DER OPERNFREUND - 51.Jahrgang
Startseite
Unser Team
Impressum/Copyright
---
Kontrapunkt
Die OF-Schnuppe :-(
Der OF-Stern * :-)
Opernpremieren 18/19
KINO Seite
Neue Silberscheiben
Buchkritik aktuell
Oper DVDs Vergleich
-----
Aachen
Aachen Sonstige
Aarhus
Bad Aibling
Altenburg Thüringen
Altenburg Österreich
Amsterdam DNO
Amsterdam Th. Carré
Amst. Concertgebouw
Andechs
Annaberg Buchholz
Ansbach
Antwerpen
Arnheim
Aschaffenburg
Athen
Athen Onassis Cultur
Augsburg
Avignon
Bad Ischl
Bad Reichenhall
Bad Staffelstein
Baden bei Wien
Baden-Baden
Badenweiler
Baku
Bamberg
Bamberg Konzerte
Basel
Basel Konzerte
Basel Musicaltheater
Basel - Casino
Bayreuth div.
Pionteks Bayreuth
Bayreuth Festspiele
Belogradchik
Bergamo
Berlin Deutsche Oper
Berlin DO WA
Berlin Staatsoper
Berlin Staatsoper WA
Berlin Kom. Oper
Berlin Kom. Oper WA
Berlin Neuköllner Op
Berlin Konzerte
Berlin Ballett
Berlin Sonstige
Bern
Bielefeld
Bochum Ruhrtriennale
Bochum Konzerte
Bochum Sonstiges
Bologna
Bonn
Ära Weise 2003-2013
Bozen
Bratislava
Braunschweig
Braunschweig Konzert
Bregenz Festspiele
Bremen
Bremen Musikfest
Bremerhaven
Breslau
Britz Sommeroper
Brünn Janacek Theate
Brünn Mahen -Theater
Brüssel
Budapest
Budap. Erkel Theater
Buenos Aires
Burgsteinfurt
Cagliari
Casciana
Chemnitz
Chicago
Coburg
Coburg Joh. Strauss
Coesfeld
Colmar
La Coruna
Cottbus
Crevoladossola
Darmstadt
Dehnberg
Den Haag
Dessau
Dessau Weill Fest
Detmold
Dijon
Döbeln
Dortmund
Dortmund alt
Dortmund Ballett
Dortm. Konzerthaus
Dortmund Sonstiges
Dresden Semperoper
Dresden Operette
Duisburg
Duisburg Sonstiges
MusicalhausMarientor
Düsseldorf Oper
Düsseldorf Tonhalle
Düsseldorf Sonstiges
Schumann Hochschule
Ehrenbreitstein
Eisenach
Ekaterinburg
Enschede
Erfurt
Erl Festspiele 2015
Erl Festspiele 2014
Erlangen
Essen Aalto Oper
Essen Aalto Ballett
Essen Aalto WA
Essen Phil NEU
Essen Philharmonie
Essen Folkwang
Essen Sonstiges
Eutin
Fano
Fermo
Florenz
Frankfurt
Frankfurt WA
Bockenheimer Depot
Freiberg
Freiburg
Füssen
Fürth
Fulda
Sankt Gallen
Gelsenkirchen MiR
Genova
MiR Ballett
Genf
Gent
Gera
Giessen
Glyndebourne
Görlitz
Gotha Ekhof-Festsp.
Graz
Graz Styriarte
Graz Konzerte NEU
Graz Konzerte alt
Graz Sonstiges
Gstaad
Gütersloh
Hagen
Halberstadt
Halle
Halle Händelfestsp.
Hamburg StOp
Hamburg StOp Wa
Hamburg Konzert
Hamburg Sonstige
Hamm
Hannover
Hannover Sonstiges
Heidelberg
Heidenheim Festsp.
Heilbronn
Heldritt
Helsinki
Hildesheim TfN
Hof
Hohenems
Gut Immling
Ingolstadt
Innsbruck Landesth.
Innsbruck Festwochen
Jekaterinburg
Jennersdorf
Kaiserslautern
Karlsruhe
Karlsruhe Händel
Kassel
Kiel
Kiew
Bad Kissingen
Klagenfurt
Klosterneuburg
Koblenz
Oper Köln
Wa Oper Köln
Köln Philharmonie
Köln Sonstiges
Konstanz Kammeroper
Kopenhagen
Krummau a.d. Moldau
Krefeld
Kriebstein
Landshut
Langenlois
Bad Lauchstädt
Leipzig Oper
Leipzig Mus. Komödie
Leoben
Leverkusen
Lille
Linz/Donau
Linz Sonstiges
Ljubljana/Laibach
Loeben
London ENO
London ROH
London Holland Park
Lucca
Ludwigshafen
Luisenburg
Lübeck
Lübecker Sommer
Lüneburg
Lüttich/Liège
Luxemburg
Luzern
Lyon
Macerata
Madrid
Magdeburg
Mahon (Menorca)
Mailand
Mainz
Malta
Mannheim WA
Mannheim
Maribor/Marburg
Marseille
Martina Franca
Massa Marittima
Meiningen
Melbourne
Meran
Minden
Minsk
Miskolc
Mönchengladbach
Mörbisch
Hamburg
Monte Carlo
Montpellier
Montréal
Moskau Bolschoi N St
Moskau Sonstige
München NT
München NT Wa
München Cuvilliés
MünchenPrinzregenten
München Gärtnerplatz
München Ballett
München Sonstige
Münster
Münster Konzerte
Münster Sonstiges
Muscat (Oman)
Nancy
Nantes
Neapel
Neuburger Kammeroper
Neuburg/Donau
Neustrelitz
Neuss RLT
Nizhny Novgorod
Nordhausen
Novara
Nürnberg
Nürnberg Gluck Fest
Nürnberg Konzerte
Oberammergau
Odense Dänemark
Oldenburg
Ölbronn
OperKlosterNeuburg
Oslo
Osnabrück
Ostrau
Palermo
Paris Bastille
Paris Garnier
P. Champs-Elysées
Théâtre du Châtelet
Paris Ballett
Paris Philharmonie
Paris Versailles
Parma
Passau
Pesaro
St. Petersburg
Pfäffikon
Piacenza
Pisa
Pforzheim
Plauen
Posen
Potsdam
Prag StOp
Prag Nationaltheater
Prag Ständetheater
Radebeul
Raiding
Recklinghausen
Regensburg
Reggio Emila
Remscheid
Rendsburg
Rheinsberg
Riga
Rosenheim
Ruhrtriennale
Saarbrücken
Saint Etienne
Salzburg Festspiele
Salzburg LT
Salzburg Osterfestsp
Salzburg Sonstiges
San Francisco
San Marino
Sarzana
Sassari
Savonlinna
Oper Schenkenberg
Schloss Greinberg
Schwarzenberg
Schweinfurt
Schwerin
Schwetzingen
Sevilla
Singapur
Sofia
Solingen
Spielberg
Spoleto
Staatz
Stockholm
Stralsund
Straßburg
Stuttgart
Stuttgart Ballett
Sydney
Szeged (Ungarn)
Tampere (Finnland)
Tecklenburg
Teneriffa
Toggenburg
Tokyo
Toulon
Toulouse
Trapani
Trier
Triest
Turin
Ulm
Valencia
Valle d´Itria
Venedig Malibran
Venedig La Fenice
Verona Arena
Weimar
Wels
Wernigeröder Festsp.
Wexford
Wien Staatsoper
Wien TadW
Wien Volksoper
Wien Konzerte
Wien Ballett
Wien Sonstiges
Wiesbaden
Wiesbaden Wa
Bad Wildbad
Winterthur
Wolfsburg
Wunsiedel
Wuppertal
Würzburg
Zürich
Zürich WA
Zürich Ballett
Zürich Konzert
Zwickau
---
INTERVIEWS A - F
INTERVIEWS G - K
INTERVIEWS L - P
INTERVIEWS Q - Y
---
Bilsing in Gefahr
YOUTUBE Schatzkiste
HUMOR & Musikerwitze
Musical
Essay
Nationalhymnen
Leser reisen
Doku im TV
Oper im Fernsehen
Oper im Kino
Bernd Weikl Seite
Lenny Bernstein 100.
Unsitten i.d. Oper
Diverse Kritiken Bil

 FESTUNG EHRENBREITSTEIN

Helga Schmadel  / pixelio.de

 

 

CHESS

Premiere: 18.08.2018

Theater Koblenz zu Gast auf der Festung Ehrenbreitstein


Inzwischen etabliert hat sich in Koblenz das Sommergastspiel des Theaters auf der Festung Ehrenbreitstein. In den letzten Jahren wechselten sich hier Musical und Oper ab, in diesem Jahr steht das Musical „Chess“ der beiden ABBA-Männer Benny Andersson und Björn Ulvaeus auf dem Spielplan zu dem Tim Rice die Liedtexte beisteuerte. Das schöne Wetter sorgte dann auch bei der Premiere für eine ausverkaufte Vorstellung im provisorischen, dafür aber reizvollen Theaterambiente.


Angesiedelt hat Regisseur Markus Dietze die Geschichte in der Entstehungszeit dieses Musicals zu Beginn der 80iger Jahre. Im schönen Meran soll das Finale der Schachweltmeisterschaft zwischen dem amerikanischen Titelverteidiger und arroganten Lebemann Frederick Trumper und seinem sowjetischen Herausforderung Anatoly Sergievsky stattfinden, welches zu Zeiten des kalten Krieges auch eine hochpolitische Veranstaltung zu werden droht. Hierfür sorgen auch die beiden Chefs der jeweiligen Delegationen, Walter de Courcey auf amerikanischer und Alexander Molokov auf russischer Seite. Scheinbar scheint fast jedes Mittel recht, um die Partie zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Viel mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht zum Inhalt verraten, da er wahrscheinlich den meisten Lesern durchaus geläufig ist, auf der anderen Seite auch Erstbesuchern nicht die ganze Spannung genommen werden soll. Wie heißt es auf dem Flyer des Theaters doch so schön: „Chess ist ein Politthriller, in dem Liebe und Eifersucht ebenso die Geschehnisse beeinflussen wie die Spannungen des Kalten Krieges.“ Leider gelingt es der Inszenierung nicht immer ganz, diese Spannung aufzugreifen, was aber sicherlich auch an den begrenzten Mitteln und technischen Möglichkeiten der Spielstätte liegen mag. Gearbeitet wird hier viel mit Videoprojektionen, die teilweise als vorproduzierte Einspieler wie auch als Livebilder von der Bühne daherkommen. Die Einspieler sind dabei von einer beeindruckenden künstlerischen Qualität (Video: Georg Lenndorf) und die notwendigen Kameramänner für die Livebilder sind meist geschickt ins Bühnengetümmel rund um die Schachspieler eingebaut, so dass diese zu keiner Zeit störend auffallen. Die Kostüme von Christian Binz und Judith Leonard sind nett der Zeit angepasst und bilden ein Sammelsurium der wildesten Outfits der 80iger Jahre. Schön auch die Idee Walter de Courcey mit dunklen Haaren und weißer Haarsträhne darzustellen, während Alexander Molokov als sein Gegenbild auf der anderen Seite weißes Haar mit schwarzer Strähne trägt. Allgemein sind es immer wieder diese Momente, in denen sich beide so ähnlich sind und sogar vor einem gemeinsamen Deal nicht halt machen, um ihre jeweilige Seite gut aussehen zu lassen, die in der Inszenierung überzeugen können. Gelungen auch die traditionellen Ballettszenen, die das Schachspiel darstellen (Choreografie: Katrin Wolfram). Neben dem Ballett fließen in „Chess“ auch immer wieder Elemente aus der Operette und der Oper ein, beispielhaft hier zu nennen das große Opening mit dem Chor in Meran.

Leider versagt bei den Chorszenen aber die Tonabmischung das ein oder andere Mal, so dass den Zuschauer hier nur ein Stimmengewirr erwartet, aus dem man das gesungene Wort nicht oder nur sehr schwer verstehen kann. Anders übrigens in einer Szene, in der der Chor offenbar ohne Mikrofonunterstützung singt, hier ist der Klang dann klar und deutlich. Besser funktioniert die Abmischung bei den Solisten, von denen vor allem Markus Schneider als Anatoly Sergievsky vollkommen überzeugen kann. Beim Finale des ersten Aktes sorgt er mit „Anthem“ für das Highlight des Abends. Gesungen wird übrigens die in 2014 aktualisierte deutsche Fassung von Kevin Schröder, die in sich sehr gelungen ist. „Ich kenn ihn so gut“ („I know him so well“ im Original) wird von Monika Maria Staszak als Florence Vassy und Michèle Silvestrini als Svetlana Sergievskaya gefühlvoll zu Ohr gebracht. Mit „One Night in Bangkok“ hat Marcel Hoffmann als Frederik Trumper seinen großen Auftritt zu Beginn des 2. Aktes. Auch Wolfram Boelzle als Walter de Courcey, Adrian Becker als Alexander Molotov und Christof Maria Kaiser als Schiedsrichter wissen in ihren Rollen zu gefallen. Unter der musikalischen Leitung von Karsten Huschke spielt das Staatsorchester Rheinische Philharmonie flott und treffend auf. Untergebracht ist das Orchester im hinteren Teil der Bühne, so dass man durch die leicht durchsichtigen Bühnenelemente immer wieder mal einen Blick auf die Musiker werfen kann.

Alles in allem bietet „Chess“ trotz der erwähnten kleineren Schwächen bei Inszenierung und Tonabmischung einen unterhaltsamen Theaterabend, der auch wegen der schönen Seilbahnfahrt zurück in die Stadt in guter Erinnerung bleiben wird. Im nächsten Sommer steht mit „Il Trovatore“ eine große Verdi-Oper auf dem Sommerprogramm des Theaters, hier sollte dann auch der Ton nicht so ein großes Problem werden.

Markus Lamers, 20.08.2018
Fotos: Matthias Baus für das Theater Koblenz

 

PLATTENTIPP

 

DER OPERNFREUND  | opera@e.mail.de