Reisebilanz V: Tops und Flops der „Saison 2025/26“
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Angesichts der zwar noch nicht bestätigten, aber scheinbar ernsthaft im Gespräch befindlichen Ernennung des jungen und bei Richard Wagner noch weitgehend unerfahrenen Regisseurs Ersan Mondtag zum Regisseur des neuen Wiener Ring des Nibelungen im Jahr 2028, erscheinen einige Überlegungen weiterreichender Art angebracht. – Was sich hier als allbekannte und -backende Re . . .
Am 14. Mai 2026 brachte die Wiener Staatsoper Les Pêcheurs des Perles von Georges Bizet in einer Neuinszenierung von Ersan Mondtag heraus, der – wie bisher unbestätigt kolportiert wird – ab 2028 hier auch den neuen Ring des Nibelungen inszenieren soll (siehe dazu unseren Kontrapunkt). Im Licht von Henning Streck war er auch für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich. Wenngleich er das . . .
Der derzeitige Wiener Ring, nun abgeschlossen und noch einmal wiederholt (Streams der zweiten Serie wären das wahre Geschenk für Wagnerianer in aller Welt…), hatte mit dem Rheingold hoch solide begonnen, explodierte mit der Walküre und erreichte einen Höhepunkt, wie man ihn selten erlebt, mit Siegfried. Dass da nichts mehr „über drüber“ drinnen war, schien logisch, die Makellosigkeit . . .
Ja, stimmt schon, das Zitat bezieht sich auf den Papa. Siegmund heiß ich – und so weiter. Aber wenn dann ein Siegfried-Interpret nicht nur perfekt „die Rolle“ ist (jene Partie, von welcher der große, unvergessene Johan Botha sagte, er würde sie nie singen, denn nachher könne man seine Stimme wegwerfen) – kurz, wenn Andreas Schager der Siegfried ist und (wie bei ihm meistens) einen . . .
Wagner ist laut. Von der „Flucht-Musik“, die in den ersten Akt der „Walküre“ führt, über „Wälse“- und „Notung“-Schreie bis zum „Walkürenritt“ (der noch nie besser „bebildert“ wurde als durch angreifende amerikanische Kampfhubschrauber in dem Film „Apocalypse Now“). Dazu braucht man als Dirigent Temperament, dazu muss man sich bekennen, und Pablo Heras-Casado tat . . .
Wirtschaftspolitische Überlegungen? – Aufgepasst: Wir befinden uns in „einer Gegenwart, die von der Logik der Mode geprägt ist“. Die globale Produktionskette führt von Gewinnung des Rohstoffs, Verarbeitung und Veredelung in der Dritten Welt bis in unsere Luxustempel. Arbeit und Wertschöpfung sollen allerdings unsichtbar gemacht werden. So ungefähr liest man es auf der Website der . . .
Der gestrige Abend ließ mich enthusiastisch zurück – selten noch habe ich eine derart spannende Aufführung gesehen – beginnend mit den Tönen, die der Dirigent entlockte. Das waren schon Urgewalten, Sebastian Weigle dem Orchester der Wiener Staatsoper, die aus dem Orchestergraben tönten. Es wurden vielleicht nicht allzu viele Subtilitäten rausgearbeitet, aber das passte sehr . . .
Unerwartete Hochdramatik – Eine Pointe? In New York liebt er als Tristan bekanntlich unglücklich seine Isolde. Wenig später in Wien jammert er als Nemorino um den Liebestrank ebenjener „Königin Isotta“, um mit seiner Adina glücklich zu werden. – Jeder Opernfreund, der sich ein wenig auskennt, kommt um die Frage nicht herum: Geht das? Kann man Wagners schwierigsten Helden und . . .
Welch außerordentliche Prinzessin – Schon lange wurde in der Opernwelt kein Name so gehypt wie jener der derzeit dreißigjährigen Russin Lidia Fridman. Sie hat ihre Heimat nach der ersten Gesangsausbildung 19jährig verlassen und ging nach Italien, wo sie sich seit nunmehr sieben Jahren eine Karriere aufbaute, die jüngst geradezu explodierte. Dass Riccardo Muti sie zu seiner neuen . . .
Forte, piu forte, fortissimo – „Piu forte“ befielt Scarpia den Folterern von Cavaradossi, und forte, piu forte, fortissimo verlief auch dieser „Tosca“-Abend der Wiener Staatsoper, wo diese wohl blutigste und brutalste Oper des Verismo zu einem prachtvollen Power-Play emporwuchs, wie man es selten erlebt. Es war der zweite Abend der diesjährigen Netrebko-Serie und die 668. . . .
Herumirren im Nirgendwo – Die Wiener Staatsoper hatte zuletzt (2012 bis 2023) eine eher diffuse, eher uninteressante Inszenierung von Mozarts „La Clemenza di Tito“ durch Jürgen Flimm, von der man nicht recht wusste, was sie wollte und sollte. Nun bekommt man als Neuproduktion eine eher diffuse, eher uninteressante Inszenierung dieses Werks durch Jan Lauwers, von der man nicht . . .
Anna Netrebko kurzfristig krank – Vertreterin ausgebuht – Anna Netrebko ist wohl jene Sängerin, deren Auftreten blitzschnell für das „ausverkauft“ von Wiener Staatsopern-Vorstellungen sorgt. Sie ist auch enorm fleißig, präsentiert immer neue Rollen. Die Abigail war in Wien allerdings schon vor Jahren angekündigt, wurde dann aber abgesagt. Mittlerweile hat sie die Rolle einige . . .
Erneut wurde ein Werk ruiniert, der Lächerlichkeit preisgegeben – Tiefer geht es kaum mehr…. Angeblich wurde an diesem Abend „Luisa Miller“ gespielt! Nun gut, aus dem Graben ertönte die Musik von Verdi (bis auf ein paar merkwürdige tempi von Michele Mariotti am Pult sogar recht erbaulich durch das sehr gut disponierte Orchester) und auch Chor und die Sängerschaft . . .
Eine unzumutbare Inszenierung - Alles aussteigen! – Die schäbige Straßenbahn-Haltstelle, die am rechten Bühnenrand steht, erinnert an Zeiten, als es noch Schaffner gab, die an der Endstation „Alles aussteigen!“ riefen. Was die neue „Luisa Miller“-Produktion der Wiener Staatsoper betrifft, so kann man Opernfreunden nur dringend empfehlen, gar nicht erst einzusteigen. In diesem . . .