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Wroclaw (Breslau)

www.opera.wroclaw.pl/1/

 

 

LES PÊCHEURS DE PERLES

Aufführung am 8.5.16

Premiere 2013

Das älteste polnische Opernhaus steht in Breslau, denn es stammt ursprünglich aus dem 18. Jahrhundert, aber das von Carl Ferdinand Langhans errichtete Gebäude wurde in den Jahren 1865 und 1871 von Bränden heimgesucht, sodass es von Carl Johann Lüdecke erheblich umgebaut werden musste, dann aber glücklicherweise in den beiden Weltkriegen zwar beschädigt, aber nicht zerstört wurde. 2005 wurde es generalsaniert, wobei auch die von der Oder 1997 bewirkten Hochwasserschäden beseitigt wurden. Der wunderschöne Saal hat in Parkett und vier Rängen insgesamt 1600 Sitzplätze, wirkt aber ausgesprochen intim. Intendantin und künstlerische Leiterin des Hauses ist seit 1995 Ewa Michnik. Vorher war die 1943 geborene Dirigentin (wohl eine der allerersten Frauen, die diesen Beruf ergriffen haben), die sich u.a. bei Hans Swarowsky perfektioniert hat, von 1980 bis 1995 in Krakau tätig. Für ihre Pflege des Werks von Richard Wagner in Polen (u.a. ist „Parsifal“ im Repertoire, und es gab auch schon eine Tetralogie) erhielt Michnik 2014 den Richard Wagner-Preis der Stadt Leipzig.

Bei meinem Besuch in der Kulturhauptstadt 2016 (die übrigens in ihrer Universität den schönsten Barockraum Polens beherbergt, den vom Habsburger Kaiser Leopold I. gestifteten Musiksaal Leopoldinum) ergab sich die Gelegenheit, eine Aufführung von Georges Bizets Jugendwerk zu erleben. Die aus 2013 stammende Produktion ist überaus ästhetisch und eine Freude für das an Fetzen, graue Farben, schwere Mäntel, Sonnenbrillen etc. gewöhnte Auge des leidgeprüften Opernbesuchers. Als Regisseur, Bühnenbildner und Lightdesigner war Waldemar Zawodzinski tätig, der Sänger und Chor sehr lebhaft agieren ließ. (Der von Anna Grabowska-Borys einstudierte Chor erwies sich in seiner Klangfestigkeit als besonders erfreuliche Überraschung; vor allem die Bässe machten der für diese Stimmlage berühmten slawischen Tradition alle Ehre).

Manchmal erinnerte das Bild an die Symbolik der Mayavölker, dann wieder war das Schiff, das Leïla zu den Perlenfischern bringt, angedeutet, oder man sah ein mit geheimnisvollen Schriftzeichen umgebenes Auge, das wohl einem strafenden Gott zuzuschreiben war. Dies alles in wunderschönen Farben, die noch übertroffen wurden von denen der Kostüme (Malgorzata Sloniowska unter Mitarbeit des Regisseurs), die trotz ihrer Farbigkeit nie kitschig wirkten. (Dass sie für einfache Menschen, wie diese Perlenfischer es sind, recht luxuriös ausgefallen waren, soll uns die Freude daran nicht verderben). Schließlich ist noch die Choreographie von Janina Niesobska zu erwähnen, die vom Ballett des Hauses überaus schwungvoll dargeboten wurde.

Auch musikalisch hatte die Aufführung viele Meriten: Da war zunächst das Dirigat von Ewa Michnik, der es gelang, mit dem willig mitgehenden Orchester große Spannung aufzubauen. Wenn man bedenkt, dass die beiden Ohrwürmer des Werks, das Duett Tenor/Bariton „Au fond du temple saint“ und die Tenorarie „Je crois entendre encore“, im 1. Akt stattfinden, so ist es eine besondere Leistung der Dirigentin, die Spannung im dramaturgisch schwachen 2. und 3. Akt noch bedeutend gesteigert zu haben.

Die Sänger gehören alle dem festen Ensemble der Breslauer Oper an: Nach einem etwas nervösen ersten Auftritt fand Joanna Moskowicz als Leïla mit weichem lyrischem Sopran zu einer ausgezeichneten, expressiven Leistung. Der Bariton des Letten Valdis Jansons ist ein wenig trocken, aber dem persönlichkeitsstarken Künstler gelang es, die Facetten der Figur des Zurga zwischen Freundschaft und Eifersucht sehr überzeugend auszuloten. Der Russe Nikolay Dorozhkin tat sich mit der für die große Arie des Nadir verlangten voix mixte etwas schwer, gefiel aber mit der beherzten Darstellung des verliebten Jünglings. (Besonders hübsch war der Regieeinfall, das berühmte Freundschaftsduett auf zwei Hängebetten während des Rauchens einer Wasserpfeife singen zu lassen, was die richtige träumerische Atmosphäre ergab). Als böser Oberpriester Nourabad ließ Marek Pasko einen recht verbraucht klingenden Bass hören.

Begeisterter Beifall dankte für eine sehr stimmige Aufführung, die dem Niveau einer europäischen Kulturhauptstadt entsprach.                                                                            

Eva Pleus 17.5.16

Bilder: Opera Wroclawska

 

 

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