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MADAMA BUTTERFLY

WA 5.9.2015

Exemplarisch spannende Kult-Inszenierung

VIDEO

Es gibt Inszenierungen, da hat man das Gefühl, daß die Ratten und Mäuse auf der Bühne direkt dem Delirium Tremens eines provozieren wollenden Regisseurs entsprungen zu sein scheinen. Wenn sich nach Jahren dann das Publikum nicht mehr ärgert und auch die obligaten Buhrufe ausbleiben, sprechen nicht wenige Kritiker dann von "Kult" - es gibt aber auch Produktionen modernen Regietheaters, die von hinten bis vorne - also bis ins kleinste Detail fein ausziseliert - durchdacht und wirklich "werktreu" sind. Sie blühen oft im Verborgenen, wie z.B. die kongeniale AIDA von Dietrich Hilsdorf, die im Essener Aalto schon seit über 15 Jahren im Repertoire ist und wie ein guter Rotwein eigentlich von Jahr zu Jahr wertvoller wird und immer noch sowohl von den Fans, als auch den Newcomern und jungen Operngehern herzlich bejubelt wird. Bitte liebe Musiklehrer, schickt Eure Schüler in diese Produktion, ein besseres und überzeugenderes Beispiel für exemplarisches Musiktheater gibt es kaum hierzulande.

Gleiches gilt für Tilmann Knabes einfach begnadet gute Produktion von Puccinis  MADAMA BUTTERFLY (Premiere 21.April 2011) - immer wieder sehenswert.

Sie wird zu Recht als "Kult" nicht nur gepflegt, sondern auch vom Publikum (selbst dem konservativen) mittlerweile anerkannt. Ein Juwel, geradezu ein Kleinod von gelungenem Musiktheater; spannend von der ersten bis zur letzten Minute (was bei einer Butterfly zugegebener Maßen sehr selten erlebbar ist), wobei sogar das Finale nach dem Selbstmord der Butterfly hier noch nicht endet; alles Bilder, die sich ins Gedächtnis einbrennen.

Lassen Sie sich diesen tollen Abend nicht entgehen, auch wenn Ihnen als "Insider" vielleicht der Name des Regisseurs ein wenig Schauder über den Rücken jagt  auch angesichts der letzten WA in Essen mit seiner blutrünstigen Turandot. Ich verspreche Ihnen, liebe Opernfreunde, das ist die mit Abstand beste Inszenierung, die Tilmann Knabe auf die zurecht so genannten Bretter, welche immer noch die Welt bedeuten bisher gesetzt hat.

Sie ist gerade durch ihre Modernisierung nicht nur berührend und ergreifend, sondern gerade in unseren heutigen Tagen immer noch mehr als aktuell. Möge sie uns noch lange erhalten bleiben, trotz der etwas zurückhaltenden Besucherzahlen der WA, aber so etwas ist in Essen Usus. Die Ruhrgebietler sind ein tolles Publikum, aber bis sie ihre tollen Opernhäuser wieder in altgewohnter Manier stürmen, braucht es nach den Theaterferien immer eine gewisse Augfwärmzeit. Ich hoffe inbrünstig, daß meine ausgesprochen euphorische Besprechung diese etwas verkürzen kann...

Musikalisch und gesanglich ist ein besonderes Qualitätskriterium des Aalto Theaters, daß man auch die Wiederaufnahmen stets hegt und pflegt und nicht, wie an anderen Häusern öfter erlebt, lieblos dahinschludert.

Mit Matthew Halls debütiert quasi - obwohl er schon Ariodante dirigiert hat - ein vielversprechendes englisches Dirigententalent, das sich schon in jungen Jahren internationalen Ruhm erworben hat. Er ist eine verheißungsvolle Entdeckung ebenso, wie die Besetzung der Suzuki, die Niederländerin Karin Strobos, eine kultivierte Stimme mit viel Potential; man sollte sich ihren Namen merken.

Von der alten Premierenbesetzung (die man dankenswerter weise noch auf der letzten Seite des schönen Programmheftes, mit vielen Bildern, abgedruckt hat) blieben anno 2015 noch zwei großartige Musiktheaterdarsteller GsD erhalten; beides nicht nur langjährige zuverlässige Stützen des Aalto, sondern hier in dieser Inszenierung auch von tragender Rollenfunktion.

Zum ersten Rainer Maria Röhr, der den Goro als dermaßen schmierigen Zuhälter darstellt, daß ich ihn höchst qualitätssteigernd in dieser Rolle auch in jedem Tatort einsetzen würde und der grandiose Mikael Babajayan >>>>>>

als versoffener Konsul mit Herz. Beide mit nicht nur wunderbarer Stimmführung, sondern auch exemplarische Musiktheater-Darsteller. Es würde sich ein besuch des Abends schon alleine für diese beiden tollen Künstler lohnen...

In den Hauptpartien erlebt man mit Sandra Janusaite (Cio-Cio-San) eine selbst im dramatischen Fortissimo Puccinischer Höchstanforderungen stimmsichere Nachwuchs-Dramatische, die sich in Essen schon als Jenufa, Mimi, Tatjana und Liu bewährt hat - demnächst werden wir sie auch als Rusalka sehen.

Mit der Besetzung des gerade einmal dreißigjährigen russisvchen Tenortalents Alexey Sayapin zeigt das Besetzungsbüro nicht nur ein glückliches Händchen, sondern auch Mut zu Neuem, denn für den jahrelang überragenden schon fast idealen Puccini-Tenor Zurab Zurabishvilli einen gerechten Nachfolger zu finden, war sicherlich kein leichtes Unterfangen - gehören selbige doch heutzutage zu einer raren Spezies. Sayapins noch sehr metallischer klingender aber schon recht höhen- und fortissimo-sicherer Tenor ist noch ein vielversprechendes work in progress. Die Comprimarii überzeugen ebenso, wie der gewohnt sehr gut geführte Opernchor des Theaters (Alexander Eberle).

Die szenische Leitung der Wiederaufnahme, Marijke Malitius, hat hervorragend gearbeit, denn in den vier Jahren seit der Premiere ist fast kein wichtiges Detail verloren gegangen. Das vergessene Einbringen der Gucklöcher in den Paravant, während des Summchores, fiel nur dem Kritiker auf ;-)...

Ein schöner Saisonbeginn in Essen, wobei der Blick auf die 12 WAs eine schöne Perspektive auch abseits der nur fünf Premieren bietet. Essen scheint auch in dieser Saison immer eine Opernreise (auch für opernfrustrierte Kölner ;-) wert.

Peter Bilsing 6.9.15

Bilder noch von der 2011-er Premiere (c) Aalto

DER OPERNFREUND  | opera@e.mail.de