DER OPERNFREUND - 50.Jahrgang
Startseite
Unser Team
Impressum/Copyright
---
Kontrapunkt
Die OF-Schnuppe :-((
Der OF-Stern * :-)))
Bilsing in Gefahr
---
KINO Seite
CD DVD BluRay
Buchkritik aktuell
Kliers Discografie
-----
Aachen
Aachen Sonstige
Aarhus
Bad Aibling
Altenburg Thüringen
Altenburg Österreich
Amsterdam DNO
Amsterdam Th. Carré
Andechs
Annaberg Buchholz
Ansbach
Antwerpen
Arnheim
Aschaffenburg
Athen
Athen Onassis Cultur
Augsburg
Avignon
Bad Ischl
Bad Reichenhall
Baden bei Wien
Baden-Baden
Badenweiler
Baku
Bamberg
Bamberg Konzerte
Basel
Basel Musicaltheater
Basel - Casino
Bayreuth div.
Pionteks Bayreuth
Bayreuth Festspiele
Belogradchik
Bergamo
Berlin Deutsche Oper
Berlin DO WA
Berlin Staatsoper
Berlin Staatsoper WA
Berlin Kom. Oper
Berlin Kom. Oper WA
Berlin Neuköllner Op
Berlin Konzerte
Berlin Ballett
Berlin Sonstige
Bern
Bielefeld
Bochum Ruhrtriennale
Bochum Konzerte
Bonn
Ära Weise 2003-2013
Bozen
Bratislava
Braunschweig
Braunschweig Konzert
Bregenz Festspiele
Bremen
Bremen Musikfest
Bremerhaven
Breslau
Brünn Janacek Theate
Brüssel
Budapest
Budap. Erkel Theater
Buenos Aires
Burgsteinfurt
Cagliari
Casciana
Chemnitz
Chicago
Coburg
Coburg Joh. Strauss
Coesfeld
Colmar
La Coruna
Cottbus
Crevoladossola
Darmstadt
Dehnberg
Den Haag
Dessau
Dessau Weill Fest
Detmold
Dijon
Döbeln
Dortmund
Dortmund Ballett
Dortm. Konzerthaus
Dortmund Sonstiges
Dresden Semperoper
Dresden Operette
Duisburg
MusicalhausMarientor
Düsseldorf
Düsseldorf Tonhalle
Schumann Hochschule
Eisenach
Ekaterinburg
Enschede
Erfurt
Erl Festspiele 2015
Erl Festspiele 2014
Erlangen
Essen Aalto Oper
Essen Aalto Ballett
Essen Aalto WA
Essen Philharmonie
Essen Folkwang
Eutin
Fano
Fermo
Florenz
Frankfurt
Frankfurt WA
Bockenheimer Depot
Freiberg
Freiburg
Füssen
Fürth
Fulda
Gelsenkirchen MiR
MiR Ballett
Genf
Gent
Gera
Giessen
Glyndebourne
Görlitz
Gotha Ekhof-Festsp.
Graz
Graz Styriarte
Graz Konzerte
Graz Sonstiges
Hagen
Halberstadt
Halle
Halle Händelfestsp.
Hamburg StOp
Hamburg StOp Wa
Hamburg Konzert
Hamburg Sonstige
Hamm
Hannover
Hannover Sonstiges
Heidelberg
Heidenheim Festsp.
Heilbronn
Heldritt
Helsinki
Hildesheim TfN
Hof
Hohenems
Gut Immling
Ingolstadt
Innsbruck Landesth.
Innsbruck Festwochen
Jekaterinburg
Jennersdorf
Kaiserslautern
Karlsruhe
Karlsruhe Händel
Kassel
Kiel
Kiew
Bad Kissingen
Klagenfurt
Klosterneuburg
Koblenz
Köln Staatenhaus
Wiederaufnahmen
Köln Philharmonie
Köln Sonstiges
Konstanz Kammeroper
Kopenhagen
Krummau a.d. Moldau
Krefeld
Landshut
Langenlois
Bad Lauchstädt
Leipzig Oper
Leipzig Mus. Komödie
Leverkusen
Lille
Linz/Donau
Linz Sonstiges
Ljubljana/Laibach
London ENO
London ROH
Ludwigshafen
Luisenburg
Lübeck
Lübecker Sommer
Lüneburg
Lüttich/Liège
Luxemburg
Luzern
Lyon
Macerata
Madrid
Magdeburg
Mailand
Mainz
Malta
Mannheim WA
Mannheim
Maribor/Marburg
Marseille
Martina Franca
Massa Marittima
Meiningen
Melbourne
Minden
Minsk
Miskolc
Mönchengladbach
Mörbisch
Hamburg
Monte Carlo
Montpellier
Montréal
Moskau Bolschoi N St
Moskau Sonstige
München NT
München NT Wa
München Cuvilliés
MünchenPrinzregenten
München Gärtnerplatz
München Ballett
München Sonstige
Münster
Münster Konzerte
Münster Sonstiges
Muscat (Oman)
Nancy
Neapel
Neuburger Kammeroper
Neuburg/Donau
Neuss RLT
Nizhny Novgorod
Nordhausen
Novara
Nürnberg
Nürnberg Gluck Fest
Nürnberg Konzerte
Oberammergau
Oldenburg
Ölbronn
OperKlosterNeuburg
Oslo
Osnabrück
Ostrau
Palermo
Paris Bastille
Paris Garnier
P. Champs-Elysées
Théâtre du Châtelet
Paris Ballett
Paris Philharmonie
Paris Versailles
Parma
Passau
Pesaro
St. Petersburg
Piacenza
Pisa
Pforzheim
Plauen
Posen
Potsdam
Prag
Radebeul
Raiding
Recklinghausen
Regensburg
Reggio Emila
Remscheid
Rendsburg
Riga
Rosenheim
Ruhrtriennale
Saarbrücken
Saint Etienne
Salzburg Festsp 2017
Salzburg LT
Salzburg Osterfestsp
Salzburg Sonstiges
San Francisco
San Marino
Sarzana
Sassari
Savonlinna
Sankt Gallen
Sankt Petersburg
Oper Schenkenberg
Schwarzenberg
Schweinfurt
Schwerin
Schwetzingen
Sevilla
Singapur
Sofia
Solingen
Spielberg
Spoleto
Stockholm
Stralsund
Straßburg
Stuttgart
Stuttgart Ballett
Szeged (Ungarn)
Tampere (Finnland)
Tecklenburg
Teneriffa
Toggenburg
Tokyo
Toulon
Toulouse
Trapani
Trier
Triest
Turin
Ulm
Valencia
Valle d´Itria
Venedig Malibran
Venedig La Fenice
Verona Arena
Weimar
Wels
Wexford
Wien Staatsoper
Wien TadW
Wien Volksoper
Renate Wagners Wien
Wien Konzerte
Wien Ballett
Wien Sonstiges
Wiesbaden
Wiesbaden Wa
Bad Wildbad
Winterthur
Wolfsburg
Wunsiedel
Wuppertal
Würzburg
Zürich
Zürich WA
Zürich Ballett
Zürich Konzert
Zwickau
---
INTERVIEWS A - F
INTERVIEWS G - K
INTERVIEWS L - P
Michael Lakner
Christiane Libor
Marcelo Lombardero
Nadja Loschky
U.E. Laufenberg
Michael Lakner
Jennifer Larmore
Bettina Lell
Lise Lindstrom
Bernd Loebe
Audrey Luna
Oksana Lyniv
Ambrogio Maestri
Natascha Mair
Henry Mason
Elena Maximova
Alexander Medem
Aiste Miknyte
Meagan Miller
Erin Morley
Markus Müller
Valentina Nafornita
Camilla Nylund
Kristine Opolais
Myrto Papatanasio
Ketevan Papava
Michele Pertusi
George Petean
Mauro Peter
Saimir Pirgu
INTERVIEWS Q - Y
---
Herausgeber Seite
In Memoriam
HUMOR & Musikerwitze
Musical
Jubiläen 2016
Essay
Nationalhymnen
Doku im TV
Oper im Fernsehen
Oper im Kino
Unsitten i.d. Oper
---
CD Kritiken Archiv

 

Interview mit Prof. Dr. Michael Lakner am 28. Juli 2013 in Bad Ischl

 

Foto: Hofer-Ischl

www.fotohofer.at

 

OF       Ich freue mich, heute mit Ihnen dieses Interview führen zu können, saß ich doch bereits 1980 mit Prof. Macku hier bei meinem ersten Interview in Bad Ischl. Neben Ihrem musikalischen Studium studierten Sie parallel Rechtswissenschaften, waren Schauspieler, Pianist, Betriebsdirektor, Operndirektor, Juror, Dozent für Gesang und seit 2004 Intendant und Geschäftsführer des Lehár Festivals Bad Ischl. Wie kann man all diese Aufgaben bewältigen und bleibt hier nicht naturgemäß etwas auf der Strecke?

L         Das ist überwiegend Vergangenheit. Neben meiner Tätigkeit in Bad Ischl gebe ich Meisterkurse und versuche meinen guten Studenten auch Auftrittsmöglichkeiten zu ermöglichen. Daneben ist es sicher nicht schlecht, etwas vielseitiger aufgestellt zu sein, da dann auch der Horizont insgesamt erweitert wird.

OF       Sie nehmen einen Teil Ihrer Aufführungen ja auf CDs auf, für die jedoch z.B. auf Ihrer Internetseite zu wenig Werbung vorhanden ist. Warum ist es nicht auch möglich – z.B. in Zusammenarbeit mit dem ORF – eine Gesamtaufnahme auf DVD aufzunehmen, wie dies u.a. in Mörbisch der Fall ist?

L         Leider kommen von unseren CDs die Aufnahmen immer mit einem Jahr Verzögerung heraus, so dass sie in der laufenden Spielzeit nicht verkauft werden können. Im darauffolgenden Jahr ist das Interesse des Publikums an den Aufnahmen nicht mehr so groß, wie im Jahr in welchem sie gespielt werden. Hier im Hause vermarkten wir zu sehr günstigen Preisen diese CDs, einen Werbehinweis auf unserer Internetseite werde ich überlegen und wahrscheinlich einrichten. Für DVDs gibt es bei uns eigentlich praktisch keine Nachfrage, man müsste dann auch entsprechende Firmen finden, die dies aufnehmen und vermarkten. Bedenken muss man natürlich auch, dass wir eine jährliche Besucherzahl von etwa 25.000 Personen haben. Mörbisch, welches mehr für ein Massenpublikum ausgerichtet ist, hat eine Besucherzahl von ca. 200.000 Besuchern, da ist eine Nachfrage viel grösser (und da ist dann auch das Angebot des ORF vorhanden), außerdem wird die CD im Studio bereits vor der Aufführungsserie produziert und während der Vorstellungen verkauft. Dies alles ist bei uns leider nicht möglich. Darauf hinweisen möchte ich aber, dass etliche unserer Aufnahmen von cpo den Deutschen Schallplattenpreis erhalten haben, also die Qualität stimmt in jedem Fall.

OF       Ich erinnere mich an einen tollen „Der Fidele Bauer“, an eine hervorragende „Fatinitza“, „Eva“, aber auch jetzt „Gasparone“. Ist es nicht sinnvoll weiterhin – neben den Gassenhauern – auch unbekanntere Werke aufzuführen.

L         Dies würde ich sicher sehr gerne und habe ich in der Vergangenheit auch stets gemacht. Man muss aber auch sehen, wie die Auslastung bei den einzelnen Stücken ist. Bei „Gasparone“, einer exzellenten Aufführung, auch von der Kritik hochgelobt, gibt es eine Auslastung von etwas über 60%. Das ist einfach zu wenig. Deswegen auch immer wieder die sogenannten Gassenhauer, weil hier der Anteil auf über 80% steigt. Nicht vergessen darf man dabei aber auch, dass der Fremdenverkehr insgesamt in diesem Jahr statistisch um über 8% zurückgegangen ist. Das wirkt sich natürlich auch auf den Besuch bei uns aus. Dazu kommt, dass Operette im Fernsehen, aber auch im Rundfunk praktisch nicht mehr vorkommt. Dadurch ist natürlich auch der Bekanntheitsgrad stark rückläufig. Gott sei Dank haben wir ein gewisses Stammpublikum, was unseren Weg zum größten Teil mitgeht. Aber es muss uns gelingen, insgesamt auf eine Auslastung von über 80% zu kommen.

OF       Sollte man nicht einmal versuchen, eine kleine Revolution anzuzetteln. Die Besucher mit einer Beilage aufzufordern, die Rundfunk- und Fernsehanstalten anzuschreiben und sie damit zu bombardieren, dass wieder Operette zum kulturellen Angebot gehören muss. Wenn eine Vielzahl individueller Schreiben eingeht, wird sich auch der jeweilige Sender Gedanken machen.

L         Dies ist sicher einmal eine Überlegung wert. Ob und wie viel der Besucher dann bei so etwas mitmachen, bleibt sicher abzuwarten, aber einen Versuch wäre es in jedem Fall wert.

OF       Ist das Einschwenken auf das Musical deswegen angestrebt, weil Sie glauben, damit ein etwas jüngeres Publikum zu bekommen, welches dann eventuell auch den Weg zur Operette findet und ist es nicht gleichzeitig auch deswegen angegangen worden, weil man sich eine größere Auslastung und damit entsprechend höhere Einnahmen erwartet?

L         Natürlich wollen wir versuchen, den Stamm unseres Publikums zu erweitern und möglichst jüngere Besucher zu uns zu bringen und natürlich wollen wir auch die Besucherzahlen nach oben bringen und den Rückgang, der aber in ganz Österreich zu beobachten war, wieder etwas auszugleichen. In erster Linie werden wir deshalb die nächsten drei Jahre auch das „klassische Musical“ zeigen, also „Hallo, Dolly“ in diesem Jahr, im nächsten Jahr „Gigi“ und 2015 dann „My Fair Lady“.

OF       Sehr geehrter Herr Lakner, die „Hallo, Dolly“ und die „My Fair Lady“ verstehe ich ja noch, aber bei „Gigi“ habe ich so meine Zweifel, mir ist eigentlich hier nur der Film mit Chevalier bekannt und ein paar Ausschnitte mit Juppi Heesters. Glauben Sie, dass „Gigi“ so einschlagen wird?

L         Ich freue mich auf „Gigi“ ganz besonders. Neben einer tollen Geschichte gibt es hier eine Unmenge hervorragender Musik, ähnlich wie in „My Fair Lady“. Eine süße Geschichte in einer tollen Zeit, mit tollen Kostümen und toller Choreographie, viel Ballett und einer einschmeichelnden Musik, die unbedingt ankommen wird. Wir werden mit Sicherheit neben unserem Stammpublikum neue Publikumskreise erschließen können und damit auch die Attraktivität unseres Festivals weiter steigern. Es gilt den Virus Musik auf die jungen Leute zu übertragen und damit zur Verbreitung beizutragen. Eines ist jedoch klar, wir sind und bleiben ein klassisches Operetten Festival, welches jetzt einmal über drei Jahre auch das klassische Musical zusätzlich mit anbietet. Danach werden wir weitersehen, alles analysieren und den Weg neu überarbeiten. Wie dieser dann aussehen wird, bleibt abzuwarten, ich bin aber guter Dinge, dass es sich weiterhin zum Positiven hin entwickelt.

OF       Sehr geehrter Herr Dr. Lakner, herzlichen Dank für das Interview und alles erdenklich Gute ganz persönlich für Sie und weiterhin für das Lehár Festival Bad Ischl.

 

Das Opernfreund-Interview führte Manfred Drescher

 

 

 

DER OPERNFREUND  | Opernfreund.Contact@t-online.de