Reisebilanz III: Tops und Flops der „Saison 2024/25“
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Auch in diesem Jahr haben wir unsere Kritiker wieder gebeten, eine persönliche Bilanz zur zurückliegenden Saison zu ziehen. Wieder gilt: Ein „Opernhaus des Jahres“ können wir nicht küren. Unsere Kritiker kommen zwar viel herum. Aber den Anspruch, einen repräsentativen Überblick über die Musiktheater im deutschsprachigen Raum zu haben, wird keine Einzelperson erheben können. Die . . .
Der, dessen Name nicht genannt werden darf – Beim Blättern in der neuen Saisonbroschüre fällt eine Lücke auf: Bei der Wiederaufnahme der Zauberflöte wird anders als bei allen anderen Produktionen der Regisseur nicht genannt. Die Bilder dazu verraten aber: Es ist die Inszenierung von Uwe Eric Laufenberg, die im Dezember 2023 kurz vor dessen vorzeitigem Ausscheiden als Intendant . . .
Es ist einer dieser Abende, von denen man wenig erwartet hatte und dann beschwingt und restlos begeistert das Theater verläßt. Schon wieder Rossinis Barbiere und dann auch noch mit „Klappmaulpuppen“! Und so sitzt man mit verschränkten Armen und einer gehörigen Portion Skepsis im ausverkauften Saal. Der Orchestergraben ist abgedeckt und erweitert die Spielfläche in den Zuschauerraum . . .
Lieber Opernfreund-Freund, – fünf Jahre, nachdem der letzte Vorhang für die Tosca von Sandra Leupold gefallen ist, die sich über 10 Jahre im Wiesbadener Spielplan hat halten können, präsentiert das Staatstheater nun eine neue, vergleichsweise düstere Version des Sardou-Stoffes. Dabei hat man in den Hauptrollen gleich drei Gäste verpflichtet – und man fragt sich im ersten . . .
Lieber Opernfreund-Freund, – wenn ein Haus eine seiner erfolgreichsten Produktionen - Intendantenwechsel hin oder her – ab- und mehr oder weniger nahtlos durch eine Neuinszenierung des gleichen Werkes ersetzt, ist die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Kann die neue Produktion an Kraft und Erfolg der bisherigen anknüpfen oder zeigt sich, dass ein „alter Zopf“ ohne Not . . .
In der Schrift „Eine Mitteilung an meine Freunde“ hat Richard Wagner den Fliegenden Holländer eindeutig charakterisiert: Es sei „die Sehnsucht des Odysseus nach Heimat, Herd und Eheweib“ die diese mythische Figur, halb Ahasverus, halb Seefahrer, kennzeichne. Diese „dem ewigen Juden noch verwehrte Erlösung kann der Holländer aber gewinnen durch - ein Weib, das sich aus Liebe ihm . . .
György Ligetis Anti-Anti-Oper Le Grand Macabre aus dem Jahr 1978 erlebt gerade eine erstaunliche Renaissance. Vor elf Monaten brachten die Oper Frankfurt und die Staatsoper Wien nahezu zeitgleich Neuproduktionen heraus, es folgte zum Ende der zurückliegenden Spielzeit die Bayerische Staatsoper. Eine Spielzeiteröffnung mit diesem wohl schrillsten Erzeugnis des zeitgenössischen Musiktheaters . . .
Mit dem Fokus auf die Opernhäuser im Rheinland haben wir das Ende unserer Bilanzen zu einzelnen Häusern und Regionen erreicht. Wie im vergangenen Jahr präsentieren wir nun wieder Bilanzen von Kritikern, die im Laufe einer Spielzeit gezielt zu einzelnen, vielversprechenden Produktionen im In- und Ausland reisen. Den Anfang macht eine Rundblick über kleinere und mittlere Häuser, die - wie sich . . .
Auch in diesem Jahr haben wir unsere Kritiker wieder gebeten, eine persönliche Bilanz zur zurückliegenden Saison zu ziehen. Wieder gilt: Ein „Opernhaus des Jahres“ können wir nicht küren. Unsere Kritiker kommen zwar viel herum. Aber den Anspruch, einen repräsentativen Überblick über die Musiktheater im deutschsprachigen Raum zu haben, wird keine Einzelperson erheben können. Die . . .
Eine Trilogie der „letzten Werke“ hatte sich Uwe Eric Laufenberg für seine letzte Wiesbadener Spielzeit vorgenommen mit Mozarts Zauberflöte, Shakespeares Sturm und als krönendem Abschluß Verdis Falstaff. Alle drei Werke sollten durch ein Einheitsbühnenbild verbunden werden. Rolf Glittenberg hat es als große, hohe, lichte Halle entworfen, an den Seiten mit klassizistisch-schlichten . . .
Requiem für Liù – Jede Turandot-Inszenierung steht und fällt mit der Grundentscheidung für die Fassung, die man zur Aufführung wählt. Puccini hat bekanntlich die Komposition seiner letzten Oper nicht beendet. Zur postumen Uraufführung wurden die Finalszenen vom Komponisten Franco Alfano ergänzt. Auch Luciano Berio hat eine Fassung für den Schluß erstellt. Bei der Frage, ob diese . . .
Beinahe wäre diese Produktion den Wirren um das Ende der Intendanz Laufenberg zum Opfer gefallen. Sie stand auf der Streichliste des mit dem Intendanten verfeindeten Geschäftsführers, blieb dann aber zu guter Letzt von einer Absetzung verschont. Das ist ein Glück, denn man bekommt im Freischütz nicht alle Tage eine derart stimmige Besetzung geboten. So zeigt Thomas Blondelle als Max erneut . . .
Als Stephen Sondheim im November 2021 im gesegneten Alter von 91 Jahren starb, rühmten die Nachrufe ihn als anspruchsvollsten Musical-Komponisten des 20. Jahrhunderts. Kreativ und „sophisticated“ habe er das Erbe der großen Shows der „goldenen Ära“ aus den ersten beiden Nachkriegsjahrzehnten angetreten, um es zu revolutionieren und die Türen aufzustoßen für eine neue Art Musical, . . .
Erneut präsentierte das Hessische Staatstheater Wiesbaden eine herausragende Aufführung von Dmitri Schostakowitschs Oper "Lady Macbeth von Mzensk" am 10. November 2023. Unter der einfühlsamen Regie von Evgeny Titov und den eindrucksvollen Bühnenbildern von Christian Schmidt wurde die fesselnde Geschichte ohne Schnörkel und direkt zum Leben erweckt. Die klare Struktur des Handlungsverlaufs . . .