DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
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TRAPANI - Teatro Tonino Pardo

 

 


XVI. GESANGSWETTBEWERB „GIUSEPPE DI STEFANO“, Finale

Teatro Ariston 27.6.

 

Vor einem interessierten Publikum, das sich auch merklich freute, Stimmen wieder live hören zu können, fand das Finale des nach 11 Jahren wieder auferstandenen Wettbewerbs statt, der früher Stimmen wie die Soprane Dimitra Theodossiou und Chiara Amarù, die Tenöre Antonino Siragusa, Paolo Fanale und Leonardo Cortellazzi, den Bariton Nicola Alaimo und den Bass Luca Tittoto hervorgebracht hatte.

Die mit u.a. Operndirektoren italienischer Häuser wie Sebastian Schwarz (Teatro Regio Turin) und Nicola Colabianchi (Teatro Lirico Cagliari) oder Besetzungsverantwortlichen wie Alessandro Di Gloria (Teatro Massimo Palermo) und Renato Bonajuto (Teatro Coccia Novara) sowie Agenten wie Markus Laska (Melos Opera) und Marco Impallomeni (MC Domani) besetzte Fachjury entschied sich einstimmig für den 1. Preis an den Palermitaner Sopran Giulia Mazzola.

Die 24-jährige Künstlerin bestach in der Endrunde mit „Il bel sogno di Doretta“ aus Puccinis „Rondine“ und Gildas „Caro nome“. Schon bei Puccini fiel die Qualität des Materials ebenso auf wie eine mehr als korrekte Tongebung. Mit Gilda überzeugte die junge Künstlerin vollends, denn ihr lyrischer Sopran, der durchaus auch der Koloratur mächtig ist, gefiel mit einer expressiven Interpretation, die weit entfernt war von geziertem, künstlich „mädchenhaftem“ Singen, das diese Arie so oft für den Zuhörer zu einer schweren Prüfung macht.

Mazzola wird zusammen mit dem auf dem zweiten Rang gewählten Tenor Giuseppe Infantino („Regimentstochter“, „Gianni Schicchi“) und den Ex-aequo-Preisträgerinnen Antonella Di Giacinto (Alt) und die Japanerin Yamada Kaori (Sopran, Barockspezialistin) das Festkonzert am 24. Juli, dem 100. Geburtstag von Giuseppe Di Stefano, zusammen mit früheren Preisträgern bestreiten. Neben dem 1. Preis wurden Mazzola auch der Preis der Kritik und verschiedene andere Preise verliehen, die Auftrittsmöglichkeiten in verschiedenen Opernhäusern bzw. Konzertsälen vorsehen.

Ein überzeugender Neubeginn dieses Bewerbs, der in den nächsten Jahren sicherlich viele neue Talente präsentieren wird.                                                                                  

Eva Pleus 3.7.21

Bild: Lorenzo Gigante

 

 

 

LA TRADIZIONE DEI MISTERI SULLE NOTE DELLO STABAT MATER

Teatro Pardo 1.4. (Streaming)

 

An der Westküste von Sizilien befindet sich die Stadt Trapani, in deren Umgebung sich so faszinierende Orte wie Segesta mit seinem dorischen Tempel aus dem 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und Erice mit seinem der Venus geweihten Heiligtum befinden. Die Gründung der Stadt soll der Sage nach durch Flüchtlinge aus Troja erfolgt sein.

Hier finden am Karfreitag immer die sogenannten „Misteri“ statt, eine Prozession, bei der an den Kreuztod Jesu erinnert wird und bemalte Statuen auf den Schultern durch die Straßen getragen werden. Die Pandemie zwang die Veranstalter schon das zweite Jahr, dieses überaus populäre Ereignis ausfallen zu lassen.

Hier sprang nun das Ente Musicale Luglio di Trapani ein, dessen neuer künstlerischer Leiter Matteo Beltrami im Theater des städtischen Konservatoriums Pergolesis „Stabat Mater“ in einer Form aufführen ließ, wie sie sich schon als sehr überzeugend vorigen Herbst im Teatro Coccia in Novara erwiesen hatte (s. Bericht vom November 2020). Regisseur Renato Bonajuto passte seine Erzählung der Leidensgeschichte Christi geschickt den neuen Verhältnissen an und erzielte starke Wirkung mit von berühmten Bildern der Barockzeit inspirierten Tableaux (Choreographie: Giuliano De Luca, Bühne und Kostüme: Danilo Coppola).

Die Streicher des Ente Musicale spielten unter der inspirierten Leitung der jungen Manuela Ranno, und die rund 40 Minuten dauernde Vorstellung ließ in schöner musikalischer Steigerung die Verzweiflung der Frauen am Grab intensiv miterleben. Désirée Rancatore im Sopranpart ließ ein paar Schärfen hören, gefiel aber mit großer Stilsicherheit und starker Verinnerlichung. Wunderbar klang der Mezzo von Aurora Faggioli, die ihren Part mit langem Atem und kostbarem Timbre gestaltete.

Der als opera da camera bezeichnete Abend ist auf dem YouTube-Kanal des genannten Ente kostenlos abrufbar und absolut empfehlenswert, auch wenn die wunderschöne Ausleuchtung durch Giuseppe Saccaro wegen des für die Aufzeichnung benötigten Lichts manchmal nicht ausreichend zur Geltung kommt.                                                                                    

Eva Pleus 12.4.20

Bilder: Francesco Ferla

 

 

LUCIA DI LAMMERMOOR

Theatereröffnung und Premiere am 18.12.2016

Eröffnung: Der Bischof, der Bürgermeister, der Konservatoriumsleiter, der Intendant. Copyricht Trapani/ Teatro Tonino Pardo.

In von manischem Sparzwang getriebenen Zeiten wie diesen passiert es ja eher, dass Theater geschlossen werden, als dass ein neues eröffnet wird, auch und gerade im eigentlichen Heimatland der Oper, Italien.

Im westsizlianischen Trapani verhält man sich diesbezüglich dezidiert antizyklisch.

DIe immerhin 70000 Einwohner zählende Hafenstadt hatte seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs kein Theatergebäude mehr aufzuweisen. Das wunderschöne Teatro Garibaldi war in den letzten Kriegstagen zerbombt – und nie wieder aufgebaut worden. An seiner Stelle wurde schändlichsterweise eine Dependance der Banca Italia (!) errichtet. Und das Opernleben der Stadt musste bis zum heutigen Tag auf sommerliche Freiluftstagiones im, wenn auch mit majestätischen, Jahrhunderte alten Bäumen bestandenen, öffentlichen Park ausweichen.

Bis der Luglio Musicale Trapanese – die traditionsreiche EInrichtung, die diese Aufführungen seit 1946 betreut – vor zwei Jahren einen neuen jungen, dynamischen, energiegeladenen, musikalischen Direktor bekam. Dieser, Giovanni de Santis ist sein Name, verlängerte die Saison des „Luglio“ bis in den Winter hinein, begann leerstehende Kirchen und Klöster zu bespielen – und ruhte nicht, bis es in Trapani zumindest e i n funktionstüchtiges Theater mit einem Dach über dem Kopf gab.

Auf seiner Suche danach entdeckte er, dass das Trapenesische Konservatorium (eines der größten Italiens) ursprünglich auch mit einem hervorragenden Theatersaal erbaut worden war – der allerdings bis dato aus unerfindlichen, nicht nachvollziehbaren bürokratischen Gründen seit 25 Jahren noch nie benutzt wurde und daher in einem unseligen Dornröschenschlaf so vor sich hindämmerte.

De Santis zögerte nicht lange und griff mit Unterstützung des Bürgermeisters beherzt zu, Sein bewährtes Team (allen voran Nicola Auguliaro) befreite den verkommenen Ort binnen 40 Tagen von Vogeldreck, Schimmel, toten Mäusen und Katzen, malte neu aus, stellte saubere Sessel hinein, installierte Klos, verbesserte die Akustik …und und und…Und das alles für nur 40 000 €.

Ist es übertrieben, diesbezüglich von einem mittleren Wunder zu sprechen, vor allem auch deswegen, weil besagtes Theater, das mittlerweile nach dem Gründer des Konservatoriums, Maestro Tonino Pardo benannt worden war, nach diesen 40 Tagen nicht nur einfach so „nackert“ der Öffentlichkeit präsentiert wurde (was ja auch vorkommt). Sondern mit einer vollgültigen Opernaufführung – noch dazu der nicht allereinfachsten „Lucia di Lammermoor“ – feierlich eröffnet wurde ?

Das Hauptereignis bei dieser Gelegenheit war naturgemäß die überraschende Wiedergeburt dieses formschönen und modernen Theaterraums(von dessen Existenz die meisten Trapanesen bisher nicht einmal etwas geahnt hatten), aber die Opernproduktion selbst konnte sich in ihrem eigenen Recht durchaus sehen und hören lassen…

Der griechische Regisseur Vassilis Anastassiou brachte die tragische Geschichte mit wenigen, sparsamen Mitteln prägnant auf die „neue“ Bühne, und Maestro Andrea Certa sorgte für erstklassige musikalische Darbietungen. Das in letzter Minute zusammengewürfelte Festivalorchester war zwar ein gewisser Schwachpunkt, aber dafür war die Sängerriege nahezu ausnahmslos hervorragend: Gilda Fiume (Lucia), Danilo Formaggia (Edgardo), Sergio Bologna (Lord Ashton), Giovanni Furlanetto (Raimondo Bidebent), Luciana Pansa (Alisa),etc.etc.

DIe Wiedereröffnung des Teatro Tonino Pardo: ein historischer Tag, nicht nur für Trapani. Wie heißt es doch so schön: wer ein Menschenleben rettet, rettet die ganze Menschheit. Analog dazu könnte man sagen: wer eine Oper rettet, rettet die gesamte Opernliteratur…

Trapanis Nachbargemeinde Erice war einst dafür bekannt, die höchste Kirchenkonzentration in ganz Sizilien zu haben. Warum sollte Trapani, bemerkt De Santis keck, nicht die höchste Thesterkonzentration aufweisen?

Tja, warum eigentlich nicht…Weiter so !

Bilder (c) Teatro Tonino Pardo

Robert Quitta, Trapani 6.1.2017

Besonderer Dank an unsren Kooperationspartner MERKER-online (Wien)

 

 

 

 

DER OPERNFREUND  | opera@e.mail.de