DER OPERNFREUND - 47.Jahrgang - Europas Nr. 1
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DER FREISCHÜTZ

Premiere auf Schloss Tabor, 6. August 2015

Bei Fassbaender siegt das Böse

Festivalintendant Dietmar Kerschbaum legt die Latte hoch, wenn er auf der  Website - sprachlich wohl ein wenig holprig - schreibt:

„jOPERA jennersdorf festivalsommer als Aushängeschild wirtschaftlicher und politischer Prosperität blickt innerhalb weniger Jahre auf eine bemerkenswerte Entwicklung zurück. Als Ort glanzvoller Repräsentation und Symbol für das Ansehen einer kultivierten Gesellschaft hat jOPERA damit auch die Verpflichtung übernommen, Oper auf höchstem Niveau zu realisieren und sich seinen theatralischen und visuellen Kräften zu stellen.“

Nach der gestrigen Freischütz-Premiere kann attestiert werden, dass auch im 13.Jahr des Bestehens des Festivals im österreichisch-slowenisch-ungarischen Ländereck eine respektable Aufführung gelungen ist, die die lokale Prominenz aus Politik und Wirtschaft auf Schloss Tabor versammelt hat. Bei herrlichem Sommerwetter genoss man nicht nur die Opernaufführung, sondern in der Pause, vor und nach der Vorstellung natürlich auch  die regionalen kulinarischen Köstlichkeiten. Also es stimmt schon: „wirtschaftliche und politische Prosperität“, „Ort glanzvoller Repräsentation“ und „kultivierte Gesellschaft“ (wie auch immer man das verstehen will….)!

Und war es auch „Oper auf höchstem Niveau“?

Da meine ich, dass es so manch Interessantes, klug Durchdachtes und Gelungenes gab, dass es aber auch noch genügend Steigerungspotential gibt!

Vor der alljährlichen Premiere war in den letzten Jahren immer der Intendant, Hauptdarsteller und Hausherr Dietmar Kerschbaum allgegenwärtig - er begrüßte im legeren Sommeranzug die eintreffenden Gäste persönlich, sprach dann auf der Bühne Begrüßungs- und Dankesworte, warf sich zuletzt in sein Bühnenkostüm und trat meistens in einer Hauptrolle vor das Publikum - gleichsam ein Theaterprinzipal alter Tradition. Diesmal war alles anders: die charmante PR-Verantwortliche kümmerte sich um die Ehrengäste und „steuerte“ die Fotos der Prominenz - und vor allem: die große Bühnenkünstlerin und Regisseurin der Produktion Kammersängerin Brigitte Fassbaender hatte ein Machtwort gesprochen („eine schwere Partie wie der Max braucht Konzentration vor dem Auftritt“), kam selbst auf die Bühne, begrüßte charmant-souverän die Prominenz und dankte den Sponsoren.

Und Fassbaender war zweifellos bei dieser Produktion die zentrale Figur: von ihr stammt nicht nur „Bearbeitung und Regie“, liest man die Lebensläufe der Gesangssolisten, dann weiß man, dass sie zweifellos auch bei der Auswahl des Sängerteams entscheidend beteiligt war - und ich meine, dass es wohl auch sie gewesen sein wird, die dafür sorgte, dass es diesmal an der Bühnenrampe fünf Mikrofone gab, die die Sänger verstärkten. Damit ging zwar das verloren, was Dietmar Kerschbaum ursprünglich an diesem Schlosshof fasziniert hatte: die gute natürliche Akustik ohne jegliche elektronische Verstärkung - siehe dazu das über sechs Jahre zurückliegende  Interview -, aber es half natürlich gerade den beiden Hauptfiguren Agathe und Max, sich gegenüber dem Orchester zu behaupten. Bei der Tontechnik gibt allerdings durchaus noch Verbesserungspotential: das elektronisch verstärkte Klappern der Stöckelschuhe des Ännchen stört und die Aussteuerung der Verstärkeranlage war nicht immer optimal - z.B., wenn die Akteure auf der linken oder rechten Seitenbühne positioniert waren. Außerdem geriet durch die Verstärkung der Sänger das Orchester akustisch ein wenig in den Hintergrund. Aber zurück zu Brigitte Fassbaender und ihrem Konzept des omnipräsenten Bösen:

Ihre Begrüßungsworte werden abrupt abgeschnitten - Samiel tritt auf und spricht den Text von Maxens erster großer Szene in der 3.Person: „Was weiht dem falschen Glück sein Haupt?“ und endet mit „lebt kein Gott?“. Erst dann setzt das Orchester mit der Ouvertüre ein - wahrhaft ein wirkungsvoller Effekt: die ersten acht Adagio-Takte haben nach diesem Gotteszweifel plötzlich eine ganz andere, eine eindrucksvolle Farbe! Die gesamte Ouvertüre wird szenisch belebt - und minutiöser Beachtung der einzelnen musikalischen Themen erscheinen die bösen Geister und die Hauptfiguren des Stücks. Das ist handwerklich gekonnt und klug gestaltet, ohne dadurch den Geist und Duktus der Musik zu beeinträchtigen. Der erste Akt ist mit präziser und stets stimmiger Führung von Solisten und Chor ausgezeichnet gestaltet. Anhand der Kostüme (Susanne Özpinar)  nimmt man wahr, dass das Stück in die Jahre nach dem 2.Weltkrieg verlegt ist - die Handlung wird konsequent und spannungsvoll erzählt. Die von Fassbaender geschickt gestrafften Dialoge werden plastisch gesprochen - es entstehen keinerlei Längen oder Peinlichkeiten, die stete Präsenz von Samiel als Drahtzieher des Geschehens ist überzeugend - man erlebt blutvolles Theater. Und auch musikalisch gibt es Erfreuliches zu vermelden: der junge Matthias Wölbitsch ist ein rollendeckender und stimmlich prägnanter Kilian, der erfahrene Senior KS Rolf Haunstein ist ein gütig-eindrucksvoller Erbförster Kuno mit dem nötigen Gewicht, der Philharmonia-Chor Wien (Leitung: Walter Zeh) und der jOPERA Kinder-und Jugendchor (Leitung: Alexandra Rieger) singen frisch und agieren animiert.

Und vor allem ist Derrick Ballard ein exzellenter, stets die Bühne beherrschender Kasper mit einer Prachtstimme und makelloser deutscher Diktion. Man versteht, dass er eben in Mainz als Hans Sachs, aber auch als Scarpia gefeiert wurde. Er hat für den Kaspar das nötige dunkel-timbrierte Organ, das er technisch makellos von den Basstiefen bis in die die heldenbaritonalen Höhen führt. Er bot die beste Gesamtleistung des Abends und wurde beim Schlussbeifall zu Recht gefeiert. Ein zweiter gewichtiger Pluspunkt der Besetzung war der Schauspieler Gerhard Kasal als Samiel - mit schneidend-scharfer Stimme und elegant-teuflischer Gelenkigkeit verkörpert er beklemmend das Böse und treibt effektvoll die Handlung voran. Ich gestehe, mir war es etwas bange, als ich erfuhr, dass sich Dietmar Kerschbaum an den Max wagt, ist das doch eine Rolle, die üblicher Weise dem jugendlich-dramatischen Tenorfach zugerechnet wird - Kerschbaum hingegen kommt aus dem Buffo- und Charakterfach, das er derzeit an ersten Häusern z.B. in Paris und Berlin singt, wie man seinem Terminplan entnehmen kann. Ich wurde durchaus positiv überrascht: Kerschbaum gestaltete den Max nicht als Heldenfigur, sondern als einen unter Leistungsdruck stehenden und von Zweifeln zerfressenen Schwächling überzeugend. Für diese Interpretation reichte sein Stimmmaterial, das er mit ausgezeichneter Textartikulation intelligent einsetzte. Die einheitliche Kostümierung von Max und Kasper konnte man in dieser Inszenierung auch so deuten, dass Max und Kasper die beiden Seiten einer Persönlichkeit sind - das Zusammenspiel der beiden mit Samiel war jedenfalls eindrucksvoll.

Neben den profilierten Herren hatten es die beiden Damen nicht ganz einfach. Simona Eisinger war - schon durch die Kostümierung mit Latzhose - eher ein burschikos-ruppiges als ein mädchenhaft-charmantes Ännchen. Die sicher geführte Stimme wirkt eher spröd und ist in der Höhe nicht immer ganz zentriert. Aber das Duett mit Agathe und die darauffolgende Ariette „Kommt ein schlanker Bursch gegangen“ gelangen mit erfreulicher Wortdeutlichkeit sehr ordentlich. Für Renate Pitscheider gilt das, was ich für ihren Max (und Ehemann im wirklichen Leben) Dietmar Kerschbaum befürchtete: die Agathe ist wohl nicht ihr Stimmfach. Es fehlt ihr für diese Partie einfach die breit ausschwingende Mittellage und die jubelnde Höhe eines lyrischen deutschen Soprans. Aber auch hier sei gerne bestätigt, dass sie mit ihrer Erfahrung und stimmlichen Intelligenz und ihrem warm-timbrierten Organ die große Szene „Wie nahte mir der Schlummer“ respektabel gestaltete. Und eines sei noch gesagt: es ist seit Jahren eine charmante Facette der Freilichtaufführungen auf Schloss Tabor, dass das Stammpublikum hier immer das Ehepaar Pitscheider/Kerschbaum in zentralen Rollen erleben kann - das gehört gleichsam zum Lokalkolorit dieses Festivals - und man freut sich auch, im Kinderchor die Namen ihrer beiden Kinder zu entdecken!

Nach dem Terzett Agathe, Ännchen und Max wurde das Publikum etwas abrupt - und entgegen Webers Intentionen - in die Pause entlassen. Man versteht: die Wolfsschlucht brauchte Zeit für den Umbau, aber unbefriedigend war der Pauseneinschnitt an dieser Stelle dennoch. Die Wolfsschlucht-Szene war klug gelöst - anstelle von altbackenem romantischen Geisterwald waren Max, Kasper und Samiel von allen anderen Figuren des Stückes umgeben, die mit Masken regungslos an Tischen saßen und wohl die Komplexe, Ängste und Träume von Max verkörperten. Samiel fegte mit seinen fünf Gespenstern (virtuos tänzerisch gestaltet in der Choreographie von Florian Hurler) durch den Raum, der so wie in allen Akten durch jenen überdimensionalen Baum beherrscht war, der im Libretto als „vom Blitz zerschmettert, ganz verdorrt“ bezeichnet wird (Bühnenbild: Franz Cserni). Dazu gab es Feuerkessel, Nebelschwaden - also alle Elemente des Unheimlichen. Gerne ließ man sich in das Grauen hineinziehen, das Fassbaender da durch Samiel und seinen Gehilfen Kasper effektvoll und bühnenwirksam in Szene setzte.

In den letzten beiden Bildern gab es dann leider einen deutlichen  Bruch in der Qualität des Abends - musikalisch wie szenisch: da enttäuschte zunächst Renate Pitscheider mit der Cavatine der Agathe “Und ob die Wolke sie verhülle“. Eigentlich dachte ich, diese einfach-liedhafte Szene müsse ihr gut liegen - aber da gab es merkliche Intonationstrübungen und unruhige Phrasen. Vielleicht war es auch bloß Premierennervosität, vielleicht war es aber auch mitbeeinflusst durch den unsäglichen szenischen Einfall, diese innige Gebetsszene mit einem Frühstückstablett samt Frühstücksei zu banalisieren - wie auch immer: das war nicht gelungen. Dann folgte die große Ännchen-Szene mit einem verwackelten Bratschen-Solo und mit einem kompletten Ausstieg der Sopranistin am Ende - der Dirigent hatte alle Hände voll zu tun, die Szene zu einem gemeinsamen Ende zu bringen…… Die Brautjungfern-Szene - alle ganz in Rot gekleidet (?) - hatte zumindest den Charme des sich unter die Brautjungfern mischenden Samiel, der auch eine neu getextete Strophe solistisch „singen“ und die Kranz-Schachtel überreichen durfte. Der Jägerchor litt darunter, dass er mit den 14 Männer-Stimmen einfach zu klein besetzt war. Und dem Finale fehlte das stimmliche Gewicht: Max schien stimmlich müde und glanzlos, der Eremit von Marc Kugel war stimmlich untergewichtig und eher kurios anzusehen in seinem weißen Fantasiegewand und seiner eigentümlichen Maske. Nur der Ottokar des 23-jährigen Vincenzo Neri  mit seiner markanten und gut sitzenden Baritonstimme ließ aufhorchen - da scheint eine interessante Stimme heranzuwachsen! Vor allem aber war das Finale so inszeniert, dass einfach kein freudiger Schlussapplaus aufkommen konnte: Ottokar geht mit den beiden Damen (Agathe und Ännchen) am Arm ab, Max bleibt allein an einem Biertisch sitzend zurück. Der abgehende Chor singt in strahlendem C-Dur „lasst uns fest der Milde des Vaters vertrau’n“ - dazu treten Kilian und Samiel mit seinen Geistern auf, Samiel reicht Max einen gefüllten Bierkrug, alle heben den  Bierkrug zum Mund und Max schreit „Samiel“. Was soll uns damit vermittelt werden? Hat das Böse gesiegt? Wenn schon Brigitte Fassbaender nicht der göttlichen Erlösung vertrauen will, dann wäre ihr vielleicht jene Lösung zu empfehlen gewesen, die bei der Wiener Erstaufführung des „Freischütz“ am 3. November 1821 gewählt wurde: damals musste der Eremit gestrichen werden - Metternichs Spitzel witterten josephinischen Reformgeist….

Schade! Der misslungene Schlussakt überlagerte die vielen Positiva und die guten Leistungen der ersten beiden Akte - und das mag wohl eine wesentliche Ursache dafür sein, dass der Schlussbeifall nur zögerlich in Gang kam und insgesamt eher reserviert ausfiel. In meinem Bericht soll allerdings nicht das Negative am Ende stehen, daher ein ausdrückliches Lob für die Musikerinnen und Musiker der Jungen Philharmonie Brandenburg, die wie jedes Jahr bei diesem Festival im Orchestergraben sitzen - diesmal unter der Leitung des erfahrenen GMD Georg Fritzsch aus Kiel. Da wurde herzhaft und ambitioniert musiziert - der Freischütz fordert ja vom Orchester viele exponierte Soli. Und da gelang vieles sehr schön (z.B. der Flöte im Schlussbild oder den Hörnern in der Ouvertüre). Die Zusammenarbeit mit der Jungen Philharmonie Brandenburg ist ein wichtiger Mosaikstein in der verdienstvollen und vielfältigen Arbeit des Festivals auf dem Gebiet der Kulturvermittlung für Kinder und Jugendliche - auf die Festivalprogrammpunkte Kinder-Camp (Kreativcamp für Kinder rund um die Oper DER FREISCHÜTZ für Kinder von 5 bis 8 Jahren) und Kinderoper (Hänsel und Gretel) sei ausdrücklich hingewiesen. Das sind wichtige Aktivitäten um junge Opernfreunde zu gewinnen!

Hermann Becke, 7.8.2015

Aufführungsfotos: Jennersdorf Festivalsommer jOPERA

PS: Dass selbst am Abend nach der Premiere auf der Festival-Website  der Freischütz noch immer mit Figaro-Fotos des Vorjahres angekündigt wurde, ist betrüblich - umso dankbarer bin ich, dass mich das PR-Büro schon vor der Premiere direkt mit Fotomaterial versorgt hatte - so kann ich dem Opernfreund-Leser auch einen optischen Eindruck der - trotz einiger Einwände - empfehlenswerten Produktion vermitteln!

 

Hinweise:

-         TV-Probenbericht

-         Wiederholungsaufführungen:
08., 09., 12., 14., 15 und 16. August 2015

         Kartenservice: https://shop.jetticket.net/jopera/Events.aspx

-         Für das nächste Jahr ist „Die Fledermaus“ angekündigt

 

 


 

DIE HOCHZEIT DES FIGARO

Premiere auf Schloss Tabor am 7. August 2014

Niveauvoller sommerlicher Opernabend

In diesem Jahr hat der „festivalsommer jOPERA“ im burgenländischen Dreiländereck Österreich/Ungarn/Slowenien in seinem Programmheft ein alle Kritiker entwaffnendes Wort aus einem Brief  von Rainer Maria Rilke als Motto vorangestellt: „Kunst-Werke sind von einer unendlichen Einsamkeit und mit nichts so wenig erreichbar als mit Kritik. Nur Liebe kann sie erfassen und halten und kann gerecht sein gegen sie.“

Mozarts Dramma giocoso ist zweifellos ein einsamer Höhepunkt der musikalischen Opernkomödie  - und eines kann allen Ausführenden in diesem  Premierenbericht vorweg bestätigt werden: die Produktion begegnet dem Meisterwerk mit spürbarer und kenntnisreicher Liebe. Fast ist man geneigt zu sagen, dass diesmal vielleicht die schönste Gesamtleistung seit Jahren gelungen ist – und die Latte ist für diese Sommeroperproduktionen wahrlich hoch, wie der interessierte Opernfreund in den Berichten über die letzten Jahren nachlesen kann.

Die einer Freilichtaufführung immanenten Gesetzmäßigkeiten wurden geschickt berücksichtigt, ohne dass dadurch Mozarts unvergleichliche Musik beeinträchtigt wird. Der Abend begann nach den Begrüßungsworten des Festivalintendanten Dietmar Kerschbaum und nach dem Auftrittsapplaus für Orchester und Dirigenten völlig überraschend: alle Figuren des Stücks betreten die Bühne und singen das strahlende D-Dur Allegro assai des Finales. Dann sagt Basilio ( = Intendant Kerschbaum), vor diesem freudigen Finale liegt ein toller Tag, den wir nun erleben werden.

Erst jetzt beginnt das D-Dur Presto der einleitenden Sinfonia, während der alle handelnden Personen auf der Bühne des Schlosshofes pantomimisch vorgestellt werden. Das zentrale Requisit des Stückes - das große Doppelbett – wird auf die Bühne geschoben – der tolle Tag kann beginnen und es ist ganz klar: die Fäden aller Aktionen zieht der allgegenwärtige Basilio. Das ist eine durchaus charmante Idee, ist doch der Festspielintendant Dietmar Kerschbaum dieser Fädenzieher. Er ist übrigens nicht nur Basilio, sondern er hat auch im 3. Akt die Rolle des Richters Don Curzio übernommen und gibt vor jedem Akt immer in einem kurzen Satz an, was nun geschehen wird. Ich gebe gerne zu, dass ich szenischen Belebungen von Opernvorspielen grundsätzlich durchaus kritisch gegenüberstehe, aber diesmal habe ich die Idee sehr überzeugend gefunden – zum Spiel im Freien passt einfach Aktion. Und turbulente Aktion gibt es in dieser Inszenierung wahrlich in großem Maße. Bei den ersten fünf Nummern der Oper ist stets zusätzlich eine weitere Person anwesend: beim einleitenden Duettino Figaro/Susanna begutachtet zunächst der Graf die Qualität des Bettes, bei Figaros Kavatine demonstriert Susanna, dass eigentlich sie die aktive Handlungsträgerin ist, in das Duettino Susanna/ Marcellina mischt sich Bartolo ein. Das alles hat der Regisseur Robert Herzl mit seiner immensen Bühnenerfahrung sehr geschickt in Szene gesetzt. Von ihm stammt aber nicht nur die Regie, sondern auch die Bearbeitung des deutschen Textes. Ja – es wird in deutscher Sprache gesungen und das mit einer wirklich vorbildlichen Wortdeutlichkeit des gesamten Ensembles. Auch das ist eine gescheite Entscheidung für eine Aufführung, die zweifellos auch von vielen Menschen besucht wird, die kaum Opernerfahrung haben und die sich hörbar freuen, den Text bis ins Detail zu verstehen. Übrigens wurde ja der Figaro schon zu Mozarts Zeiten deutsch aufgeführt: z.B. bereits im Jahre 1787 in einer Privataufführung in Donaueschingen und 1788 in Leipzig und dann am 9.8.1788 in der ersten österreichischen Aufführung in Graz (nach der nicht allzu erfolgreichen italienischen Uraufführung in Wien im Jahre 1786).

Renate Pitscheider ist eine erfahrene Susanna. Sie spielt und singt sie noch immer entzückend. Ihr dunkel-timbrierter Sopran bezaubert vor allem in den lyrischen Phrasen und so gelingt ihr eine besonders schöne Rosenarie im letzten Akt. Aber auch in den Ensembles und in den Rezitativen ist sie immer präzis und präsent. Sie kann stets vermitteln, dass es in der ganzen Geschichte ja um sie geht. Sehr schade ist, dass ihre Arie im 2. Akt gestrichen war – eigentlich eine unverständliche Entscheidung, ist doch gerade diese Szene mit der Verkleidung des Cherubino ein besonderes Beispiel für eine handlungstragenden Arie und ein musikalisches Kabinettstück. Ihr Figaro ist der Amerikaner Derrick Ballard , der über ein breites Rollenspektrum verfügt. Im vorigen Jahr war er zum Beispiel hier ein profilierter Vater in „Hänsel und Gretel“ oder in Graz ein prächtiger König Heinrich im „Lohengrin“. In der nächsten Saison wird er in Mainz seinen ersten Sachs singen. Sein Bassbariton hat die ideale Klangfarbe für den Figaro. Er überzeugt mit gesunder Spielfreude und (als einziges nicht deutschsprachiges Ensemblemitglied!) durch makellose Textgestaltung.

Mathias Hausmann ist ein viril-aufbrausender Graf mit markantem, ausgezeichnet sitzendem Bariton. Man glaubt ihm, dass er und der umtriebige Kleinstadtbarbier Figaro, mit dessen Hilfe er seine Frau Rosina gewann, einst Freunde waren. (Insofern ist sogar plausibel, dass Figaro in seiner ersten Kavatine etwas ungewohnt singt: „Willst du, mein Freund, den Tanz mit mir wagen“). Dietmar Kerschbaum ist diesmal als Basilio (und Curzio)

in dem ihm adäquaten Stimmfach sehr gut besetzt. Er spielt und singt den intriganten Musiklehrer diszipliniert-präzis. Selbst die oft gestrichene „Eselshaut“-Arie im letzten Akt wurde ihm zugestanden – wohl um seine schon eingangs geschilderte dominierende Stellung in dieser Inszenierung zu unterstreichen.

Eine ungewohnte Besetzung war der Countertenor Thomas Lichtenecker als Cherubino. Immerhin hatte schon Beaumarchais gefordert, diese Rolle könne nur von einer jungen, sehr hübschen Frau gespielt werden – siehe dazu seine  Werkausgabe . Aber die Zeiten haben sich geändert und so hat beispielsweise erst unlängst „Countertenorlegende“ Jochen Kowalski in einem Interview  gesagt: „ Dass da noch keiner auf die Idee gekommen ist, den Octavian nun endlich mal mit einem Mann zu besetzen - weiß ich nicht. Oder den Cherubin in "Figaros Hochzeit", Mozart - da würde ich mich wahnsinnig freuen, wenn ich das noch erleben dürfte“ Thomas Lichtenecker hat jedenfalls eindrucksvoll bestätigt, dass diese Variante durchaus möglich und vertretbar ist. Vor allem dann, wenn ein Countertenor so ausgezeichnet die Mozartkantilenen singt, wie dies an diesem Abend der Fall war. Lichteneckers Stimme ist im gesamten Umfang ausgeglichen und vor allem auch im Volumen völlig ausreichend, um auch in den Ensembles zu bestehen. Dazu kam eine ungekünstelte Darstellung des pubertierenden jungen Menschen. Schade, dass die Verkleidungsszene auf ein Minimum gekürzt war und damit auch jene Szene aus dem 2.Akt nicht zu sehen war, die das im Programmheft abgedruckte und auch hier wiedergegebene Foto zeigt. Da ich kein anderes Foto des Cherubino bekam, verwende ich es, um dem Leser zumindest einen kleinen optischen Eindruck zu vermitteln.

Die Gräfin der erst 29-jährigen Anna Schoeck war eine gute Wahl – eine attraktive Bühnenerscheinung mit sehr schönen stimmlichen Anlagen, die sich mit der Erfahrung in diesem Fach noch festigen und runden werden. Auch für sie gilt das, was schon bei allen anderen gesagt wurde: man freut sich über die klare Artikulation und über sehr gute Textverständlichkeit. Sie war ihrem Alter gemäß mehr das verwöhnte junge Mädchen, als die resignierende Grafengattin. Auch in den Ensembles vermittelte sie Stilempfinden und Geschmack. Wunderbar gelang ihr gemeinsam mit Renate Pitscheider das Briefduett. Mit den erfahrenen Routiniers Regina Schörg (Marcellina), Michael Eder (Bartolo) und KS Rolf Haunstein (Antonio) sowie der jungen Elisabeth Pratscher (Barbarina) war die Besetzung ausgezeichnet abgerundet – alle stellten stimmlich und darstellerisch präsente Charaktere auf die Bühne. Sehr klug war auch die Chorfrage gelöst: der Chor im ersten Akt war überhaupt gestrichen, für die Chorpasssagen im 3.Akt wurde der sauber einstudierte Jugend- und Kinderchor eingesetzt, der bereits im Juli in einem eigenen Kinderworkshop mit dem Werk vertraut gemacht wurde – darüber gab es einen informativen Bericht im ORF mit netten Fotos und kleinen Videoausschnitten. Das Bemühen, die Jugend für die Kunstform Oper zu gewinnen, ist nicht hoch genug zu loben. Im diesjährigen Festival wird es auch noch die Kinderoper Aschenputtel nach Massenets Cendrillon geben sowie Hans Werner Henzes Märchen für Musik „Pollicino“ geben – und natürlich ist es für die lokalen Insider reizvoll, wenn im Kinderchor Sohn und Tochter des Ehepaars Pitscheider/Kerschbaum (= Susanna/Basilio) mitwirken…..

Die Chorsolostimmen im Finale des 3.Akts wurden von Barbarina und Cherubino übernommen.

Im Orchestergraben saß wieder die Junge Philharmonie Brandenburg – diesmal unter der Leitung des routinierten Dirigenten Manfred Mayerhofer, der für straffe, aber nie gehetzte Tempi und eine sehr gute rhythmische Koordination zwischen Bühne und Orchester sorgte. In diesem Jahr war allerdings – zumindest von meinem Platz in der 13.Reihe aus – die dynamische Balance zwischen Bühne und Orchester überraschend unausgewogen. Während die – unverstärkten(!) - Stimmen der Solisten sehr transparent und auch im Piano stets klangvoll-tragend zu hören waren, klang das Orchester etwas matt und speziell im Blech auch so manches Mal ein wenig unpräzis. Vielleicht sollte man einmal versuchen, das Orchester etwas höher zu setzen, damit es gegenüber den international erfahrenen Gesangssolisten gleichberechtigt zur Geltung kommen kann.

Das zweckmäßig-sparsame Bühnenbild stammt von Franz Cserni. Es ließ den (nunmehr in elegantem Grau und nicht mehr wie in den vergangenen Jahren in Kaisergelb gehaltenen) Arkadenhof des Schlosses zur gebührenden Wirkung kommen und trug durch einfache Stellwände sicher auch dazu bei, dass die Akustik für das Sängerteam ausgezeichnet ist. Die stilvoll-heiteren Kostüme stammen wie in den vergangenen Jahren von  Susanne Özpinar. Am Ende gab es verdienten und großen Beifall für alle Ausführenden und für einen niveauvollen sommerlichen Opernabend.

Hermann Becke, 8.8.2014

Fotos: Jennersdorf Festivalsommer jOPERA, Jean Van Luelik,

Wiederholungsaufführungen:
09., 10., 13., 15., 16. und 17. August 2014

Kartenservice und Information: http://www.jopera.at/kartenkaufen.html

 

 

Hinweise:

-         Erster Rundfunkbericht über die Premiere mit Kurzvideo

-         Ein hörenswerter halbstündiger Rundfunkbericht in der ORF Oe1 - Sendereihe „Intrada – Festivalmagazin“ (8.8.2014, 10h05) mit Dietmar Kerschbaum kann 7 Tage lang hier (ab 2:30) nachgehört werden.

-         Für das nächste Jahr ist Webers Freischütz in der Regie von Brigitte Fassbaender angekündigt

 

 


 

 

HÄNSEL UND GRETEL

Premiere auf Schloss Tabor, 1. August 2013

Opernfestival im Burgenland

„Auf Schloss Tabor präsentiert sich die Oper als Sinnbild wirtschaftlicher und politischer Prosperität und ist Symbol für das Ansehen einer kultivierten Gesellschaft“ schreibt der Intendant Dietmar Kerschbaum im Programmheft. Um diesen Satz und damit auch den Stellenwert dieser Opernproduktion verstehen und einschätzen zu können, ist es vorweg wichtig, unseren deutschen Leserinnen und Lesern einen kleinen historischen Überblick über die lokale Situation zu geben:

Das Burgenland ist mit seinen knapp 280.000 Einwohnern das jüngste und kleinste österreichische Bundesland. Bis 1918 gehörte das Gebiet des heutigen Burgenlandes zur ungarischen Reichshälfte Österreich-Ungarns. Als zu Ende des Ersten Weltkrieges die Habsburgermonarchie zerfiel und zwischen den neuen Republiken Österreich und Ungarn eine Grenze gezogen wurde, entstand eine breite Bewegung, die unter Berufung auf das damals propagierte „Selbstbestimmungsrecht der Völker“ den Anschluss „Deutsch-Westungarns“ an Österreich forderte. Dieser Forderung wurde bei den Friedensverhandlungen in Paris auch entsprochen: im Friedensvertrag von St. Germain vom 10. September 1919 wurde die Übergabe des inoffiziell bereits als „Burgenland“ bezeichneten Gebietsstreifens an Österreich für einen Zeitpunkt nach der Unterzeichnung und Ratifizierung des Friedensvertrags mit Ungarn in Aussicht gestellt. Ungarn beabsichtigte freilich diesen Verlust mit allen diplomatischen und politischen Mitteln zu verhindern. Als diese Mittel versagten, versuchten Freischärler mit Waffengewalt die Übergabe des Burgenlandes, die offiziell für den 28. August 1921 angesetzt war, zu verhindern. Erst im Herbst entspannte sich die Lage: Nach italienischer Vermittlung verpflichtete sich Ungarn am 13. Oktober 1921 im „Venediger Protokoll“ zur Übergabe des Burgenlandes. Um die Jahreswende 1921/22 kam das Burgenland als „selbständiges, gleichberechtigtes Bundesland“ zur Republik Österreich. 

Heute ist das Burgenland ein beliebtes Urlaubsland geworden mit einem reichen kulturellen Angebot „als Sinnbild wirtschaftlicher und politischer Prosperität“, wie der Intendant zu Recht schreibt. Auf dem Gebiet des Musiktheaters reicht dieses Angebot  von Massen-veranstaltungsorten wie dem Römersteinbruch in St. Margarethen (heuer die Dornhelm-Bohème) und der Seebühne Mörbisch (heuer Bettelstudent) mit 5000 bis 6000 Besuchern pro Abend bis zu dem seit zehn Jahren bestehenden Festivalsommer Jennersdorf jOPERA. Der Hof des Schlosses Tabor im burgenländisch-ungarisch-slowenischen Grenzraum bietet zwar nur knapp 900 Plätze, aber dafür gibt es hier keinerlei elektronisch unterstützte Akustik. Man hört Orchester und alle Stimmen völlig unverfälscht – und das genießt man als Opernfreund sehr!  Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums konnte der Intendant eine große Schar von Ehrengästen begrüßen – darunter einen aus dem Burgenland stammenden Bundesminister, den Landeshauptmann (entspricht einem deutschen Ministerpräsidenten) samt einer Reihe von Landesregierungsmitgliedern, aber auch die Vertreter der umliegenden Gemeinden und  der zahlreichen Sponsoren. Mit berechtigtem Stolz verwies der Intendant darauf, dass jOPERA in 10 Jahren rund 100.000 Gäste besucht haben - die Politiker stellten sich mit lobenden Glückwunschadressen ein.  

Die Oper: Genussvoller Sommeropernabend! 

Bevor noch das Orchester mit dem Vorspiel beginnt, betreten Hänsel und Gretel die Bühne und begeben sich in das dort stehende Wohnmobil – die Eltern sind offenbar fahrende Schrottsammler. Der Fernseher wird hervorgeholt – in den Nachrichten hört man nicht nur den Wetterbericht für das Südburgenland, sondern auch die Warnung vor dem sich im Bezirk Jennersdorf herumtreibenden „kannibalischen Transvestiten“ Dietmar K., der es auf Kinder abgesehen habe.(Das Publikum lacht ob dieses Gags mit Lokalkolorit!) Dann legen sich Hänsel und Gretel zur Ruhe und das Orchester beginnt das Vorspiel mit dem Motiv des Abendsegens.

 Wie in den letzten Jahren spielt im Orchestergraben die Junge Philharmonie Brandenburg unter dem Frankfurter Generalmusikdirektor Sebastian Weigle, der das junge Ensemble sehr konzentriert durch die gar nicht so einfache Partitur von Engelbert Humperdinck geleitet. Viele Passagen gelingen sehr schön, vor allem ist das Orchester sehr gut auf die trockene Akustik des Hofes eingestellt und es wird auch sehr einfühlsam auf die Singstimmen eingegangen. Der Hänsel von Adrineh Simonian, einer in Wien ausgebildeten und an der Wiener Volksoper engagierten Armenierin, ist schauspielerisch hervorragend gestaltet und stimmschön gesungen. Für sie gilt das, was durchwegs für alle Solisten erfreut festgestellt werden kann: die Wortdeutlichkeit ist vorbildlich! Renate Pitscheider ist eine erfahrene Gretel mit dunkel-timbrierter Stimme und ebenso überzeugendem Spiel. Die Eltern sind ebenfalls sehr gut besetzt: Christa Ratzenböck schafft auch die heiklen Höhen dieser Partie ohne Schärfen und Derrick Ballard überzeugt mit seinem dunklen Bassbariton als Peter ( Man darf gespannt sein, wie ihm im Herbst bei der Saisoneröffnung in Graz der König Heinrich im Lohengrin gelingen wird). Das Wohnmobil wird am Ende des 1.Bilds zum Gaudium des Publikums effektvoll von der Bühne geschafft. 

 Der Wald im 2.Bild besteht zwar nur aus einem einzigen Baum und rebenbewachsenen Schlosswänden, aber es gelingt, durch geschickte Lichttechnik stimmungsvolle Waldatmosphäre zu vermitteln, in der zunächst Pitscheider sehr ruhig und lyrisch „Ein Männlein steht im Walde“ singt. Dann werden Hänsel und Gretel durch den (in den Schlossarkaden postierten) Kuckucksruf zu ausgelassenem Spiel verlockt, bis plötzlich in der hereinbrechenden Dämmerung Hänsel den Weg aus dem Wald nicht mehr findet. Das alles wird in überzeugender Personenführung durch den Regisseur Josef E.Köpplinger konventionell, aber nie platt vermittelt. Das Sandmännchen – ebenso wie später das Taumännchen klar durch Birgitta Wetzl gesungen – geleitet Hänsel und Gretel nach einem sehr ausgewogen vorgetragenem Abendgebet in den Schlaf. Im Originallibretto heißt es dann:

„Vierzehn Engel, in lichten, lang herabwallenden Gewändern, schreiten paarweise, während das Licht an Heiligkeit zunimmt, in Zwischenräumen die Wolkentreppe hinab und stellen sich, der Reihenfolge des "Abendsegens" entsprechend, um die schlafenden Kinder auf. Das erste Paar zu den Häuptern, das zweite zu den Füssen, das dritte rechts, das vierte links; dann verteilen sich das fünfte und das sechste Paar zwischen die andern Paare, so dass der Kreis der Engel vollständig geschlossen wird. Zuletzt tritt das siebente Paar in den Kreis und nimmt als "Schutzengel" zu beiden Seiten der Kinder Platz. Die übrigen Engel reichen sich nunmehr die Hand und führen einen feierlichen Reigen um die Gruppe auf. Die ganze Szene ist von intensivem Lichte erfüllt. Während die Engel sich zu einem malerischen Schlussbilde ordnen, schließt sich langsam der Vorhang.“

In unserer rationalistisch orientierten Zeit vertraut kaum ein Regisseur mehr dem religiös intendierten Motiv des Behütetseins durch die eigenen Gedanken und Taten in Gestalt der Schutzengel - und so hat Köpplinger ein Bild aufgegriffen, das vor ihm schon wiederholt bemüht wurde - z.B. von Brigitte Fassbaender in ihren Inszenierungen in Augsburg (1992) und Graz (2012): es steigen nicht die Engel von der Himmelstreppe herab, sondern es erscheinen 14 weißgekleidete „Ahnen“, die über die schlafenden Kinder einen Schleier breiten. Meiner Meinung nach ist das eine Verlegenheitslösung – aber sie war diesmal vor allem durch eine sehr gelungene Beleuchtung zumindest sehr stimmungsvoll umgesetzt.  

 Das dritte und letzte Bild wird zunächst anstelle eines Lebkuchenhauses von einem mit kommerziellen Süßigkeiten übervollen Einkaufswagen dominiert. Das schaut zwar poppig aus, passt aber letztlich so gar nicht zum gesungenen Text. Und dann kommt der Intendant als aufgedonnerte Hexe. Dietmar Kerschbaum spielt mit großem Einsatz, artikuliert deutlich, aber zu wenig scharf und bleibt letztlich doch einiges im Stimmlichen schuldig. Aber im allgemeinen Klamauk mit einem auch durch den Zuschauerraum tobenden Hexenritt stört dies nicht. Der Lokalmatador wird heftig beklatscht. 

 Die Hexe entpuppt sich schließlich als Transvestit, ohne dass dies eine schlüssige Bereicherung des dramaturgischen Ablaufs des Stückes wäre. Es bleibt bloß eine Anknüpfung an den platten lokalen Gag der Einleitung, in der im Fernsehen vor dem „kannibalischen Transvestiten“ im Bezirk Jennersdorf gewarnt wurde – siehe oben. Und der Gag ermöglicht es, den Intendanten in einer weiteren Verkleidung zu zeigen. 

 Das Stück endet zwar mit der Erlösung der Kinder – sauber gesungen vom jOPERA Kinder- und Jugendchor (einstudiert von der Produktionsleiterin Alexandra Rieger) – aber die zuvor in den Ofen gestoßene Hexe bleibt verschwunden und erscheint nicht als Lebkuchenhexe, wie dies das Originallibretto vorsieht  - Zitat:  „Unterdessen haben zwei Knaben die Hexe als großen Lebkuchen aus den Trümmern des Zauberofens gezogen“ . Vater Peter singt dennoch unverdrossen „Kinder, schaut das Wunder an, wie die Hexe hexen kann, wie sie hart, knusperhart selber nun zum Kuchen ward!“  . Statt der Hexe erscheinen Polizisten und Amtspersonen, die den Ofen abriegeln und die offenbar mit der Untersuchung eines Gewaltverbrechens beginnen – wahrlich kein sehr zündender Einfall, der den Text des wunderschön musizierten Schlussensembles „wenn die Not aufs höchste steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht!“  unnötig konterkariert.

Das Publikum spendet reichen Beifall, ist dankbar für einen musikalisch qualitätsvollen, optisch durchaus kulinarischen Opernabend (sehr schöne Kostüme wie in jedem Jahr von Susanne Özpinar !) , der durch seine Regie nicht beunruhigt und schreitet – à propos kulinarisch – wieder zu den lokalen Buffetköstlichkeiten, die auch schon vor der Vorstellung – natürlich auch vom Berichterstatter! - in reichem Maße genossen wurden. Das ist wohl das, was der Intendant in seinem eingangs zitierten Satz meint: „Oper als Symbol für das Ansehen einer kultivierten Gesellschaft“.

Es ist eine durchaus berechtigte Facette des heutigen Opernbetriebes abseits von beunruhigendem Regietheater. Hier wird man nicht zum Nachdenken gezwungen – man genießt ganz einfach einen wunderschönen Sommeropernabend.

Hermann Becke, 02.08.13

Fotos: Jennersdorf Festivalsommer jOPERA, www.jdf-events.at

 

Kartenservice und Information: http://www.jopera.at/kartenkaufen.html

 

 

 

 

 

DER WILDSCHÜTZ

Besuchte Vorstellung:  02.08.2012

Intendant Dietmar Kerschbaum schreibt stolz im diesjährigen Programmheft: „J:opera Jennersdorf/Festivalsommer“ hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem europäischen Opernfestival der Spitzenklasse etabliert.“ Und wirklich: Wie erfreulich hat sich diese ambitionierte Initiative in den vergangenen 10 Jahren entwickelt!

Ich erinnere mich gut an die durchaus gelungene Don-Giovanni-Produktion des Jahres 2005 in noch wesentlich kleinerem, ein wenig improvisiertem Rahmen mit vielleicht knapp 300 Plätzen und einem stimmungsvollen Baum mitten im Hof. Heute gibt es in diesem Hof des Batthyány-Schlosses Tabor eine professionelle Publikumstribüne mit 900 Plätzen und einem Orchestergraben (der Baum mußte weichen). Und diese Tribüne ist – bei herrlichem Sommerwetter mit nächtlichem Vollmond – bei der diesjährigen Premiere vollbesetzt.

Schon zwei Stunden (!) vor Vorstellungsbeginn sammelt sich das erwartungsfrohe Publikum vor dem Schloß – es gibt ein reiches Angebot an regionalen kulinarischen Köstlichkeiten, es spielt die örtliche Blasmusik und der Herr Intendant begrüßt respektvoll die zahlreichen Ehrengäste – an deren Spitze die österreichische Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur Claudia Schmied.

In seiner Begrüßungsrede kann Intendant Kerschbaum nicht nur Ehrengäste aus Politik und Wirtschaft sowie die Sponsoren, sondern auch so bedeutende Operngrößen wie Kammersängerin Dunja Vejzovic und Kammersänger Thomas Moser begrüßen, er fasst auch zusammen, was der heurige Festivalsommer alles bietet: sechs Wildschütz-Auführungen (samt Kreativcamp für Kinder und Jugendliche), eine internationale Sommerakademie mit Konzerten in Slowenien und im Burgenland, die Vergabe eines Giuseppe-Sinopoli-Preises als Abschluß des Meisterkurses für Gesang (Sinopoli liebte das Burgenland und hatte ein Haus bei Jennersdorf), eine Kinderoper (“Der gestiefelte Kater“ von César A.Gui), und, und ……

Dann endlich konnte die Premiere beginnen und Sebastian Weigle trat ans Pult der Jungen Philharmonie Brandenburg, deren Chefdirigent er ist. Die Junge Philharmonie Brandenburg ist hier im Dreiländereck seit 2006 das ständige Festspielorchester. Nach einem schwungvollen Einsatz in den ersten Takten geriet das Orchster im Vorspiel zunächst beträchtlich ins Wanken, sammelte sich aber dann rasch und bot unter der präzisen Leitung Weigles eine solide Leistung. Der Bayreuth-erfahrene Sebastian Weigle verstand es ausgezeichnet, Orchester, Chor und das Solistenensemble zusammenzuhalten und nach einer kurzen Eingewöhnungsphase hatte man sich „eingehört“:

Hier gibt es keine Mikrophonverstärkung – weder für das Orchester noch für die Bühne – und man freut sich an dem vom Intendanten zurecht gepriesenen „Naturklang“. Die Holzverkleidung des Orchestergrabens und die gute Hofakustik reichen aus, um bis in die hinteren Publikumsränge ein ausgewogenes Klangbild zu gewährleisten. Die Solisten forcieren nie und bieten durchwegs eine ausgezeichnete Wortdeutlichkeit, die wohl auch dem Umstand zu danken ist, dass ein ausschließlich österreichisches Ensemble auf der Bühne stand.

Dieses Ensemble wird stimmlich vom Geschwisterpaar Graf und Baronin angeführt. Paul Armin Edelmann ist nicht nur ein prächtig-stolzer Darsteller, sondern singt auch profiliert mit virilem Bariton. Renate Pitscheider singt mit ihrer zarten, dunkel gefärbten Stimme sehr sauber und souverän die Baronin. Das Publikum erfreut sich merklich daran, dass sie am Ende nach vielen Verwirrungen den Baron bekommt (der ihr angetrauter Ehemann ist)!

Der Wiener Bass Michael Eder, Ensemblemitglied der Dresdner Semperoper, ist ein sicherer Baculus. Trocken in Stimme und Spiel – das passt gut zur Rolle –, aber: menschliche Wärme und saftige Buffopräsenz gehen einem ab.

Christa Ratzenböck ist eine elegante Gräfin, der ein wenig die für diese Rolle gewohnte Alt-gefärbte Drastik fehlt.  Das Gretchen von Elisabeth Pratscher und die Nanette von Birgitta Wetzl sind charmante Begabungen am Anfang ihrer Karrieren. Und zuletzt noch ein Wort zu Dietmar Kerschbaum in der Tenorrolle des Barons: er ist ein genialer Impresario seines Festivals, ein charmanter Schauspieler – aber es kann nicht verschwiegen werden, dass er an diesem Abend stimmlich schwach und unausgewogen blieb. Einige (wenige) Stellen erinnerten an seinen hübschen Buffo-Tenor – mehr nicht. Vielleicht ist das Ganze auch das Resultat einer Überlastung am Premierentag – bis knapp vor den ersten Auftritt mußte er den freundlichen Hausherr geben, dann noch die Begrüßungsrede halten…….

Der Philharmonia-Chor Wien (Leitung; Walter Zeh) ist gegenüber dem vorjährigen Laienchor in der „Entführung“ eine deutliche Qualitätssteigerung. Auch der neugegründete „J:Opera Kinderchor“ (Leitung: Elfi Schweiger) machte seine Sache gut.

Hervorragend gelingt Johannes Leitgeb die Bühnengestaltung. Durch transportable Großformate von Biedermeierbildern (manchmal nahe dem englischen Regency-Flair) und eine Schultafel schafft er stets adäquate und stimmungsvolle Szenen, ohne die schöne Atmosphäre des Burghofs zuzudecken. Dazu passen gut die Kostüme von Susanne Özpinar.

Zwiespältig bleibt die Regie von Dominik Wilgenbus. Einerseits ist sein Konzept dem herkömmlichen Spielopern-Stil verhaftet, andererseits schwenkt er dann plötzlich in Slapstick-Szenen um, denen natürlicher Humor, aber auch kritische Distanzierung und die im Stück zweifellos vorhandene Gesellschaftskritik fehlt. Mit seinen Regieinfällen stört er den feinen musikalischen Humor der Billardszene, er lässt Baculus völlig deplazierte Turnübungen beim Einschlafen in seinem Lehnstuhl machen, er beeinträchtigt die berühmte 5000-Taler-Arie des Baculus durch ein eher hilfloses Kinderballett und er eröffnet die große Grafenarie „Heiterkeit und Fröhlichkeit“ mit einer – peinlich-unerotischen – Bettszene mit einer Statistin. Alles unnötig, ohne Charme und ohne Bereicherung und Verdeutlichung des Handlungsverlaufs.

Gerade bei einer sommerlichen Freiluftaufführung sollte man in der szenischen Umsetzung doch besser bei der gemütvollen Spielopertradition bleiben.

Am Schluß viel Beifall – trotz der Regie-Einwände war es niveauvoller Sommeropernabend und man freut sich schon auf das nächste Jahr. Da wird es Humperdincks „Hänsel und Gretel“ – wieder unter der musikalischen Gesamtleitung von Sebastian Weigle geben.

Hermann Becke                 Szenenfotos: Michael Schmidt, J:opera Jennerdorf

 

 

Die Besprechungen früherer Opernaufführungen befinden sich (ohne Bilder) unten auf der Seite Jennersdorf des ARCHIVs

 

 

 

 

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