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West Side Story

am 9.1. im Musical Dome

 

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„Irgendwo auf der Welt kehrt diese alte Geschichte wieder und wieder: Zwei Menschen unterschiedlicher Herkunft begegnen sich, verlieben sich ineinander und schwören sich ewige Treue“. So beginnt das Programmheft die Einleitung zur aktuellen Welttournee der West Side Story, die nach Tokio, Manila, Singapur, Bangkok, Paris, Shanghai, Den Haag und Groningen derzeit im Kölner Musical Dome Station macht. Und genauso regelmäßig wie diese Geschichte stehts wiederkehrt, so regelmäßig taucht auch dieses Musical auf den Spielplänen der verschiedensten Theater auf. Dies liegt zum einen sicher an der wunderbaren Musik von Leonard Bernstein, doch auch der Inhalt scheint stehts aktuell, in der heutigen Zeit vielleicht noch mehr als jemals zuvor. So erhielt das Buch von Arthur Laurents in der Vergangenheit diverse aktuelle Deutungen durch die Regie, die bei der West Side Story sicher auch problemlos möglich und sinnvoll sind. Auf der anderen Seite ist das Werk aber auch in der ursprünglichen Version noch heute sehenswert und so bietet die aktuelle Tour in der Inszenierung von Joey McKneely eine wunderbare Hommage an das große klassische Broadway Musical. Zudem wird als weltweit einzige Inszenierung auf die Originalchoreografie von Jerome Robbins zurückgegriffen, die Songs erklingen im englischen Original von Stephen Sondheim.

Die Auseinandersetzung zwischen den Jets und den Sharks überzeugt auch in Köln auf ganzer Linie in bewährter Qualität, holte BB Promotion das Werk ja in der Vergangenheit bereits öfter nach Deutschland und Österreich. Auf der aktuellen Tour werden die beiden Hauptrollen von Kevin Hack als Tony und Natalie Ballenger als Maria übernommen. Egal ob „Maria“, „Tonight“, „I Feel Pretty“ oder „One Hand, One Word“, beide harmonieren wunderbar zusammen und können gesanglich vollkommen überzeugen. Stark auch das gesamte Ensemble, was die Damen vor allem bei „America“, die Herren dagegen bei „Gee, Officer Krupke“ auch gesanglich mal zeigen dürfen. Auch Schauspiel und Tanz sind ganz hervorragend. Allgemein bleiben bei dieser Inszenierung vor allem die vielen und wunderbar akkurat getanzten Choreographien im Gedächtnis. Kelly Beirne zeigt als Anita eine wunderbar glaubhafte Darbietung dieser Rolle und auch Lance Hayes (Riff) und Waldemar Quinones-Villanueva (Bernado) verkörpern die jeweiligen Bandenchefs mehr als rollendeckend. Vom gesamten großen Ensemble bleiben vor allem Daniel Russel als Baby John und Natalia Sanchez als Anybodys im Gedächtnis, was sicher auch etwas an den Rollen liegen mag. Insgesamt waren die Standing Ovation am Ende der Vorstellung für die Darsteller absolut verdient.


Donald Chan leitet das für eine Tourproduktion überraschend große Orchester sicher und souverän durch die Vorstellung. Das Bühnenbild von Paul Gallis besteht vor allem aus zwei Häuserfronten rechts und links der Bühne, die sich in verschiedene Richtungen bewegen lassen und so in Verbindung mit einigen Projektionen von New York immer wieder neue Räume schaffen, schlicht und effektiv. Die Kostüme von Renate Schmitzer sind den 50iger-Jahren angepasst und auch die Abgrenzung der Sharks und Jets ist gut gelungen, ohne aufdringlich zu wirken.

Alles in allem, erwartet den Zuschauer „eine große Broadway-Produktion“ am Rhein, bei der der Zusatz „Der Original Broadway-Klassiker“ mehr ist als nur ein Werbespruch. Vielmehr ist er eine recht treffende Beschreibung dieser Inszenierung, die von den Zuschauern mit lautem Beifall bedacht wurde und der ein oder andere Besucher hatte auf Grund der gut umgesetzten Geschichte am Ende sicher auch eine kleine Träne im Auge. Etwas eilig hatte es allerdings wohl der Inspizient gestern Abend, denn der Vorhang blieb sehr schnell geschlossen und die Saalbeleuchtung wurde eingeschaltet zu einem Zeitpunkt wo die Zuschauer sicherlich noch bereit waren, den Darstellern mit einer Runde Extraapplaus zu danken. Wer sich die Show noch ansehen will, muss sich allerdings sputen, denn die West Side Story gastiert nur noch bis zum 14. Januar 2018 in Köln und im Vorfeld konnten bereits über 90 % der Plätze abgesetzt werden, so dass es nur noch Restkarten an den Abendkassen geben wird. Hingehen lohnt sich allerdings.


Markus Lamers, 10.01.2018
Fotos: © Johan Persson / Susanne Brill
Weitere Informationen: www.westsidestory.de

 

 

 

Kinderoper Köln

Orpheus in der Unterwelt

WA-Premiere: 6.1.2018

Vehemente Spielwut, eine Stunde lang

Die Kölner Kinderoper ist – mit Überzeugung euphorisch ausgedrückt – eine einzige Erfolgsgeschichte. Erst war sie in einem Foyerzelt der „alten“ Oper am Offenbachplatz untergebracht, siedelte dann ins südstädtische „Pfandhaus“ um (besonders intimer Rahmen) und residiert jetzt wie das gesamte Opernarsenal im Ausweichquartier “Staatenhaus“ bis noch mindestens 2022. Das künftige unterirdische Domizil der Kinderoper am Offenbachplatz gab es als Architektur-Entwurf immerhin schon mal zu sehen, aber nun ist weiteres Warten auf ein endgültiges Opening nach der sich hinschleppenden Restaurierung angesagt.

Bei der Wiederaufnahme von „Orpheus in der Unterwelt“ besitzt die glitzernde Ausstattung von Elisabeth Vogetseder noch immer starke Attraktivität, allerdings war das intime Ambiente des Pfandhauses 2013 für sie besonders günstig. Die Inszenierung stammt von Elena Tzavara, der damaligen Leiterin der Kinderoper. Sie bietet eine kindgerechte Bearbeitung von einer Stunde Spieldauer. Bezüglich Handlung und Musik (Fassung für Salonbesetzung: Uwe Sochaszewsky) bedeutet das so etwas wie „großer Querschnitt“. Aber die wichtigsten Elemente der Handlung sind erhalten geblieben. Dass dabei Witz vor Psychologie geht, geht in Ordnung. Es gibt ein „modernisiertes“ Finale. Obwohl Eurydike gemäß höherer Weisung wieder zu ihrem ungeliebten Gatten zurückkehren soll, hat die sonst so sauertöpfische Öffentliche Meinung (Fernsehmoderator Ralph Caspers) eine rettende Idee. Die frustrierte Frau bekommt eine Fernsehshow. Hier kann sie Orpheus tot reden, so wie er sie zu Anfang nahezu tot gegeigt hatte. Elena Tzavaras Inszenierung zündet noch immer, wobei ein Moment dies sogar fast wörtlich unterstreicht. Bei der Bemerkung „Ich habe eine Idee“ entflammt sich der über der Szene hängende Kronleuchter. Ein köstlicher Moment.

Die erhöhe Spielfläche ermöglicht „unterirdische“ Auftritte und Abgänge. Der Olymp ist durch eine breit gezogene Chaiselongue repräsentiert, auf welcher sich die Götter der Langeweile hingeben. Dahinter, auf leicht erhöhtem Podium, sitzen Musiker des Gürzenich-Orchesters und spielen unter Rainer Mühlbach mit Verve. Dass von Offenbachs originaler Orchestrierung nur Rudimente erhalten bleiben, nimmt man unter den gegebenen Umständen gerne hin.

Das Ensemble ist nicht nur spielfreudig, sondern geradezu spielwütig, wobei Maria Isabel Kublashvili (Venus) und Anna Herbst (Diana) freilich nur Ensembledienst leisten können. Fast alle Sänger sind Mitglieder des Opernstudios. Matthias Hoffmann (Pluto) gehörte ihm einige Zeit an, gehört jetzt zum regulären Ensemble. Sein inzwischen noch machtvoller gewordener Bass und seine Bühnenpräsenz sind einfach umwerfend. Dino Lüthy (als Orpheus kraftvoll lyrisch) wird fraglos den gleichen Aufstieg machen, sofern er nicht an ein anderes Haus wechselt. Bis in die Fingerspitzen hinein erotisch gibt Maria Maria Isabel Segarra die Eurydike. Noch stärker als der Alberich im Kinderopern-„Rheingold“ bei wirkt bei Hoeup Choi der Merkur. Spielfreude und Charme wirken bei dem jungen Koreaner mächtig zusammen. Yunus Schahinger überzeugt als Jupiter mit Kyffhäuserbart. Eine bessere Beherrschung der deutschen Sprache wird sich noch einstellen. Constanze Meijer als kußfreudige Juno und Alexander Fedin aus dem offiziellen Ensemble (Styx) haben merklich Spaß an ihren skurrilen Rollen.

Eine Stunde reinen Vergnügens. Wann lässt sich das derart einschränkungslos sagen?

Christoph Zimmermann (6.1.2018)

Bilder © Matthias Jung / Kinderoper Köln

 

Die Schöne und das Biest

Besuchte Vorstellung: 21.12.2017, Musical Dome Köln

Märchen schreibt die Zeit…

Es ist Weihnachtszeit, was gibt es da Schöneres als sich einen Abend lang der „Disney Magie“ hinzugeben. Möglich ist dies derzeit im Kölner Musical Dome, wo das Musical „Die Schöne und das Biest“ mit der preisgekrönten Musik von Alan Menken zu erleben ist. Aufgeführt wird das Werk vom Budapester Operetten- und Musicaltheater in (sehr gut verständlicher) deutscher Sprache. Und hierbei wird nicht am Personal gespart, 21 Musiker und 41 Darsteller können sich wahrlich sehen und vor allem hören lassen.

Die beiden Hauptrollen verkörpern Kitti Jenes als Belle und Sándor Barkóczi als Biest ganz hervorragend. Während Jennes mit wunderbar klarer Stimme auch in den hohen Tönen stets sicher und dem Ohr schmeichelnd daher kommt, ist das Biest zunächst der große, miesmutige und stets fauchende Schlossbewohner, bevor er langsam sein Herz öffnet und schlussendlich durch die Liebe Belles den Fluch vom verzauberten Schloss nehmen kann. Auch gesanglich weiß Barkóczi zu begeistern und so wird „Wie kann ich sie lieben?“ zum Ende des ersten Aktes trotz kleinerer Tonprobleme am Mikroport ausgerechnet an dieser Stelle zu einem Highlight der Show. Ausdrücklich erwähnen sollte man an dieser Stelle auch Martin Harbauer, der mit den Darstellern an der deutschen Einstudierung des Werkes gearbeitet hat. Da sich das Stück in den letzten Jahren zu einem echten Dauerbrenner entwickelt hat, wurde die Textverständlichkeit im Laufe der Zeit auch stets besser und auch wenn ein kleiner Akzent bei einigen Darstellern natürlich immer bleibt, sind alle Texte verständlich und von überraschend guter Leistung aller Akteure von denen hier stellvertretend für alle nur noch die drei verzauberten Schlossbewohne Ádám Bálint (Lumière), Ottó Magócs (Herr von Unruh) und Ágota Siménfalvy (Madame Pottine) erwähnt werden sollen.

Märchenhaft schön ist auch die Inszenierung von György Böhm, die etwas düsterer und weniger kitschig daher kommt wie die ursprüngliche Originalinszenierung. Geschickt eingesetzt wird hierbei eine große Drehbühne, die das Schloss mit seinen verschiedenen Räumen geschickt darstellt und eine Bespielung über mehrere Ebenen ermöglicht. Gelungen ist auch die Bibliothek in Form großer Flügel, mit denen Belle und das Biest in die Welt der Bücher und Geschichten entfliegen. Eine ganz besondere Überraschung erwartet den Zuschauer dann bei der Verwandlung des Biests in den Prinzen, die hier aber nicht verraten werden kann, da es eine der zauberhaftesten Szenen war, die der Autor dieser Zeilen in diesem Jahr im Theater erleben durfte. Erzsébet Túri entwarf passende Kostüme für die Dorfbewohner und alle verzauberten Gegenstände im Schloss, die daher kommen wie man es auch auf Grund der bekannten Filmvorlage erwartet. Das Bühnenbild von István Rózsa ist für eine Tourproduktion erstaunlich detailreich und weiß zu gefallen.

Noch bis zum 07. Januar 2018 ist „Die Schöne und das Biest“ in Köln zu sehen, bevor es in Frankfurt in der Alten Oper zu sehen ist. Aufgrund der großen Nachfrage, in der besuchten Vorstellung war der Musical Dome nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt, wurde aber auch bereits eine neue Spielserie angekündigt die das Werk in der nächsten Advents- und Weihnachtszeit nach Wien, Bregenz, München, Nürnberg, Essen und erneut nach Köln führen wird. Die Zuschauer wird es freuen, in Köln verließen wohl alle nach heftigem Applaus für die Darsteller und drei unterhaltsamen Stunden das Theater mit einem Lied auf den Lippen, dass diesen Abend trefflich zusammenfasst: „Märchen schreibt die Zeit, immer wieder wahr, eben kaum gekannt, dann doch zugewandt, unerwartet klar.“


Markus Lamers, 23.12.2017
Fotos: © Stefan Malzkorn / Thommy Mardo

 

 

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