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BELCANTO OPERA FESTIVAL           

Teatro del Giglio 11.-17.11.2019

Barockes in Japan

Das Interesse des japanischen Publikums für klassische Musik ist allgemein bekannt, man braucht nur an die zahlreichen, bestens vorbereiteten, Besucher verschiedener europäischer Festivals zu denken. Es gibt aber auch zahlreiche Anstöße, klassische Musik und vor allem Oper in japanischen Häusern zu verankern.

Während meines Aufenthalts gab es in Tokios größtem Opernhaus beispielsweise einen „Don Pasquale“ mit u.a. Roberto Scandiuzzi und Maxim Mironov. Anders geht die Showa University of Music im südlich von Tokio (die Hauptstadt ist mit 20 Minuten U-Bahn erreichbar) gelegenen Distrikt Kanagawa an die Sache heran, denn hier wird versucht, japanische Gesangsstudenten im fortgeschrittenen Stadium mit europäischen Solisten zu verbinden, von denen die Studierenden Anregungen und Rat erhalten können. So entstand dieses Festival unter der Leitung der italienischen Musikerin Carmen Santoro, in Zusammenarbeit mit dem Festival della Valle d'Itria im apulischen Martina Franca. Der Start des Festivals fand im Vorjahr mit dem Import von Saverio Mercadantes „Francesca da Rimini“ statt. Heuer lag der Schwerpunkt auf Barockmusik und der neapolitanischen Schule.

Vom italienischen Festival wurde diesmal eine Produktion von Il trionfo dell'onore von Alessandro Scarlatti importiert, die im Sommer 2018 gezeigt worden war (s. „Merker“ 340/341). Damals war sie im Freien auf einem Gutshof zu sehen, während sie nun auf die weiträumige Bühne des Theaters der Universität versetzt werden musste. Die Regisseure Giacomo Ferraù und Libero Stelluti stellten sich, gemeinsam mit ihrem Bühnenbildner Stefano Zullo, der Herausforderung, und es gelang ihnen, indem sie die Handlung von der Toskana in das weiter südlich gelegene Neapel verlegten, die Atmosphäre zu schaffen, die man gemeinhin mit bella Italia verbindet. Neben den schon im Original der Inszenierung flatternden Wäschestücken bildeten zunächst große Leintücher die seitlichen Kulissen. Als sie dann hinaufgezogen wurden, waren die für Italiens Süden typischen vielfarbigen Azulejo-Kacheln zu sehen. Angesichts des doch recht mageren Budgets war dies eine ausgezeichnete Lösung. Unverändert blieben die charaktervollen Kostüme von Sara Marcucci, und große Bedeutung kam neuerlich der Beleuchtung von Giuliano Almerighi zu. Nicht vergessen soll die Choreographie von Riccardo Olivier werden, dem eine umfangreiche Aufgabe zufiel, denn er musste die japanischen actors, die mir sowohl Mimen wie Tänzer schienen, in die italienische Körpersprache einweisen, was ausgezeichnet gelang.

Dieser Aufgabe sahen sich auch die Regisseure mit den japanischen Solisten gegenüber. Da Orientalen bekanntlich nicht so leicht aus sich herausgehen, war das Ergebnis einer fast tänzerischen Leichtigkeit durchaus zu bewundern. Manchmal mochte man noch ein wenig Anstrengung bemerken, um die überschwänglichen italienischen Gesten auf natürliche Weise wiederzugeben, aber im Gesamten war der Eindruck mehr als positiv.

Aus Italien kamen der Dirigent, der Konzertmeister und zwei Interpreten. Antonio Greco hielt das Belcanto Opera Festival Orchestra zu geschmeidigem Spiel an, wobei ihn Gian Andrea Guerra nicht nur nach Kräften, sondern bestens unterstützte. Der Countertenor Raffaele Pe gab Erminio, den Bruder der unglücklichen Leonora und verlassenen Liebhaber der koketten Doralice. Er hat sich den vehementen Schlussapplaus, der ihn am meisten von allen Mitwirkenden feierte, durchaus verdient und gefiel speziell mit einer eingeschobenen Arie zu Beginn des 2. Akts, die ihm mit ihrem traurigen, nachdenklichen Ton besonders lag. Patrizio La Placa gab mit angenehmem Bassbariton und mitreißender Komik den Aufschneider Bombarda.

Die meisten Lacher erntete der Tenor Masayuki Yamauchi mit seiner Interpretation der alten, verliebten Cornelia, die sich öfter einen guten Schluck gönnt. Der Tenor Yusuke Kobori gab einen lebhaften Flaminio, der schließlich doch noch in Cornelias Armen landet. Riccardo, dieser Vorläufer eines Don Giovanni, wurde von der Sopranistin Miho Sakoda angenehm und mit überzeugend maskuliner Körpersprache interpretiert. Die von Riccardo verlassene Leonora, die einige der schönsten Musikstücke des Werks zu singen hat, wurde von Tomoko Maiya überzeugend verkörpert. Die flatterhafte Doralice und die gerissene Dienstmagd Rosina fanden in Hare Ito bzw. Yuka Tajima überzeugende Darstellerinnen. Noa Suzuki spielte das von den Regisseuren eingeführte kleine Mädchen, welches das Leben seines ein wenig liederlichen Großvaters nacherlebt.

Die Vorstellungen am 15. und 17.11. waren mehr als gut besucht und fanden starken Widerhall. Ergänzt wurde das Programm am 16.11. durch ein Konzert mit Arien u.a. von Scarlatti, Händel, Monteverdi, Cavalli, Bononcini, Giacomelli und Vivaldi. Die Sopranistin Akie Mitsuoka und der Counter Daichi Fujiki bestritten das Programm, wobei sich die Sängerin in höheren Regionen wohler zu fühlen schien (nachher war zu erfahren, dass sie das Programm eigens einstudiert hatte und normalerweise Lucia oder Amina singt), ihr Kollege hingegen mehr in Mittellage und Tiefe punktete, was auf einen Altus schließen lässt. Geleitet wurde das BOF Baroque Ensemble wiederum von Antonio Greco, diesmal am Cembalo, wieder bestens assistiert von Gian Andrea Guerra als Primgeiger.

Am 14.11. fand in der Yuri Hall der Universität ein Symposium zum gewählten Thema statt, in welchem sich Antonio Greco, Raffaele Pe, Giancarlo Landini und meine Wenigkeit zu verschiedenen Aspekten, wie musikalischen und vokalen Fragen oder der heutigen Perzeption der Barockoper äußerten.

 

Steht zu hoffen, dass dieses ambitionierte Festival immer stärker Fuß fassen kann.

 

Eva Pleus 27.11.19

Bilder: The Japan Opera Foundation

 

 

 

 

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