Erfahrung aus anderen Städten, werden über diesen wahnwitzig langen Zeitraum, der Kölner Oper die Treue halten.

Ob man mit Frau Meyer diese pflegeleichte und kürzungswillige Intendanten gefunden hat, die den ignoranten Stadtvätern so vorschwebte, wird die nächste Zeit zeigen. Erst einmal jedenfalls ist der mühsam wieder aufgebaute Ruf der Kölner Oper abgrundtief ruiniert. Peinlich, wie man in der Eröffnungspressekonferenz insbesondere von städtischer Seite noch mal (!) gegen Laufenberg nachkartete - so etwas ist miesester Provinzpolitiker-Stil. Dass der jetzige Kulturdezernent Georg Quander nach den Umbaujahren dann, im wiedererstrahlendem neuen Glanze, die Oper dann gerne selber übernehmen würde, sind natürlich nur böswillige Gerüchte.

Düsseldorf 12.9.

Stolz hat der Düsseldorfer Oberbürgermeister Dirk Elbers (auch Letztverantwortlicher für die Rheinoper) vor zwei Tagen verkündet, als ihm Bürger vorwarfen, angesichts der Tatsache, dass in der Landeshauptstadt praktisch kein bezahlbarer Wohnraum für Normalverdiener mehr vorhanden wäre und auch nicht gebaut würde, dass es doch für solche Kleinverdiener genug Wohnraum im niederrheinischen Umfeld gäbe. Recht hat er! - bestätigen mir alle meine Juppie-Freunde aus Oberkassel.

So wäre auch die Trennung und Auflösung der langjährigen Opernehe mit der "Proletarierstadt" Duisburg verständlich (obwohl das von Seiten der Düsseldorfer Opernintendanz immer noch stark in Abrede gestellt wird!), denn der nicht geleugnete diskutierte und geplante Zusammenschluss mit der Kölner Oper ist wohl noch lange nicht vom Tisch - immerhin hat man ja jetzt erst einmal drei Jahre Zeit um dieses Projekt zu realisieren. Und weht nicht von Köln ständig weißer Rauch?

Bonn 12.9.

Vielleicht wird sogar das erste Opernhaus-Triumvirat der Welt daraus, denn der Bonner OB (den Namen habe ich wg. seiner Bedeutungslosigkeit schon vergessen) beabsichtigt wohl immer noch, sich und sein Haus da noch irgendwie mit drauf zu satteln.

"Da simma dabei, datt is prima...viva Colonia!", sangen einst die fröhlichen Höhner. Ach waren das noch schöne Zeiten vor 30 Jahren! Schön war´s damals in Köln. Kritische Mitbürger, wie der Rezensent, denken dabei heute angesichts dieser Pläne eher an ein drohendes Trio-Infernale.

Also: helau & alaaf am Rhein!

Wünscht Ihr PB 

 

 

 

Über die Tragik irre geleiteter und lebensfremder Kultur-Politik am Rhein

zum 1.) 

Trennung der Rhein-Opern-Ehe Düsseldorf/Duisburg ?

"Nur eines will ich noch, das Ende...."  (Wotan in Wagners RING)

Zwar sind in drei Tagen erst Landtagswahlen in NRW, aber durch die dusselig unglückliche und langweilige Präsentation des völlig farblosen CDU-Kandidaten Norbert Röttgen ist abzusehen (jedenfalls sehen so unabhängige aktuelle Wählerbefragungen aus), dass eigentlich alles beim Alten bleibt; also die Roten & Grünen werden voraussichtlich weiter Schulden machend unser Land regieren. Warum soll es auch im kleinen NRW anders sein, als im großen Europa?

Weitermachen wird aber wohl kaum die langjährige Operngemeinschaft Düsseldorf / Duisburg. Jahrzehntelang von vielen Konkurrenten bewundert, bricht sie nun auseinander. An den zwei Millionen Euro, die aktuell Duisburgs Kämmerer pro anno fehlen, sollte es nicht liegen; die müsste doch der solvente Ehepartner aus Düsseldorf locker lockermachen können. Wie heißt es bei der Trauung so schön und verlogen: "In guten und in schlechten Zeiten..." Ich habe den Eindruck, und der verstärkt sich immer mehr, dass die große "Weltstadt" Düsseldorf nun die lange erwartete Gelegenheit kommen sieht und nutzt, sich von der armen Arbeiterstadt Duisburg zu trennen.

Da wirken die schmal und schal auf der Interne-Seite platzierten Protestaufrufe "Rettet die Duisburger Oper" wie leere Worthülsen, wenn gleichzeitig der Düsseldorfer OB Dirk Elvers schon von einer zukünftigen Zusammenarbeit mit der zweiten "Weltstadt" Köln schwadroniert. In Köln nimmt man sein Liebeswerben bereitwillig auf. Sterbende nutzen bekanntlich jede Rettungsmöglichkeit, jeden Rettungs-Ast, sei er auch noch so klein und zerbrechlich.

 

"Eine Weltoper", so tönt es in Hinterhofgesprächen, will man schaffen. Ja, da sollen dann alle nach Köln/Düsseldorf (oder wird es Düsseldorf/Köln heißen?) herüber schauen - hier hallo ! - entsteht bald Deutschlands größte Opern-Kompagnie. Man blickt bestimmt schon neidisch aus München, Berlin, Baden-Baden und Bayreuth zu uns herüber. So tönte es einst über das 8. Weltwunder aus Hamburg (Anmerkung: gemeint ist die Pleite-Philharmonie in der Elbe). Jetzt steht der große Ole vor den Untersuchungsausschüssen und sein Memorial, jenes als Beust-Pyramide gedachte Größenwahnwerk steht vor der ewigen Unvollendung oder dem Totalabriss. Der Steuerzahler zahlt dies so gerne wie die 500 Millionen für das Nürburg-Ring-Desaster der Pfälzer Weinkönigin Kurt Beck, dem jetzt ebenfalls der Abriss - schlappe weitere 150 Millionen - droht!

Zurück zur "Deutschen Oper am Rhein": Die Zukunft sieht wirklich schlecht aus bei einem Duisburger Kulturdezernenten, dessen erste Amtshandlung - wie uns aus gut unterrichteten Kreisen versichert wurde - der Einbau einer Bierzapfanlage (Königs Pilsner) in sein Dienstzimmer war, und der relativ offen bei seinem Amtsantritt damit kokettierte, dass er ja eigentlich von Oper und Kultur keine Ahnung habe. Herzlichen Glückwunsch nachträglich, Herr Karl Janssen. War es nicht sogar Thilo Sarrazin, der sie ungestraft "strohdoof" nennen durfte?

Dem großen Kulturkämpfer und Ex-Oberbürgermeister Josef Krings, aus dessen Lebenswerk und rührigem Engagement ein wesentlicher Quell für die internationale Bekanntheit der Duisburger Rheinoper entsprang, wird wohl speiübel angesichts solcher "Kollegen" und dem nun zu erwartenden Niedergang der Duisburger Hoch-Kultur.

Was für eine tragische Stadt ist dieses Duisburg! Wo sind die Millionen hingeflossen? Was für Flachmaate regieren mittlerweile? Wo bleibt der Aufstand aller Opernfreunde gegen die Schließung ihrer Oper und die Entlassung eines der besten Orchesters Deutschlands - dem einstigen Stolz der Stadt?

Da baute man vor Jahren am Hafen eine millionenteure Musical-Halle für eine einmalige private Kommerzproduktion ("Les Miserables") - eigentlich ein wunderbares Haus, welches nun seit Jahren nutzlos dahin gammelt - eine teure Ruine - ein Millionengrab. Trotz dieses leerstehenden 2.000-Plätze-Palastes mußte aber dennoch eine Neue Philharmonie her; so etwas hat man halt heute als Kulturstadt von Welt, allen Unkenrufen zum Trotz!

Dann wurden die Steuergelder für ein millionenteures Zukunftsgutachten (war es Kienbaum?) zum Fenster heraus geworfen; welches so sinnlos wie unnütz teuer nun die Schubladen der Verwaltungsbürokratie füllt. Das superteure edle Spielkasino zieht wohl mehr Nachtschattengewächse an, als es Steuereinnahmen bringt, wenn ich da so vergleichsweise z. B. nach Wiesbaden schaue. Und dann "die größte Love-Parade aller Zeiten" - ein Exempel von Volkskultur sollte es werden - alles bisher in den Nachbar-Städten da gewesene übertreffen. Als unvergessliches Ereignis war es dilettantisch geplant, saumäßig schlecht organisiert und polizeilich... Hier muß ich schweigen, sonst werde ich womöglich verklagt. Eben dieses "unvergessliche Ereignis" ist es dann, tragischerweise, auch zeitgeschichtlich geworden. Blutzoll der Bürger für die Dämlichkeit der Politik!

„Himmel gib Hirn!" möchte man verzweifelt ausrufen, sozusagen als Appell an die wie Dummbeutel und Ignoranten erscheinenden Stadtoberen in dieser doch eigentlich so wunderbaren Stadt, die frei vom oberflächlichen Schicki-Micki-Glanz der Pseudoreichen im verlogenen nachbarschaftlichen Düsseldorf, stets ehrlich ihren Mann stand; und deren Ruhm und Glanz einst nicht vom Odeur von Wirtschaftsbossen, Banken, Versicherungen, Rechtsanwälten und Schönheits-Chirurgen - pars pro toto - sondern von der Hände Kraft, dem Schweiß und dem Einsatz fleißiger Arbeiter entstanden ist.

Es ist zum Heulen.

Peter Bilsing / 10.5.12

 

 

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