DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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Serenadenkonzert der Duisburger Philharmoniker an der Regattabahn

Unter dem Motto „Klassik an der Wedau“ präsentierten die Duisburger Philharmoniker Ihren Spielzeitauftakt in diesem Jahr am 1.9.2018  unter freiem Himmel an der Duisburger Regattabahn. Mit großem Aufwand entstand dort eine schwimmende Bühne auf der das Orchester eine Mischung von Barock bis Pop anbot. Mehr wurde zum Programm in Vorfeld auch nicht verkündet, dennoch war das Konzert bei angenehmer Wetterlage bis auf den letzten Stehplatz ausverkauft. Unter der Leitung von Benjamin Reiners, der zudem eine sehr unterhaltsame Moderation anbot, begann der Abend nach einigen Dankesworten an die Sponsoren des Abends mit dem 1. Satz der „Rheinischen Sinfonie“ von Robert Schumann. Ein sehr lebhafter Auftakt, dem das Konzert für Trompete, Streicher und Basso continuo B-Dur op. 7 Nr. 3 von Tomaso Albinoni folgte. Als Solistin überzeugte hier Laura Vukobratovic an der Trompete, seit 2013 neben ihren unzähligen Konzertauftritten mit großen Orchestern auch Professorin an der Folkwang Universität der Künste in Essen. Später am Abend erklang noch das Konzert für zwei Trompeten, Streicher und Bass continuo C-Dur RV 537 von Antonio Vivaldi, bei dem sie von Ihrem Meisterschüler Albert Marigó Sarrión begleitet wurde, der ab der Spielzeit 2018/2019 einen Vertrag als erster Solotrompeter bei der Magdeburgischen Philharmonie bekommen hat.


Passend zur sich dem Ende neigenden Jahreszeit erklang ebenfalls von Vivaldi „Der Sommer“ aus seinen bekannten vier Jahreszeiten. Als Solist an der Violine übernahm hier Önder Bagolu die „Leitung des Orchesters“, wie Dirigent Reiners zuvor bekannt gab. Dennoch wurde ihm bei diesem Stück erlaubt „ein wenig mitzumachen“ und am Ende gab es für Orchester und insbesondere dem Solisten einen zu Recht donnernden Applaus. Neben Felix Mendelssohn Bartholdys Scherzo, Intermezzo und Nocturne aus der Musik zu William Shakespeares Komödie „Ein Sommernachtstraum“ op. 61 und Mozarts bekannter Ouvertüre zur Oper „Figaros Hochzeit“ folgte vor allem im fortgeschrittenen Stadium des Abends ein modernerer Teil. Hier überzeugte die hochbegabte uns sehr gefragte Musicaldarstellerin Sabrina Weckerlin u. a. mit „Dir gehört mein Herz“ aus dem Musical Tarzan sowie „Age of Aquarius“ aus dem Musical Hair. Mit eigens für das große Orchester geschaffenen Arrangements von Evelyn Klaunzer zeigten die Philharmoniker, dass sie auch moderne Stücke hervorragend beherrschen. Hierzu könnte man auch den „Miss Marple Theme“ von Ron Goodwin sowie „Somewhere over the Rainbow“ von Harold Arlen zählen, bei letzterem lief Sabrina Weckerlin dann auch in neuer Abendgarderobe zur Höchstform des Abends auf.

Den Abschluss des Konzertes bildetete Georg Friedrich Händels „Wassermusik“, wofür man extra eine Wasserorgel des Wasserorgelverein Lette organisiert hatte. Leider war diese, vielleicht aus Sicherheitsaspekten, man weiß es nicht genau, so ungünstig platziert, dass sie für viele Leute auf der Tribüne nicht zu sehen war, da sie vom Orchesterpavillon komplett verdeckt wurde. Nach der großen Ankündigung der „spektakulären Wasserorgel“ durch die Moderation war da die kleine Videowand auch nur ein schwacher Trost, immerhin hatten die Zaungäste außerhalb des Geländes an der Regattabahn einen schönen Blick auf das bunte Farbenspiel im Takt der Musik, was auch wunderbar harmonisch funktionierte. Alles in allem bot der Abend gute Unterhaltung und zeigte einmal mehr die Bandbreite des Orchesters, denn wie Herr Reiners so schön formulierte: „Egal ob U-Musik oder E-Musik, Hauptsache es ist gut.“ Und das war es an diesem Abend zweifellos. Die Kieler Bevölkerung darf sich freuen, ab der Spielzeit 2019/2020 einen ebenso talentierten wie auch unterhaltsamen Generalmusikdirekter zu bekommen, wo der gebürtige Duisburger Benjamin Reinders das Amt zukünftig übernehmen wird. Die Stadt Duisburg darf sich dagegen freuen, ein solch starkes Orchester wie die Duisburger Philharmoniker in ihrer Stadt zu haben, ein bleibender Saisonauftakt der eine interessante Spielzeit verspricht.

Markus Lamers, 02.09.2018

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