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(c) Eventim

 

 

Bat out of Hell

Deutschlandpremiere: 08.11.2018
besuchte Vorstellung: 07.11.2018

Born to be wild

In Oberhausen fliegen wieder die Fledermäuse durch das Stage Metronom Theater am Centro. Nein, es ist nicht der Dauerbrenner „Tanz der Vampire“ der hier für ein erneutes Gastspiel zu sehen ist. In dem seit dem Jahr 2005 zum Musicalkonzern Stage Entertainment gehörenden Theater fand in der vergangenen Woche die deutschsprachige Uraufführung von Jim Steinman´s „Bat out of Hell“ statt. Diente das schöne Theater bisher vor allem als Spielstätte großer Musicals, die bereits an anderen Orten in Deutschland entsprechende Erfolge feiern konnten, durfte hier nun erstmals seit vielen Jahren wieder eine Deutschlandpremiere gefeiert werden. Und die hatte es wahrlich in sich.


Bereits im Jahr 1977 erschien das Album „Bat out of Hell“ von Meat Loaf, welches bis heute mit mehr als 43 Millionen verkauften Kopien zu den meistverkauften Alben aller Zeiten zählt. Zwei weitere Alben folgten in den Jahren 1993 und 2006, bei letzterem war Jim Steinman allerdings nur noch mit einigen Songs vertreten. Aus den unzähligen Hits dieser drei Alben, ergänzt um einige wenige neue Songs, entstand nun ein Musical (Uraufführung: 17.02.2017 in Manchester), welches trotz dürftiger Story erstaunlich rund wirkt. Dies liegt sicherlich auch daran, dass es bereits vor dem ersten Album Pläne von Jim Steinman für ein Musical über Peter Pan gab, welches nie verwirklicht wurde und dessen Lieder daher zum Teil bei „Bat out of Hell“ Verwendung fanden. Letzte Anzeichen dieser ursprünglichen Pläne sind die verlorenen Kinder, deren DNA auf Grund eines Chemieunfalls eingefroren wurde und die nun für immer 18 bleiben. Auch Gangmitglied „Tink“ ist sicherlich als Anspielung auf „Tinkerbell“ zu verstehen.

Ansonsten herrscht im Jahr 2030 in der Stadt Obsidian der übermächtige Falco in seinem Falco-Tower, dessen Tochter Raven gerade ihren 18. Geburtstag feiert. Doch es kommt wie es kommen muss, die rebellische Tochter möchte nicht vom besorgten Vater oben im Turm eingesperrt in ihrem Prinzessinenzimmer den Tag sinnlos verstreichen lassen, stattdessen verliebt sie sich in den jungen Strat, seines Zeichens Anführer der „Lost“. Unterstützt wird sie hierbei von ihrer Mutter Sloane, die vielleicht sogar die vielschichtigste Figur des Musicals abgibt. Ansonsten bleibt die Handlung erwartungsgemäß oberflächlich, was in dem Fall aber durchaus zu verkraften ist. Hauptaugenmerk des Musicals liegt auf den Songs die mal mit extrem großem Pop- und Rockbombast auftrumpfen können, dann aber auch wieder als intensive Balladen gefühlvoll berühren. Angereichert wird dies in der Inszenierung von Jay Scheib mit einem enormen Bühnenaufwand, hier wird fürs Auge einiges aufgefahren und es wird im wahrsten Sinne des Wortes mit Wasser und Feuer gespielt. Doch bei allem Bombast bleibt vor allem das Duett „Wo tut mir der Schmerz am meisten weh“ von Alex Melcher (Falco) und Willemijn Verkaik (Sloane) eindrucksvoll in Erinnerung, ist dies doch einer dieser seltenen Theatermomente, an die man sich auch nach Jahren noch erinnern wird und der allein einen Besuch des Musicals wert sein könnte. Auch der junge Niederländer Robin Reitsma überzeugt als Strat, während Sarah Kornfeld als Raven leider hin und wieder gegen das Orchester anschreien muss.

Hier liegt leider ein kleines Manko einer ansonsten sehr gelungenen Produktion, die Tonabmischung zeigt sich noch nicht wirklich perfekt eingependelt, welches gerade dann zum Problem wird, wenn sich wie bei den hier verwendeten Meat Loaf Hits, die Stimme mit einer wahren Orchesterwucht vermischt. Aus der allgemein sehr gut besetzten Cast stechen ansonsten noch Aisata Blackmann und Benet Monteiro hervor, die mit „Für dich steht es zwei zu eins“ einen der Hits des ersten Aktes für sich verbuchen können. Ansonsten nimmt das Musical vor allem nach der Pause richtig Fahrt auf wo quasi ein Hit den nächsten jagt. Hierbei ist die deutsche Übersetzung von Roland Schimmelpfennig (Text) und Frank Ramond (Musik) meist sehr passabel. Auch dass einige Refrains hin und wieder im englischen Original bleiben stört erstaunlich wenig.

Zudem orientieren sich die Übersetzungen oftmals recht genau am Original, so ist die teilweise etwas weit hergeholte bildhafte Lyrik auch im Original zu finden und kein Resultat der Übersetzung. Dennoch wäre es durchaus auch mal eine Überlegung wert, ob man nicht zukünftig mal ähnlich dem Vorbild Starlight Express ein paar vorab angekündigte Vorstellungen komplett in der Originalsprache spielen will. Da im Übrigen einige der im Musical vorkommenden Lieder zuvor auch bereits beim eingangs erwähnten „Tanz der Vampire“ Verwendung fanden, ist die neue Übersetzung zudem nochmal extra spannend.

Am Ende spendete das Publikum langen Applaus und bedankte sich mit stehenden Ovationen bei den Darstellern und es war an der Zeit, die Fledermäuse mit einem netten Effekt aus der Hölle fliegen zu lassen. In den nächsten Monaten wird man sehen, wie dieses Stück Musiktheater vom Publikum angenommen wird, denn es ist vielleicht nicht der übliche Mainstream-Einheitsbei den man erwarten könnte, aber vielleicht ist auch gerade dies die Chance, die es nun zu nutzen gilt.


Markus Lamers, 09.11.2018
Bilder: © Stage Entertainment

 

Post Scriptum

Um allen Fake News und Gerüchten gleich vorneweg den Wind aus den Segelns zu nehmen und auch gleich einige erste Mails zu beantworten: Nein liebe Opernfreunde und Musicalfans, unser Chef  Peter Bilsing (Bild unten) spielt nicht mit...

ist also nicht auf der Bühne zu sehen, auch wenn einige ältere Herrschaften ihn zu  geglaubt haben zu erkennen in dem Nebel, wie per Mail verlautet. Die Redaktion versichert Ihnen, daß dies wirklich eine Fata Morgana war, denn unsere Herausgeber war an diesem Abend nachweislich in Neuss ;-)

 

 

 

 

 

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